25000 Studierende an der JLU- neue Möglichkeiten oder neue Hindernisse?
|
Das Wintersemester 2011/2012 hat begonnen und die JLU hat erstmals, durch die doppelten Abiturjahrgänge, die Rekordzahl von 25000 Studierenden erreicht. Doch wie reagiert die Universität auf eine so große Anzahl an Erstsemestern und was bedeutet es für uns Studenten, wenn so viele an der JLU studieren?
Als besonders „überlaufen“ gelten die Studienfächer Geschichte, Rechtswissenschaften, sowie Psychologie. Die Geschichtsstudierenden verfügen dank des großen Vorlesungsangebotes über eine Mischung von beiden Extremen, nämlich sehr gut besuchte, sowie kaum besuchte Veranstaltungen. So findet man durchaus überfüllte Vorlesungssäle, in denen Studierende auf den Treppen sitzen müssen, um der Vorlesung zu folgen. Andererseits gibt es aber auch wieder Veranstaltungen, in denen in kleinen Gruppen, von teilweise nicht mehr als 15 Teilnehmern, gelehrt wird. Aufgrund der Anmietung neuer Räumlichkeiten ist es dem Fachbereich möglich weniger gut besuchte Vorlesungen in kleineren Räumen unterzubringen, sodass die großen Hörsäle für Massenvorlesungen frei bleiben können und die „Treppensitzer“ eher die Ausnahme als die Regel bilden.
Als besonders „überlaufen“ gelten die Studienfächer Geschichte, Rechtswissenschaften, sowie Psychologie. Bei den angehenden Juristen jedoch sieht die Raumsituation ganz anders aus. Die Hörsäle, die bis zu 300 Studenten Sitzplätze bieten, reichen nicht aus, um die Massen der Erstsemester aufzunehmen. Der Fachbereich Rechtswissenschaften bietet daher Vorlesungen bis zu viermal pro Woche an ,um so die Masse der Studierenden aufzuteilen und jedem die Möglichkeit auf einen Sitzplatz zu bieten. Andere Vorlesungen weichen in das wesentlich größere Audimax im Philosophikum aus. Doch trotz den vielen Lösungsansätzen der Uni sind es die Studenten, die am Ende die Leidtragenden sind. Durch das mehrfache Anbieten einzelner Veranstaltungen innerhalb einer Woche bleiben einige andere Vorlesungen außen vor, da einfach keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung stehen. Auch wegen der Überbelegung vieler Veranstaltungen müssen Seminare oft in das folgende Semester geschoben werden. Dadurch kommt der Studienplan durcheinander. Und auch die Psychologiestudierenden haben unter dem enormen Anstieg der Studienplätze zu leiden. Die Hörsäle sind überfüllt. Wegen des Ansturms an Studierenden haben die Professoren sich hier jedoch dazu entschieden die Vorlesungen filmen zu lassen und diese Videos anschließend ins Internet zu stellen. Um damit Studierenden so die Möglichkeit zu bieten sich die Vorlesung von Zuhause aus anzuschauen. So können die Studierenden nicht nur die Vorlesung in ruhiger Umgebung und mit einer vernünftigen Sitzmöglichkeit anschauen, sondern sich diese bei Unklarheiten mehrmals ansehen. Desweiteren werden auch die von der JLU neu gemieteten Flächen für Seminare, die ebenfalls mehrmals angeboten werden, genutzt. Die einzelnen Fachbereiche gehen auf verschiedene Art und Weise mit der Problematik um, die eine Studierendenanzahl von 25000 mit sich bringt. Doch auch Studierende von Fächern, die nicht unmittelbar von der erhöhten Studierendenanzahl betroffen zu sein scheinen, bekommen diese Erhöhung der Studienplätze zu spüren. Wer mit dem Auto zur Uni kommt muss nun eine längere Parkplatzsuche als bisher in Kauf nehmen. Ebenso sieht es mit dem Mittagessen in der Mensa aus. Lange Warteschlangen vor der Essensausgabe zur Mittagszeit gehören nun deutlicher als je zuvor zum Bild des Mensaalltags. Und auch in der Bibliothek hat man nun stärker mit Platzproblemen und der Ausleihe von Büchern zu kämpfen, sodass die ruhige Lernatmosphäre der Bibliothek nicht immer genutzt werden kann. Der Alltag zeigt also, dass der neue Rekord der Studierendenanzahl mehr Hindernisse als Vorteile mit sich bringt. Man darf daher gespannt sein, wie sich die Platzproblematik an der JLU bis zum Wintersemester 2012/2013 entwickeln wird, wenn das Bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen ebenfalls einen Doppelabiturjahrgang hervorbringt. von Mareike Pöpping |