Geförderte Projekte
Die JLU verfügt über zahlreiche ausgewiesene innovative Lehrkonzepte und -projekte, sei es das im Rahmen des BMBF-Programms der empirischen Bildungsforschung geförderte Projekt „Professionsorientierte Lehrerbildung“, das vom HMWK gewürdigte „Giessener Curriculum Paediatrie“ oder das von der Landesstiftung Baden-Württemberg und dem Land Hessen geförderte Studienangebot „e-lingo“ im Bereich der Didaktik des frühen Fremdsprachenlernens.
Nachfolgend stellen wir Ihnen beispielhaft einige innovative Lehrprojekte an der Universität Gießen vor:
Tutorenprogramm "Selbstgesteuertes und kooperatives Lernen und Arbeiten in der Schule - SKOLA
Selbstgesteuertes und kooperatives Lernen können sowohl als Mittel
wie auch als Ziel schulischen Lernens betrachtet werden. In der
aktuellen Diskussion um die Reform der Lehramtsausbildung und des
Schulunterrichts wird vermehrt für den Einsatz von Unterrichtsmethoden
plädiert, welche Schülerinnen und Schülern den Übergang von der
Wissensinstruktion zur selbstgesteuerten Wissenskonstruktion im sozialen
Kontext ermöglichen sollen. Beide Lernformen haben sich, unter
Beachtung empirisch geprüfter Qualitätsstandards, als effektive Methoden
des Wissenserwerbs in unterschiedlichsten Fächern (z.B. Deutsch,
Fremdsprachen, Mathematik, Naturwissenschaften) erwiesen. Zudem
entsprechen sie der Vorstellung, dass im Schulunterricht günstige
Voraussetzungen für lebenslanges Lernen innerhalb und außerhalb des
Berufs zu schaffen sind.
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Giessener Curriculum Paediatrie - GiCuPaed
Das Giessener Curriculum Paediatrie (GiCuPaed) beinhaltet eine völlige Neustrukturierung der Lehre im Fach Kinderheilkunde und Jugendmedizin im Rahmen des Studienganges Humanmedizin an der Justus-Liebig-Universität. Curriculare Neustrukturierung in diesem Umfang bedeutet neben didaktischer Planung und deren Orientierung an zum Teil internationalen Modellerfahrungen u.a. auch Organisationsentwicklung in einem Medizinischen Zentrum, in dem 60 wissenschaftliche Mitarbeiter und Hochschullehrer auf 8 Krankenstationen und in 10 Ambulanzen das Lehrkonzept mittragen müssen. Dies gilt besonders für die praxisnahe Ausbildung der Studierenden in den verschiedenen Ausbildungsstufen, die mit dem neuen Konzept gestärkt werden soll. Die Evaluationsergebnisse zeigen überzeugend, dass dies in den schon realisierten Teilen gelungen ist.
E-LINGO
Das Projekt E-LINGO ist ein Projekt der Landesstiftung
Baden-Württemberg gGmbH. Das Projekt wird als Kooperation der
Pädagogischen Hochschulen Freiburg und Heidelberg sowie der Universität
Gießen durchgeführt. Die Kenntnis mindestens zweier Fremdsprachen ist
das erklärte Ziel der Europäischen Kommission. Um dieses Ziel zu
erreichen, brauchen Kinder im Vor- und Grundschulalter einerseits
entsprechende Lernangebote und andererseits qualifiziertes Personal. Der
im Rahmen des Projekts E-LINGO entwickelte Studiengang bereitet die
TeilnehmerInnen auf die Tätigkeit als Sprach- und Kulturvermittler im
Bereich des frühen Fremdsprachenlernens vor.
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Cognitive apprenticeship - Einrichtung einer Pädagogischen Beratungsstelle
Die pädagogische Beratungsstelle, die am Institut für Heil- und
Sonderpädagogik angesiedelt ist, hat das Ziel, Studierende an der
Bearbeitung konkreter praktischer Fragen im Zusammenhang mit
Lern-Verhaltens-Störungen zu beteiligen. Das Ziel der Beratungsstelle
ist, Praxis in der Universität ausschnitthaft abzubilden, um sie dort
reflektiert und kontrolliert aufzubereiten, kompetent zu bearbeiten und
Kompetenzen der Lehrenden im Bereich der Lern- und Erziehungshilfe
modellhaft zur Verfügung zu stellen bzw. Studierende unter Supervision
an der Fallarbeit zu beteiligen.
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Entwicklung des Lehr- und Lernmaterials "Braintrainer" zur Konsolidierung von Lehrinhalten
Ein Problem der Hochschullehre besteht darin, dass Studierende in einem recht kurzen Zeitraum, meist über die Länge eines Semesters, mit einer Fülle an inhaltlichem Input konfrontiert werden. Da konventionelle Seminarsstrukturen meist die Bearbeitung neuer Themen in aufeinanderfolgenden Sitzungen fordern, wird die Konsolidierung der bereits bearbeiteten deklarativen Gedächtnisinhalte vernachlässigt. Dies ist aus lerntheoretischer Perspektive ungünstig, da dadurch für die abschließende Klausur oder das Abschlussexamen ein großer Wissensberg in das Kurzzeitgedächtnis eingespeichert werden muss. Zusätzlich kann kein vertieftes und strukturiertes Wissen mit divergenten Querverbindungen aufgebaut werden. Die Software Braintrainer" (programmiert durch Dr. Axel Kohler vom MPI für Hirnforschung in Frankfurt in Zusammenarbeit mit Dr. Karen Zentgraf, JLU Gießen) erlaubt es, nur die relevanten Lehrinhalte individuell zugeschnitten zum angemessenen Zeitpunkt zu wiederholen und dadurch vor dem Vergessen zu schützen.
Professionsorientierte Lehrerbildung
Horizontale und vertikale Vernetzung fachdidaktischer, pädagogisch-psychologischer und schulpraktischer Ausbildungsanteile zum Aufbau diagnostischer Kompetenzen.
In der Lehrerbildung herrscht Konsens darüber, dass der Entwicklung
von Diagnose- und Förderkompetenzen eine zentrale Rolle zukommt. Die
Fähigkeit zur Einschätzung von Lernvoraussetzungen, Lernchancen und
‑defiziten bildet dabei das Fundament von auf die Fähigkeiten der
Lernenden abgestimmter Instruktionen. Die Entwicklung entsprechender
Kompetenzen bei Lehrkräften erfordert auf der einen Seite, dass die
fachspezifischen Fähigkeiten und Vorstellungen von Schülern sowie deren
Lernentwicklungsverläufe zum inhaltlichen Gegenstand der
Lehrerausbildung gemacht werden. Auf der anderen Seite müssen im Rahmen
der didaktisch-methodischen Gestaltung der Lehrerausbildung
diagnostische Verfahren eingesetzt werden, deren Ergebnisse genutzt
werden müssen, um für die Studierenden passende Lernangebote zu
konzipieren.
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