Wintersemester 2011/12
Dienstag, 01. November, 16:15-17:00 Uhr
Prof. Dr. Birgit Lorenz, Augenheilkunde
Warum sind in der Nacht alle Katzen grau?
Uni-Hauptgebäude, Aula, Ludwigstraße 23
Das menschliche Sehsystem ist sehr komplex aufgebaut. Die erste Bildaufnahme erfolgt in der Netzhaut, die das Augeninnere auskleidet. Prinzipiell haben wir zwei unterschiedliche lichtempfindliche Zellsysteme: die Zapfen und die Stäbchen. Mit den Zapfen sehen wir prima im Hellen, sie ermöglichen, dass wir auch kleine Dinge sehr gut erkennen und Farben sehen können. Im Dunkeln würden wir mit den Zapfen nicht genügend sehen, hier übernehmen die extrem lichtempfindlichen Stäbchen das Sehen. Leider können diese keine Farben und Details unterscheiden, sodass die Welt wie eine unscharfe Schwarz-Weiß-Fotografie aussieht. Das zu wissen ist sehr wichtig für unsere Sicherheit als Fußgänger auf der Straße, und wird an Beispielen aus dem Alltag veranschaulicht.
Dienstag, 15. November, 16:15-17:00 Uhr
Prof. Dr. Dr. h. c. Albrecht Beutelspacher, Mathematisches Institut
Warum gibt es keine größte Zahl?
Uni-Hauptgebäude, Aula, Ludwigstraße 23
Die meisten Zahlen, mit denen wir alltäglich zu tun haben, kommen zu einem Ende: Die Anzahl der Tage bis Weihnachten, die Anzahl der Herzschläge, die maximale Anzahl der Menschen auf der Erde. Wenn wir jedoch mit dem Zählen anfangen, haben wir allerdings einen ganz anderen Eindruck: Man kann immer weiter zählen, die Zahlen nehmen kein Ende! In dieser Veranstaltung lernen wir Beispiele für beschränkte Zahlen und für nicht enden wollende Zahlen kennen. Und dann erfahren wir noch, woher die Unendlichkeit eigentlich kommt.
Dienstag, 29. November, 16:15-17:00 Uhr
Dr. Markus Späth, Kunstgeschichte
Gab es im Mittelalter Passfotos?
Uni-Hauptgebäude, Aula, Ludwigstraße 23
Nein, die gab es nicht, da das Fotografieren damals noch nicht erfunden war! Doch wie konnten sich die Menschen ausweisen? Im Mittelalter nutzten die Menschen dicke Wachssiegel mit ihrem Bild darauf, wenn sie z.B. dem König einen Brief mit Bitte um Hilfe schickten. Um so einen ‚Ausweis‘ herzustellen, brauchten sie einen großen Stempel. Mit diesem konnte man sein eigenes Bild in das Wachs prägen: als stolze Prinzessin in wunderschönen Gewändern oder als mächtiger Ritter in Rüstung hoch zu Roß reitend.
In dieser Veranstaltung der Justus‘ Kinderuni wollen wir uns die faszinierende Welt der Siegelbilder im Mittelalter genauer anschauen.
Dienstag, 13. Dezember, 16:15-17:00 Uhr
Prof. Dr. Jorge A. Encarnação, Säugetierökologie
Wer fliegt mit den Händen und sieht mit den Ohren?
Uni-Hauptgebäude, Aula, Ludwigstraße 23
Fledermäuse sind nach den Nagetieren die artenreichste Säugetiergruppe und nahezu weltweit verbreitet. Interessanterweise sahen sie vor rund 55 Millionen Jahren schon fast so aus wie heute. Mit welchen Tricks konnten diese vergleichsweise kleinen Säugetiere so erfolgreich werden? Warum sind sie plötzlich so stark gefährdet? Diese und andere Fragen zu Fledermäusen werden im Rahmen der Kindervorlesung beantwortet.