Gießen und Marburg gründen Forschungsallianz
12.07.2012
Die erfolgreiche Kooperation auf vielen Forschungsfeldern –
insbesondere in der Medizin und den Lebenswissenschaften – ist bereits
gelebte Realität: Jetzt wollen die beiden ältesten und
traditionsreichsten Forschungsuniversitäten Hessens, die
Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die Philipps-Universität
Marburg (UMR), ihre gemeinsamen Stärken noch besser zur Geltung bringen
und die Zusammenarbeit intensivieren. UMR-Präsidentin Prof. Dr.
Katharina Krause und JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee
kündigten am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz eine
Forschungsallianz der beiden Universitäten an. Die Gründung der
„Forschungsallianz der Universitäten Gießen und Marburg / Universities
of Marburg and Giessen Research Alliance“ soll in einem Festakt am 17.
November 2012 im Beisein des Hessischen Ministerpräsidenten Volker
Bouffier erfolgen.
„Ziel ist die Stärkung unserer beiden
Einrichtungen in einem immer härteren nationalen und internationalen
Wettbewerb“, sagten Prof. Krause und Prof. Mukherjee. „Zudem können wir
unsere beachtlichen Forschungsleistungen sichtbarer machen, wenn wir
unsere Kompetenzen bündeln.“ Beide Universitäten rangieren laut
Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter den Top 40
der drittmittelstärksten Universitäten – die als ein Standort
ausgewertete mittelhessische Universitätsmedizin belegt sogar einen
hervorragenden siebten Platz. Insgesamt haben die beiden Universitäten
in dem von der DFG betrachteten Zeitraum von 2008 bis 2010 über 135
Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben.
Die
Kooperationsbereitschaft soll nicht auf die beiden Universitäten
beschränkt bleiben: Ziel der Allianz ist ausdrücklich auch die weitere
Vernetzung mit Forschungspartnern in der Region, vor allem mit
außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Projektgruppen, der
Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und mit Forschungsförderern
wie der Von-Behring-Röntgen-Stiftung.
Die wesentlichen
gemeinsamen Aktionsfelder der beiden Universitäten liegen derzeit auf
verschiedenen Gebieten der Medizin (unter anderem Herz-/Lungenforschung,
Infektionsforschung und Reproduktionsmedizin) sowie den
Neurowissenschaften. Weitere gemeinsame Entwicklungsschwerpunkte sind
Biodiversität und Klimaforschung, Materialwissenschaften sowie
Geschichts- und Sozialwissenschaften. Zukünftig dürften weitere
Aktionsfelder dazukommen. Kooperiert werden soll auch in den Bereichen
Forschungsinfrastruktur und Nachwuchsförderung.
Die beiden
Universitäten gründen eine gemeinsame Forschungs- und
Strategiekommission, die unter dem wechselnden Vorsitz des jeweiligen
Forschungs-Vizepräsidenten beziehungsweise der jeweiligen
Forschungs-Vizepräsidentin tagt. Daneben gehören zu dem Gremium jeweils
vier Professorinnen und Professoren aus Gießen und Marburg. Bei der
Auswahl der Mitglieder werden das Profil der beiden Universitäten und
das jeweilige Gewicht der in der Allianz zu entwickelnden Aktionsfelder
berücksichtigt. Die Forschungs- und Strategiekommission tagt drei bis
vier Mal im Jahr und hat die Aufgabe, die Präsidien der beiden
Universitäten in Fragen der Forschung und der Förderung des
wissenschaftlichen Nachwuchses zu beraten. Außerdem spricht sie
Empfehlungen zu gemeinsamen Antragsstellungen und zur Verwendung des
aufgestockten gemeinsamen Forschungsförderfonds MaGiC aus. Auch die
Entwicklung langfristiger Strategien im Bereich der Forschung gehört zu
den Aufgaben der Kommission. Die Entscheidung über die Empfehlungen des
Gremiums liegt bei den Präsidien.
Zusätzlich wird ein extern
besetzter wissenschaftlicher Beirat eingesetzt: Fünf auf den
wesentlichen Aktionsfeldern der Forschungsallianz ausgewiesene
Persönlichkeiten mit hoher Reputation und Erfahrung in der
Forschungsförderung – darunter auch Vertreterinnen und Vertreter von
forschenden Unternehmen – begleiten die Forschungsallianz beratend über
einen Zeitraum von fünf Jahren. Der wissenschaftliche Beirat kommt
einmal im Jahr zusammen, und zwar im Beisein der Präsidentinnen
beziehungsweise der Präsidenten, den für Forschung zuständigen
Vizepräsidentinnen und -präsidenten sowie den Vorsitzenden der beiden
Hochschulräte.