Neuer LOEWE-Schwerpunkt "Store-E"
04.07.2012Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) kann im hessischen Landes-Exzellenzprogrammes LOEWE erneut einen großen Erfolg verbuchen: Der neue LOEWE-Schwerpunkt „Store-E“ (Stoffspeicherung in Grenzschichten), für den für die kommenden drei Jahre insgesamt knapp vier Millionen Euro beantragt wurden, beschäftigt sich mit einem der großen Zukunftsthemen: der Speicherung und Wandlung von Energie. Chemiker, Physiker und Materialwissenschaftler um den Projekt-Koordinator Prof. Dr. Jürgen Janek (Physikalisch-Chemisches Institut und Laboratorium für Materialforschung) werden im Rahmen des Schwerpunkts neue Materialien und Materialkonzepte für die effiziente Energiespeicherung erforschen. Zu den zentralen Zielen gehören Komponenten für Batterien, Superkondensatoren und Speicherkatalysatoren. „Die Entscheidung unterstreicht die außerordentliche Leistungsfähigkeit der Justus-Liebig-Universität in diesem sehr zukunftsträchtigen Forschungsgebiet“, betonte JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee.
Speichereffekte
stellen eines der vielfältigsten Forschungsgebiete im Bereich von
Physik, Chemie und Materialwissenschaft dar. Sie reichen von der
Informationsspeicherung, der Energie- und Wärmespeicherung bis zur
Stoffspeicherung und stellen heute die Basis für unverzichtbare
Technologien dar. Elektrochemische Verfahren der Energiespeicherung, die
gegenwärtig im Umfeld der Entwicklung von elektrisch betriebenen
Fahrzeugen („Elektromobilität“) und mobilen Geräten einerseits und der
Weiterentwicklung des Energieversorgungsnetzes („Smart Grid“)
andererseits eine besonders große Herausforderung darstellen, sind
gleichzeitig immer auch mit Stoffspeichereffekten verknüpft.
„In
den letzten Jahren haben die beteiligten Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler sehr erfolgreich einen Schwerpunkt im Bereich der
Elektrochemie, der elektrochemisch orientierten Materialforschung und
der Physik von Mikro- und Nanostrukturen aufgebaut, umfangreiche
Drittmittel im Umfeld der Förderung der „Elektromobilität“ eingeworben
und Brücken zur Helmholtz-Gemeinschaft und zur Industrie aufgebaut“,
sagte der „Store-E"-Koordinator Prof. Dr. Jürgen Janek. „Der neue
Schwerpunkt soll diese Stärken bündeln, thematisch fokussieren und damit
das Profil im Bereich der „elektrochemischen Materialforschung“
sichtbar ausbauen.“ Die enge Anbindung der IHK Gießen-Friedberg und
regionaler Industrieunternehmen soll dazu dienen, ökonomische
Perspektiven frühzeitig auszuloten.
Der LOEWE-Schwerpunkt
„Store-E“ wird insbesondere getragen vom 2008 gegründeten Laboratorium
für Materialforschung, unter dessen Dach die materialwissenschaftlich
orientierten Arbeitsgruppen der JLU gemeinsame Projekte durchführen.
Hierzu dienen unter anderem mehrere methodische Plattformen, darunter
das Mikro- und Nanostrukturierungslabor, das Elektrochemie- und
Grenzflächenlabor sowie das Dünnschicht- und Epitaxielabor.
„Store-E“
wird die weitere Schwerpunktbildung im Bereich der elektrochemischen
Materialforschung gemeinsam mit den Partnern vorantreiben. Die enge
Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen der Philipps-Universität
Marburg und der Technischen Hochschule Mittelhessen sowie der Kontakt
mit der Universität Kassel und anderen Einrichtungen sichern wichtige
komplementäre Kompetenzen. Weiterhin ist eine enge Zusammenarbeit mit
dem geplanten Fraunhofer-Institut für Werkstoffkreisläufe und
Werkstoffsubstitution (IWKS) in Hanau/Alzenau vorgesehen. Das für die
Projektgruppe verantwortliche Fraunhofer-Institut für Silikatforschung
in Würzburg und das dort entstehende ‚Zentrum für Angewandte
Elektrochemie‘ sind für den LOEWE-Schwerpunkt ebenfalls wichtige
Kooperationspartner.
Neben dem LOEWE-Schwerpunkt „Store-E“ ist die JLU an zwei weiteren Schwerpunkten beteiligt:
-
Integrative Pilzforschung (IPF) – Innovation durch Integration
anwendungs- und grundlagenorientierter Forschung zur Nutzung der
pilzlichen Vielfalt (Federführung: Johann Wolfgang Goethe-Universität
Frankfurt)
- Elektronendynamik chiraler Systeme (ELCH), (Federführung: Universität Kassel)