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Demokratische Linke an der Uni Gießen

… Männliche Mitbewohner gesucht … Nur für Studenten … Preiswerte Zimmer … großes Haus mit Partykeller … Leben in der Gemeinschaft … Gerne Erstsemester …

Bier und Burschen

Kein harmloser Trachtenverein, trotz putziger Kappen: Reaktionäre Burschenschafter.

Was bei den Wohnungsaushängen an den schwarzen Brettern (meistens) zunächst unverdächtig aussieht, entpuppt sich schnell als Aushang einer Studentenverbindung. Diese nennt sich Burschenschaft, Turnerschaft, Corps, Landsmannschaft, studentische Vereinigung, Wingolf o.ä. Die Zimmer in den Häusern der Verbindungen stehen meistens nur männlichen Wohnungssuchenden zur Verfügung (manchmal auch nur deutschen, christlichen Männern, die ihren Wehrdienst abgeleistet haben).

Was sich hinter einer solchen Gemeinschaft verbirgt, wird spätestens deutlich, wenn man im Verbindungshaus eingezogen ist. Denn dann werden die Männer aufgefordert, der Verbindung beizutreten. Der Einzug in die Verbindung bedeutet also die Unterwerfung unter die Autorität eines reaktionären Männerbundes.

Fortan wird die Einordnung in ein konservatives Weltbild verlangt. Das Hinterfragen von Gruppenzwang, Unterordnung und strengen Regeln der Verbindung ist nicht mehr erwünscht. In einigen dieser Verbindungen werden sogar noch (blutige) Fechtkämpfe ausgetragen. Vor allem die Burschenschaften fallen unter den nationalistischen und rückwärtsgewandten Studentenverbindungen immer wieder besonders negativ auf. In den Mitgliedsbünden der “Deutschen Burschenschaft” (in Gießen die Dresdensia Rugia, Alemannia und die Germania) wird ein rechts-konservatives bis rechtsextremes1 Weltbild propagiert. In einigen Häusern Gießener Burschenschaften wohnten in der Vergangenheit bundesweit bekannte Nazis2. Aber auch viele der “ganz normalen Burschen” erkennen die heutigen deutschen Staatsgrenzen nicht an und vertreten eine von der völkischen Blut-und-Boden-Ideologie abgeleitete rassistische Definition der deutschen Staatsangehörigkeit. Die Notwendigkeit oder der Wunsch einen billigen Wohnraum zu finden ist gerade in Gießen – bei der einsetzenden Wohnraumknappheit zu Beginn des Semesters – verständlich. Billige Alternativen sind neben Wohngemeinschaften vor allem Studierendenwohnheime des Studentenwerkes.

Informationen gibt es beim Studentenwerk Gießen oder im Allgemeinen Studierenden Ausschuss - AStA. Dort sind zu den regelmäßigen Öffnungszeiten Ordner mit Wohnungsangeboten einzusehen- einfach vorbeikommen und Nachfragen!


1Die “Deutschen Burschenschaft” (DB) ist in Verruf geraten, eine rechtsextreme Ausrichtung zu haben. Zwar kann etwa die Hälfte der Verbindungen in der DB als Konservativ bezeichnet werden, aber aufgrund mangelnder Distanzierung und fließender Übergänge zur NPD oder Rechtsextremen Burschenschaften hat diese Einschätzung ihre Berechtigung.

2Der sächsische NPD-Abgeordnete Jürgen Gansel sowie der wissenschaftliche Mitarbeiter der Fraktion Stefan Rochow sind alte Herren der Dresdensia-Rugia. Rolf Schlierer, Bundesvorsitzender der Republikaner, ist Mitglied der Gießener Germania.

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