Naziaufmarsch in Dresden blockiert, auch Ausweichaktionen stießen auf Widerstand, Razzia im Büro von “Dresden- Nazifrei”, Opfermythen bekämpfen!
Dresden war in den vergangenen Jahren regelmäßig Schauplatz der größten Naziaufmärsche in Europa. Traditionell fanden diese immer am 13. Februar, dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg, statt. Bereits letztes Jahr gelang es antifaschistischen Bündnissen den Aufmarsch zu blockieren. Dieses Jahr reagierten die Nazis auf ihr Scheitern im vergangenen Jahr indem sie nicht nur einen Fackelmarsch am 13.02. anmeldeten, sondern auch mehrer Demonstrationen am 19.02. . Wurde der erste Aufmarsch am 13.02. bereits stark abgekürzt, konnten die gestrigen gar nicht erst stattfinden, obwohl sie noch kurz zuvor erfolgreich eingeklagt wurden. Tausende von Antifaschist_innen stellten und setzten sich den Nazis in den Weg. Teilweise liefen Gegendemonstrant*innen von den Autobahnen aus mehrere Kilometer in die Stadt weil ihre Busse schon dort von der Polizei gestoppt wurden. So erging es auch dem Bus aus Gießen, der zusammen mit weiteren Bussen aus Marburg und Südhessen unterwegs war. Auch Ausweichaktionen der Nazis stießen auf Widerstand und wurden blockiert. So durfen etwa 500 Nazis, die zuvor stundenlang am Hauptbahnhof in Dresden blockiert wurden, nach einer Fahrt nach Leipzig auch dort nicht marschieren. Auch ein nach Dresden-Plauen verlegter Aufmarsch von etwa 1000 Nazis konnte aufgrund von vielen kleinen und größeren Blockaden nicht stattfinden. Die Aktionen sind ein starkes Zeichen gegen deutsche Opfermythen, die in den vergangenen Jahren (nicht nur, aber vor allem) von Faschist_innen immer wieder proklamiert wurde.
Insgesamt zeigt sich die Tendenz, dass Dresden immer weniger attraktiv für die europaweite Naziszene wird. Sinkende Teilnehmer*innenzahlen der Naziaufmärsche und das Blockieren der Aufmarschrouten sind aber nur ein Teilerfolg. Auch geschichsverfälschendes Gedenken in bürgerlichen Kreisen muss hinterfragt und in den kommenden Jahren durch antifaschistische Protestaktionen begleitet werden. Daneben müssen auch die “Gedenkmärsche” der Nazis in anderen Städten thematisiert werden. Neben Dresden finden seit Jahren z.B. auch in Chemnitz (5.3.) und Dessau (12.3) Naziaufmärsche an den Jahrestagen der Bombadierung dieser Städte statt. Revisionistischen Opfermythen darf kein Raum geboten werden, nicht in Dresden, nicht sonstwo!
Gegen Nazis und Opfermythen - Deutsche Täter_innen sind keine Opfer!
weitere infos:
http://de.indymedia.org/2011/02/301003.shtml
http://de.indymedia.org/2011/02/300912.shtml
http://de.indymedia.org/2011/02/300905.shtml
Razzia im Büro von “Dresden- Nazifrei”:
http://de.indymedia.org/2011/02/300947.shtml


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