Janine Hauthal
Kontakt
Janine.Hauthal@graduiertenzentrum.uni-giessen.deGießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften
Otto-Behaghel-Str. 10 A
35394 Gießen
Tel: 0641-99-30042
Fax: 0641-99-30049
Biographie
wissenschaftliche Mitarbeiterin (BAT/2) am Giessener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften (GGK) seit 8/2002;
Redaktion des GGK Rezensionsmagazins KULT_online
Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen und Bristol von 1995-2001 (Schwerpunkte: Gender Studies, Performance und Live Art, Zeitgenössisches Drama und Theater);
Pratika und Assistenzen beim Verlag der Autoren (Frankfurt/M.), ZDF Theaterkanal (Mainz), Podewil (Berlin), documenta X (Kassel);
Erfahrungen in Festivalorganisation (Europäisches Theaterfestival diskurs 1995-98, Gießen) und Eventmanagement (Agentur face to face, Herkenrath);
seit 2001: Mitglied der freien Kuratorengruppe Unfriendly Takeover e.V.
www.unfriendly-takeover.de
Projektskizze
Metadrama und Metatheater: Intermediale und narratologische Revisionen von Formen und Funktionen der Selbstreferenz in Theatertexten (AT)
Definiert als diejenige Form des Dramas, in der es sich auf sich selbst als literarische Form/Fiktion bzw. theatralische Illusion verweist und diese Selbstreflexivität/Selbstreferentialität zum Darstellungsgegenstand macht, gehört zum vielbetonten Funktionspotential des "Metadramas", dass es dem/r LeserIn eines Dramas, bzw. dem/r ZuschauerIn einer Aufführung die "scheinbare Wirklichkeit" der Darstellung, die Textualität und Fiktionalität zu Bewusstsein bringt und damit mit der illusionistischen Konvention der "Absolutheit" (Pfister), d.h. Unvermitteltheit des Dramas, bricht.
Die Bestimmung des hier skizzierten Funktionspotentials bedarf jedoch einer Revision, da es - wie eine Vielzahl literaturwissenschaftlicher Theorien zum Drama - von einer Werkeinheit zwischen Drama und Aufführung ausgeht. Das hier projektierte Dissertationsvorhaben versucht hingegen durch eine neue Herangehensweise an das skizzierte Problemfeld dieses Forschungsdefizit zu beheben und setzt zu einer zweifachen Revision des Metadramas an.
Intermediale Ansätze sollen auf der Grundlage eines Verständnisses von Drama und Theater als differenter Medienformate zu neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Formen und Funktionen von Selbstreferenz und -reflexivität in dramatischen Texten führen. Metadramatische Elemente können auf dieser Grundlage als intra-, inter- bzw. transmediale Bezugnahmen konzeptualisiert werden. Metadramatische Äußerungen im dramatischen Text reflektieren dann nicht etwa den Status des dramatischen Textes als Textmedium (z.B. die Schriftlichkeit des Dramas), sondern seinen Status im Medium der Aufführung, kurz: Drama reflektiert Theater. Metadrama lässt sich demzufolge nur durch Bezugnahme auf die Institution des Theaters als Distributionsmedium für das Drama wissenschaftlich adäquat verstehen. Theatralisierung ist als substantieller Faktor bei der Semiose metadramatischer "Erzählweisen" mitzubedenken. Die Differenzierung von Theater und Drama als verschiedene Medien mit je eigenen generischen Konventionen erlaubt zudem Rückschlüsse auf das theatrale Potential (die Theatralität) dramatischer Texte.
Ansätze zu einer transgenerischen Erzähltheorie, die versuchen, narratologische Kategorien auf das Drama zu übertragen, dienen in einem zweiten Schritt der Präzisierung des Funktionspotentials metadramatischer Elemente in Dramentexten. Die Kombination medienspezifischer und narratologischer Ansätze ermöglicht die systematische und vergleichende Aufarbeitung des Forschungsstandes zu Metadrama und Metatheater. Mit einer Begriffs- und Gattungsexplikation schließt die Arbeit zudem eine seit den 1970er Jahren bestehende Lücke in der Erforschung des Metadramas. Ein weiteres Forschungsdesiderat, welches im Zentrum des Dissertationsvorhabens steht, ist die Präzisierung des metadramatischen Funktionspotentials und seine Entkoppelung vom Paradigma der Illusionsstörung bzw. der Potenzierung der Fiktionalität. Ziel des in dieser Arbeit anvisierten und historisch perspektivierbaren Mehrkomponentenmodells ist die Untersuchung der medialen Spezifik metadramatischer Bezugnahmen, das zudem Rückschlüsse auf das in den metadramatischen Dramentexten verhandelte und historisch wandelbare Verhältnis von Drama und Theater ermöglicht. Darüber hinaus leisten die im Zuge der narratologischen Revision des Metadramas geleisteten Erprobungen der Übertragung narrativer Kategorien auf dramatische Texte einen innovativen Beitrag zur aktuellen Forschung im Bereich der Narratologie des Dramas.
Aktivitäten
- Mitglied im Internationalen Promotionsprogramm "Literatur- und Kulturwissenschaft" (IPP) seit Wintersemester 2002/03;
- Sprecherin der Sektion 5 "(Inter-) Medialität - Theatralität - Performativität"
- Mitglied der AG Hochschuldidaktik Literaturwissenschaft
- Mitglied der AG Popular Culture
- Gründungsmitglied der AG Metaisierung und Organisation der Tagung "Metaisierung in der zeitgenössischen Literatur und anderen Medien: Gattungstheorie, Poetik, Funktionen" (14. und 15. April 2005, Gästehaus der JLU Gießen)
- Mitglied der SFB-AG "Performativität"