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Dr. Christiane Holm


Kontakt

christiane.holm@klassik-stiftung.de
Klassik Stiftung Weimar
Referat Forschung und Bildung
Burgplatz 4
99423 Weimar

Tel: 03643 545 553

Biographie

Geboren 1969,
Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Kunstpädagogik in Giessen,
1995 Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Grundschulen,
1997 Magistra Artium,
Oktober 1997 bis Juli 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Neuere deutsche Literatur der Justus-Liebig Universität Giessen,
daneben ab 1996 freie Mitarbeiterin an der Kunsthalle Mannheim (Abt. Museumspädagogik),
Promotion im Juli 2003: Die Arbeit am Mythos von Amor und Psyche zwischen Text, Bild und Alltagskultur von 1765 bis 1840,
Juli 2003 bis Februar 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am SFB Erinnerungskulturen (Teilprojekt Andenken und Eingedenken),
März 2008 bis Juni 2009 wissenschaftliche Assistentin des geschäftsführenden Direktors am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung,
seit Juli 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klassik Stiftung Weimar (BMBF-Projekt Sinnlichkeit - Materialität - Anschauung),
Kuratorin der Ausstellungen: Ingke Günther: Himmel, Brust und Zwirn. Stick-Graphik und Wachsobjekte (Overbeck-Gesellschaft Lübeck, 2000), Johann Heinrich Wilhelm Tischbein: ...die flüchtigsten und alltäglichsten Erscheinungen Autographen und Zeichnungen (Tischbeinhaus Haina, 2001) und Absolut privat? - Vom Tagebuch zum Weblog (Museum für Kommunikation Frankfurt M., Nürnberg, Berlin, 2008-2009),
Mitglied in den Kuratorien der Ausstellungen: AnTeilNahme - Souvenirs für Buchenwald? (Bauhausuniversität Weimar und Förderverein Gedenkstätte Buchenwald, 2004) und Der Souvenir - von der Reliquie bis zum Andenken (Museum für Angewandte Kunst Frankfurt M., 2006).


Projektskizze

(2006-2008)

Die Kulturpraxis des Andenkens an der Schnittstelle von Literatur, Culturhistorie, Volkskunde und Museologie von 1848 bis 1900


Mit zunehmender Warenzirkulation zeichnet sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein literarisch inspiriertes, (populär-)wissenschaftliches Interesse an Dingbeständen (Asendorf, 1984) und an den mit ihnen verbundenen Kulturpraktiken ab. Das Arbeitsvorhaben untersucht jene Schnittstelle von Poesie und Wissenschaft exemplarisch am Werk ihrer Hauptvertreter Berthold Auerbach, Gustav Freytag und Wilhelm Heinrich Riehl in der Zusammenschau einerseits der Modegattungen von historischem Roman und Dorfgeschichte sowie andererseits der Publikationen der reformierten Culturhistorie und der neuen Volkskunde im Bemühen, sich von einem Segment des Buchmarktes zur Universitätswissenschaft zu emanzipieren (Altenbockum 1996). Die Analyse dieser Werkgruppe legitimiert sich nicht allein durch die in Personalunion betriebene literarische und wissenschaftliche Arbeit der Autoren, sondern auch durch die zeitgleich parallel in Literatur- und Wissenschaftstheorie formulierten Analyse- und Darstellungskategorien: Culturhistorie und Historischem Roman, Volkskunde und Dorfgeschichte gemeinsam ist erstens, dass sie der Dingwelt einen exponierten Status einräumen, die sie über eine Konzeption von Detailrealismus einzuholen versuchen, der im Bezug auf Bildmedien definiert wird, so auf den Holzschnitt (Riehl), das Genre (Auerbach, Freytag, Keller) oder die Fotographie (Heyse, Fontane). Zweitens gilt es, die abgebildete Dingwelt narrativ mit ihrer tradierten Handhabung, mit Brauchtum und Arbeit zu vermitteln. Erst diese Anbindung an Kulturpraktiken sorgt – ganz im Sinne der aktuellen material culture-Forschung – dafür, dass drittens die Dingkultur nicht länger als illustratives „Spiel“ in Form einer „bunten Rümpelkammer von Privateigentümern“ dem „Ernst der Kultur“ der universitären Geschichtsschreibung angehängt wird (Riehl, Der Kampf der Wissenschaften in der Neuzeit, 1885), sondern dass umgekehrt gerade aus dem Peripheren und Marginalen, aus dem „Alltäglichsten“ einschneidende „Culturergebnisse“ destilliert und systematisiert werden können (Bernstein, Auerbachs Volkskalender 1861). Viertens kann diese literarisch-wissenschaftliche Methode unter den Bedingungen der „Rapidität“ des Wandels, da „schon das nächste Geschlecht [...] von dem vorhergegangenen durch eine Kluft getrennt ist, wie sie früher nur Jahrhunderte schufen“ (Spielhagen, Produktion, Kritik und Publikum, 1883), nun von der Erforschung zeitlich oder räumlich fremden Brauchtums auf die Notierung der eigenen Gegenwart übertragen werden.
Die dem individuellen Gedächtnis verpflichtete Kulturpraxis des Andenkens wird einerseits durch die kulturhistorische und volkskundliche Forschung im kollektiven Brauchtum aufgelöst, andererseits ist sie immer schon durch die literarische Provenienz in deren wissenschaftlicher Methode verankert. Diesem Phänomen lässt sich in der Musealisierung nachgehen, in der die jungen Wissenschaften die Rückübersetzung ihrer Ergebnisse ins Dingliche betreiben. Im Zuge der Ausdifferenzierung der ebenso innovativen wie populären Verbindung von Poesie und Wissenschaft unter den Bedingungen der wissenschaftlichen Institutionalisierung einerseits und dem ästhetischen Programm des poetischen Realismus andererseits erscheint das Museum auf den ersten Blick ein Produkt der Wissenschaft zu sein, das eine Idee von kollektivem Gedächtnis vertritt und die Entsentimentalisierung des Andenkens betreibt. Innerhalb dieser Museen finden sich jedoch auch Konzeptionen, die die Verbindung des literarischen mit dem wissenschaftlichen Blick aufrecht erhalten und somit dem dinglichen Andenken einen zentralen Platz einräumen: das Dichterhaus, das seine empfindsamen Vorläufer nie ganz vergisst, und das Heimatmuseum, die sich Ende des 19. Jahrhunderts im Gefolge und als poetisches Korrektiv zur universitären Volkskunde institutionalisieren (Korff 2002). Im Dichterhaus fungieren die Dingbestände als Andenken an Texte und Personen, im Heimatmuseum als Vehikel, um die zeitlich-räumliche Kluft zu kollektiven Alltagserfahrungen über eine affektive, lebensgeschichtlich rückgebundene Erinnerung zu schließen. Das Arbeitsvorhaben untersucht den sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts verändernden literarisch-wissenschaftlichen Reflexionsrahmen des Andenkens im Dialog von Literatur und Wissenschaft einerseits und im Dialog von der Textproduktion und ihrer musealen Übersetzung ins Dingliche andererseits.

Projektskizze

(2003-2005)

Blumen, Locken und Uhren als Zeit-Relais. Zur Wechselbeziehung von Literatur und Andenkenkultur im 19. Jahrhundert

Die Lesbarkeit des Andenkens

Parallel zur begriffsgeschichtlichen Engführung von Andenken und Ding lässt sich in den literarischen Gestaltungen belegen, dass zunehmend gleichgültige Dinge in den Schatz der Erinnerung eingehen (Goethe, Wanderjahre). Schließlich kann selbst Abfall wie Kirschkerne, Angelhaken oder zertretene Blumen (Arnim, Gräfin Dolores) als Erinnerungsmedium fungieren, denn für das Andenken ist eben nicht sein Tausch- oder Kunstwert entscheidend, sondern sein intimer Erinnerungswert. Gerade weil das Andenken sich der kollektiven Lesbarkeit entzieht, weil es seine besondere Spannung aus körperlicher Präsenz und verborgener Geschichte, aus dem Zeigen und Verbergen seines Erinnerungswertes bezieht, wird es für die Poesie attraktiv. Die Literatur ergreift von Anfang an nicht nur das narrative Potenzial der populären Alltagspraxis, sondern darüber hinaus die Möglichkeit, ihr mediales Selbstverständnis zu reflektieren, insbesondere den Zusammenhang von Erinnern und Erzählen zu durchproben.

Revision traditioneller dinggebundener Erinnerungspraktiken

Die neuen unleserlichen Andenken, so die These, verdrängen keinesfalls tradierte, nach wie vor praktizierte Formen dinggebundener Erinnerung, vielmehr überprüfen sie diese auf ihre spezifischen Leistungen hin und transformieren sie in neue Formen.
Die beiden zentralen Bezugsmodelle des Andenkens sind die des Denkmal- (Lipp 1987; Müller 1996) und des Reliquienkultes (Belting 2000; Bock/Durian-Ress 1995; Ohler 2000). Beide sind intentional für die kollektive Erinnerung eingesetzt. Die dem Denkmal zugehörige Beschriftung macht das Artefakt ebenso lesbar wie das kirchlich autorisierte Reliquiar die Reliquie. Die Reliquie unterscheidet sich jedoch dadurch vom Denkmal, dass sie durchlässig bleibt für ein magisches Dingverständnis (cultus absolutus), das ihre Erinnerungsfunktion (cultus relativus) unterläuft.
Neben diesen kollektiven Grundformen dingbezogener Erinnerungspraxis kann sich die entstehende Andenkenkultur auch an etablierten Gattungen der Kleinkunst mit Erinnerungsfunktion abarbeiten. Im folgenden seien die wichtigsten Typen genannt:
Es gibt eine Vielzahl personenbezogener Erinnerungstücke: etwa das Minnekästchen aus dem Liebeszeremoniell, das album amicorum aus dem Freundschaftsbund oder das heraldische Schmuckstück aus der Familiengenealogie (Beitl 1983; Buß 2000; Keß 2001). Auf den speziellen Bedarf verschiedener Reiseformen reagieren Souvenirs als ortsbezogene Erinnerungsstücke beispielsweise in Form von Heiligenminiaturen auf die Wallfahrt, von Veduten-Grafik auf die Grand Tour oder von Badegläsern auf die Badereisen (Das Reiseandenken 1937; Krauß/Seidel 2000; Zwischen Andacht und Andenken 1992; Alfter/Ohlms/Truckenbrodt 1996). Erinnerungsstücke, die einen bestimmten Zeitpunkt, ein biografisches Ereignis, festhalten sollen, finden sich vor allem in Übergangsriten der Volkskultur (van Gennep [1909] 1999), so z.B. die Taufkerze. Die Votivtafeln sind ereignisbezogen, wenn sie durch die Dokumentation eines Gelübdes im Augenblick einer Bedrohung dem rettenden Heiligen zum Dank ein Denkmal setzen (Harvolk 1979). Ebenfalls rekurriert die Trophäe, ein exemplarisches Beutestück wie z.B. der Degen des besiegten Herrschers, auf ein Ereignis.
Diese Gattungen von Erinnerungsstücken finden sich nicht nur in Mischformen, sondern auch in Verschmelzungen mit solchen wie dem glücksbringenden Talisman oder dem apotropäischen Amulett, die weniger über ihren Vergangenheits- als ihren Zukunftsindex bestimmt sind (Hansmann/Kriss-Rettenbeck 1999).
In Goethes Wilhelm Meisters Wanderjahre werden neue Andenkenformen aus der Revision tradierter dinggebundener Erinnerungspraktiken wie der Reliquie, dem Denkmal, der Liebesgabe oder dem Reisesouvenir entwickelt. Goethes Übertragung des Fetischs, wie er in der Aufklärung von der frühen Ethnologie als kultische Ding-Beziehung entdeckt wurde, auf eine psychisch-affektive Ding-Beziehung (Böhme 2000) muss gerade auf dieser Folie erschlossen werden. Als weiterer wichtiger Schlüsseltext lässt sich Bettine von Arnims Roman Goethes Briefwechsel mit einem Kinde untersuchen. Der Text zu Seinem Denkmal führt vor, wie sich der Entwurf zu einem monumentalen Marmorstandbild gerade aus populären Kleinformen der Erinnerung sowie ihrer intimen Inszenierung aufbaut.

Andenkenkultur und Kulturindustrie

Die tradierten lesbaren Formen dinggebundener Erinnerungspraxis erfahren in der florierenden Kulturindustrie des 19. Jh.s mit den technischen Neuerungen wie der Entwicklung von Ersatzstoffen für Imitate oder der Fotografie erstens eine bruchlose Fortsetzung, zweitens eine enorme Formenvielfalt und drittens eine gesellschaftliche Breitenwirkung. Die Erzählliteratur hat die damit einhergehende Ausdifferenzierung der Andenkenkultur in Fundstück, eigenhändig gefertigtes Erinnerungsstück, kunsthandwerkliches Unikat und maschinell gefertigte Massenware in ihren Binnenbeziehungen reflektiert. Dabei werden nicht nur die Medien, sondern auch die ihnen zugewiesene Körpersphäre und Raumästhetik in den Blick genommen. Gerade die neuen unleserlichen Andenken drängen nämlich zu scheinbar verabschiedeten Ordnungsformen wie dem Kuriositätenkabinett, das in Spannung zu den bürgerlichen Museumskonzeptionen als Residuum der Poesie entdeckt wird (Oesterle 1989; Assmann u.a. 1998). Dabei treten das unleserliche Andenken und das kommerzielle Erinnerungsstück in ein höchst produktives Konkurrenzverhältnis, das nicht nur neue Medien und Präsentationsformen erschließt, sondern auch neue Gesten der Andenkenstiftung und 'Wieder-Holung' hervortreibt.
Dem Dialog von alltäglicher Andenkenkultur und ihrer literarischen Inszenierung soll an drei besonders populären Andenken-Medien des 19. Jh.s nachgegangen werden, die sich als energiegesättigte, temporalisierte Relais (Böhme 1998) in den Texten bewähren konnten: Blumen, Locken und Uhren. Diese drei Medien zeichnen sich vor kulturell und literarisch ebenso reich verbürgten Belegen wie Fächern, Bändern, Haarnadeln oder Tabaksdosen dadurch aus, dass ihnen darüber hinaus eine spezifische Zeitstruktur inhärent ist.
Die Schnittblume unterliegt als vergängliches und nur saisonal verfügbares Erinnerungsstück der zyklischen Zeitordnung der Natur. Fand sie bislang vornehmlich für sakrale, repräsentative oder botanische Zwecke Verwendung (Brückner 1992), wird sie seit dem späten 18. Jh. zunehmend an den Körper und das Intérieur gebunden und systematisch für eine intime kommunikative Praxis erschlossen (Donzel 1998). Durch ihre emblematische Tradition gilt die Blume zunächst als leistungsstarkes und gut entzifferbares Merkzeichen. Wie schon bald beklagt wird, ändert sich dies mit der Rezeption der orientalischen Blumensprache Selam und zahlloser floraler Geheimsprachen in ihrem Gefolge. Die Blumensemantik wird instabil (Krafft 1987; Hausen 1993): Die neue Blumensprache leidet an einer Vieldeutigkeit und Unbestimmtheit, die zudem dadurch potenziert wird, dass jeder gute und schlechte Dichter auf neue Sinnbilder geräth, kurz: sie entspricht weniger der Buchstabenschrift als den Hieroglyphen (Brunnow 1837). Die Blumen-Andenken beziehen ihre Spannung gerade aus dem exponierten Schriftcharakter und der damit einhergehenden Polysemie.
Anders als die Blume profiliert sich die Locke weniger als intentional eingesetztes Zeichen denn als dem Reliquienkult verhaftetes pars pro toto, als Überbleibsel, an dem das zeitlich und räumlich Abwesende substanziell gegenwärtig bleibt bzw. vergegenwärtigt werden kann (Peters 1995). Zwar ist die Eigenhaar-Locke seit der Antike in Totenkult und Liebeszeremoniell als erinnerungshaltiges Requisit verbürgt, sie beginnt ihre spezifisch alltagsästhetische Karriere jedoch Ende des 18. Jh.s mit der Polemik gegen die künstliche Perücke. Gerade das empfindliche Haar-Material bedarf des Reliquiars, einer professionellen Fassung, wie sie die ehemaligen Perückenmacher entwickeln (Endres-Mayser 1987). Aus diesem Dilemma entsteht eine Debatte um die besondere Authentizität des Eigenhaars, die nicht durch fremde Hand zu gefährden ist (Gockerell 1980). Auf diese Schwierigkeiten reagiert insbesondere die Arbeitsteilung der Geschlechter, das Fertigen von Haar-Andenken wird als verantwortungsvolle Aufgabe der weiblichen Sphäre zugeschlagen.
Die mechanische Uhr wurde im Laufe ihrer technischen Entwicklung zunehmend miniaturisiert und ist mit der einsetzenden Industrialisierung zum Schlüsselinstrument der männlichen Arbeitswelt geworden (Maurice 1976; Mühe/Kahlert 1983; Dohrn van Rossum 1995). Die Taschenuhr wird zum beliebten Erbstück bürgerlicher Genealogie, die nicht nur Arbeitseinheiten zu kontrollieren imstande ist, sondern zugleich mit ihrem Kunst- und Tauschwert zum Statussymbol wird. Als Zeitzählwerk repräsentiert sie jedoch nicht nur (genealogische) Kontinuität, sondern mit der Durchsetzung des Sekundenzeigers zugleich das Zerfallen der Zeit in einzelne Augenblicke.
Diesen drei unterschiedlichen Zeit-Relais von vergänglicher Blume (Naturzeit), unvergänglicher Locke (Lebenszeit/Ewigkeit) und dem Meßinstrument Uhr (Zeit als Kapital) soll nicht nur auf dem Höhenkamm der Literatur vom Spätklassizismus zum poetischen Realismus nachgegangen werden, sondern ebenso in Kalender- und Dorfgeschichten sowie in Erzähltexten populärer Zeitschriften wie der Gartenlaube.


Aktivitäten

Arbeitsgruppe Intermedialität

Zusammen mit Prof. Dr. Marcel Baumgartner Leitung der AG Intermedialität und Erinnerung. Aktuell Vorbereitung des Tagungsbandes zu der internationalen und interdisziplinären Tagung Gedächtnisparagone - Intermediale Konstellationen (5.-7. Juli 2007).

Arbeitsgruppe Spanischer Bürgerkrieg

Zusammen mit PD Dr. Bettina Bannasch Leitung der AG Der spanische Bürgerkrieg in der spanischen und deutschen Literatur, ein Kooperationsprojekt der Universitäten Gießen und Barcelona.
Das erste Kolloquium fand im September 2003 in Barcelona statt, ein zweites Kolloquium wurde zusammen mit dem Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften und dem SFB Erinnerungskulturen im Mai 2004 in Gießen veranstaltet. Die Ergebnisse erschienen 2005 im Narr Verlag in Form eines Arbeitsbuches Erinnern und Erzählen. Der Spanische Bürgerkrieg in der deutschen und spanischen Literatur und in den Bildmedien mit 40 Beiträgen von Mitgliedern der beteiligten Universitäten sowie Expertinnen und Experten aus den Literatur- und Geschichtswissenschaften.
Zum 70. Jahrestag des Spanischen Bürgerkrieges im Juli 2006 veranstaltete die Arbeitsgruppe eine lange Filmnacht im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main (Konzeption: Dr. Sandra Heinen, Stefan Deines).

International Graduate Center for the Study of Culture

Koordinatorin der Kooperationen des GCSC mit den Frankfurter Museen
Zusammen mit Prof. Dr. Silke Tammen, Prof. Dr. Günter Oesterle, Lutz Hengst M.A. und Stefanie Bescherer M.A. im Sprecherrat der Research Area "Visual Culture"

Studienprojekt AnTeilNahme

Zusammen mit Prof. Gerrit Babtist, Dipl.Des. André Reutter und Dipl.Ing. Gregor Sauer von der Bauhausuniversität Weimar Konzeption und Umsetzung des Studienprojektes AnTeilNahme - Souvenirs für Buchenwald? in Kooperation mit dem Förderverein der Gedenkstätte Buchenwald. Die Ergebnisse wurden im Juli 2004 in einer Ausstellung zur Diskussion gestellt, der Katalog ist noch in Vorbereitung.

Forschungsprojekt Frauen und Romane

Zusammen mit Dr. Gabriele Kremer Materialsammlung und Forschung zum Thema Frauen und Romane. Zur Geschichte einer besonderen Beziehung (1730-1850).

Tischbeinjahr 2001

Zusammen mit Dr. Arnd Friedrich und Dr. Fritz Heinrich vom Geschichtsverein Freunde des Klosters Haina e.V. Konzeption und Organisation der Veranstaltungen zum Tischbeinjahr 2001 anlässlich des 250. Geburtstages des Goethe-Malers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (Interdisziplinäre Tagung mit Publikation, Doppelausstellung im Tischbeinhaus und im Kloster Haina, Vortragsreihe zur Ausstellung).

Ausstellungsprojekt Ingke Günther

Zusammen mit der Künstlerin Ingke Günther Ausstellung im Rahmen des Nachwuchs-Förderprojektes practicum in artem 2000 der Overbeck-Gesellschaft Lübeck Himmel, Brust und Zwirn. Stick-Graphik und Wachsobjekte. In der gemeinsam gestalteten Begleitpublikation in Kästchenform finden sich künstlerische Arbeiten und kulturgeschichtliche Kommentierungen ineinander verschränkt.

Ausstellungsprojekt ben zi bena

Konzeption und Realisation der Ausstellung ben zi bena - bluot zi bluoda in der Kunststiftung ben zi bena, die Arbeiten des Leipziger Schule-Malers Thomas Gatzemeier und des Kölner Aktionskünstlers Peter Gilles im Dialog zeigte (Nov. 2005 - April 2006). Erstmals wurde der Merseburger Dom als Ausstellungsort einbezogen, was von einem Workshop Gegenwartskunst im Kirchenraum in Kooperation mit dem Canstein Bibelzentrum Halle und dem Pfarramt Merseburg begleitet wurde. Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

Ausstellungsprojekt Der Souvenir

Mitglied im Kuratorenteam der Ausstellung Der Souvenir - von der Reliquie bis zum Andenken unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Schneider, Prof. Dr. Andreas Beyer und Dr. Helmut Gold (Museum für Angewandte Kunst und Museum für Kommunikation Frankfurt M., 2006).
Zusammen mit Anna Ananieva inhaltliche Konzeption und raumgestalterische Realisation der Abteilung Phänomenologie des Intimen, Katalogbeitrag und Zusammenstellung eines Hörbuchs Theures Andenken. Erlesenes aus der literarischen Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts. Konzeption und Organisation eines vorbereitenden Kolloquiums (Dezember 2005) und Beteiligung am Finissage-Kolloquium (September 2006) sowie an Themenführungen.

Eine neue und komprimierte Version der Ausstellung wurde kürzlich in Weimar gezeigt:
Le Souvenir, Kultur – Kitsch – Kunst.
Eine Ausstellung des Kunstfestes Weimar in der ACC-Galerie Weimar
26.8.-28.10.2007

Ausstellungsprojekt Vom Tagebuch zum Weblog

In Kooperation mit dem Museum für Kommunikation Frankfurt M. (Dr. Helmut Gold)Zusammen mit Eva Bös und Tine Nowak Konzeption der Jahresausstellung 2008 ''Absolut privat? Vom Tagebuch zum Weblog"
Frankfurt M 6.3.-14.9.2008
Berlin 10.10.2008-15.2.2009
Nürnberg März-Oktober 2009

Die Ausstellung wird durch das Weblog Tagwerke begleitet.
Es erscheinen ein Katalog und eine Begleitpublikation:
Absolut privat? Vom Tagebuch zum Weblog. Ausstellungskatalog der Museen für Kommunikation Frankfurt, Berlin, Nürnberg. Frankfurt M. 2008 (in Vorbereitung).
Tagebuch-Kalender. Begleitpublikation zur Ausstellung „Absolut privat? Vom Tagebuch zum Weblog“ der Museen für Kommunikation Frankfurt, Berlin, Nürnberg. Frankfurt. M. 2007.



Veröffentlichungen

Monographie, Sammelbände, Kataloge

•Amor und Psyche. Die Erfindung eines Mythos in Kunst, Wissenschaft und Alltagskultur (1765-1840). München 2006 (Kunstwissenschaftliche Studien; 130).

hg. zusammen mit Roland Borgards und Almuth Hammer: Kalender kleiner Innovationen. 50 Anfänge einer Moderne zwischen 1755 und 1856. Würzburg 2006.

hg. zusammen mit Bettina Bannasch: Erinnern und Erzählen. Der Spanische Bürgerkrieg in der deutschen und spanischen Literatur und in den Bildmedien. Tübingen 2005.
•
Thomas Gatzemeier – Peter Gilles. ben zi bena – bluot zi bluoda. Malerei, Grafik, Plastik. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Kunststiftung benz i bena Merseburg. Calbe 2005 (Kunst, Politik, Ansichten. Schriften der Kunststiftung ben zi bena; 2).

hg. zusammen mit Arnd Friedrich und Fritz Heinrich: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Das Werk des Goethe-Malers zwischen Kunst, Wissenschaft und Alltagskultur (Tagungsband zum 250. Geburtstag des Goethe-Malers). Petersberg 2001.
•
hg. zusammen mit Almuth Hammer, Harald Tausch und Guy Simonow: Kleinodien. Festgabe für Günter Oesterle. Würzburg 2001.
•
zusammen mit Ingke Günther: Himmel, Brust und Zwirn. Publikation zur Ausstellung in der Overbeck-Gesellschaft Lübeck. Frankfurt M. 2000.


Aufsätze und Rezensionen

Art. Dingkultur. In: Metzler Lexikon Literatur-und Kulturtheorie. 4., erweiterte und aktualisierte Auflage. Stuttgart 2007 (im Druck).

Art. Gürtel, Art. Haar, Art. Kästchen, Art. Uhr. In: Lexikon literarischer Symbole. Hg. v. Günter Butzer und Joachim Jacob. Stuttgart 2008 (in Vorbereitung).

Buchenwald-Andenken. Zur Wechselbeziehung von Erinnerungsakt und Erinnerungsmedium in den Entwürfen des Projektes AnTeilNahme. In: AnTeilNahme. Hg. v. Volkhard Knigge u.a. Weimar (in Vorbereitung)

Andenken und Fetisch in Goethes "Wilhelm Meisters Wanderjahren". Zur erzählerischen Reflexion von affektiven Erinnerungspraktiken. In: Übung und Affekt. Aspekte des Körpergedächtnisses. Hg. v. Bettina Bannasch u. Günter Butzer. Berlin 2007, S. 205-226.

Souvenirs – kleine Dinge von Welt. Kulturwissenschaftliche Überlegungen zu einer alltäglichen Erinnerungsform. In: parapluie 24(2007)

zusammen mit Anna Ananieva: Phänomenologie des Intimen. Die Neuformulierung des Andenkens seit der Empfindsamkeit In: Der Souvenir. Erinnerung in Dingen von der Reliquie bis zum Andenken. Köln 2006, S. 16-45.

Gedenkort und dingliches Andenken. Zur kulturgeschichtlichen Verortung der aktuellen Erinnerung an Paul Gerhardt. In: Paul Gerhardt. Erinnerung und Gegenwart: Beiträge zu Leben, Werk und Wirkung. Hg. v. Winfried Böttler. Berlin 2006, S. 121-138.

Liebesandacht und Liebesandenken. Zur Erkundung empfindsamer Kommunikationsformen durch die „Gemeinschaft der Heiligen“ in Darmstadt (1771-1773). In: Christentum im Übergang. Neue Studien zu Kirche und Religion in der Aufklärungszeit. Hg. v. Albrecht Beutel, Volker Leppin und Udo Sträter. Leipzig 2006 (Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte; 19), S. 175-184.

zusammen mit Roland Borgards u. Almuth Hammer: Einleitung. In: Kalender kleiner Innovationen. 50 Anfänge einer Moderne zwischen 1755 und 1856. Würzburg 2006, S. 1-3.

zusammen mit Christian Soboth: 1805 – Der Cotta’sche Karten=Almanach. Kalender als Gesellschaftsspiel. In: Kalender kleiner Innovationen. 50 Anfänge einer Moderne zwischen 1755 und 1856. Würzburg 2006, S. 221-232.

Die römische Arbeit am Mythos von Amor und Psyche. Friederike Bruns Beitrag zwischen Archäologie und Mythobiographie. In: Rom - Europa. Treffpunkt der Kulturen: 1780-1820. Hg. v. Paolo Chiarini u. Walter Hinderer. Würzburg 2006 (Stiftung für Romantikforschung; 36), S. 309-346.

Rezension zu Birgit Plank, Johann Sieders Übersetzung des „Goldenen Esels“ und die frühe deutschsprachige „Metamorphosen“-Rezeption. Ein Beitrag zur Wirkungsgeschichte von Apuleius’ Roman. (2004) In: Arbitrium 1/2006, S. 59-62.

Vorbild, Abbild und Nachbild. Zur Bearbeitung der Bildungsreisen in der Innenausstattung des Gartenreichs Dessau-Wörlitz. In: Kunst und Aufklärung. Kunstausbildung – Kunstvermittlung – Kunstsammlung. (Ausstellungskatalog Stendal, Wörlitz, Halle). Stendal 2005, S. 165-170, S. 173ff, 181f, 200f.

zusammen mit Günter Oesterle: Andacht und Andenken. Zum Verhältnis zweier Kulturpraktiken um 1800. In: Erinnerungskulturen interdisziplinär. Hg. v. Günter Oesterle. Göttingen 2005, S. 433-448.

Andenken, Überbleibsel und Souvenir. Zur Genese einer modernen Erinnerungsfigur und ihrer Transformation im Holocaust-Gedenken. In: KZ-Souvenirs. Erinnerungsobjekte der Alltagskultur im Gedenken an die nationalsozialistischen Verbrechen. Hg. v. Ulrike Dittrich u. Sigrid Jacobeit. Potsdam 2005, S. 14-27.

zusammen mit Bettina Bannasch: Einleitung. In: Erinnern und Erzählen. Der Spanische Bürgerkrieg in der deutschen und spanischen Literatur und in den Bildmedien. Hg. v. dens. Tübingen 2005, S. 1-7.

Pablo Picasso: Traum und Lüge Francos und Guernica. In: Erinnern und Erzählen. Der Spanische Bürgerkrieg in der deutschen und spanischen Literatur und in den Bildmedien. Hg. v. Bettina Bannasch u. Christiane Holm. Tübingen 2005, S. 145-160.

zusammen mit Gabriele Kremer: Verfemte Verfolgte. Zur nationalsozialistischen Verfolgung sexuell devianter Mädchen und Frauen und zu ihrem Ausschluß aus den Erinnerungskulturen nach 1945. In: 'Ethik der Erinnerung' in der Praxis. Zur Vermittlung von Verfolgungs- und Exilerfahrungen. Hg. v. Inge Hansen-Schaberg u. Ulrike Müller. Wuppertal 2005, S. 181-199.

Tod, Trennung und Andenken als Kommunikationsideal im Luisium. Luise von Anhalt-Dessaus empfindsame Positionierung in der Dessau-Wörlitzer Amor und Psyche-Rezeption. In: Das Achtzehnte Jahrhundert 28 (2004), H. 2, S. 218-231.

Intime Erinnerungsgeflechte. Memorialschmuck aus Haaren um 1800. In: Kritische Berichte 32 (2004), H. 1, S. 29-41.

Sentimental Cuts. Eighteenth-Century Mourning Jewelry with Hair. In: Eighteenth Century Studies 38 (2004), H. 2, S. 50-57.

zusammen mit Günter Oesterle: Lexikon-Art. Andenken. In: Der Blaue Reiter. Journal für Philosophie 18 (2003), H. 2, S. 79-80.

Papierne Paare. Zu Achim und Bettine von Arnims literarischem Dialog zu Kunst und Geschlecht. In: Internationales Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft 13/14 (2001/2002), S. 65-88.

Die verliebte Psyche und ihr galanter Bräutigam. Das Roman-Projekt von Susanna Elisabeth und Johann Ludwig Prasch. In: Der galante Diskurs. Kommunikationsideal und Epochenschwelle. Hg. v. Thomas Borgstedt u. Andreas Solbach. Thelem 2001 (Arbeiten zur neueren deutschen Literatur; 6), S. 53-86.

Geschmier und Gekratzel. Schreiben und Zeichnen in J. H. W. Tischbeins Autographen. In: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Das Werk des Goethe-Malers zwischen Kunst, Wissenschaft und Alltagskultur (Tagungsband zum 250. Geburtstag des Goethe-Malers). Hg. v. Arnd Friedrich, Fritz Heinrich u. Christiane Holm. Petersberg 2001, S. 175-190.

Rezension zu Ulrike Weckel: Zwischen Häuslichkeit und Öffentlichkeit. Die ersten deutschen Frauenzeitschriften im späten 18. Jahrhundert und ihr Publikum (1998). In: Feministische Studien 18. (2000), H. 2, S. 163-165.

"... es werde ihm so schwer, im Zusammenhang zu schreiben, weil es ihn immer treibe statt zu schreiben zu zeichnen." Text-Bild-Beziehungen in J.H.W. Tischbeins und H. Hermes’ Eselsgeschichte. In: Bild und Schrift in der Romantik. Hg. v. Gerhard Neumann u. Günter Oesterle. Würzburg 1999 (Stiftung für Romantikforschung; 6), S. 411-445.

mit Anette Haas und Ute Klostermann: Bildkommentare zu Jugend - ein romantisches Konzept? Hg. v. Günter Oesterle. Würzburg 1997 (Stiftung für Romantikforschung; 2).