Projektbereiche

Teilprojekt AG Intermedialität

Information in Französisch/Présentation

Marcel Baumgartner, Kirsten Dickhaut und Christiane Holm


AG Intermedialität

In der AG Intermedialität sind kunst-, literatur- und geschichtswissenschaftliche Teilprojekte des SFBs vertreten, deren Gegenstände durch wechselseitige Text-, Bild- und Dingbezüge strukturiert sind. Die AG untersucht die mediale Bedingtheit von Erinnerung nicht nur im Hinblick auf die Erinnerungspotenziale einzelner Medien, sondern auch umgekehrt auf ihre formende Kraft für konkrete Erinnerungsprozesse sowie für komplexe Erinnerungskulturen. Vor dem Hintergrund der verstärkten Aufmerksamkeit der Forschung für die Medialität von Erinnerung ist das Erkenntnisinteresse der AG dahingehend spezifiziert, dass sie nicht einzelne Medien isoliert betrachtet, sondern sie immer über ihre Beziehung zu anderen Medien erfasst. In der aktuellen Förderphase konzentrierte sie sich mit der Medienkonkurrenz auf einen äußerst theoriefreudigen und selbstreflexiven Beziehungstyp, der unter dem Titel „Gedächtnisparagone“ gefaßt wurde. Unter dem historischen Terminus „Paragone“, dem Wettkampf der Künste, wird seit der Renaissance das Verhältnis insbesondere von Bild und Text sowie auch von Bild und Plastik kunsttheoretisch verhandelt. Gerade dann, so die Ausgangsthese, wenn es die eigene Kunst gegenüber benachbarten Künsten zu verteidigen gilt, wird ihre spezifische Medialität zum diskursiven tertium comparationis. Die Positionierung einer Kunst im Paragone hat eine Außen- und eine Innenseite: Voneinander abgehoben und in eine hierarchische Systematik überführt wird nicht nur das eigene gegenüber dem benachbarten Kunst-Medium. Indem die spezifische Medialität der eigenen Kunst festgelegt wird, zieht das vielmehr auch eine gattungstheoretische Binnendifferenzierung mit sich etwa im Sinne der Aufwertung der schöpferisch-mimetischen Malerei gegenüber der nachformenden Plastik oder des sukzessiven Dramas gegenüber der simultanen Lyrik. Als ergiebig für die AG erwies sich nun, die Ergebnisse der Paragone-Forschung, die sich programmatisch der Intermedialität widmet, mit der Erinnerungsforschung zu verbinden, genauer die schon in der griechischen Antike und vermehrt wieder seit der Renaissance kämpferisch vorgebrachte Differenzierung in verschiedene Medien(qualitäten) auf ihre Leistungsfähigkeiten für die Erinnerung hin zu befragen: In welchem Verhältnis stehen die Paragone-Debatten zur herrschenden Gedächtnismetaphorik, gibt es Leitmedien, und welchen Stellenwert haben hier ältere und neuere Medientechniken wie das Schreiben, das Bilden, das plastische Einprägen oder das Belichten für die jeweils herrschenden Gedächtnismodelle? Welche Rolle spielen Argumente der durativen Disposition im Medienvergleich, die jeweilige Materialität oder Reproduzierbarkeit für die Garantie von Stabilität, Dauer und Verfügbarkeit im kulturellen Gedächtnis? Und welchen Stellenwert kommt der (wahrnehmungs-)psychologischen Einprägsamkeit zu? Erst in der Zusammenschau der konkurrierenden Medienverhältnisse in der herrschenden Gedächtnismetaphorik, im Ringen um die Teilhabe am kulturellen Gedächtnis und in der Formung konkreter Erinnerungsprozesse erschließt sich die Historizität des Gedächtsnisparagone.
Bereits in der dritten Förderungsphase des SFB hat sich die AG „Intermedialität und Gedächtnis“ mit dem Gedächtnisparagone intensiv befaßt (s. Semesterprogramme unten). In der 2006 angelaufenen vierten Förderperiode bereitet die AG eine interdisziplinäre und internationale Tagung zum Thema vor:


    1. Programm im WS 2007/2008
    2. Filmabend: Freitag, 8.2.2008, Phil I, G 333
    3. Workshop: Gedächtnisparagone und Film
    4. Exposé zur Tagung Gedächtnisparagone – Intermediale Konstellationen
    5. 5.-7. Juli 2007
    6. Programm im WS 2006/2007
    7. Programm im SS 2006:
    8. Workshop Gedächtnisparagone I
    9. Workshop Gedächtnisparagone II
    10. Programm im WS 2005/2006
    11. Programm im SS 2005
    12. Programm im WS 04/05
    13. Workshop 2004 "Historische Medienanthropologie" mit PD Dr. Christiane Kruse (Marburg)
    14. Programm im SS 2004
    15. Programm im WS 2003/04



Programm im WS 2007/2008


Montag, 14. Januar 2008, 18.00 Uhr c.t., Phil I, G 333

1. Gedächtnisparagone-Buch
Kurze Vorstellung aller AG-Beiträge

2. SFB Abschlußtagung
Vorstellung von Konzeptionen aller Beiträge, die die einzelnen
Teilprojekte zum Abschlußkolloquium im Sommer 2008 präsentieren werden.

Filmabend: Freitag, 8.2.2008, Phil I, G 333

Workshop: Gedächtnisparagone und Film

Samstag, 9.2.2008, 10.00 bis ca. 15 Uhr, Phil I, G 333

Dr. Karin Gludovatz, Berlin:
Gesprochene, gesehene, gefühlte Erinnerung. Zu intermedialen
Beziehungen in Alain Resnais` Hiroshima mon amour (1959)

PD Dr. Lothar van Laak, Bielefeld:
Erzeugung von Erinnerung im Widerspiel von Film und Literatur: Patrick
Roth

Exposé zur Tagung Gedächtnisparagone – Intermediale Konstellationen

5.-7. Juli 2007


Die Erforschung von Erinnerungskulturen hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten zunehmend auf die Medialität von Erinnerung konzentriert und damit den konstruktiven Anteil hervorgehoben, den Medien bei der Repräsentation von Vergangenheit übernehmen. Daraus resultierten Einsichten in die erinnerungspolitische Schlagkraft der jeweiligen Leitmedien von konkurrierenden Erinnerungsgemeinschaften, so der Buchdruck der Reformatoren, das Museum des Bildungsbürgertums oder die digitale Nachrichtentechnik der USA im Golfkrieg. In diesem Forschungszusammenhang steht das Interesse am Gedächtnisparagone als einem äußerst theoriefreudigen Phänomen der Medienkonkurrenz, da der auf Distinktion zielende Vergleich von Medien des kollektiven oder individuellen Gedächtnisses deren spezifische Erinnerungspotentiale exponiert. Gemeint ist also weniger der Wettkampf um einen Platz im Gedächtnis als der Wettkampf um die größere Gedächtniskompetenz, der Paragone zielt hier nicht auf das Erinnertwerden, sondern auf das Erinnern selbst.

Vom Paragone der Künste zum Paragone der Medien
Grundlage dieser Denkfigur der geplanten Tagung ist der Paragone der Künste seit der Antike. Die bisherige Forschung hat die Streitkultur in einer Weise fokussiert, in der offengelegt wurde, wie die beteiligten Künste ihre jeweilige vermeintliche Überlegenheit durch kunsttheoretische Argumentation sowie durch kunstimmanente Evidenz durchzusetzen bemüht sind. Geht es in der italienischen Renaissance oder im französischen Barock vornehmlich um den institutionellen Status der Künste, insbesondere von Malerei und Skulptur gegenüber der akademisch etablierten Dichtung (z.B. da Vinci, Castiglione, de Piles, La Fontaine), so werden die tradierten Argumentationsfiguren seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert unter den Vorzeichen einer sensualistisch fundierten Wahrnehmungstheorie zunehmend in eine Medientheorie überführt (z.B. Dubos, Lessing). Im Zuge der rasanten Verbreitung von Massenmedien im 19. Jahrhundert rücken andere, nicht mehr der Aisthesis zugehörige mediale Spezifika, am prominentesten das der Zirkulation, in den Vordergrund (z.B. Börne, Balzac). Die Entwicklung der Kommunikationstheorie im 20. Jahrhundert, die das Medium funktionell und nicht mehr ausschließlich über seine ästhetische Qualität begreift und somit die Streitkultur des Paragone zunächst zu verlassen scheint, führt letztlich dazu, die Inkommensurabilität der Medien nur umso deutlicher hervortreten zu lassen und in Einzelmedientheorien auszudifferenzieren (McLuhan). In diesem Zusammenhang ist in den letzten Jahren nicht nur die kommunikativ-funktionelle, sondern auch die formal-materiale Disposition der Medien als ein unhintergehbares Kriterium ihrer jeweiligen Eigenheiten in den Fokus kulturwissenschaftlicher Untersuchungen geraten.

Ein neuer Fokus – der Gedächtnisparagone
Die Untersuchung des Gedächtnisparagone zielt nicht nur auf die Schnittstellen von Paragone-Texten seit der Antike bzw. ihren modernen medientheoretischen Nachfolgern mit den Gedächtnistheorien, sondern auch und gerade darauf, wie die Konkurrenz in konkreten Artefakten bzw. Medien Form gewinnt. Im letzten Falle liegt das Augenmerk auf werkinternen Markierungen, die auf ein externes Medium verweisen und dabei die eigene Medialität als überlegen inszenieren, was explizit oder implizit erfolgen kann. Um eine explizite Markierung handelt es sich etwa, wenn im 17./18 Jahrhundert eine eigene Gattung des Opern-Prologes entsteht, in der die personifizierten Künste gegeneinander antreten. Implizit hingegen wird die Konkurrenz in der Medienparodie verhandelt, wenn beispielsweise Bronzino für sein Morgante-Bildnis die Vorder- und Rückseite bemalt, um das Argument seitens der Bildhauerei, die Malerei sei unvollkommen, weil der flächigen Eindimensionalität verhaftet, ironisch zu widerlegen und bloßzustellen.
Im Interesse der Tagung liegen sämtliche möglichen kontroversen Relationen von mindestens zwei Medien. Das kann der im klassischen Paragone begründete Konflikt von Text und Bild sein, wie im Vergleich von Historienbild und Epos, von zwei Text-Medien bzw. Gattungen, wie im Vergleich von Epos und Roman, und schließlich von einem Einzelmedium und einer Medienkombination, wie im Vergleich von Lied und Oper. Im Sinne eines erweiterten Medienbegriffs sollen neben den materialisierten auch die imaginierten Bilder einbezogen werden. Solche Medienkonkurrenzen, die den konstruktiven Anteil der Imagination (und damit auch von Gedächtniskonstruktion) aushandeln, sind verbunden mit der Frage nach der Authentizität von Medien, dem entscheidenden Streitpunkt in der Konkurrenz von intentional produzierten Erinnerungsmedien und solchen, die als Überbleibsel erst im Nachhinein dazu erklärt werden (z.B. Droysen). Das, was einer bestimmten Zeit als ein leistungsstarkes Erinnerungsmedium gilt, kann einerseits aus der jeweils gültigen Vorstellung von Gedächtnis und Erinnerung abgeleitet sein, andererseits diese Behauptung erst hervorbringen. Wenn die antike Rhetorik das Gedächtnismodell von Griffel und Tafel prädestiniert und die Psychoanalyse den Wunderblock oder das fotografische Verfahren zum Ausgangspunkt nimmt, ist das kaum von der zeitgleichen Präsenz und Kulturpraxis der jeweiligen Bezugsmedien zu trennen. Ziel der Tagung ist es, die Zusammenhänge der Medienkonkurrenz mit den jeweiligen historischen Gedächtnis- und Erinnerungstheorien zu klären. Dabei ist zu differenzieren, ob dieser Zusammenhang produktions-, rezeptions- oder werkästhetisch gegeben ist. Der Paragone kann produktionsästhetisch ausgetragen werden, wenn etwa die Theorie der Erinnerung die Neubewertung der Einbildungskraft in sich aufnimmt. Auf der Ebene der Rezeptionsästhetik wird der Paragone beispielsweise dann verhandelt, wenn es um die medial bedingte Einprägsamkeit geht, etwa im Rekurs auf die im mnemotechnischen Schrifttum geführte Auseinandersetzung um das Potenzial von imagines agentes. Denn die Auf- und Abwertungsstrategien der Künste bzw. Medien müssen sich immer auch mit der spezifischen historischen Ökonomie der Aufmerksamkeit auseinandersetzen. Der Paragone kann werkästhetisch profiliert sein, etwa wenn die Medien in ihrer jeweiligen materiellen Resistenz gegen den zeitlichen Verfall eine strukturelle Analogie zum herrschenden Idealtypus des Gedächtnisses behaupten (wie etwa eine die Dauerhaftigkeit für sich beanspruchende Medaille).

Hierarchiebildungen: Typen der paragonalen Konstellationen
Das Entscheidende an der paragonalen Konstellation ist das Verfahren der Selbstbeobachtung durch Fremdbeobachtung, das ein Medien-Differenzbewußtsein für den Gedächtnisdiskurs konstituiert. Die Frage, wie die Gedächtniskompetenz von Bild, Schrift oder Ton be- bzw. erstritten wird, wird in unterschiedlichen historischen Konstellationen immer wieder neu ausgehandelt. Nur unter einer solchen historischen Perspektive ist verständlich, daß dieselbe vermeintlich überzeitliche Medienspezifizität mal als Nachteil, mal als Vorteil ausgelegt werden kann. Ziel der Tagung ist es, systematisch verschiedene paragonale Konstellationen zu unterscheiden, aus denen die Dynamik intermedialer Hierarchiebildungen entspringt. Solches läßt sich nicht allein an dem meist untersuchten Fall der medientechnischen Neuerung beobachten, sondern ebenso, wenn ein etabliertes Medium z.B. diskursiv ausgegrenzt wird oder durch ein Verbot plötzlich verschwindet. Oft sind es auch die Außenseiter, die künstlerisch randständigen oder anachronistischen Medien, die überraschend steile Karrieren als Erinnerungsmedien antreten. Zu beobachten ist, daß solche Konstellationen nicht nur Einzelmedien zur Positionierung zwingen, sondern mit der Neuorientierung des gesamten intermedialen Beziehungsgefüges einhergehen und sich die Hierarchiebildungen als beständiger Transformationsprozeß und damit als wesentliche Strukturmerkmale des Gedächtnisdiskurses erweisen.

Zur Tagungsstruktur
Die Verhältnisse erstens zwischen der historischen Auffassung von Gedächtnis und Erinnerung und den Einsichten in die Verfaßtheit und Ansprüche der Medien, aber auch zweitens zwischen der theoretischen Streitkultur um das leistungsstärkere Gedächtnismedium und den konkreten Auseinandersetzungen in den Artefakten bzw. Medien selbst lassen sich nur in interdisziplinärer Perspektive erarbeiten und ausweisen. In sektionseinleitenden Vorträgen sollen die Schnittflächen von Medien- und Gedächtnistheorien behandelt werden. Exemplarisch soll in stärker werkbezogenen Vorträgen konkurrenzhaften Medienverhältnissen mit Blick auf ihre gedächnistheoretische Reflexion nachgegangen werden. Unter diesen Bedingungen kann im interdisziplinären Dialog eine gemeinsame Systematik der paragonalen Konstellation von der Antike bis zur Gegenwart konturiert und erprobt werden. Das ist deshalb ein Desiderat, weil der Paragone in gewisser Weise auch in der Intermedialitätsforschung von solchen Ansätzen fortgeschrieben wird, die nach einer Supertheorie suchen, welche bei genauem Hinsehen doch einem spezifischen Einzelmedium verpflichtet bleibt. Die Fokussierung der Grenzen hingegen und der theoretischen und künstlerischen Artikulationen des Grenzbewußtseins bietet Möglichkeiten einer disziplinär reflektierten Interdisziplinarität. Die Herausforderung besteht nicht zuletzt darin, die paragonalen Konstellationen in der Wissenschaftsgeschichte mitzubedenken.

Programm im WS 2006/2007


11.12.2006, 18.30 Uhr, Phil. I, G 333

Vortrag und Arbeitsgespräch
Prof. Dr. Joachim Jacob (Augsburg)
Medienkonkurrenz als Medienästhetik. Ein Kommentar zu Dion von Prusas Olympischer Rede und Lessings Laokoon


15.01.2007, 18.00 Uhr c.t., Phil. I, G 333

Vortrag
Dr. Tanja Michalsky (Frankfurt M.)
Zwischen den Bildern. W.G. Sebalds Netze der Erinnerung


26.01.2007, 14.00 s.t. bis ca. 18.00 Uhr, Phil. I, G 333

Workshop
Prof. Dr. Silke Tammen, Prof. Dr. Peter v. Möllendorf, Mario Baumann M.A.:
Wie agonal ist der Paragone? Zum Miteinander von Erinnerungsmedien in Antike und Mittelalter


05.02.2007, 18.00 Uhr c.t., Phil. I, G 333
Vortrag und Arbeitsgespräch
Prof. Dr. Thomas Klinkert (Mannheim)
Text, Bild und Gedächtnis bei Claude Simon


Programm im SS 2006:


Die AG bereitet sich mit zwei Workshops auf die Tagung vor. Die Arbeit mit zeitgenössischer Literatur aus verschiedenen nationalen Kontexten soll einen induktiven Zugang zur Thematik herstellen und zugleich die bisherigen Erörterungen anhand von historischen Materialien kontrastieren. Zur Diskussion stehen eine Auswahl von Romanen und Essays, in denen der Gedächtnisparagone unter verschiedenen Vorzeichen und in unterschiedlichen medialen Konstellationen Gegenstand ästhetischer Reflexion ist.
Des weiteren wird die Gastwissenschaftlerin des SFBs, Prof. Dr. Dorothea von Mücke (Columbia University, N.Y.) einen Vortrag über Text-Bild-Verhältnisse im Hinblick auf Gedächtniskonstruktionen bei WG Sebald halten.

Die Kopiervorlagen liegen im AG-Reader in der Geschäftsstelle aus

Workshop Gedächtnisparagone I

12. Mai 2006, 14.00-19.00 Uhr im Phil I, G 333
Folgende Texte werden vor- und zur Diskussion gestellt:
Willem Frederik Hermans, De donkere kamer van Damokles, 1958 (Wolfgang Cilleßen)
Rolf Dieter Brinkmann, Rom, Blicke, 1979 (Sabine Heiser)
Alexander Kluge, Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos, 1967 sowie Auszüge von Essays (Günter Oesterle)

Workshop Gedächtnisparagone II

8. Juli 10.00-18.00 Uhr im Phil I, G 333

10.00 s.t. Vortrag
Prof. Dr. Dorothea von Mücke (Columbia University, N.Y.):
Bild und Gedächtnis bei Sebald

Anschließend werden folgende Texte vor- und zur Diskussion gestellt:
Claude Simon, Triptyque, 1973 (Marcel Baumgartner)
Ruth Klüger, Weiterleben. Eine Jugend, 1992 (Christiane Holm)
Umberto Eco, La misteriosa fiamma della regina Loana, 2004 (Kirsten Dickhaut)

Programm im WS 2005/2006


jeweils montags um 18 Uhr ct in Raum Phil.I, G 338:


7. November 2005
Planungssitzung


19. Dezember 2005
Vortrag von Dr. Sabine Heiser (Gießen)
"Ikonoklasmus und Erinnerung. Bildfragmente als Denkmal"



23. Januar 2006
Workshop mit Prof. Dr. Andreas Gipper (Germersheim, Mainz)
"Physikotheologie und Merveille-Ästhetik"


13. Februar 2006
Vortrag von Dr. Joachim Penzel (Halle)
"Der Betrachter ist im Text. Textvermittelte Bildbetrachtungen im 18.
und 19. Jahrhundert"

Programm im SS 2005


Sitzungen jeweils montags, 18 Uhr

  • Herr Prof. Marcel Baumgartner hält am Montag, den 18.04. , um 18 Uhr in der Kunstgeschichte einen Vortrag zu folgendem Thema halten:

Marcel Duchamp: 'La mariée mise à nu par ses célibataires, même`. Zum Verhältnis von Bild und Text in einem Schlüsselwerk der Kunst des 20. Jahrhunderts.

  • 09.05: Textdiskussion der neuen Publikation von Olaf Breidbach, Bilder des Wissens. Zur Kulturgeschichte der wissenschaftlichen Wahrnehmungen. München: Fink 2004.

  • Vortrag von Herrn Penzel am Montag, den 06.06. (Der Betrachter ist im Text muß leider ausfallen, da er erkrankt ist. Der Vortrag wird im WS nachgeholt.

  • Workshop mit Prof. Dr. Andreas Gipper zu „Wunderbare Wissenschaften“ (Fink 2002) am 21.06. , 18 Uhr. Textgrundlage: Kapitel 4.


Programm im WS 04/05


Im Wintersemester 2004/2005 werden wir in vier Sitzungen verschiedene Projekte zur Diskussion stellen (jeweils 18 Uhr c.t. im Seminarraum Kunstgeschichte) und zudem einen Workshop zur „Historischen Medienanthropologie“ ausrichten.


25.10.2004
Stefanie Wodianka: "Intermediale Inszenierungen von Erinnerungsnähe und Erinnerungsdistanz"
Kirsten Dickhaut: "Gedächtniskonstruktion"

22.11.2004
Teilprojekt Prof. Marcel Baumgartner

13.12.2004
Teilprojekt Prof. Rolf Reichardt
Martina Bork

17.1.2005
Teilprojekt Prof. Günter Oesterle

Workshop 2004 "Historische Medienanthropologie" mit PD Dr. Christiane Kruse (Marburg)


15.12.2004, 16.00-19.00 Uhr, Raum B 29


Eine gemeinsame Veranstaltung mit der AG "(Inter-) Medialität -Theatralität - Performativität" des Giessener Graduiertenzentrums.

Nach einem einführenden Vortrag zur Differenzierung des kunstgeschichtlichen Bild- und Medienbegriffs wird Christiane Kruse die historische Perspektivierung im Rahmen eines Arbeitsgespräches vornehmen.

Für diesen historisch ausgerichteten zweiten Block dienen folgende Beiträge von Christiane Kruse als Arbeitsgrundlage:

1. Bilder, Medien, Masken. Vom anthropologischen Doppelsinn des Bildermachens. In: Was ist der Mensch? Hg. v. Norbert Bolz u. Andreas Münkel. München 2003, S. 153-177.

2. Bilder erinnern – Bilder machen. Vom Ursprung der Bilder aus der Furcht vor Tod und Vergessen (Vortrag Bildtage Gottweig, 2004)


Kopiervorlagen sind im SFB-Sekretariat bei Frau Ackermann bzw. Frau Herzfeld (Phil.I, Raum G 34) hinterlegt.

Programm im SS 2004


3. Mai, 18:00 Uhr st, Phil I, G 338
Arbeitssitzung
Die medientechnische Neuerung der Fotografie in ihren Konsequenzen für das kulturelle und das biographische Gedächtnis
1. Kulturelles Gedächtnis: Fotoarchiv und Bilderatlas "Mnemosyne"
Diskussion der Texte: Herta Wolf: Das Denkmälerarchiv Fotografie und Benjamin H. D. Buchloh: Gerhard Richters Atlas. Das anomische Archiv (beide in Wolf, Paradigma der Fotografie, 2002)
2. Biographisches Gedächtnis: Schnappschuß und Fotoalbum
Referat von Anna Ananieva
(Textgrundlage: King: Über die Arbeit des Erinnerns, in: Wolf, Diskurse der Fotografie 2003)

Kopiervorlagen für die Texte liegen bei Frau Ackermann bereit.


21. Juni, 18:00 Uhr st, Phil I, G 338
Vortrag
Prof. Dr. Rolf Reichard und Dr. Wolfgang Cilleßen:
Medaillen als intermediales Medium der Erinnerung


12. Juli, 18:00 Uhr ct, Phil I, G 338
Vortrag
Dr. Claudia Denk (München):
Gefährliche Liebschaften. Die Entwaffnung Amors bei Watteau, Boucher und Fragonard

Programm im WS 2003/04


Im kommenden WS 2003 / 04 werden wir uns in zwei AG-Sitzungen auf einen eintägigen Workshop vorbereiten und uns in einer weiteren Sitzung mit dem neuen GK Transnationale Medienereignisse treffen, um verschiedene Medienbegriffe zu diskutieren.
Die folgenden Leitfragen sollen dabei die geplanten Sitzungen strukturieren:

  • Inwieweit werden Medien auf eine Kompetenz der Speicherfähigkeit (Gedächtnis) und Abrufbarkeit von Wissen (Erinnerung / Vergessen) in Texten und Bildern hin fokussiert? (Inszenierungskompetenz)
  • Welche Medien dominieren im Herrschafts-/Gedächtnisdiskurs, und welche Künste werden durch implizite oder explizite Kunststrategien als dominant gesetzt?



Programm

Montag, den 17. November (Renaissance)

  • Vortrag von Kirsten Dickhaut (Romanistik): "Intermedialität und Gedächtnisparagone" Themen, Thesen, Theorien.
  • Vortrag von Sabine Heiser (Kunstgeschichte)
  • Diskussion der folgenden Texte unter dem Stichwort "Gedächtnisparagone"


Literatur
Christiane J. Hessler. "Maler und Bildhauer im sophistischen Tauziehen. Der Paragone in der italienischen Kunstliteratur des 16. Jahrhunderts." In: Ekkehard Mai, Kurt Wettengl (Hg.). Wettstreit der Künste. Malerei und Skulptur von Dürer bis Daumier. Köln 2002, 82-97.

Christiane Kruse. "Ein Angriff auf die Herrschaft des Logos. Zum Paragone von Leonardo da Vinci." In: Stefan Rieger, Renate Lachmann (Hg.). Text und Wissen. Technologische und anthroplogische Aspekte. Tübingen: Narr. 2003, 75-90.

Kurzer Auszug aus Leonardo da Vinci, Il paragone delle arti. (dt. Übersetzung). Reclam-Ausgabe.

  • Planung der weiteren Sitzungen und des Workshops im Februar
  • Ausblick auf das SS



Montag, den 15. Dezember (Aufklärung)

  • Vortrag von Christiane Holm (Germanistik)
  • Diskussion der folgenden Texte unter dem Stichwort "Gedächtnisparagone"


Literatur
Peter Springer. "Tod der Unsterblichen. Zur Rolle des Künstlers in Selbstreflexion und Erinnerungspraxis der bildenden Kunst." In: Ekkehard Mai, Kurt Wettengl (Hg.). Wettstreit der Künste. Malerei und Skulptur von Dürer bis Daumier. Köln 2002, 21-37.

Hans Körner. "Paragone der Sinne. Der Vergleich von Malerei und Skulptur im Zeitalter der Aufklärung." In: Mehr Licht. Europa um 1770. Die bildende Kunst der Aufklärung. München 1999, 365-378.

3.Eintägiger Workshop
mit Herrn Prof. Günter Oesterle und einer Diskutantin aus Siegen, Frau Prof. Dr. Walburga Hülk-Althoff am 14. Februar. (Aufklärung): "Gedächtnisparagone". Über den Wettstreit der Künste um die Herrschaft des Diskurses.