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Filmreihe: Museumskino – Movie Meets Museum: Museum Hours

When Dec 09, 2015
from 07:00 to 09:00
Where Netanya-Saal des Oberhessischen Museums, Altes Schloss, Brandplatz 2
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In den vergangenen Jahren haben Filmemacher zunehmend das Museum als Thema für sich entdeckt und nehmen in ihren Filmen unterschiedliche, z.T. verborgene Aspekte dieses komplexen Systems in den Blick. Aus filmwissenschaftlicher Perspektive liegt in der Thematisierung von Museen ein besonderer Reiz, zeigen doch Museen wie Filme kuratierte Bildfolgen, die gemeinsam ein Narrativ entfalten sollen. So wird im Film die Repräsentation der Repräsentation mitunter zur Beobachtung zweiter oder gar dritter Ordnung. Die Filmreihe Museumskino. Movie meets museumpräsentiert und diskutiert eine Auswahl von vier sehr unterschiedlichen Filmen, die nicht nur in Museen spielen, sondern diesen Ort auch auf besondere Weise thematisieren und inszenieren.



Mit dem Film “Het Nieuwe Rijksmuseum(NL 2014), der die zehnjährige komplette Umgestaltung des Amsterdamer Museums dokumentarisch verfolgt, stehen das Museum als moderne Institution, die sich gegenüber ihren Konkurrenten profilieren muss sowie finanziellen Zwängen und den Wünschen der Bevölkerung unterworfen ist, ebenso im Mittelpunkt wie der funktionale Bau mit besonderen Anforderungen. Ein wichtiger Vorläufer von Museumsdokumentationen wird mit “La ville Louvre(FR 1990) gezeigt, der andere Schwerpunkte setzt und das Museum eher als in sich geschlossenes System betrachtet. Ohne viele Dialoge präsentiert er physische Aspekte der Arbeit hinter den Kulissen und konzentriert sich auf das Zusammenspiel der zahlreichen Mitarbeiter, wobei mitunter auch den Ausstellungsstücken selbst der Rang von Akteuren zugesprochen wird. Interaktion unter Menschen oder mit Werken wird in dem Drama “Museum Hours(UK 2012) hingegen in ein fiktionales Narrativ eingebunden. Das Museum wird hier zur rätselhaften Begegnungsstätte, in der die ausgestellten Werke zum Ausgangspunkt der Reflexion über das eigene Leben werden, sodass das Museum eine Verbindung zwischen Kunst und Leben schafft. Die Kluft, die sich häufig zwischen den beiden Sphären aufmacht, leuchtet “Art's Home is my Kassel(DE 2013) anhand der documenta 13 aus: Wie passen die Bevölkerung der deutschen Provinz und die Besucherströme der internationalen Szene für zeitgenössische Kunst zusammen? Der Film betrachtet das zuweilen realitätsfern erscheinende Kunstgeschehen aus Perspektiven Kasseler Bürger, die dieses - mit Interesse oder aus Notwendigkeit - alle 5 Jahre für 100 Tage in ihren Alltag integrieren. So wird sowohl auf Differenzen als auch auf Gemeinsamkeiten der beiden sonst getrennten Systeme hingewiesen.

 

Im Vergleichen und Diskutieren dieser Filme, die die Breite des Spektrums dieses Genres widerspiegeln, sollen verschiedene Fragen im Mittelpunkt stehen, die aus museologischer sowie aus filmwissenschaftlicher Sicht interessant sind: Was lernen wir durch solche Filme über Museen? Welche Einblicke bieten sie uns und welche Aspekte, die sonst im Verborgenen bleiben, werden anhand der Filme sichtbar gemacht? Wie wird in den Filmen erzählt; wer sieht, wer spricht, wer handelt? Welche spezifischen Inszenierungen treten auf? Mit welcher Wirkung? Welche Rolle kommt dabei den Objekten zu – sind sie Setting oder Akteure, oder beides? Wie lassen sich die Filme einordnen: Als Werbung für Museen, als investigativer Journalismus, als Kunst, als Entertainment, oder gar als Ersatz für das echte Museumserlebnis?

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