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CfP: Fiktion als Gegenstand und Ressource der Filmsoziologie

CfP der AG Filmsoziologie in der Sektion Medien- und Kommunikationssoziologie der DGS

4. Treffen der AG Filmsoziologie:

Fiktion als Gegenstand und Ressource der Filmsoziologie

(Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Soziologie, 13. & 14. Dezember 2018)

 

Im Mittelpunkt des vierten Treffens der AG Filmsoziologie steht die Frage nach dem konzeptionellen Stellenwert von Verfahren des Fiktiven für die soziologische Filmforschung. Die Annahme, dass fiktionale Narrative und Ästhetiken ein spezifisches gesellschaftliches Wissen transportieren, also immer eine Referenz auf eine profilmische Welt unterhalten und insofern als empirisches Datum und Erkenntnisquelle der Gesellschaft genutzt werden können, hat maßgeblich Anteil an der Produktivität des Mediums Film für die Soziologie. So lassen sich in Filmen gesellschaftliche Problemlagen, Konflikte, Ängste, Stimmungen, Affekte, Träume, usw. verarbeiten; das Durcharbeiten gesellschaftlicher Sachverhalte im Film und im Modus der Fiktionalisierung kann auch soziologisch instruktive Einsichten generieren. Der Film als ein über weite Strecken mit Elementen des Fiktiven arbeitendes Medium lässt sich demnach häufig im Sinne soziologischer Zeitdiagnosen nutzen. Filmische Fiktionalisierung verfügt über ein anders geartetes Instrumentarium, um gesellschaftliche Entwicklungen zu beobachten oder zu antizipieren und verdichtet in sich Gegenwartsbezüge und Diskurslagen. Andererseits stellt die Anerkennung fiktionaler Narrative und Ästhetiken eine Erfahrungswissenschaft wie die Soziologie auf eine harte Probe. Wie ließe sich ein entlang ästhetischer Maßstäbe gewonnenes Wissen überhaupt in ein soziologisch belastbares Datum konvertieren? Worin liegen Anschlussmöglichkeiten oder aber definitive Grenzen zwischen einer soziologischen und einer ästhetischen (filmisch fiktionalen) Konstruktion respektive Repräsentation von gesellschaftlichem Wissen?

Ein möglicher Zugang für eine soziologische Bearbeitung des Mediums könnte sein, Fiktionen danach zu unterscheiden, ob sie als Untersuchungsgegenstand oder als Ressource adressiert werden. Je nach Perspektive favorisieren wir dann eine »Soziologie des Fiktiven« (die filmische ebenso wie andere Formen des Fiktionalen aufgreifen kann), die sich für den filmischen Inhalt ebenso interessiert, wie für Infrastrukturen des Filmschaffens, für Produktionsorte und Umgebungen sowie für Rezeptions- und Zirkulationsweisen von Filmen. Oder aber Soziologie interessiert sich dafür, Aspekte der Fiktionalisierung und des Fiktiven methodisch als analytische Ressource und als Wissensspeicher anzuspielen. Eine solche methodische Inanspruchnahme des Fiktiven als Untersuchungsmethode hat mit vielen fachinternen Einwänden zu rechnen; sie kann sich aber ebenso auf die konstitutive Rolle berufen, die Fiktionalität, Imagination und Einbildungskraft im Rahmen der Ermöglichung von soziologischer Expertise immer schon gespielt haben.

 

Das vierte Treffen der AG Filmsoziologie wird organisiert am Institut für Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen und dort getragen von Mitarbeiter/innen der Professuren für »Kultursoziologie« und »Allgemeiner Gesellschaftsvergleich«. Erwünscht sind Beiträge, die sich mit den Möglichkeiten, Problemen, theoretischen Konzepten oder empirischen Grundlagen bezüglich soziologischer Zugänge zum filmischen Fiktiven auseinandersetzen oder andere Perspektivierungen, Erörterungen, etc. zur filmsoziologischen Reflexion des Begriffs oder des Konzepts des Fiktiven zur Diskussion stellen. Theoretische und empirische Beiträge aus laufenden Forschungsprojekten sind gleichermaßen erwünscht; darüber hinaus besteht, im Sinne einer interdisziplinären Auseinandersetzung, Interesse an Beiträgen anderer Fächer, Disziplinen und Diskussionszusammenhänge, die sich mit der Bedeutung des Fiktiven in Gesellschaft und Kultur auseinandersetzen.

 

Beitragsvorschläge (nicht mehr als eine Seite) werden bis zum 13. Juli 2018 erwartet. Bitte per Mail an:


Jörn Ahrens (joern.ahrens@sowi.uni-giessen.de)

Silke Braselmann (silke.braselmann@sowi.uni-giessen.de)

Il-Tschung Lim (il-tschung.lim@sowi.uni-giessen.de)