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2003. Sparzwang an hessischen Hochschulen. |
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In der Nacht zum 2.12. wurde auf dem Vorplatz des Universitätshauptgebäudes in der Ludwigstraße 23 der JLU-Weihnachtsbaum "gekürzt". |
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Etwa drei Meter unterhalb der Spitze fand ein radikaler Einschnitt statt. Nach Auskunft der JLU-Verwaltung wurde bei der Aktion die Lichterkette zerstört. |
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Der Verbleib der Baumspitze ist inzwischen geklärt - sie wurde in der Empfangshalle des Hauptgebäudes aufgestellt. |
| Dezember 2003.
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| Zwischen den
Barrikaden oder: >>Seit fast drei Wochen streikt die Humboldt-Uni.<< [ ] Protokoll: Aletta Rochau, Studentin [1] Auszug aus: berliner gazette, 10.12.2003 Ich bin jetzt 20 Jahre alt, seit zwei Monaten Germanistik-Erstsemestlerin an der Humboldt Universitaet und hielt bislang meine holde Heimat Bremen fuer die Koenigin der Kuerzungen, Bildungskahlschlaege und leeren Kassen. Doch die ersten Wochen an der Old Lady der Berliner Unis waren da schon sehr ernuechternd. Als gebranntes Kind erfolgloser Mahnwachen und Schuelerdemos in Bremen war ich nicht sonderlich vom Streik begeistert [2] und sah ploetzlich meine mit Muehe und Ersti-Stolz errichtete Uni-Routine klaeglich am Boden liegen. Doch eine Vertreterin der harten Front, die gluecklicherweise nicht auch noch so aussieht, schleifte mich hinter die Kulissen. In Aktionsratssitzungen erlebte ich dann, dass darueber diskutiert wurde, ob man darueber diskutieren soll, ob und wenn ja, wie man ueber die Diskussionspunkte der Sitzung diskutiert. Dennoch erfolgreich infiltriert, nahm ich fremde Menschen bei der Hand, rannte mit der Menschenkette auf den Reichstag zu, pfiff Wowereit aus, blockierte als Streikposten oder trug symbolisch-theatralisch die Bildung zu Grabe, so dass Freunde bereits befuerchteten, mir wuechsen Dreadlocks. Mir waren die Hauptstadt-Dimensionen des Protests voellig neu: Die Riesen-Demos, die vielen wirklich stattfindenden Aktionen mit wirklich kommenden Leuten, der Einsatz von Pfefferspray gegen Demonstranten, der Widerhall in der Presse, Wowereit, der es nicht mehr wagt, Weihnachtsmaerkte einzuweihen. Auf der Spontan-Demo zum besetzten Flierl-Buero jubelte eine Besetzerin den Demonstranten zu, als sei sie gerade aus einem verschuetteten Bergstollen gerettet worden und sorgte damit fuer ein merkwuerdiges Wir-Gefuehl und gaensehautige Aufbruchstimmung. Auf dem Heimweg begleitete mich jedoch das altbekannte Demo-Gefuehl, dass das alles doch sowieso nichts bringt. Wichtige Beitragsleister zu meinem schwindenden Einsatz sind die Sinnlosigkeit von oeffentlichen Vorlesungen ohne Infos an die Passanten, eine Jura-Studentin, die viel Spass bei >eurer Demo< wuenschte, die viele anderen, die den Streik fuer einen Schuss ins eigene Bein halten und weiter zu ihren Veranstaltungen gehen und damit den Engagierten ins Bein schiessen. Unterstuetzt werden sie dabei zum Beispiel vom Fachbereich Germanistik, der sich darauf versteht, den Streik mit Aktionen wie >Die Germanistik zieht um< ungewollt zu unterwandern. Im aeusserst oeffentlichkeitswirksamen Keller der >Akademischen Buchhandlung< fanden in der letzten Woche manche meiner Sitzungen wie gewohnt statt und ich kann mich jetzt zwischen Streik oder Schein entscheiden. Waehrend meines gewissensbissigen Drahtseilakts zwischen Engagement und Rettung des eigenen Arsches, faseln die extremen Aktivisten unbeirrt weiter von einem zweiten ´68, gar einem ´89, vom gerechten Kampf, Generalstreik und Regierungssturz, waehrend andere lieber ´nen Kaffe trinken gehen. An diesem Mittwoch [10.12.] wird wie gewohnt auf der im Innenhof des HU-Hauptgebaeudes stattfindenden Vollversammlung ueber die einwoechige Verlaengerung des Streiks entschieden.[5] Um Protest zu bekunden, war der Streik notwendig, doch je laenger er dauert umso mehr Leute werden abspringen. Hoffentlich nicht auch noch von der Samstagsdemo, auf der ich weiterhin vom Brandenburger Tor zum Roten Rathaus ziehen werde - auch auf die Gefahr hin, dass ich die glanzvolle Hinrunde des SV Werder komplett verpasse. Danke, Wowi! 1. mailto:bigwastl@gmx.net
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