Molekulare Mechanismen und Signaltransduktion der Resistenz in Getreide
Molecular mechanism and signal transduction of resistance in cereal plants

Gruppenleiter: Dr. rer. nat. Frank Waller
Mitarbeiter: Dipl. Biol. Beate Achatz, Dagmar Biedenkopf, M. Sc. Sachin Deshmukh, Dipl. Biol. Alexandra Molitor, M. Sc. Monica Sharma

Forschungsschwerpunkt ist die Untersuchung  der induzierten Resistenz in Getreide, insbesondere im Hinblick auf die Signaltransduktionsprozesse, die in der Pflanze ablaufen. Ziel ist es, die Mechanismen der induzierten Resistenz auf der molekularen Ebene zu verstehen. Hierzu werden Methoden der Genexpressionsanalyse, wie cDNA Micro- und Macroarrays, quantitative PCR und Northern Blots eingesetzt.

Zentrales Projekt:

Untersuchung der molekularen Grundlagen der verbesserten Resistenz- und Wachstumseigenschaften von mit dem Wurzelendophyten Piriformospora indica infizierter Gerste
Bis auf wenige Ausnahmen bilden höhere Pflanzen mit ihren Wurzeln Lebensgemeinschaften mit Pilzen. Vor kurzem wurde Piriformospora indica, ein Basidiomycet, der Wurzelzellen einer großen Zahl von Pflanzengattungen besiedeln kann, identifiziert. Die mutualistische Interaktion mit P. indica hat eine Reihe von positiven Wirkungen auf die Pflanze, etwa ein erhöhtes Wachstum, sowie erhöhte Resistenz gegen Phytopathogene und Resistenz gegen Trockenstreß (Varma et al., 1999; Waller et al., 2005). Da P. indica sich leicht auf künstlichen Nährmedien kultivieren lässt (im Gegensatz zu obligat biotrophen Pilzen der arbuskulären Mykorrhiza), eröffnet sich die Möglichkeit, diesen Pilz auch im Feld zur Verbesserung des Pflanzenwachstums einzusetzen. P. indica ist somit als Modellsystem zur Untersuchung der molekularen Basis der Interaktion zwischen Phytobiont und Mycobiont besonders gut geeignet.
Dieses Projekt zielt darauf ab, die beobachteten positiven Wirkungen der Besiedelung der Wurzel von Gerste mit P. indica auf der molekularen Ebene zu verstehen. Zu diesem Zweck soll die Expression von durch P. indica Besiedelung spezifisch regulierten Genen untersucht werden. Ein Vergleich des Genexpressionsmusters in Pflanzen, die verschiedenen physiologischen Behandlungen ausgesetzt sind, soll zu einem besseren Verständnis der Signaltransduktionsvorgänge, auch im Hinblick auf die Rolle der Phytohormone, führen.
Letztlich sollte es mit der Aufklärung dieses Signaltransduktionsnetzwerkes gelingen, zu verstehen, wie die ‚Umprogrammierung’ der Pflanze nach Besiedelung mit einem Pilz auf der molekularen Ebene vor sich geht, woraus sich neue biologische Ansätze für die Ertragssicherung von Kulturpflanzen im Hinblick auf Streß- und Pathogenresistenz entwickeln lassen.

Literatur:

Varma A, Verma S, Sudha, Sahay N., Bütehorn B, Franken P (1999) Piriformospora indica, a cultivable plant-growth-promoting root endophyte. Applied and Environmental Microbiology 2741-2744
Waller F, Baltruschat H, Achatz B, Becker K, Fischer M, Fodor J, Heier T, Hückelhoven R, Neumann C, von Wettstein D, Franken P, Kogel K-H (2005) The endophytic fungus Piriformospora indica reprograms barley to salt stress tolerance, disease resistance and higher yield. PNAS 102:13386-91
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