Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Artikelaktionen

International Center for Compliance and Governance

Die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität rückt zunehmend in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Große Wirtschaftsstrafverfahren und die zugehörigen Skandale sorgen bereits seit geraumer Zeit für ein großes mediales Echo. Die betroffenen Unternehmen müssen nicht nur mit zum Teil horrenden Sanktionen, sondern auch erheblichen Reputationsschäden rechnen. Es besteht daher ein immenses Interesse von Wirtschaftsunternehmen, aus dem Unternehmen heraus begangene Straftaten zu verhindern.


Die Frage, wie dies zu erfolgen hat, ist Gegenstand der sog. Criminal Compliance. Unter diesem Begriffspaar ist auch in Deutschland – wie in weiten Teilen der Welt – in Wissenschaft und Praxis in rasanter Geschwindigkeit ein neues Rechtsgebiet entstanden. In der Unternehmens- und Rechtsberatungspraxis spielt Compliance insbesondere und – zu Recht – zunehmend auch im Strafrecht eine immer wichtiger werdende Rolle. In der Wissenschaft ist die Zahl der Publikationen mittlerweile kaum mehr überschaubar. Dennoch steht die Aufarbeitung der mit Compliance verbundenen Fragen noch ganz am Anfang.


Mittlerweile hat sich weitgehend die Erkenntnis durchgesetzt, dass Gegenstand der Criminal Compliance-Forschung nicht nur Fragen rund um die Prävention von Straftaten sein können. Einen mindestens ebenso wichtigen Problemkreis stellen die Auswirkungen von Criminal Compliance auf den Gang des Sanktionsverfahrens dar. Gegenstand der Beschäftigung mit Criminal Compliance muss daher auch die Frage sein, wie die Reaktion auf einen Verstoß gegen strafrechtliche Verhaltensnormen auszusehen hat.


Criminal Compliance ist ein Rechtsgebiet, dessen Probleme nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit gelöst werden können. Insbesondere juristische Fragen nicht nur des Straf-, sondern auch des Zivil- und Öffentlichen Rechts kollidieren mit betriebswirtschaftlichen Grundlagenproblemen. Hinzu kommt, dass es sich um ein internationales Phänomen handelt, das nicht durch die beschränkte Perspektive des nationalen Rechts beurteilt werden kann. International agierende Großunternehmen sind einer Vielzahl unterschiedlicher Rechtsordnungen unterworfen. Dies hat die wissenschaftlich redliche Criminal Compliance-Forschung ebenso wie eine sachverständige praktische Compliance-Beratung zu berücksichtigen.


Um diese Fragen trotz einer häufig noch unklaren und für den Laien nur schwer verständlichen Rechtslage in rechtlich fundierter und praxisorientierter Weise beantworten zu können, bedarf es einerseits detaillierter Kenntnisse der Strukturen und der Funktionsweise betroffener Branchen und Unternehmen sowie der typischen Prozesse und Geschäftsabläufe. Andererseits sind vertiefte Kenntnisse der strafrechtsdogmatischen Grundlagen erforderlich. Auch die fundierte Kenntnis des europäischen, internationalen und ausländischen nationalen Rechts ist notwendig.


All diese Besonderheiten verlangen die Bündelung von Sachverstand aus Wissenschaft und Praxis.


Im ICCG – International Center for Compliance and Governance an der Justus-Liebig-Universität Gießen haben sich erfahrene Wissenschaftler und Praktiker zusammengefunden, um für die in Wissenschaft und Wirtschaft auftauchenden Fragen im Zusammenhang mit rechtlichen Risiken und ihrer Vermeidung wissenschaftlich fundierte und praxistaugliche Lösungen anzubieten. Mit Prof. Dr. Thomas Rotsch wird das ICCG von einem der weltweit führenden Criminal Compliance-Experten geleitet.