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Universität ehrt junge Wissenschaftler

(Gießener Allgemeine 30.11.2014) Die Justus-Liebig-Universität hat am Freitag ihre diesjährigen Preise und Auszeichnungen für herausragende Leistungen in Forschung bzw. Lehre vergeben. Geehrt wurden die meist noch jungen Wissenschaftler bei einem Festakt, der traditionell am letzten Freitag im November stattfindet.

400 Hochschulmitglieder, Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie der Preisspender und Angehörige der Geehrten nahmen an der Feier in der fast voll besetzten Aula teil. Die Festrede hielt Prof. Bernhard Kempen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes. Er sprach zum Thema »Wissenschaft als Beruf« (Bericht in der GAZ-Printausgabe vom Samstag).

Der Röntgenpreis der Justus-Liebig-Universität ging an Dr. Tetyana Galatyuk, Juniorprofessorin an der TU Darmstadt. Die Physikerin erhielt die auf 15 000 Euro aufgestockte Auszeichnung für ihre richtungsweisenden Forschungen zur virtuellen Photonenstrahlung (die GAZ berichtete bereits ausführlich). Die Preisstifter kommen aus der Region, es sind die Pfeiffer Vacuum Technologie AG, die Dr.-Erich-Pfeiffer-Stiftung und die Ludwig-Schunk-Stiftung.

Der Preis der Justus-Liebig-Universität ging an zwei Gießener Wissenschaftler. Privatdozentin Dr. Kirsten Dickhaut (Institut für Romanistik) wurde in der Sektion Rechts-, Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften für eine Arbeit zu Literatur und Kunst von der italienischen Renaissance bis zur französischen Aufklärung geehrt. Preisträger in der Sektion Naturwissenschaften und Medizin ist Dr. Philipp Adelhelm (Physikalisch-Chemisches Institut), prämiert wurden seine Studien zur Materialforschung im Bereich neuartiger Energiespeicher. Mit den Urkunden sind jeweils 5000 Euro verbunden.

Der mit 3000 Euro ausgestattete Dr.-Herbert-Stolzenberg-Preis der gleichnamigen Stiftung – er ist Angehörigen der Universität Gießen vorbehalten – wurde in der Sektion Wirtschaftswissenschaften vergeben. Dr. Alexander Kerl (Professur für Betriebswirtschaftslehre V) erhielt den Preis insbesondere für eine Untersuchung zur Arbeit von Aktienanalysten. In der Sektion Chemie bekam Dr. Kai Maaß den mit 2000 Euro verbunden Herbert-Stolzenberg-Lehrpreis namentlich für sein herausragendes Engagement in der Chemieausbildung des Bachelorstudienganges Biologie.

Der Wolfgang-Mittermaier-Preis, mit dem die Erwin-Stein-Stiftung an den in Gießen lehrenden Strafrechtsprofessor (1903-1933) erinnert, ging zu gleichen Teilen – mit je 1500 Euro – an Christian Gissel (Rudolf-Buchheim-Institut für Pharmakologie) und Rita Rohrbach (Institut für Didaktik der Geschichte). Gewürdigt wurden ihre Lehrleistungen, wobei die Jury besonders die Erziehung zum forschenden Denken und zur akademischen Verantwortung berücksichtigt. Vorschlagsberechtigt sind die Studierenden.

Dissertationsauszeichnungen, die die Gießener Hochschulgesellschaft mit jeweils 500 Euro ausgestattet hat, erhielten Dr. Martina Daus (Sektion Rechts- und Wirtschaftswissenschaften), Dr. Benjamin Ewert (Sozial- und Sportwissenschaften sowie Psychologie), Dr. Anna Ladilova (Sprach-, Literatur-, Kultur- und Geschichtswissenschaften), Dr. Janina Katharina Mailliet (Naturwissenschaften), Dr. Stefanie Petra Glaeser (Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement), Dr. Gary Grosser (Veterinärmedizin, Tierbiologie, Medizin, Zahnmedizin und Humanbiologie) sowie Dr. Sebastian Bredl und Dr. Tobias Göcke (beide sektionsunabhängig). – Für den musikalischen Rahmen sorgten Mitglieder des Universitätsorchesters.

Präsident zieht Bilanz

JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee, der mit seinen Präsidiumskollegen und Vertretern der Preisspender die Auszeichnungen überreichte, zog beim Festakt die traditionelle Bilanz des abgelaufenen Akademischen Jahres. »Die Entwicklung der Justus-Liebig-Universität war gekennzeichnet durch Wachstum und Erfolg trotz widriger Bedingungen«, sagte Mukherjee. Knapp 7 000 Erstsemester und 27 000 Studierende seien Rekordwerte. Sie zeigten das große Vertrauen, das junge Menschen der Hochschule entgegenbrächten. Klar sei allerdings auch, dass die Hochschule unter den gegebenen Bedingungen die Grenzen des Wachstums erreicht habe. Im Bereich Forschung erinnerte der Präsident unter anderem an die erst am Donnerstag bekannt gewordene Bewilligung des neuen Loewe-Zentrums »Insektenbiotechnologie« (siehe Bericht unten). Einmal mehr sprach er sich für eine höhere Grundfinanzierung der Universitäten aus. Insofern seien die wissenschaftspolitischen Ziele im Koalitionsvertrag von CDU und SPD zu begrüßen, sagte Mukherjee.