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Artikelaktionen

Aktuelles

VWL I: Stellenausschreibung Bundeskartellamt Volkswirte

Liebe Studierende,

 

das Bundeskartellamt sucht derzeit Volkswirte mit Masterabschluss oder universitärem Diplom für verschiedene Einsatzbereiche.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Stellenausschreibung des Bundeskartellamts.

 

Viele Grüße

 

Ihr Team der Professur VWL I

VWL I: Seminar an der Professur VWL 1 zur Regulierung des Buchmarkts

Liebe Studierende,

 

im Wintersemester 2019/ 2020 bietet die Professur VWL I wieder ein volkswirtschaftliches Seminar und Proseminar zu aktuellen Fragen aus Wettbewerbspolitik und Regulierung an. Das Seminar trägt den Untertitel „Regulierung des Buchmarkts im 21. Jahrhundert: Kultur als digitales Wirtschaftsgut".

 

Das Seminar ist als integriertes Pro- und Hauptseminar konzipiert. Als Grundvoraussetzung zur Teilnahme sollten Sie im Bachelorstudiengang die Veranstaltungen Wettbewerbspolitik und –Strategie und im Masterstudiengang die Veranstaltungen Regulierungsökonomie absolviert haben.

 

Die Themenvergabe erfolgt in einer Kick-off Veranstaltung am 11. Oktober 2019. Am 29. November 2019 werden wir den Arbeitsstand im Rahmen einer Postersession besprechen. Die Präsentation der Arbeiten erfolgt im Rahmen einer Blockveranstaltung voraussichtlich am 24. und 25. Januar 2020. Dabei werden die Referate durch Ko-Referate ergänzt. Nach der Präsentation besteht die Möglichkeit, Änderungen in die Arbeit einzuarbeiten. Die Teilnahme an der Kick-off Veranstaltung, der Postersession und den Präsentationen ist verpflichtend. Die Abschlussnote setzt sich aus der Seminararbeit im Umfang von 10 Seiten, der Präsentation und dem Ko-Referat zusammen.

 

Sie können sich zwischen dem 10.06.2019 und dem 12.07.2019 im S3C für das Seminar anmelden. Übersenden Sie uns bitte nach der Anmeldung einen aktuellen Leistungsnachweis und ggf. Ihr Bachelorzeugnis.

 

Weitere Informationen finden sie hier

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr Team der Professur VWL I

VWL I: Aktuelle Ausschreibungen aus dem Bereich Wettbewerbspolitik und Regulierung: WIK und DLR

Liebe Studierende,

 

das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat derzeit mehrere Stellen zu besetzen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Stellenausschreibung des WIK und des DLR.   

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr Team der Professur VWL I

VWL I: Praktikantenstelle im Schienengüterverkehrskorridor bei der DB AG - 01.04.2019

Liebe Studierende,

die DB AG sucht zum 1. April 2019 eine/n Praktikant/in für 4 Monate im Schienengüterverkehrskorridor Rhein-Alpen für die DB Netz AG am Standort Frankfurt am Main.


Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Stellenanzeige.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Professur VWL I

VWL I: Prof. Götz trägt auf dem wettbewerbspolitischen Workshop des Schweizer Think Tank Avenir Suisse zum Thema relative Marktmacht vor und diskutiert deren Bedeutung für die Schweizer Volksinitiative zu „faire Preisen“

Am 26.10.2018 fand der zehnte wettbewerbspolitische Workshop des Schweizer Think Tanks Avenir Suisse(https://www.avenir-suisse.ch) statt. Er befasste sich unter dem Titel «Relative Marktmacht: Zukunftsweisendes Konzept oder deutscher Sonderweg?» mit gesetzlichen Änderungen, die von der  Schweizer Volksinitiative «Stop der Hochpreisinsel – für faire Preise» (https://www.fair-preis-initiative.ch/) vorgeschlagen wurden. Professor Götz hielt dabei ein Impulsreferat zum Thema „Das Konzept der relativen Marktmacht – vorläufige Einschätzung eines Ökonomen“. Er stellte dar, dass dieses Konzept weniger auf einem ökonomischen Marktmachtbegriff basiert, als auf einem weitgehend beliebig und unbestimmt erscheinenden Abhängigkeitsbegriff, der zumindest ökonomisch kaum operationalisierbar scheint. Deutlich machte er dies unter anderem am Beispiel der vom Bundeskartellamt gegen Edeka erlassenen Missbrauchsverfügung wegen sogenannter „Hochzeitsrabatte“, die Edeka im Zusammenhang der Übernahme des Discounters Plus im Jahr 2009 unter anderem von den Sektherstellern Mumm und Freixenet gefordert hatte. Nach Ansicht des Amtes verstieß Edeka mit diesen Rabattforderungen gegen das  sogenannte „Anzapfverbot“, wonach ein Handelsunternehmen seine von ihm abhängigen Lieferanten nicht auffordern darf, ihm Vorteile zu gewähren, ohne dass dies sachlich gerechtfertigt ist. Während das Oberlandesgericht Düsseldorf im vorliegenden Fall keine Abhängigkeit der Sekthersteller sah, kam der Bundesgerichtshof zur gegenteiligen Auffassung.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie zu den Ausführungen von Professor Götz sind im entsprechenden Blog von Avenir Suisse zu finden (s. https://www.avenir-suisse.ch/eine-weitere-irrefuehrende-volksinitiative-fair-preis-initiative/). Der dem Vortrag zugrundeliegende Foliensatz kann hier heruntergeladen werden.

VWL I: Professor Götz aktiv am European Competition Day 2018 der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in Wien und an der Fachkonferenz des Arbeitskreises Regulierung in Netzindustrien der Schmalenbach-Gesellschaft in Berlin beteiligt

Professor Götz hat im Rahmen des am 24. September 2018 von der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in Wien veranstalteten European Competition Day ein Impulsstatement zum Thema „Vertical restraints – An economist’s perspective“ abgegeben. Bei der wettbewerbspolitischen Veranstaltung, die von der österreichischen Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort eröffnet wurde, stand die Bewertung wettbewerbsbeschränkender Maßnahmen im Fokus. Die für Wettbewerb zuständige EU Kommissarin Margrethe Vestager ging in ihrer Keynote insbesondere auf das Google – Android – Verfahren ein und stellte dar, wieso aus Sicht der Europäischen Kommission eine Verknüpfung des unentgeltlich bereitgestellten Android-Betriebssystems mit der zwingenden Vorinstallation der Google Suchmaschine im Widerspruch zum europäischen Kartellrecht steht und entsprechend mit einer Geldbuße von 4,3 Milliarden Euro belegt wurde. 

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Professor Götz hob in seinem Statement im Rahmen des Panels „Vertical relationship between businesses - challenges in the global supply chain” die potentiell wohlfahrtssteigernde Wirkung von  Maßnahmen hervor, die auf den ersten Blick wettbewerbs- und Verbraucherschädigend erscheinen. Er verwies insbesondere darauf, dass von Herstellern gegenüber Einzelhändlern durchgesetzte Beschränkungen in der Preissetzung, die sogenannte Preisbindung der zweiten Hand, ebenso wie eine Untersagung oder Verteuerung des Onlinevertriebs im Endeffekt zu höherer Konsumentenwohlfahrt führen können als unbeschränktes Verhalten auf der Ebene des Einzelhandels. Maßgeblich ist hierfür der Trittbrettfahrereffekt, der sich negativ auf die Verfügbarkeit der entsprechenden Produkte im stationären Handel sowie insbesondere auf die dort erbrachte Beratungsleistung auswirkt. 

 

Weitere Informationen zum European Competition Day, unter anderem auch der von Prof. Götz verwendete Foliensatz, finden sich auf den Seiten des österreichischen Wirtschaftsministeriums unter https://www.bmdw.gv.at/Wirtschaftspolitik/wettbewerbspolitik/Seiten/Competition-Day.aspx. Die offizielle Einladung sowie weitere Bilder von der Veranstaltung finden sich auf https://www.eu2018.at/calendar-events/political-events/BMDW-2018-09-24-Competition-Day.html.

 

Am 25. September 2018 nahm Professor Götz im Netzquartier des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz in Berlin an der Fachkonferenz des Arbeitskreises Regulierung in Netzindustrien der Schmalenbach-Gesellschaft in Berlin teil. Die Veranstaltung nahm sich unter dem Titel „20 Jahre sektorspezifische Regulierung, 10 Jahre Arbeitskreis Regulierung“ dem Status quo und den aktuellen Herausforderungen für die Regulierung der Netzindustrien an. Neben einer Keynote durch Jochen Homann, den Präsidenten der Bundesnetzagentur, gab es eine Reihe von Panels, die die gegenwärtige und vergangene Regulierungspraxis kritisch beleuchteten (s. den Programmüberblick unter https://www.schmalenbach.org/index.php/veranstaltungen/2018-fachkonferenz-ak-regulierung). Professor Götz moderierte das Panel „Exponentielle Digitalisierung – Herausforderungen an die Regulierung“, unter anderem mit den Podiumsteilnehmern  Philip Lowe, dem langjährigen Generaldirektor der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission, sowie Heinrich Arnold, CEO der Detecon International GmbH. 

VWL I: Vorlesung mit integrierter Übung "Web Scraping, Data Mining and Empirical Methods"

Liebe Studierende,

auch im Wintersemester 2018/2019 bietet die Professur VWL 1 die Vorlesung „Web Scraping, Data Mining and Empirical Methods“ für Master-Studierende an.

Die Veranstaltung befasst sich mit der Datenbeschaffung, -aufbereitung und –verwendung in einem ökonomischen und forschungsorientierten Kontext. Der Fokus liegt dabei auf der eigenständigen und systematischen Datenbeschaffung von unstrukturierten Daten aus dem Internet – Stichwort „web scraping“ (bspw. vollständige Preislisten aus Vergleichsportalen oder sämtliche deutschen Supermärkte inkl. Adressdaten aus den entsprechenden Filialfindern). Die Programmierung der web scraper erfolgt in VBA (Excel), zudem wird im Rahmen eines Exkurses auf die Möglichkeiten zur Programmierung in Python eingegangen. Daneben soll aber auch eine kurze Einführung in die gängigsten strukturierten Datenportale gegeben werden. Darüberhinaus werden Methoden zur Datenaufbereitung in Excel, Stata und Matlab sowie die praktische Umsetzung der gängigsten Schätzverfahren vorgestellt.

Ein Kernziel der Veranstaltung ist die Vorbereitung der Studierenden auf quantitative Seminar- und Abschlussarbeiten. Die erreichten Qualifikationen sollen dabei optimaler Weise für die Arbeiten an möglichst vielen Professuren von Vorteil sein - sowohl im Bereich der VWL als auch im Bereich der BWL. Die Veranstaltung wird mit 6CP angerechnet.

Die Teilnehmerzahl ist aufgrund der Größe des PC-Pools auf 24 beschränkt. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, tragen Sie sich bitte über das StudIP für die Veranstaltung ein und senden uns einen aktuellen Leistungsnachweis an . Studierende, die bereits über Vorkenntnisse im Bereich der Ökonometrie verfügen, werden bevorzugt behandelt. Über weitere Details eines möglichen Vergabeverfahrens informieren wir Sie zu einem späteren Zeitpunkt.

Weitere Informationen können Sie dem Syllabus entnehmen.

Beste Grüße,

Ihr Team der Professur VWL 1

VWL 1: geänderte Sprechzeiten des Sekretariats VWL 1

Sehr geehrte Studierende,

 

bitte beachten Sie die leicht geänderten Sprechzeiten des Sekretariats VWL 1, gültig ab 20.08.2018:

 

Montag:  09:00 – 16: 00 Uhr

Dienstag: 09:00 - 12.00 Uhr

Mittwoch: 13.00 - 16.00 Uhr

Donnerstag 08.00 – 11.00 Uhr

 

Grüße

Ihr Team der Professur VWL 1

VWL I: Vorstellung des Sondergutachtens der Monopolkommission zur Buchpreisbindung im Rahmen des Forschungskolloquiums des FB02 der JLU

Am Mittwoch, den 20.06.2018 werden Herr Dr. Thomas Weck und Herr Lars Zeigermann in ihrem Vortrag "Die deutsche Buchpreisbindung im EU-Binnenmarkt" Ergebnisse des Sondergutachtens der Monopolkommission zur Buchpreisbindung (s. http://www.monopolkommission.de/index.php/de/pressemitteilungen/206-buchpreisbindung) präsentieren. Herr Weck und Herr Zeigermann haben das Gutachten federführend betreut. Die Wirkungen einer Buchpreisbindung  sind derzeit auch Gegenstand eines vom Börsenverein des deutschen Buchhandels finanzierten Drittmittelprojekt an der Professur VWL I. Die Veranstaltung verspricht eine spannende Diskussion und gibt den Studierenden insbesondere einen Einblick in die Verwendung des volkswirtschaftlichen Instrumentariums zur Behandlung konkreter wirtschaftspolitischer Fragestellungen.

Die Veranstaltung findet von 16:15 Uhr – 17:45 Uhr im HS 2, Licher Str. 68, 35394 Gießen statt. Alle Studierenden sind herzlich eingeladen.

VWL I: Erste Liga

Unter welchen Umständen hat der Hersteller eines Produkts einen Anreiz, an einer Preisabsprache zwischen den nachgelagerten Händlern dieser Ware mitzuwirken? Schließlich führt die bewirkte Preiserhöhung zu einem Rückgang seiner Absatzmenge bei ggf. unveränderten Abgabepreisen an die Händler. Welche Charakteristika weisen Submissionskartelle auf, und wie unterscheiden sie sich von Preisabsprachen, Kunden- oder Gebietsaufteilungen? Führt die Verwendung automatisierter Preissetzungsalgorithmen zu höheren oder niedrigeren Preisen? Und können sich diese Algorithmen ohne menschliches Zutun „absprechen“? Wie funktionierten eigentlich die Manipulationsversuche des Londoner Interbanken-Angebotszins (Libor)?

Dies sind nur wenige der Fragen, die Willem Boshoff (Professor für Industrieökonomie an der Stellenbosch University) und Johannes Paha (Privatdozent an der Professur VWL I der JLU) am 12. und 13. Januar 2018 mit den Teilnehmern einer Tagung diskutierten, die sie am Stellenbosch Institute for Advanced Study (STIAS) organisiert hatten. Ihrer Einladung waren so prominente Forscher wie Bill Kovacic (George Washington University, ehem. Vorsitzender der US-amerikanischen Federal Trade Commission), John Connor (Purdue University) und Giancarlo Spagnolo (Stockholm School of Economics) gefolgt. Ergänzend zu ökonomischen Fragestellungen wurden auch die juristische Frage, wie der Begriff der Absprache in  verschiedenen Jurisdiktionen zu interpretieren ist, und die kriminologische Frage besprochen, durch welche Faktoren Manager zu kartellrechtlichem Fehlverhalten animiert werden. Hierzu referierte Sally Simpson, die an der University of Maryland dem Center for the Study of Business Ethics, Regulation, & Crime (C-BERC) vorsteht.

Maarten Pieter Schinkel, Giancarlo Spagnolo, Thomas Fagart, Luke Garrod

Maarten Pieter Schinkel, Giancarlo Spagnolo, Thomas Fagart, Luke Garrod

Das Thema der Tagung “Imperfect Forms of Collusion“ ergab sich aus der subjektiven Beobachtung der beiden Organisatoren, dass neben Preisabsprachen, Kunden- und Gebietsaufteilungen sowie Submissionskartellen verstärkt Verhaltensweisen auftreten bzw. von den Wettbewerbsbehörden sanktioniert werden, deren Auswirkungen auf den Preis nicht unmittelbar klar ist. So mögen Absprachen über Listenpreise zwar darauf gerichtet sein, eine solche Preisanhebung zu bewirken. Solange jedoch die Möglichkeit besteht, dass die an der Absprache beteiligten Unternehmen individuelle Rabatte mit ihren Kunden verhandeln, die von den anderen Kartellteilnehmern nicht beobachtet werden können, ist eine solche Wirkung nicht zwingend. Daher hatten sich Willem Boshoff und Johannes Paha bereits im Frühjahr 2017 mit dieser Frage befasst und ein Arbeitspapier erstellt (MAGKS Discussion Paper 40-2017), das die Umstände aufzeigt, unter denen Absprachen über Listenpreise geeignet sind, auch die rabattierten Transaktionspreise anzuheben.

Der Gießener Volkswirt geht zudem der Frage nach, unter welchen Umständen ein reiner Informationsaustausch zwischen den Herstellern zweier Güter A und B über Rabattforderungen des Einzelhandels geeignet ist, eine Preisanhebung zu bewirken. Diese Frage ist insbesondere interessant, wenn es sich bei den Gütern A und B um unverbundene Güter wie bspw. Duschgel und Windeln handelt. Eine erste Vorarbeit zu diesem Thema wurde als MAGKS Discussion Paper 36-2017  veröffentlicht. Dabei kommt es ihm entgegen, dass er Willem Boshoffs Centre for Competition Law and Economics  als Research Associate verbunden ist und er so in regelmäßigem Austausch mit seinen südafrikanischen Kollegen steht. Diese Forschungskooperation stellt auch einen Teil seines aktuellen Forschungsprojekts zum Thema „Imperfect Forms of Collusion“ dar, das er seit Anfang 2017 und verstärkt seit seiner Habilitation im Juli 2017 verfolgt. Teil dieses Projekts ist auch Daniel Herold, der sich an der JLU ebenfalls mit dem Thema des Informationsaustauschs befasst (siehe sein MAGKS Discussion Paper 50-2017) und seine Ergebnisse in Stellenbosch vorstellte.

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Ulrich Schwalbe, Johannes Paha, im Hintergrund: John Connor, Bill Kovacic

Die Teilnehmer der Tagung, die aus England, Schottland, den USA, Russland, Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Schweden und Südafrika angereist waren, zeigten sich begeistert vom Gedankenaustausch, der während der Tagung stattfand. Die spezifische Zielsetzung erlaubte nicht nur einen fokussierten Gedankenaustausch sondern schuf auch die Gelegenheit, gemeinsame Forschungsprojekte anzubahnen. Die Sommersonne Südafrikas trat angesichts der lebhaften und konstruktiven Diskussionen daher schnell in den Hintergrund.

Der Gießener Johannes Paha zeigte sich begeistert: „Die Tagung war ein voller Erfolg. Ich habe schon jetzt sehr vom Austausch mit den Kollegen profitiert und bin dankbar, dass sie sich auf diese spezifische aber wichtige Themenstellung unseres Symposiums eingelassen haben. Ich bin glücklich, dass sich Willem Boshoff sofort begeistert zeigte, diese Tagung durch das CCLE zu finanzieren, nachdem ich ihm von der meiner ersten Idee hierzu berichtet hatte. Die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung stellen einen wichtigen Meilenstein der Kooperation zwischen der Stellenbosch University und der Justus-Liebig-Universität dar.“

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Weitere Impressionen zur Tagung finden Sie hier.

VWL I: Workshop: Behavioral Industrial Organization

Der internationale Experte für verhaltensökonomische Industrieökonomie Prof. Dr. Paul Heidhues besuchte am 20. und 21. März 2017 die JLU Gießen. Im Rahmen des Doktorandenkurses Advanced Topics in Industrial Organization der Professur VWL 1 (Professur für Industrieökonomie, Wettbewerbspolitik und Regulierung) referierte Prof. Heidhues zur theoretischen Modellierung von Abweichungen rationalen Verhaltens von Nachfragern und anderen Marktakteuren und dem Einfluss dieser Abweichungen auf die strategischen Entscheidungen von Unternehmen.

workshop: behavioral industrial organsations 2Prof. Heidhues ist einer der führenden Experten im Bereich der verhaltensökonomisch motivierten Industrieökonomie und Wettbewerbspolitik. Er hat zahlreiche Artikel in führenden Zeitschriften im Bereich der Volkswirtschaftslehre publiziert, wie beispielsweise im Quarterly Journal of Economics, Review of Economic Studies und der American Economic Review. Zudem ist er Gutachter in diversen namhaften Zeitschriften, wie American Economic Review und Econometrica.

Als Teil des MAGKS Doktorandenkurses von Prof. Dr. Georg Götz präsentierte Prof. Heidhues am 20. und 21. März 2017 auf Schloss Rauischholzhausen aktuelle Entwicklungen im Bereich der Industrieökonomie mit verhaltensökonomischem Schwerpunkt. Das MAGKS Programm stellt eine interuniversitäre Verbindung der Universitäten Marburg, Aachen, Gießen, Göttingen, Kassel und Siegen dar, das eine gemeinsame Doktorandenausbildung im Fach Volkswirtschaftslehre anbietet. Zusätzlich zählten Doktoranden des ZEW Mannheim und der agrarökonomischen Fakultät der Universität Gießen zu den Teilnehmern.

workshop: behavioral industrial organisationsZiel des Kurses war es, den Status-Quo im Bereich der theoretischen Modellierung verhaltensökonomischer Erweiterungen klassischer Modelle darzustellen. So wurden die Konzepte der Uninformiertheit (Naïvete), zeitinkonsistentem Verhalten, sowie Verlustaversion anhand aktueller Papiere dargestellt. Die verwendeten Modelle stellen das Handwerkszeug dar, das in vielen Fragen der Industrieökonomie am aktuellen Rand der Forschung angewendet wird. So diskutierte Herr Heidhues auch die Konsequenzen der Modellerweiterungen für industrie- und wettbewerbsökonomische Fragestellungen, wie beispielsweise für die Vertrags- und Preisgestaltung von Unternehmen, sowie deren Bereitstellung von Informationen an die Konsumenten. Die Teilnehmer des Kurses hatten weiterhin die Möglichkeit, ihre eigenen Arbeiten und Ideen mit Prof. Heidhues zu diskutieren.

VWL I: Internationales Symposium "Imperfect Forms of Collusion"

Am 12. und 13. Januar richten Willem Boshoff und Johannes Paha am Center for Competition Law and Economics (CCLE) der Stellenbosch University  eine Tagung mit dem Titel "Imperfect Forms of Collusion" aus. Die beiden Forscher schätzen sich glücklich, dass Sie als Teilnehmer so renommierte Wissenschaftler wie z.B. William Kovacic (George Washington University, ehem. Commissioner der US Federal Trade Commission), John Connor (vorm. Purdue University), Kai-Uwe-Kühn (University of East Anglia, ehem. Chefökonom der Generaldirektion Wettbewerb der Europ. Kommission) uvm. gewinnen konnten. Im Rahmen der Tagung sollen die Forscher in einen Gedankenaustausch zu alternativen Formen der Kollusion eintreten. Bei diesen Verhaltensweisen handelt es sich z.B. um den Informationsaustausch zwischen Wettbewerbern oder Absprachen über Listenpreise. Solche Verhaltensweisen treten in den letzten Jahren in der Praxis verstärkt auf. Anders als bei klassischen Preisabsprachen sind die antikompetitiven Effekte solcher Koordinationsformen jedoch nicht unmittelbar klar und bedürfen weitergehender Forschung.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier
Weitere Informationen zum CCLE finden Sie hier
Informationen zu den Organisatoren finden Sie hier.

VWL I: 23. Immobilien-Forschungspreis an Bachelor-Student vergeben

Herr Max Klemke wurde von der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. für seine an der Professur VWL I geschriebene Bachelorarbeit "Die Mietpreisbremse - Eine Bestandsaufnahme und ökonomische Evaluierung", an der Universität Regensburg mit dem 1. Preis des Immobilienforschungspreises ausgezeichnet. Mehr zu diesem Thema können Sie hier nachlesen.

VWL I: Team der Professur VWL I auf Konferenzen stark vertreten

Alle wissenschaftlichen Mitarbeiter der Professur VWL I, d.h. Samuel de Haas, Daniel Herold und Jan Schäfer, sowie PD Dr. Johannes Paha und Prof. Dr. Georg Götz waren in diesem Jahr mit insgesamt sechs angenommen Beiträgen auf der jährlich stattfindenden Konferenz der European Association for Research in Industrial Economics (EARIE) vertreten. Bei der EARIE-Konferenz handelt es sich um die wichtigste europäische Tagung im Feld Industrieökonomie. Der dort stattfindende Austausch mit anderen Wissenschaftlern ist von großer Bedeutung für die Forscher der Professur VWL I, um z.B. neue Trends in der Forschung zeitnah in die eigenen Arbeiten aufnehmen zu können. Eine Ablehungsquote von rund 50% der insgesamt eingereichten Beiträge lässt die Güte der dort präsentierten Papiere erahnen.


Im Anschluss reisten Georg Götz, Daniel Herold und Johannes Paha von Maastricht aus weiter nach Wien, um ihre Beiträge auch bei der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik (VfS) vorzustellen. Bei den Mitgliedern des VfS handelt es sich um den Großteil der Volkswirte/Volkswirtinnen im deutschsprachigen Raum. Insofern bot die Tagung nicht nur die Gelegenheit, die in Gießen getätigte Forschung vorzustellen sondern auch Inspirationen aus anderen Teilgebieten der VWL mitzunehmen. So beschäftigte sich die diesjährige Tagung in ihrem Kern mit dem Thema "Alternative Geld- und Finanzarchitekturen".

 

Übersicht der vorgestellten Arbeiten

VWL I: Dr. Johannes Paha zum Research Associate an der Stellenbosch University ernannt

dr. paha nimmt forschungaufenthalt wahr

Die Universität Stellenbosch ist eine Universität in Südafrika ca. 50km östlich von Kapstadt, an der ca. 30000 Studierende eingeschrieben sind. Dr. Johannes Paha unterhält seit einiger Zeit mit dem dort lehrenden Prof. Willem Boshoff eine Forschungskooperation. Nun wurde Herr Paha von der Universität Stellenbosch 

zum assoziierten Forscher (Research Associate) ernannt. Er wird damit Mitglied der dortigen Universität. Im Zuge dieser Kooperation plant er derzeit zusammen mit Willem Boshoff die Durchführung einer wissenschaftlichen Tagung in Südafrika im Januar 2018.

VWL I: International besetzter Workshop zur Finanzierung des Eisenbahnsektors ein großer Erfolg

Am 11. und 12. Mai 2017 trafen sich im Rahmen eines von der Professur VWL I (Professur für Industrieökonomie, Wettbewerbspolitik und Regulierung) unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Götz organisierten Workshops Wissenschaftler und Praktiker an der JLU, um die Finanzierung und Leistungsfähigkeit des Europäischen Eisenbahnsektors zu diskutieren. Als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Transportökonomie eröffnete Chris Nash von der Universität Leeds mit einer Keynote den Workshop. Es folgten Vorträge von Wissenschaftlern, Unternehmens- und Regulierungsbehördenvertretern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Spanien, Tschechien sowie den USA. Seinen Abschluss fand der Workshop mit einer Podiumsdiskussion zur zukünftigen Ausrichtung und Finanzierung des deutschen Eisenbahnsektors.

Neben Fahrgeldeinnahmen und Einnahmen aus Netzentgelten, welche Verkehrsunternehmen für die Nutzung der Infrastruktur zahlen müssen, stellen öffentliche Mittel eine der Hauptfinanzierungsquellen des europäischen Eisenbahnsektors dar. In seinem Vortrag zur Schienenverkehrsfinanzierung in Europa referierte Chris Nash über Gründe und Formen staatlicher Markteingriffe und Finanzierungsleistungen. In diesem Zusammenhang erläuterte Nash auch, wie die effiziente Verwendung von staatlichen Zuschüssen sichergestellt werden kann. Nash wusste von mehreren Negativbeispielen staatlicher Finanzierung zu berichten. Spitzenreiter sei eine Bahnverbindung in Norwegen, bei der jede Fahrt eines Passagiers über die nächsten Jahrzehnte mit im Schnitt ca. 300 Euro gefördert werden müsse. Insbesondere mit der aktuellen Leistung des Britischen Eisenbahnsektors zeigte sich Nash aber zufrieden. Allerdings verwies er auf die politische Schwierigkeit Verkehrsträger, insbesondere den motorisierten Individualverkehr, entsprechend der durch sie verursachten Kosten zu bepreisen.

  

Chris Nash, Yves Crozet, Pilar Socorro und Russel Pittman.

Yves Crozet von der Universität Lyon berichtete über Erfahrungen mit Private Public Partnerships (PPPs) bei der Finanzierung von solchen Hochgeschwindigkeitsstrecken (HGV), in die in der Vergangenheit ohne Aussicht auf eine irgendwie gelagerte Rentabilität horrende Summen investiert wurden. Pilar Socorro von der Universität Las Palmas auf Gran Canaria stellte in ihrem Vortrag eine modelltheoretische Untersuchung der Investitionsentscheidung in Transportinfrastrukturen vor und ging dabei auch auf den Wettbewerb zwischen Bahn und Flugzeug ein. Ihre auf die spanischen HGV-Investitionen zugeschnittenen Simulationsanalysen zeigen, dass diese Investitionen nur bei einer um ein Vielfaches höheren Bevölkerungszahl rentabel gewesen wären. Zu bedenken ist dabei, dass Spanien nach China das zweitlängste HGV-Netz weltweit betreibt. Im Anschluss referierte Russell Pittman vom US Department of Justice über die Entwicklung der Eisenbahnsektoren in Osteuropa, Russland und China, präsentierte aber auch die Erfahrungen, die die USA und einzelne amerikanische Staaten mit konkurrierenden vertikal integrierten Eisenbahnunternehmen gemacht haben.

 

 

Das Auditorium während der Diskussion, Jan Schäfer, Peter Abegg und Georg Götz, Marc Ivaldi und Zdenek Tomes.

Jan Schäfer von der Justus-Liebig-Universität Gießen stellte Zahlen zur Entwicklung und Struktur der staatlichen Förderung des Schienensektors in mehreren europäischen Ländern vor. Klara Talas vom Rail Capacity Allocation Office (VPE) gab Einblicke in die Organisation und Finanzierung des ungarischen Schienensektors und erläuterte den Prozess der Festlegung der Netzentgelte in Ungarn. Im Anschluss hielt Markus Ksoll, Leiter Wettbewerb und Ordnungspolitik bei der Deutschen Bahn AG, einen Vortrag zur aktuellen Lage der DB sowie deren strategische Ausrichtung.

Den ersten Tag ließen die Workshopteilnehmer gemeinsam auf Burg Gleiberg ausklingen.

Der zweite Tag wurde mit Vorträgen von Marc Ivaldi von der Toulouse School of Economics und Zdenek Tomes von der Masaryk Universität Brünn eröffnet. Ivaldi präsentierte Ergebnisse einer Simulationsanalyse zu den Auswirkungen unterschiedlicher Wettbewerbsformen auf den Französischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs. Im Anschluss stellte Tomes seine empirischen Ergebnisse zu den Einflüssen der Reformprozesse auf den Verkehrsanteil der Schiene in Europa vor. Wieder einmal zeigte sich, dass sich die Separierung von Infrastruktur und Verkehrsunternehmen sogar negativ auf den Verkehrsanteil auswirken kann. Die Trennung von Verkehrsunternehmen nach Verkehrsparten hätte sich aber laut Tomes positiv ausgewirkt. Am Ende könnte die Leistung aber hauptsächlich von der Höhe der staatlichen Finanzierung sowie der Investitionsbereitschaft abhängen, so ein Kommentar aus dem Publikum.

Frank Jost von der Europäischen Kommission ging in seinem Vortrag auf die Probleme bei der Festlegung von Netzentgelten bei grenzüberschreitenden Verkehren ein, die durch eine enge nationale Regulierung entstehen können. Christiane Trampisch von der Bundesnetzagentur erklärte das in Deutschland kürzlich verabschiedete System der Anreizregulierung und ging auf die Berücksichtigung von öffentlichen Finanzierungsleistungen bei der Bestimmung der Netzentgelte ein. Zum Abschluss stellte Peter Abegg, Leiter Regulierungsökonomie bei der Deutschen Bahn AG, das neue Trassenpreissystem der Infrastruktursparte der DB vor. Stolz zeigte man sich auf Seiten der DB, dass mit dem Point-to-Point Segment nun ein eigener Tarif für Wettbewerber im Fernverkehr eingeführt werden konnte. Am Mittag machte dann die Nachricht der Pleite von Locomore, der einzige in diesem Segment verbliebende Herausforderer der DB, die Runde. Ein guter Aufhänger für die anschließende Podiumsdiskussion.

 

Prof. Dr. Georg Götz bedankte sich bei den Teilnehmern der Podiumsdiskussion.

D. Fockenbrock, Chefkorrespondent beim Handelsblatt, moderierte die Diskussion zum Thema „Halbierung der Schienenmaut – Benötigt der deutsche Eisenbahnsektor eine neue Finanzierungsstruktur?“. Mit ihm diskutierten, neben Markus Ksoll und Frank Jost, Matthias Stoffregen vom Interessenverband mofair e.V. sowie Frank Zerban von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV (BAG-SPNV e. V.). Es herrschte Einstimmigkeit darüber, dass die Verkehrsunternehmen durch eine Senkung der Netzentgelte, welche durch eine Bezuschussung des Infrastrukturbetreibers ermöglicht werden soll, profitieren könnten. Kritisch wurde jedoch gesehen, dass eine etwaige Absenkung zum jetzigen Zeitpunkt nur für den Güterverkehr diskutiert wird. Markus Ksoll bezifferte den zusätzlichen Finanzbedarf bei einer Senkung der Netzentgelte des Güterverkehrs um 50% auf 380 Mio. Euro, sprach sich jedoch für einen dynamischen Subventionierungsmechanismus aus. An diese Argumentation knüpfte auch Frank Zerban an, der davon ausgeht, dass eine Senkung der Netzentgelte zu mehr Verkehr auf der Schiene und entsprechenden Mehreinnahmen für den Infrastrukturbetreiber führen wird. Sollte eine entsprechende Absenkung der Netzengelte auch auf den Personenverkehr Anwendung finden, rechnet Zerban mit einer Kürzung bzw. Umschichtung der Regionalisierungsmittel in Höhe von 1,6 Mrd. Euro. Matthias Stoffregen geht davon aus, dass diese Kürzungen zu gleichen Teilen durch die dann kostengünstigere Infrastrukturnutzung ausgeglichen werden. Er sprach sich aber dafür aus, die Zuschüsse nur um 80 % der zu erwartenden Kostensenkung zu reduzieren, um den in den letzten Jahren gestiegenen Bedarf an Nahverkehren decken zu können. Frank Jost merkte an, dass eine Senkung der Netzentgelte ökonomisch sinnvoll sei, solange die Kosten des unmittelbaren Zugbetriebs (Grenzkosten) ohne Zuschüsse gedeckt werden.

Der große internationale Zuspruch sowie die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen, dass das Thema der Finanzierung der Europäischen Eisenbahnen sehr aktuell ist. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern rückt die Diskussion der Struktur der Eisenbahnen und deren Finanzierung in den Vordergrund. Die starke finanzielle Abhängigkeit lässt die Privatisierungsbemühungen der letzten 10 Jahre in den Hintergrund rücken. Vielmehr beschäftigt sich die Wissenschaft sowie die Politik nun mit Überlegungen zu einer effizienten und nachhaltigen Organisation und Finanzierungsausgestaltung, die sich zum Ziel setzt den Verkehrsanteil der Schiene zu erhöhen.

Der Dank der Veranstalter gilt allen Teilnehmern und Helfern, die die Durchführung des Workshops ermöglicht haben. Besonders hervorzuheben ist die finanzielle Unterstützung des Workshops durch die Deutsche Bahn AG, die mit der Professur VWL I durch eine langjährige Forschungskooperation verbunden ist.

VWL I: Samuel de Hass, M.Sc., und Jan Schäfer, M.A., nehmen Lehraufenthalt an der Uniwersytet Łódzki wahr

Vom 03. bis zum 07. April 2017 nahmen die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter der Professur VWL I, Samuel de Hass, M.Sc., und Jan Schäfer, M.A., einen Lehraufenthalt an der Uniwersytet Łódzki in Polen wahr. Łódź ist die drittgrößte Stadt Polens und hat insbesondere in der Industrialisierung eine wichtige Rolle in der polnischen Geschichte gespielt. An der Universität studieren etwa 40.000 Studierende, darunter ca. 1.000 Studierende im Rahmen von internationalen Austauschprogrammen wie den EU finanzierten ERASMUS-Programmen.

Der Lehraufenthalt erfolgte auf Einladung von Prof. Monika Marcinkowska vom Institut für Finanzen an der Fakultät für Ökonomie und Soziologie. Im Rahmen von unterschiedlichen Ökonometrieveranstaltungen hielten die beiden Wissenschaftler aus Gießen mehrere Vorlesungen zum Thema "Web scraping as a powerful tool in microeconometrics". Im Allgemeinen bezeichnet Screen Scraping alle Verfahren, die das Auslesen von Inhalten eines Computerbildschirms ermöglichen. Im Bereich des Auslesens von Webseiten wird spezieller von Web Scraping gesprochen. Die Idee dahinter ist, große Datenmengen zusammenzutragen. Statt der händischen Suche übernimmt dabei ein automatisiertes Programm die Arbeit. So können alle möglichen Daten, die im Internet zu finden sind, in kürzester Zeit zusammengetragen werden. Zum Schreiben des notwendigen Programms kann nahezu jede Programmiersprache genutzt werden. Auch das Anwendungsfeld ist sehr weit. Im ökonomischen Kontext kann das Interesse dabei von Daten über wirtschaftliche Entwicklungen über Preisentwicklungen auf unterschiedlichen Märkten bis hin zu Marktstandorten des Einzelhandels reichen.

Im Zuge eigener aktueller Forschungsarbeiten zu Öffnungszeiten von Supermarktketten in Deutschland und dem deutschen Fernbusmarkt konnten die beiden Wissenschaftler das Thema nicht nur theoretisch darstellen, sondern auch praktisch anhand dieser Beispiele vorführen. Neben anregenden Diskussionen mit Studierenden und Lehrenden über diese Forschungsarbeiten im Rahmen von Vorlesungen und Sprechstunden, konnten auch neue Kontakte zu polnischen Forschern geknüpft werden, die ebenfalls mit Web Scraping arbeiten. Daraus können sich neue Kooperationen und gemeinsame Forschungsarbeiten in der Zukunft entwickeln.

Finanziert wurde der Lehraufenthalt von de Haas und Schäfer über ein Stipendium im Rahmen des ERASMUS Staff Mobility Program.

2017 - de Haas, Schäfer Lehraufenthalt Łódź

VWL I: Dr. Johannes Paha nimmt Forschungsaufenthalt in Südafrika wahr

dr. paha nimmt forschungaufenthalt wahr -2Die Universität Stellenbosch ist die älteste Hochschule Südafrikas, die sich in der nach Kapstadt zweitältesten Stadt des Landes befindet. Derzeit werden dort über 30.000 Studierende ausgebildet und in den Sprachen Englisch und Afrikaans unterrichtet, wobei mitunter auch isiXhosa zu hören ist. An dieser Universität ist Willem Boshoff als Associate Professor für Industrieökonomie tätig, der Dr. Johannes Paha Ende 2016 eingeladen hatte, ein gemeinsames Forschungsprojekt zu Absprachen über Listenpreise zu verfolgen. Zur Durchführung dieses Projekts reiste Dr. Paha von Mitte März bis Mitte April 2017 nach Stellenbosch.

Bei Absprachen über Listenpreise stimmen sich Unternehmen kartellrechtswidrig über koordinierte Erhöhungen der Listenpreise ab. Allerdings sprechen sich die Unternehmen nicht zwangsläufig auch über die Höhe der maximal zulässigen Rabatte ab. In diesem Kontext bleibt zunächst unklar, unter welchen konkreten Umständen Absprachen über Listenpreise ohne eine Koordinierung der Rabatte letztlich überhaupt zu überhöhten Transaktionspreisen führen. Schließlich ist jedes der an der Kartellabsprache beteiligten Unternehmen bestrebt, über individualisierte und von den anderen Unternehmen nur schwer beobachtbare Rabatte möglichst viele Abnehmer zu attrahieren. Insofern kann die Erhöhung der Listenpreise in manchen Fällen durch eine Steigerung der Rabatte „aufgefressen“ werden.

Basierend auf der Fallevidenz und der ökonomischen Forschung zeigen die beiden Wissenschaftler nun, dass die rabattierten Preise aufgrund der Absprachen in vielen Fällen dennoch ansteigen können. So schließen unter bestimmten Umständen die Kunden der Kartellunternehmen aus hohen Listenpreisen, dass die Güter auch zu hohen Kosten produziert werden, wodurch bei den Kunden eine höhere Bereitschaft geschaffen wird, diese überhöhten Preise zu akzeptieren. Zudem kann durch eine Marktsegmentierung (in Kunden, die den Listenpreis zahlen, und solche, die Rabatte aushandeln) die Stabilität der Absprachen erhöht werden. Basierend auf einer Auswertung der Ergebnisse verschiedener Laborexperimente zum untersuchten Thema, stellen die Wissenschaftler aber auch dar, dass – anders als häufig angenommen – höhere Listenpreise nicht notwendigerweise einen Referenzpunkt für die Preisverhandlungen darstellen und damit zwangsläufig zu höheren Preisen führen. Zur Bestimmung der Preiseffekte einer Absprache über Listenpreise ist daher eine umfassende ökonomische Analyse nötig, die die in der Arbeit von Boshoff und Paha genannten Effekte aufgreift.

Neben dieser inhaltlichen Arbeit durfte Dr. Paha auch eigene Arbeiten vorstellen und diskutieren. Zudem fragten ihn südafrikanische Doktoranden hinsichtlich ihrer Dissertationsprojekte um Rat. Dankbar für das so ausgesprochene Vertrauen erklärte er sich hierzu gerne bereit. Grundsätzlich begeistert von den der Vielzahl positiver Erfahrungen äußerte er aber auch: „Die soziale Spreizung in Südafrika ist erwartungsgemäß sichtbar höher, als wir es bislang aus Deutschland und Europa kennen. Erst im direkten Vergleich wird deutlich, wie sehr sich viele von uns an diese guten Zustände in Europa gewöhnt haben. Dieser kleine Blick von außen illustriert, wie wichtig es ist, dass wir uns um die Beibehaltung dieser Standards bemühen, dass wir aber auch etwaige Missstände beseitigen. Die Kooperation mit Willem Boshoff hat wieder gezeigt, wie wichtig gerade auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und das gegenseitige Kennenlernen sind. Das gilt für Forscher und Studierende gleichermaßen.“ Weitere Möglichkeiten zur Kooperation zeichnen sich bereits für die Zukunft ab. Dr. Paha verließ das Land mit der Aussicht auf eine mögliche Assoziierung an der Universität Stellenbosch und ersten Plänen für die Ausrichtung einer gemeinsamen Tagung mit Prof. Boshoff.

 

VWL 1: MAGKS-Doktoratskurs „Advanced Topics in Industrial Organization” auch von fortgeschrittenen Master-Studierenden belegbar

Liebe Studierende,

 

Der von Prof. Götz im Rahmen des MAGKS-Doktoratsprogramms angebotene Doktoratskurs „Advanced Topics in Industrial Organization” kann auch von fortgeschrittenen Masterstudierenden belegt werden. Der Kurs kommt dabei insbesondere für Studierende in Frage, die eine Promotion anstreben. Im Fall der erfolgreichen Kursteilnahme erfolgt eine Anerkennung als VWL-MSc-Seminar mit 6 CP. Nähere Informationen zum Kursinhalt finden sich hier. Kernstück des Kurses ist eine zweitägige Blockveranstaltung zum Thema „Behavioral IO“ in Schloß Rauischholzhausen, bei der Prof. Paul Heidhues vortragen wird. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Prof. Götz.

 

VWL I: Exzellente Masterthesis erneut ausgezeichnet

Die Master-Thesis „A risk governance approach to managing antitrust risks in the banking industry“ wurde von Denise Scheld als Teil des an der Professur VWL I von Dr. Johannes Paha geleiteten Forschungsprojekts zu Kartellrechts-Compliance in Kooperation mit der in Frankfurt ansässigen Unternehmensberatung Protiviti verfasst. Die Arbeit stellt dar, wie Unternehmen kartellrechtliche Risiken mit Methoden des Risikomanagements bestmöglich reduzieren können. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf kartellrechtlichen Risiken in der Bankbranche. Die Arbeit zeigt den Handlungsbedarf im Bankensektor auf und erarbeitet einen Ansatz, wie das kartellrechtliche Risiko und die damit zusammenhängende Risikobereitschaft (risk appetite) für Banken bestimmt werden können. In einem weiteren Schritt werden geeignete Governance-Strukturen und darin zu implementierende Handlungsmöglichkeiten dargestellt, um eine bankeninterne Bekämpfung von Kartellrechtsverstößen zu forcieren.

 

Bereits im Herbst 2015 war die Masterthesis zur Präsentation auf der "3rd Annual Conference on Risk Governance" der Universität Siegen akzeptiert worden. Nun wurde eine variierte Version der Thesis, die Denise Scheld zusammen mit den Ko-Autoren Johannes Paha (JLU) und Nicolas Fandrey (Protiviti)  erstellt hatte, zur Publikation im European Competition Journal angenommen. Hierzu musste der Entwurf zunächst das externe Peer-Review-Verfahren der Fachzeitschrift durchlaufen, wodurch die Güte der Arbeit nochmals durch externe Gutachter bestätigt wurde. Das European Competition Journal veröffentlicht wissenschaftliche Fachbeiträge zu kartellrechtlichen Themen. Die Arbeitspapierversion des Beitrags kann hier heruntergeladen werden.

 

Bei der Kooperation zwischen der Professur VWL I und Protiviti handelt es sich in mindestens dreifacher Hinsicht um einen Gewinn für die Beteiligten. Protiviti konnte so seine kartellrechtliche Expertise weiter ausbauen. Die Professur VWL I profitiert von der Praxiserfahrung der Beratung, die sich nun auch in anderen Forschungsarbeiten niederschlagen kann. Zudem ist Denise Scheld seit November 2015 Mitarbeiterin von Protiviti und konnte folglich unmittelbar aus dem Hörsaal in die Praxis starten.

 

Johannes Paha äußerte sich sehr glücklich über diese Entwicklung: "Ich hatte bereits zu Beginn der Kooperation und auch während der Betreuung der Arbeit ein gutes Gefühl. Dass die Arbeit sich so gut entwickeln würde, konnten wir jedoch nicht ahnen. Ich freue mich über diesen Erfolg umso mehr, da er mit der Auszeichnung einer weiteren Arbeit zusammenfällt." Erst kürzlich war die Masterthesis von Ann-Kathrin-Lehnhausen zu Wettbewerbsbedenken in der Pharmabranche vom Springer-Verlag ausgewählt worden, um als Buch im Springer BestMasters Programm publiziert zu werden.

 

Logo European Competition Journal

 

VWL I: Erfolgreiche Abschlussarbeit zur Wettbewerbspolitik in der Pharmabranche ausgezeichnet

Der Springer-Verlag prämierte die Masterarbeit von Ann-Kathrin Lehnhausen im Rahmen seines BestMasters-Programms. Die Thesis "Studies on Competition and Antitrust Issues in the Pharmaceutical Industry" entstand an der Professur VWL I unter der Betreuung von Dr. Johannes Paha. Frau Lehnhausen wird mit einer Publikation ihrer Arbeit belohnt.

 

Mit BestMasters zeichnet Springer die besten Masterarbeiten im deutschsprachigen Raum aus, die aktuelle Themen behandeln und mit der Höchstnote bewertet wurden. In dieser Form ausgezeichnete Arbeiten werden vom Springer-Verlag publiziert. Die Reihe wendet sich an Praktiker und Wissenschaftler gleichermaßen.

 

In ihrer Masterthesis befasst sich Frau Lehnhausen mit wettbewerbsbeschränkenden Strategien von Unternehmen in der Pharmabranche. Hierzu gehören Beschränkungen des Weiterverkaufspreises ebenso wie Preisdiskriminierungsstrategien. Eine besondere Rolle spielen auch sog. Pay-for-Delay Vereinbarungen bei denen die Hersteller eines Präparats Vereinbarungen mit Wettbewerbern schließen, Nachahmerpräparate nicht in den Markt einzuführen. Insbesondere stellt Frau Lehnhausen die anti-kompetitiven Effekte solcher Maßnahmen dar, zeigt aber auch mögliche Effizienzeffekte zu deren Rechtfertigung auf.

 

Dr. Johannes Paha, der Betreuer der Arbeit, äußerte sich zum Erfolg seiner Studentin wie folgt: "Wir sind sehr froh über Frau Lehnhausens Entschluss, ihre Thesis an der Professur VWL I zu verfassen. Die englischsprachige Arbeit ist außergewöhnlich lehrreich und wendet sich an Praktiker und Wissenschaftler gleichermaßen. So präsentiert Frau Lehnhausen nicht nur Eckdaten zur Pharmabranche. Vielmehr stellt sie den aktuellen Stand der Wissenschaft zu diesem viel diskutierten Thema informativ dar. Es war eine Freude, Frau Lehnhausen bei der Bearbeitung betreuen zu dürfen."

 

BestMasters

VWL I: Best Paper Award für Daniel Herold bei den 13. Augustin Cournot Doctoral Days

Logo 13. ACDS, 21.-22.04.16
Am 21. und 22. April 2016 fanden in Straßbourg die 13. ACDD statt. Die Professur VWL I war durch Daniel Herold vertreten. Neben den hochkarätigen Referenten Marie-Claire Villeval und Jean-Charles Rochet hatte eine kleine Anzahl von internationalen Doktoranden die Chance, im Rahmen der Konferenz ihre Arbeiten zu präsentieren. Neben wissenschaftlichem Austausch und der Möglichkeit zum Netzwerken wurden Preise für die beste Poster Präsentation und für die drei besten Papiere vergeben. Hierbei erzielte die Arbeit von Daniel Herold 'The Impact of Incentive Pay and Internal Monitoring on Corporate Crime' den dritten Platz. Das Papier analysiert anhand eines theoretischen Prinzipal-Agenten Modells welche Auswirkung Anreizverträge auf die Neigung von Unternehmensvertretern haben, sich an illegalen Handlungen wie Kartellabsprachen oder Bestechung zu beteiligen.

VWL I: Sind die Hersteller von Computermonitoren, Dachziegeln und Bananen Kriminelle?

VORLÄUFIG 1

Es handelt sich keineswegs um ein neues Phänomen: Preis- und Mengenabsprachen zwischen Unternehmen, Gebiets- und Kundenaufteilungen gab es bereits in der Antike und schon damals schädigten sie die Kunden der beteiligten Unternehmen. Heute betreffen solche Absprachen Güter wie bspw. Computermonitore, Dachziegel und Bananen. Sie schädigen sowohl private Haushalte als auch Unternehmen, die Abnehmer dieser Produkte sind. Jedoch lohnen sich solche Absprachen für die Missetäter immer seltener. Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe sind keine Ausnahme mehr und Schadensersatzklagen gewinnen an Bedeutung. Diese Verfahren binden oft über Jahre die Aufmerksamkeit der beteiligten Manager. Nicht zuletzt fürchten die beteiligten Unternehmen Reputationsverluste, die ihre Absatzposition schwächen und sie sowohl für neue Mitarbeiter als auch für Kapitalgeber unattraktiver machen können. Der Begriff „Compliance“ steht daher für Maßnahmen, mit denen sich Unternehmen selbst korrektes Verhalten verordnen.

Die wissenschaftliche Diskussion dieser Maßnahmen stand im Mittelpunkt einer Tagung, zu der Dr. Johannes Paha (Justus-Liebig-Universität Gießen) renommierte Compliance-Forscher aus dem In- und Ausland an das Zentrum für interdisziplinäre Forschung nach Bielefeld eingeladen hatte. Aus der Warte der Volks- und der Betriebswirtschaftslehre mahnte Prof. Dr. Kai Hüschelrath, dass es nicht darum gehe, so viele Compliance-Maßnahmen wie möglich umzusetzen und zeigte auf, wie ein gesundes Maß aussehen könne. Dr. Peter Kotzian ergänzte, dass überraschenderweise gerade Mitarbeiter in den Bereichen Sales und Marketing ein vergleichsweise ethisches Verhalten an den Tag legen, während bei Mitarbeitern mit einer Ausbildung im Bereich Informationstechnologie das Gegenteil der Fall sei. Rechtskonformes Verhalten, so betonte Daniel Herold, müsse auch durch die Wahl geeigneter Entlohnungsformen gefördert werden könne. Den Mitarbeitern müssten Ziele gesetzt werden, die sie nur durch eigene Anstrengung aber nicht durch rechtswidriges Verhalten erreichen können. Prof. Dr. Ulrich Schwalbe zeigte zudem Möglichkeiten auf, wie Unternehmen Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter mittels statistisch-ökonometrischer Verfahren schnellstmöglich entdecken können.

Eingeleitet durch Vorträge von Dr. Florence Thépot und Dr. Per Rummel debattierten die Tagungsteilnehmer auch intensiv über die Frage, ob Unternehmen die Möglichkeit eines teilweisen Erlasses der Geldbuße in Aussicht gestellt werden solle, wenn diese in Compliance-Maßnahmen investieren. In einer konstruktiven Arbeitsatmosphäre wurde diese Frage kontrovers diskutiert und festgehalten, dass ein Ergebnis nicht nur durch theoretische Überlegungen erzielt werden könne sondern auch weiterer empirischer Forschung bedürfe. Eindeutig und überzeugend fiel das Urteil von Prof. Dr. Andreas Ransiek aus, dass eine Einordnung von Kartellrechtsvertößen als Straftaten (aktuell: Ordnungswidrigkeiten) nicht geboten sei, zumal dies an der Höhe der Sanktionen nichts ändere. Prof. Dr. Florian Wagner-von Papp fügte an, dass eine stärkere Fokussierung der Sanktionen auf die Mitarbeiter – zusätzlich zur Sanktionierung auf Unternehmensebene – weitere Abschreckungseffekte bewirke.

Mit großem Interesse folgten die Zuhörer den Ausführungen von Agnieszka Paruzel zu den psychologischen Merkmalen kartellrechtswidrig handelnder Mitarbeiter. Zum Beispiel könne eine hohe Leistungsbereitschaft den Rechtsbruch sowohl fördern als auch verhindern, während hingegen ein starkes Machtstreben klar zum Gesetzesübertritt motiviere. Prof. Dr. Bernd Marcus zeigte in diesem Zusammenhang Möglichkeiten auf, wie Risikomitarbeiter bereits im Einstellungsverfahren erkannt werden können. Den Abschluss der Tagung bildete Prof. Dr. Anja Jakobi, die darstellte, dass Kartellrechtsverstöße trotz ihrer Schwere oftmals noch nicht die Aufmerksamkeit erfahren, die z.B. der Geldwäsche zuteil wird. Sie illustrierte somit anschaulich, dass sowohl in Wissenschaft als auch Praxis eine weitere Beschäftigung mit dem Thema der kartellrechtlichen Compliance dringend geboten ist. Solche Forschungslücken wurden gezielt auch von Prof. Dr. D. Daniel Sokol benannt., der als Compliance-Forscher an der University of Florida tätig ist.

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier.

 

English summary:

Price fixing, market sharing, and customer allocation agreements are as prevalent as ever. However, a rising level of fines and re-payments for damages reduces their profitability for the firms, who increasingly engage in compliance measures aimed at preventing competition law violations. A workshop at the Center for Interdisciplinary Research in Bielefeld organized by Dr. Johannes Paha (Justus-Liebig-University Giessen) brought together compliance researchers from different fields: Economists presented payment schemes that prevent misconduct, while psychologists showed which character traits help to ensure compliant conduct. Legal scholars argued that sanctions imposed on the misbehaving employees may be more effective than a criminalization of the firms. The researchers identified a need for further research on the question whether firms should be incentivized to invest in compliance measures by promising them reductions of the fines imposed on anticompetitive conduct.

VWL I: Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc. präsentieren ihre Forschung auf der 32. Jahrestagung der EALE

 EALE

 

Dr. Johannes Paha stellte die Ergebnisse einer Gemeinschaftsarbeit mit Samuel de Haas zu den wettbewerblichen Wirkungen von Minderheitsbeteiligungen vor. Dabei handelt es sich um ein wettbewerbspolitisch aktuelles Thema. Während z.B. das deutsche Bundeskartellamt den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen zwischen Unternehmen, die sich im gleichen Markt als Wettbewerber gegenüber stehen, kartellrechtlich überprüft, wird ein solcher Anteilserwerb auf europäischer Ebene bislang nicht überprüft. Jedoch bestehen aktuell Bestrebungen, einen solchen Erwerb auch auf EU-Ebene der Fusionskontrolle zu unterwerfen. Zumindest im Hinblick auf die Gefahr einer durch Minderheitsbeteiligungen erleichterten Kartellbildung können Paha und de Haas zeigen, dass eine Untersuchung im Rahmen der Fusionskontrolle nicht zwingend nötig ist. Schließlich ist eine solche Überprüfung mit Kosten sowohl für das Unternehmen als auch die Wettbewerbsbehörde verbunden. Gerade wenn die Wettbewerbsbehörde eine aktive Suche nach Kartellen betreibt, ist eine erhöhte Kartellierungsgefahr durch den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen nur in wenigen Fällen zu erwarten.

 

Daniel Herold präsentierte seine Forschung zum Thema Signalwirkung von kartellrechtlichen Compliance Programmen. Bei der vorgestellten Arbeit handelt es sich um die spieltheoretische Analyse eines Sender-Empfänger Signaling Modells. Investitionen in Compliance Maßnahmen werden in diesem Modell als Signale verstanden. Der Sender des Signals ist ein informierter Unternehmensvertreter auf einer hohen Unternehmensebene, der über die rechtlichen Konsequenzen einer Kartellrechtsverletzung informiert ist. Ein Mitarbeiter auf einer niedrigeren Ebene der Unternehmenshierarchie muss ohne dieses Wissen entscheiden, ob ein Engagement an einem Kartell für das Unternehmen profitabel ist und stellt den Empfänger dar. Weiterhin hat der Sender die Möglichkeit, persönliches Engagement in Compliance zu zeigen, was allein beim Sender Kosten verursacht. Damit liefert das Papier einen ersten modelltheoretischen Ansatz für das Konzept des tone-at-the-top, das eine persönliche Verantwortung (bspw. durch eine Vorbildfunktion) für rechtstreues Verhalten des Unternehmens bei hochrangigen Unternehmensvertretern sieht. Das Modell liefert die Erkenntnis, dass die reinen Investitionen in Compliance Programme dazu beitragen können, rechtstreues Verhalten sicherzustellen. Investments können dabei günstiger für das Unternehmen sein, wenn der Manager durch höhere Bonuszahlungen für den Aufwand seines Engagements kompensiert werden kann. Bezieht man persönliche Haftung des Senders oder des Empfängers in die Betrachtung mit ein, so folgt, dass die Bestrafung des Senders lediglich den Koordinationsprozess im Unternehmen stört. Wird die illegale Handlung des Empfängers direkt geahndet, so erschwert dies die Koordination auf kollusives Verhalten. Es stellt sich also heraus, dass sowohl seitens der Behörden als auch seitens der Unternehmen sorgfältig darauf geachtet werden sollte, eher die ausführenden Personen für rechtsbrüchiges Verhalten zur Rechenschaft zu ziehen.

VWL I: Daniel Herold vertritt Professur VWL I bei der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik

 

Bei der offenen Tagung des Vereins für Socialpolitik (VfS) von 6.-9. September 2015 in Münster stellte Daniel Herold, M.Sc., seine Forschung zum Thema Vergütungsschemata und Kartellrechts-Compliance vor. Compliance Programme im Allgemeinen dienen in Unternehmen dem Zweck, rechtswidriges Verhalten zu verhindern. In dem präsentierten Arbeitspapier analysiert Herr Herold wie Anreizverträge auf das Kartellierungsverhalten von Unternehmensvertretern wirken können. Es mag intuitiv sein, dass zu hohe Gewinnziele eindeutig rechtsbrüchiges Verhalten fördern können. Spannend ist hingegen, dass auch zu niedrige Gewinnziele Manager dazu verleiten können, an einer illegalen Absprache teilzunehmen. Ein Compliance System wird hinter seiner maximal möglichen Effektivität zurückbleiben, wenn es die Arbeitsverträge und Vergütungsschemata der Manager nicht adäquat einbezieht.

Allerdings zeigt das Modell, dass auch solche Unternehmen einen Anreiz haben, in Compliance Programme zu investieren, wenn sie explizit rechtswidriges Verhalten ihrer Mitarbeiter provozieren wollen. Dieser Effekt resultiert letztlich aus der Kronzeugenregelung, denn intern zu Tage geförderte Beweise – gewonnen z.B. durch Compliance Programme – können dazu verwendet werden, die Bußgelder zu reduzieren. Dies sollte bei der aktuellen Debatte speziell zum Thema der Bußgeldreduktion für die bloße Existenz von Compliance Programmen im Unternehmen berücksichtigt werden. 

Mit diesem Vortrag ergab sich die Möglichkeit, die Universität Gießen auf der größten deutschen Konferenz für Volkswirtschaftslehre zu vertreten, bei der junge Wissenschaftler die Möglichkeit erhalten, neben renommierten Größen Ihres Fachs die eigene Forschung zu präsentieren und wertvolle Kommentare zu erhalten.

 

VWL 1: Uni Gießen wird durch Dr. Johannes Paha auf Kartelltagung in Südafrika repräsentiert

ERSA Logo

 

Am 07. und 08. September 2015 fand in Kapstadt der "4th International Workshop on the Economics of Competition & Industrial Organization" statt, der mit Prof. Joseph Harrington (University of Pennsylvania Wharton School) und weiteren bekannten Forschern aus dem Gebiet der Wettbewerbsökonomie hochkarätig besetzt war. Auf Einladung von Prof. Dr. Willem Boshoff präsentierte Dr. Johannes Paha, der an der Justus-Liebig-Universität Wettbewerbspolitik lehrt, die jüngsten Ergebnisse aus einem Gemeinschaftsprojekt mit Samuel de Haas. Die beiden Gießener Forscher können in ihrer Arbeit zeigen, dass der Erwerb von Minderheitsbeteiligungen üblicherweise nicht die Gefahr einer weitergehenden Kartellbildung aufwirft. Dies gilt zumindest dann, wenn Kartellabsprachen von den zuständigen Wettbewerbsbehörden eingehend verfolgt werden.

 

Die Tagung wurde im Rahmen des Forschungsprogramms "Economic Research Southern Africa" ausgerichtet, das sich u.a. zum Ziel gesetzt hat, die ökonomische Forschung in Südafrika durch die Förderung des Austauschs mit internationalen Forschern zu unterstützen. So nahmen neben den internationalen Referenten auch südafrikanische und nigerianische Forscher sowie Mitarbeiter und der Chefökonom der südafrikanischen Wettbewerbsbehörde an der Tagung teil. Neben den Vorträgen der Ergebnisse aktueller Forschung präsentierten südafrikanische Doktoranden die Konzepte der geplanten Doktorarbeiten, um hierzu eine Rückmeldung durch die internationalen Forscher zu erhalten. Das Konzept der Veranstaltung war gelungen und führte zum beabsichtigten Gedankenaustausch. Schließlich konnten so auch die Forscher aus aller Welt Informationen zur spezifischen Wettbewerbssituation Südafrikas erhalten.

 

ERSA Austausch

VWL 1: Dr. Johannes Paha als Visiting Assistant Professor in den USA

Logo University Wisconsin-Milwaukee

 

Die wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereiche der University of Wisconsin-Milwaukee (UWM) und der Justus-Liebig-Universität Gießen unterhalten bereits seit mehreren Jahrzehnten ein äußerst erfolgreiches Austauschprogramm. So konnten in dieser Zeit rund ein Dutzend Studierende pro Jahrgang parallel zu ihrem deutschen Studium einen amerikanischen Masterabschluss in BWL oder VWL an der UWM erwerben.


Teil dieses Austauschprogramms ist auch der Austausch von Lehrenden beider Fachbereiche. So bieten z.B. amerikanische Dozenten am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der JLU regelmäßig Sommerkurse an, die auf das Kursprogramm in den USA angerechnet werden können. Gleichermaßen unterrichtet ein deutscher Dozent über einen Zeitraum von 4 Wochen einen Kurs an der UWM. Dabei handelt es sich nicht nur um eine gute Gelegenheit, sich mit den amerikanischen Forschern auszutauschen. Auch in der Lehre ergeben sich interessante Kontakte. Schließlich werden die amerikanischen Sommerkurse von Studierenden mit einem sehr vielfältigen Hintergrund besucht. So lernen wiederkehrende "Adult Students", die bereits in Unternehmen arbeiten, Seite an Seite mit Nebenfachstudierenden, die Erfahrungen aus einem völlig anderen fachlichen Kontext einbringen. Wegen der überschaubaren Gruppengröße ist auch der Austausch zwischen Studierenden und Dozenten sehr intensiv. Schließlich verbringen diese an drei Abenden pro Woche jeweils 4 Stunden miteinander.


Im Jahr 2015 vertrat Herr Dr. Paha die Justus-Liebig-Universität in den USA. Sein Fazit: "Es war klasse. Ich habe gerne mit den amerikanischen Studenten zusammengearbeitet. Es war schön zu sehen, mit welchem Eifer viele Kursteilnehmer bei der Sache waren. Gleichzeitig zeichnet sich aber auch ab, dass das deutsche Schulsystem dem amerikanischen immer noch um Längen voraus ist. Diesen Vorsprung sollten wir uns bewahren."

VWL 1: Praxiskooperation trägt Früchte - Masterthesis als Konferenzbeitrag angenommen

Die Master-Thesis „A risk governance approach to managing antitrust risks in the banking industry“ entsteht als Teil des an der Professur VWL I von Dr. Johannes Paha geleiteten Forschungsprojekts zu Kartellrechts-Compliance in Kooperation mit der in Frankfurt ansässigen Unternehmensberatung Protiviti. Die Arbeit zeigt auf, wie Unternehmen kartellrechtliche Risiken mit Methoden des Risikomanagements bestmöglich reduzieren können. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf kartellrechtlichen Risiken in der Bankbranche. Die Arbeit zeigt den Handlungsbedarf im Bankensektor auf und erarbeitet einen Ansatz, wie das kartellrechtliche Risiko und die damit zusammenhängende Risikobereitschaft (risk appetite) für Banken bestimmt werden können. In einem weiteren Schritt werden geeignete Governance-Strukturen und darin zu implementierende Handlungsmöglichkeiten dargestellt, um eine bankeninterne Bekämpfung von Kartellrechtsverstößen zu forcieren.

 

Die Konferenz findet am 14. und 15. Oktober 2015 statt und soll als Plattform für Risk-Governance Entscheider und Forscher dienen. Dadurch möchte die Forschungsgruppe aus Siegen den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ermöglichen. Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie hier.

 

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VWL 1: Der deutsche Strommarkt zwischen Fukushima und EEG-Umlage

Im Sommersemester 2015 wurde aufgrund der aktuellen Relevanz ein integriertes Bachelor- und Masterseminar zum Thema „Der deutsche Strommarkt zwischen Fukushima und EEG-Umlage“ angeboten (Betreuung und Konzeption durch Prof. Dr. Georg Götz, Samuel de Haas und Jan Thomas Schäfer). 

Der Fokus der Veranstaltung lag auf der Diskussion von Problemen und Fragestellungen bezüglich des deutschen Strommarktes, die sich insbesondere aus der Energiewende ergeben. Dementsprechend waren die Expertenvorträge von Sven Heim und Christian Nitsche optimal zur Ergänzung der Ergebnisse der Seminarteilnehmer. Sven Heim konnte durch seine Funktion als Mitarbeiter des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung  den Seminarteilnehmern tiefe Einblicke in die aktuelle empirische Forschung innerhalb der Elektrizitätswirtschaft liefern. Christian Nitsche war als Mitarbeiter im Regulierungsmanagement von EnBW hingegen in der Lage die unternehmerische Praxis anschaulich darzustellen. Die Vorträge waren insbesondere deshalb sehr interessant, da beide Referenten Alumni der Justus-Liebig-Universität sind. Sie haben am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften studiert und hatten das Tiefenfach Industrieökonomie, Wettbewerbspolitik und Regulierung belegt. Sie konnten so einen interessanten Einblick in potentielle, zukünftige Arbeitsfelder für Teilnehmer des Seminars geben.

Aufgrund der Breite der Thematik waren die Seminarteilnehmer in der Lage aus einer Vielzahl an verschiedenen Themenvorschlägen für ihre schriftlichen Arbeiten zu wählen. Neben einer regulierungsökonomischen Analyse der grundlegenden Charakteristika der Elektrizitätswirtschaft wurden von den Teilnehmern auch mögliche Entwicklungen der Strommärkte (bspw. Preise und Umlagen), die sich aufgrund der Ausbauziele der Erneuerbaren Energien (EE) ergeben, behandelt. Des Weiteren befassten sie sich mit der Frage nach den Auswirkungen einer gestiegenen EE-Einspeisung auf die Profitabilität und die Preise konventioneller Energieträger. Im Kontext eines stark steigenden Anteils von EE und des erforderlichen Netzausbaus, wurden zudem verschiedene Möglichkeiten für eine geeignete Regulierung des Stromnetzes behandelt.  In diesem Zusammenhang stand neben der Analyse des Status quo die Entwicklung möglicher Lösungsvorschläge im Vordergrund. Den Schwerpunkt der Arbeiten zu diesen Themen bildeten Speichertechnologien und ihre Geschäftsmodelle, Kapazitätsmechanismen sowie Redispatchmaßnahmen. Darüber hinaus wurde die aktuelle Diskussion um die Befreiung energieintensiver Unternehmen von der EEG-Umlage aus wettbewerbsökonomischer Sicht beleuchtet.

Die starke Vernetzung der einzelnen Themen ermöglichte voranbringende Diskussionen der studentischen Ergebnisse zwischen Seminarteilnehmern, externen Gästen und den Mitarbeitern der Professur VWL I. Dies erlaubte in Kombination mit den Expertenvorträgen allen Anwesenden einen umfassenden Einblick in die Elektrizitätswirtschaft und ihren aktuellen Herausforderungen zu erhalten. 

Bastian Krieger (Seminarteilnehmer)

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Teilnehmer des Seminars (von rechts: Christian Nitsche, EnBW, Prof. Dr. Georg Götz)

VWL I: Ausschreibung eines Projektmoduls (6 CP) im BSc-/MSc-Studiengang zur Unterstützung eines weltweiten Umfrageprojekts zum Thema Kartellrechts-Compliance der Professur VWL I

Liebe Studentinnen und Studenten,

 

die Professur VWL I benötigt Projektmitarbeiter für die Unterstützung einer weltweiten Umfragestudie zum Thema Kartellrechts-Compliance. Bei der Mitarbeit handelt es sich um Projektmodule, in deren Rahmen Sie Credit Points erwerben können. Nähere Informationen finden Sie hier.

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an .

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Team VWL I

Handelsblatt-Interview mit Prof. Dr. Götz zur Taxi-Branche und zu Uber

Das Handelsblatt berichtet in seiner Ausgabe vom 01.06.2015 ausführlich über die Entwicklungen im Taxigewerbe und die Herausforderungen, die sich für diese Branche durch neue Dienst wie Uber ergeben. Zu diesem Tagesthema wurde Prof. Götz interviewt und nach seiner Einschätzung der Situation befragt. Für Studierende steht die Titelgeschichte inklusive Interview in StudIP zur Verfügung.

Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden sich in einem Beitrag, den Prof. Götz gemeinsam mit Tim Brühn unter dem Titel Die Markteintritte von Uber und Airbnb: Wettbewerbsgefährdung oder Effizienzsteigerung? im ifo Schnelldienst 67 (21), 03-06, 2014 veröffentlicht hat. Weitere, an die Scientific Community gerichtete Arbeiten, die sich allgemein mit den Bereichen Internetökonomie und/oder zweiseitigen Märkten beschäftigen, sind The Value of User-Specific Information for Two-Sided Matchmakers. Tim Brühn, Georg Götz und Annette Meinusch, MAGKS Discussion Paper No. 48-2014, August 2014 sowie ein neues Arbeitspapier von Tim Brühn und Georg Götz mit dem Titel Exclusionary Practices in Two-sided Markets: The Effect of Radius Clauses on Competition between Shopping Centers.

 

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Artikel der Professur VWL 1 zur kartellrechtlichen Compliance im Handelsblatt Journal Compliance

Die Mitarbeiter der Professur VWL I Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha, Daniel Herold, M.Sc., und Marieke Funck, B.Sc sind mit einem Artikel zur kartellrechtlichen Compliance im Handelsblatt Journal Compliance vertreten.

Der Artikel mit dem Titel "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt - Angelpunkte der kartellrechtlichen Compliance" thematisiert ökonomische Defizite der herrschenden Compliance-Praxis in vielen Unternehmen. Darüber hinaus durchleuchtet der Artikel die Möglichkeiten der e-Discovery, der statistischen Auswertung elektronischer Texte (z.B. e-Mails) im Unternehmen, als Maßnahme zur Früherkennung von Kartellrechtsverstößen. Die Erkenntnisse des Artikels basieren damit einerseits auf der empirischen (http://www.bvdcm.de/publikationen/compliance-2015-perspektiven-einer-entwicklung) und theoretischen Forschung der Professur im Bereich Kartellrechts-Compliance, sowie andererseits auf der engen Zusammenarbeit mit Recommind, einem Anbieter von Dienstleistungen zu e-Discovery.

 

Handelsblatt Journal Compliance

Beitrag der Professur VWL I im Sammelband "COMPLIANCE 2015 - PERSPEKTIVEN EINER ENTWICKLUNG"

Im aktuellen Sammelband des Bundesverbands der Compliance Manager (BCM) unter dem Titel "COMPLIANCE 2015 - PERSPEKTIVEN EINER ENTWICKLUNG" veröffentlichen Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold Auszüge ihrer Forschung zur kartellrechtlichen Compliance.

 

Die folgende Inhaltsbeschreibung sowie Informationen über Bezugsmöglichkeiten finden sich auf den Internetseiten des BCM unter http://www.bvdcm.de/publikationen/compliance-2015-perspektiven-einer-entwicklung

In dem Sammelband berichten ausgewählte Experten aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen sowie aus Forschung und Lehre über die aktuellen Themenstellungen, unter denen Compliance Ende des Jahres 2014 sowie im Jahr 2015 gesehen wird. Praktische Erfahrungen und Empfehlungen aus der wissenschaftlichen Arbeit werden gleichermaßen verständlich und informativ dargelegt. Erfolgreiche Ideen, Gedankenanstöße und Lösungsmodelle werden vorgestellt und ermöglichen es dem Leser, diese auf die Situation in seiner eigenen unternehmerischen oder operativen Bedarfslage als Compliance Manager umzusetzen.
Unter Projektleitung seitens des Berufsverbands der Compliance Manager (BCM) konzentriert sich die Zusammenstellung unter anderem auf

  • Compliance in Firmenverflechtungen,
  • Compliance-orientierte Governance und Compliance-Kultur,
  • prozessorientierte IT-Umsetzung von Compliance-Anforderungen,
  • kartellrechtliche Compliance,
  • Messbarkeit von Compliance,
  • aktueller Status in der Compliance-Standardisierung.

 

Dieses Kompendium aus 20 Fachbeiträgen anerkannter Kompetenzträger hat im Rahmen der Aufgabenstellung des BCM zum Ziel, effizient Wissen zu vermitteln und einen praktischen Mehrwert für das Compliance Management zu schaffen. Es vervollständigt den von der Berufsfeldstudie Compliance Manager 2013 und der Fremdbildstudie 2014 aufgespannten Horizont und setzt zur Professionalisierung des Berufsbildes aktuelle und nützliche Impulse. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Baker & McKenzie sucht Praktikanten/Studentische Hilfskräfte

Die Anwaltskanzlei Baker & McKenzie sucht für das Büro in Düsseldorf nach Praktikanten und/oder studentischen Hilfskräften (m/w) im Bereich Wettbewerbsökonomie. Weitere Informationen an der Professur und hier.

 Baker & McKenzie

Interview mit Dr. Paha in "Compliance Manager"

Das Interesse an den im Juli 2014 veröffentlichten Ergebnissen der an der Professur VWL I (Prof. Dr. Götz) durchgeführten Studie zur Kartellrechts-Compliance hält weiter an. Nachdem die Ergebnisse bereits auf Fachkonferenzen diskutiert, im Bundeskartellamt und im Bundeswirtschaftsministerium vorgestellt wurden, erschien nun ein weiteres Interview mit Herrn Dr. Paha. In dem Magazin "Compliance Manager" erläutert Herr Dr. Paha warum Compliance und Riskiomanagement in Unternehmen stärker verzahnt werden müssen. Außerdem zeigt er auf, wie Kartellrechtsschulungen von Compliance Officers ergänzt und dahingehend verbessert werden können, dass Angestellte mehr für die Thematik  sensibilisiert werden.

Das komplette Interview finden Sie hier (Compliance Manager 1/15, S. 104-105).

 

Die durchgeführte Studie "Wie Compliance-Maßnahmen Kartellrechtsverstöße verhindern und zum Unternehmenserfolg beitragen können." können Sie hier finden.

Workshop: Dynamic Games - Numerical Methods and Applications

Mit Prof. Doraszelski von der Wharton University of Pennsylvania folgte einer der auf dem Gebiet der dynamischen Industrieökonomie weltweit führenden Experten der Einladung an die Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Untersuchung des Einflusses von Unternehmensentscheidungen wie etwa der Investition in Produktionskapazitäten oder in Forschung und Entwicklung auf die langfristige Entwicklung von Sektoren stand im Mittelpunkt der von der Professur VWL 1 (Professur für Industrieökonomie, Wettbewerbspolitik und Regulierung) ausgerichteten Veranstaltungen.

Prof. Doraszelski hat eine Vielzahl von Aufsätzen in den angesehensten volkswirtschaftlichen Fachzeitschriften wie der American Economic Review, der Review of Economic Studies und in Econometrica veröffentlicht. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Wharton University of Pennsylvania ist er zudem als Associate Editor für das führende „Field-Journal“, das RAND Journal of Economics tätig.


Prof. DoraszelskiAls Teil des am Fachbereich 02 veranstalteten Forschungskolloquiums präsentierte Prof. Doraszelski am 14.01.2015 zunächst in einem 90-minütigen Vortrag seine aktuelle Arbeit zum Thema „Measuring the Bias of Technological Change“. Er wirft darin die Frage auf, ob technischer Fortschritt in erster Linie arbeitssparend ist, ein Punkt, dessen mögliche Konsequenzen in der folgenden Aussprache mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern intensiv diskutiert.

Im Rahmen der Doktorandenausbildung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften bot Prof. Doraszelski dann am 15. und 16. Januar weiterführende Vorlesungen auf Schloss Rauischholzhausen an. Dieser Workshop war Teil des interuniversitären MAGKS-Programms, in dessen Rahmen die Universitäten Marburg, Aachen, Gießen, Göttingen, Kassel und Siegen (MAGKS) eine gemeinsame Doktorandenausbildung im Fach Volkswirtschaftslehre anbieten. Ziel des MAGKS-Programms ist es, die Qualität der Promotionsarbeiten weiter anzuheben und deren Einbindung in die internationale Forschung zu fördern. Zusätzlich zu den Teilnehmern der MAGKS-Universitäten nahmen an der Veranstaltung Jungforscher aus Mannheim, Ulm und Wien teil. Zu erwähnen ist auch das Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS), welches einige der heimischen Teilnehmer unterstützte, indem es die Kosten des Workshops übernahm.

 

Dynamic Games Januar 2015

Ziel des aktuellen Kurses war es, Methoden der dynamischen Industrieökonomie nicht nur kennenzulernen, sondern auch konkrete Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Methodisch bewegten sich die Ansätze hierbei im Bereich der Differenzialspiele, die Teil der dynamischen Spieltheorie sind. Da diese spezielle Gruppe von Spielen selten analytisch gelöst werden können, müssen die Lösungen zumeist numerisch approximiert werden. Neben Vorlesungselementen hatten die Teilnehmer des Workshops so auch die Möglichkeit in Kleingruppen unter Verwendung entsprechender Programme (z.B. Matlab) Lösungen zu erarbeiten und diese mit Prof. Doraszelski zu diskutieren. Fortgeschrittenen Promovierenden wurde zudem die Möglichkeit gegeben, im Gespräch mit Prof. Doraszelski den Stand der eigenen Forschung vorzustellen.

Dr. Gissel mit Innovationspreis 2014 der Medizinischen Gesellschaft Gießen ausgezeichnet

Dr. Christian Gissel wurde vom Vorsitzenden der Medizinischen Gesellschaft Gießen, Prof. Dr. Klaus T. Preissner, im Rahmen der Feulgen Lecture am 17.12.2014 mit dem Innovationspreis für Lehre 2014 ausgezeichnet. Der mit 2000 Euro dotierte Preis würdigt Dr. Gissels Engagement für hervorragende Lehre. Im Zentrum der gewürdigten Leistung stand das interdisziplinäre Seminar Pharmakoökonomie, das die Professur VWL I gemeinsam mit den Fachbereichen Medizin und Rechtswissenschaft anbietet.

 

Dr. Gissel dankte Prof. Preissner für die Verleihung des Preises sowie Prof. Götz (VWL I), Prof. Dreyer (Pharmakologie), Dr. Repp (Studiendekanat FB Medizin) und Prof. Lange (Rheumatologie) dafür, dass sie den Aufbau des interdisziplinären Lehreformats mit viel Engagement ermöglicht haben. 

 

Seit Wintersemester 2014/2015 wurde das Seminarformat inhaltlich deutlich ausgebaut und auf ein breites Spektrum der Gesundheitsökonomie erweitert. Die von der Professur VWL I betreuten Seminararbeitsthemen analysierten in diesem Semester neben pharmakoökonomischen Fragestellungen auch ökonomische Anreizsysteme zur Niederlassung auf dem Land als Allgemeinmediziner, Themen der Versorgungsforschung, Gründe und Lösungsansätze für unterschiedliche MRSA-Quoten in Deutschland und den Niederlanden sowie Aspekte des Pflegemarkts.

 

Innovationspreis 2014 der Medizinischen Gesellschaft Gießen

Seminare zum Strommarkt und zur Gesundheitsökonomie im Sommersemester 2015

Liebe Studierende,

 

im kommenden Sommersemester bietet die Professur VWL I zwei Seminare an. Es findet ein Seminar zu aktuellen Fragen im deutschen Strommarkt statt. Unter dem Titel „Der deutsche Strommarkt zwischen Fukushima und EEG-Umlage“ werden regulierungs- und wettbewerbsökonomische Aspekte beleuchtet. Darüber hinaus bietet die Professur VWL I auch ein Seminar zur Gesundheitsökonomie an.

 

Beide Seminare werden sowohl als Proseminar für Bachelor-Studierende als auch als Hauptseminar für Master-Studierende angeboten. Sie können sich hierzu ab dem 15.01.2015 wie gewohnt über S3C anmelden. Für das Strommarkt-Seminar senden Sie Ihren Leistungsnachweis bitte an  und für das Gesundheitsökonomie-Seminar bitte an .

 

Weitere Informationen zum Seminar Strommarkt finden Sie hier und zum Seminar Gesundheitsökonomie hier.

 

Im Fortschrittsbericht zur Energiewende können Sie sich einen ersten Eindruck davon verschaffen, welche Ansichten das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zu vielen Themen unseres Seminars vertritt.

 

Ihr VWL-I Team

 

BMWi - Fortschrittsbericht zur Energiewende

Studie zu Markteintrittsbarrieren in EU Retail-Energiemärkte veröffentlicht

13.11.2014


Im Auftrag der Agentur der europäischen Energieregulierungsbehörden – ACER – wurde an  der Professur VWL-I in Kooperation mit E-Bridge
die Studie „Barriers to cross-border entry into retail energy markets erstellt. Die von  Samuel de Haas und Prof. Georg Götz betreute Studie beschäftigt sich mit Markteintrittsbarrieren (im speziellen für Cross-Border Markteintritte) in europäische Energiemärkte. Die Ergebnisse der Studie basieren dabei auf detaillierten Interviews mit 30 namhaften europäischen Energieversorgern und sind in den Market Monitoring Report 2014 eingeflossen.


ACER (Agency for the Cooperation of Energy Regulators)

DFG fördert eine Forschungs- und Vortragsreise von Herrn Dr. Paha in die USA

10.10.2014

 

Seit Frühjahr 2013 führen Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc., ein Projekt zur Erforschung der Ausgestaltung und Wirkung kartellrechtlicher Compliance-Maßnahmen durch. Im Rahmen einer Umfrage unter Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz konnte so gezeigt werden, dass aus ökonomischer Sicht bedeutsamen Risikofaktoren für die Kartellbildung in der Compliance-Praxis bislang noch eine eher überschaubare Bedeutung zukommt.

Die Ergebnisse dieser Forschung stellte Herr Dr. Paha am 01.10. auf Einladung von Prof. Dr. Sally Simpson am Department of Criminology der University of Maryland vor. Im Rahmen dieses Vortrags konnten die Erkenntnisse der Gießener Forscher mit den dortigen Wissenschaftlern diskutiert werden, wodurch sich wiederum Impulse für die zukünftige Forschung in Gießen ergaben. Seit seiner Gründung im Jahr 1969 ist das Department of Criminology and Criminal Justice der University of Maryland deutlich gewachsen und ist bestrebt, eine Vorreiterrolle in der kriminologischen Forschung einzunehmen.

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Im Zuge seiner Beschäftigung mit Kartellrechts-Compliance argumentiert Herr Dr. Paha auf Basis einer modelltheoretischen Arbeit, dass Wettbewerbsbehörden mitunter Anreize zur Investition in Compliance-Programme schaffen können, indem sie das allgemeine Niveau der Bußgelder absenken, die Kartellunternehmen auferlegt werden. Dies steht im Kontrast zu einem oft gehörten Argument: Ein niedrigeres Bußgeld schrecke weniger vor Kartellvergehen ab. Diese niedrigere Abschreckungswirkung mindere auch den Anreiz, in kartellverhindernde Maßnahmen zu investieren. Dr. Paha zeigt hingegen, dass dieser Anreiz bei sinkenden Bußgeldern gerade steigen kann, wenn andernfalls nämlich die Zahl der Kartellvergehen steigt.

Diese Überlegungen stellte er auf Einladung von Prof. Dr. Roger Blair am Department of Economics der University of Florida vor. Die Diskussion zu diesem Thema ging dabei schnell über den eigentlichen Fokus der Arbeit hinaus, um die weiteren Implikationen von Herrn Dr. Pahas Ergebnissen für die praktische Wettbewerbspolitik zu beleuchten. Die Teilnehmer des Forschungsseminars zeigten ein lebhaftes Interesse am behandelten Themenfeld sowie an den Ergebnissen der Gießener Forschung.

Zudem verbrachte Johannes Paha eine Woche am Levin College of Law der University of Florida, um eine Forschungskooperation mit Prof. Dr. Daniel Sokol anzustoßen. Dieser Aufenthalt wurde dankenswerterweise von der Deutschen Forschungsgemeinschaft durch die Gewährung von Drittmitteln zum Aufbau internationaler Kooperationen unterstützt. Im Rahmen der in Gainesville (Florida) geführten Gespräche wurde vereinbart, die weiteren Ausbaustufen der Gießener Umfrage zur Kartellrechts-Compliance in Kooperation mit der University of Florida durchzuführen. Die Forscher sind überzeugt, durch ihre Arbeit nicht nur einen wissenschaftlichen sondern auch einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Schließlich werden Konsumenten tagtäglich geschädigt, da sie für eine Vielzahl von Produkten (in der Vergangenheit z.B. Matratzen, Kerzen, Süßwaren, Bier, Zement, Computermonitore etc.) aufgrund rechtswidriger Absprachen zwischen Unternehmen zu hohe Preise zahlen.

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Kartellrechts-Compliance und ökonomische Analyse des Rechts

30.09.2014

 

Der ökonomischen Analyse des Rechts kommt eine immer weiter steigende Bedeutung zu. Daher wurde bereits im Jahr 1984 die European Association of Law and Economics ins Leben gerufen. Deren Jahrestagung ist zu einem bedeutenden Forum geworden, um Forschungsergebnisse und -ideen auszutauschen. Auf der diesjährigen Jahrestagung in Aix-en-Provence stellte Dr. Johannes Paha die Ergebnisse eines aktuellen Modells vor einem international renommierten Publikum vor. In seinem Modell zeigt er die Fehlentscheidungen auf, die sich ergeben, wenn Unternehmensmanager unzureichend über das Kartellrecht informiert sind. Einerseits werden z.B. trotz hoher Bußgelder Kartelle eingegangen. Andererseits unterbleiben manche positiv zu beurteilenden Kooperationen (z.B. gemeinsame Forschung und Entwicklung) aus Sorge, die Wettbewerbsbehörden könnten diese untersagen. Diese Fehler können z.B. durch Compliance-Trainings verhindert werden. Es zeigt sich, dass der Anreiz der unternehmensinternen Rechtsabteilungen, solche Trainings anzubieten, mitunter gesteigert werden kann, wenn die Wettbewerbsbehörden das Niveau der Bußgelder absenken. Bei einem niedrigeren Bußgeldniveau treten Fehlentscheidungen nämlich verstärkt auf, sodass die Unternehmen eher in entsprechende Präventionsmaßnahmen investieren. Informationen zur Konferenz finden Sie hier:

[http://www.eale.org/index/index/about]

Im Anschluss an diese Konferenz stellte Herr Dr. Paha die Ergebnisse der Gießener Umfrage zur Kartellrechts-Compliance auch am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung vor. Die Einladung zu diesem Vortrag erfolgte durch Herrn Prof. Dr. Hüschelrath und Herrn Sven Heim, die seit Jahren mit den Gießener Forschern der Professur VWL I in gutem Kontakt stehen. Die Diskussion mit den Mitgliedern der Forschungsgruppe von Herrn Prof. Hüschelrath warf neue Ideen auf, die in Zukunft in das Gießener Forschungsprojekt einfließen werden. Der Gedankenaustausch der Forscher zeigte erneut auf, wie wichtig Kooperationen für die Wissenschaft sind.

http://www.zew.de/images/presse/voll/ZEW_Seitenansicht.jpg

Handelsblatt Online - Wie Manager nicht in die Kartellfalle laufen

Im Artikel "Tücken des Wettbewerbs - Wie Manager nicht in die Kartellfalle laufen" berichtet Handelsblatt Online am 17.09.2014 ausführlich über das von Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold durchgeführte Forschungsprojekt Kartellrechts-Compliance: Wie Compliance-Maßnahmen Kartellrechtsverstöße verhindern und zum Unternehmenserfolg beitragen können. Der Autor des Artikels, Lukas Bay, hat Dr. Johannes Paha zu diesem Zweck interviewt.

Die zugrundeliegende Studie können Sie hier herunterladen, weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie hier.

Handelsblatt online

Einladung zur Präsentation von Studienergebnissen im Bundeskartellamt

Nach Veröffentlichung der Gießener Studie zur kartellrechtlichen Compliance war Herr Dr. Paha von Herrn Dr. Hesch (Mitarbeiter des Bundeskartellamts) eingeladen worden, die Studienergebnisse am 09. September 2014 in Bonn zu präsentieren und mit Behördenvertretern zu diskutieren. Der Präsentation wohnten rund 30 Mitarbeiter des Bundeskartellamts bei, die interessiert mit den aus Gießen angereisten Ökonomen (Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold) diskutierten. So konnten nicht nur die Ergebnisse dieser Forschung in die Praxis vermittelt werden. Aus den Gesprächen ergaben sich auch wieder Ansatzpunkte für die weitere Forschung.

 

http://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Bild/DE/Pressefotos/Haus1.jpg?__blob=poster&v=2

Interview mit Dr. Paha in "Compliance - Die Zeitschrift für Compliance-Verantwortliche"

Die im Juli 2014 veröffentlichten Ergebnisse der an der Professur VWL I (Prof. Dr. Götz) durchgeführten Studie zur Kartellrechts-Compliance ziehen weite Kreise. Nachdem die Ergebnisse bereits auf Fachkonferenzen diskutiert und sowohl im Bundeskartellamt als auch im Bundeswirtschaftsministerium vorgestellt wurden, erschien nun ein Interview mit Herrn Dr. Paha in der Zeitschrift "Compliance - Die Zeitschrift für Compliance-Verantwortliche". Darin erläutert er eines der zentralen Studienergebnisse, dass Risikofaktoren im ökonomischen Umfeld der Unternehmen bislang von Compliance-Verantwortlichen nur in einem überschaubaren Ausmaß beachtet werden.

Das ganze Interview finden Sie im Magazin auf Seite 7.

Darüber hinaus erschien ein Bericht über die Studie in der österreichischen Zeitschrift "Compliance Praxis". Verfasser des Artikels ist Herr Dr. Johannes Barbist, Partner der Kanzlei Binder Grösswang, die über eine besondere Expertise insbesondere im Bereich des Kartellrechts verfügt. Abonnenten können den Beitrag von der Website der Zeitschrift herunterladen.

 

Compliance - Die Zeitschrift für Compliance-Verantwortliche

Prof. Dr. Götz und Dr. Paha präsentieren Studienergebnisse auf Einladung des Bundeswirtschaftsministeriums

Maßnahmen zur kartellrechtlichen Compliance werden von Unternehmen durchgeführt, um die Einhaltung kartellrechtlicher Vorschriften durch ihre Mitarbeiter sicherzustellen. Dabei kann es sich bspw. um Schulungsmaßnahmen und Prüfungshandlungen zur Entdeckung von Missverhalten oder zur Risikofrüherkennung sowie um die Vorgabe von Verhaltensregeln handeln. Bei andernfalls auftretenden Zuwiderhandlungen drohen den Unternehmen empfindliche Bußgelder und Schadensersatzforderungen.

In einer aktuellen Studie zeigen die Gießener Forscher Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc., dass Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine hohe Rechtsunsicherheit wahrnehmen. Diese bezieht sich z.B. auf die Frage, wie fehlende oder unvollständige Compliance-Bemühungen zu Haftungsrisiken auch für an den Verstößen unbeteiligte Vorstandsmitglieder führen können. Gleichzeitig ist erkennbar, dass vielen Risikofaktoren im ökonomischen Umfeld der Unternehmen in den bislang noch eher juristisch geprägten Compliance-Programmen weniger Raum eingeräumt wird als aus Sicht der Gießener Forscher wünschenswert wäre.

Am 02. September 2014 fand im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ein Workshop zur kartellrechtlichen Compliance statt. Neben Vertreterinnen und Vertretern großer, deutscher Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung und von Kartellrechtskanzleien diskutierten dort auch Herr Prof. Dr. Götz und Herr Dr. Paha als Vertreter der Wissenschaft über das Thema Kartellrechts-Compliance. Der konstruktive und informative Workshop zeigte, dass die am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Justus-Liebig-Universität gewonnenen Erkenntnisse auch in der Praxis auf eine sehr positive Resonanz stoßen.

Weitere Forschungsbemühungen zielen auf eine Ausweitung der empirischen Studie auf den angelsächsischen Raum. Gleichzeitig wird die Arbeit an modelltheoretischen Arbeit zur Compliance fortgeführt und forciert. Weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie unter dem folgenden Link:

https://www.uni-giessen.de/fbz/fb02/fb/professuren/vwl/goetz/forschung/projekteordner/laufendeprojekteordner/complianceprogrammKartellrecht

 

BMWi

Drei Mitarbeiter der Professur bei der 41ten Konferenz der EARIE vertreten

Die Mitarbeiter der Professur VWL I Dr. Johannes Paha, Dipl. Vw. Tim Brühn und Daniel Herold, M.Sc. präsentierten die Ergebnisse ihrer Forschung auf der 41. Konferenz der European Association for Research in Industrial Economics (EARIE). Die jährliche Konferenz fand vom 29.08. bis 31.08.2014 in Mailand statt.

 

Die EARIE ist die größte, europäische Konferenz im Bereich der Industrieökonomie. Im Rahmen der Konferenz wurden die Arbeiten der Autoren vorgestellt und diskutiert. Darüber hinaus wurden neue Kontakte zu international erfolgreichen Wissenschaftlern geknüpft, bereits vorhandene Kooperationen gepflegt und neue Ideen für die eigene Forschung generiert. Um die Reise zu finanzieren, wurden Herr Dr. Paha und Herr Herold durch das Konferenzreiseprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) gefördert.

 

Herr Dr. Paha stellte die Ergebnisse seiner Forschung zum Thema "Cooperation and Compliance with Risk and Uncertainty about Law Enforcement" vor. Nicht nur einem wissenschaftlichen Fachpublikum sondern auch Mitarbeitern von Wettbewerbsbehörden erläuterte er u.a., dass Wettbewerbsbehörden Unternehmen mitunter motivieren können, kartellrechtliche Compliance-Programme einzuführen, wenn dass allgemeine Niveau der Bußgelder abgesenkt wird, die gegenüber Kartellsündern verhängt werden. Das niedrigere Bußgeldniveau kann bewirken, dass Mitarbeiter, die über kartellrechtliche Sachverhalte nur schlecht informiert sind, von Vergehen wegen der gesunkenen Sanktionen weniger abgeschreckt werden. Dies schadet den Unternehmen insbesondere, wenn die Bußgelder und sonstigen Sanktionen auch nach der Absenkung noch deutlich höher sind als der Zugewinn aus dem rechtswidrigen Handelns. Die aufgrund der gesunkenen Bußgelder gestiegene Gefährdungslage erhöht den Anreiz für Rechts- und Compliance-Abteilungen, diese Mitarbeiter über kartellrechtliche Sachverhalte aufzuklären und so rechtskonformes Verhalten zu fördern.

 

Darüber hinaus leitete Herr Dr. Paha die Session "Collusion: Theory". Dies bot die Gelegenheit, renommierten Autoren eine Rückmeldung zu deren Arbeit zu geben, um so die Sichtbarkeit und Vernetzung der Universität Gießen und der Professur VWL I weiter zu steigern.

 

Tim Brühn referierte über den Wert konsumentenspezifischer Information für Intermediäre. In der heutigen Zeit übernehmen zunehmend webbasierte Plattformen die Vermittlung zwischen zweien oder mehreren ihrer Kundengruppen. Uber vermittelt Fahrgäste zu Fahrern, Google und Facebook vermitteln Werbetreibende zu potentiellen Konsumenten, HRS schlägt Reisenden Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels vor. Akteure beider Gruppen haben unterschiedliche Charakteristika und Präferenzen, die für die Plattform von höchstem Interesse sind, weil sie die Qualität der Vermittlung, die Zahlungsbereitschaften der Kunden und den Gewinn determinieren. Vermittlungsdienste generieren daher nutzerspezifische Informationen mit einer gewinnmaximierenden Präzision. Herr Brühns Artikel „The Value of User-Specific Information for Two-Sided Matchmakers“ gibt eine theoretische Fundierung dieses Problems und analysiert darauf aufbauend Anreize, in die Generierung nutzerspezifischer Informationen zu investieren. Mit seiner Forschung befindet sich Herr Brühn im hochaktuellen, aber bisher noch wenig erforschten Schnittstellenbereich zwischen der Theorie zweiseitiger Märkte und dem Matching heterogener Akteure.

 

Herr Herold präsentierte seine Arbeit "A Principal-Agent Model of Competition Law Compliance". Eines der zentralen Ergebnisses des Papiers ist, dass Compliance-Bemühungen eine Auswirkung auf die Anreizverträge im Unternehmen haben können: Durch die Aufdeckungswahrscheinlichkeit eines Kartells wird der Arbeitsanreiz der Mitarbeiter gedämpft, wenn diese vorher in illegale Absprachen involviert waren. Durch diesen negativen Effekt auf den Gewinn des Unternehmens entsteht ein nicht-monotoner Zusammenhang zwischen den Schwellenwerten für Bonuszahlungen der Mitarbeiter und den Anreizen zur Kartellierung. Gegenstand der Untersuchung ist ein Arbeitsvertrag, der ein fixes Gehalt vorsieht, sowie einen variablen Bonus, der über die Differenz des realisierten Unternehmensgewinns zu einem bestimmten, vorher festgelegten Schwellenwert bestimmt wird. Im Kartell kann ein höherer Gewinn realisiert werden; somit können ambitionierte Gewinnziele die Mitarbeiter bestärken, sich an illegalen Absprachen zu beteiligen. Ein zu niedriger Schwellenwert kann diesen Kartellierungsanreiz im Vergleich zu einem hohen Gewinnziel aber sogar noch verstärken. Einerseits kann sich der Mitarbeiter im Kartell einen höheren Bonus sichern. Andererseits kann der niedrigere Gewinn, der durch den beschriebenen adversen Effekt des illegalen Verhaltens auf den Arbeitseinsatz ensteht, immer noch mit einem variablen Bonus belohnt werden.

 

 

EARIE 2014 Milan

Kartelle: Geschädigte Verbraucher, bemühte Unternehmen

Studie der Universität Gießen zeigt, dass Unternehmen ihre Maßnahmen zur Kartellrechts-Compliance noch wirkungsvoller gestalten könnten.


Illegale Preisabsprachen schädigen die Abnehmer und setzen die beteiligten Unternehmen dem Risiko hoher Bußgelder und Schadensersatzzahlungen aus. Die an der JLU tätigen Volkswirte Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc. zeigen in einer aktuellen Studie, dass die Unternehmen die Ursachen solcher Kartelle vor allem in der Rechtsunkenntnis ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen. Zu der Studie wurden 90 große Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowohl zur Ausgestaltung als auch zur Wirksamkeit der von ihnen durchgeführten Compliance-Maßnahmen befragt.

Nahezu wöchentlich berichten die Medien über die Entdeckung illegaler Preisabsprachen zu Lasten der Abnehmerinnen und Abnehmer. Bußgelder in Höhe von beispielsweise 338 Millionen Euro für Wurst, 380 Millionen Euro für Zement und 160 Millionen Euro für Kaffee können auch für die kartellrechtswidrig handelnden Unternehmen eine enorme Belastung darstellen und bis zur Zahlungsunfähigkeit führen. Hinzu kommen Klagen auf Schadensersatz in einer ähnlichen Größenordnung wie die Höhe der Bußgelder. Auch die Verfahrenskosten können leicht mehrere Millionen Euro betragen. Schwer zu beziffern aber nicht minder bedeutend sind die Kosten, die sich aus der Störung des Betriebsablaufs und dem Umstand ergeben, dass während des Rechtsstreits auch die Unternehmensleitung nur eingeschränkt ihren Leitungsaufgaben nachkommen kann, weil sie mit dem Verfahren befasst ist.

Aufgrund dieser Kosten investieren vor allem große Unternehmen und ehemalige Kartellsünder verstärkt in sogenannte kartellrechtliche Compliance-Maßnahmen, die Preisabsprachen verhindern sollen. Diese Maßnahmen stehen im Fokus der Gießener Studie. Als Risikofaktor für Verstöße gegen das Kartellverbot sehen mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen die mangelhafte Kenntnis von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über das Kartellrecht und der bei Verstößen drohenden Konsequenzen (z.B. Bußgelder,  Schadensersatzzahlungen) an. Änderungen im ökonomischen Umfeld wie eine einbrechende Nachfrage oder verstärkte Importkonkurrenz werden nur von weniger als 40 Prozent der Befragten zu den Risikofaktoren gezählt. „Diese Einschätzung ist überraschend“, so der Leiter der Studie, Dr. Johannes Paha.  „Gerade Änderungen im Wettbewerbsumfeld der Unternehmen und damit verbundene Gewinneinbrüche, konnten in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Kartellabsprachen beobachtet werden.“

Entsprechend ihrer Risikoeinschätzung führen mehr als 90 Prozent der befragten Unternehmen Schulungsmaßnahmen durch und geben Regeln zum korrekten Verhalten im Wettbewerb vor, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Grundlagen des Kartellrechts aufzuklären.
Die Studie der Gießener Forscher zeigt, dass vor allem große Unternehmen und solche mit Kartellerfahrung bereits heute umfangreiche Maßnahmen durchführen, um zukünftige Preisabsprachen zu verhindern. Es zeigt sich jedoch auch, dass gerade bei Maßnahmen zur Risikofrüherkennung – also bei der aktiven Suche nach Risiken im Marktumfeld der Unternehmen – weitere Möglichkeiten bestehen, die aktuellen Compliance-Anstrengungen noch schlagkräftiger zu gestalten.

Die Studie können Sie hier herunterladen.

 

Präsentation Gießener Forschungsergebnisse auf der CRESSE-Konferenz 2014

Vom 04. bis 07. Juli 2014 fand auf der griechischen Insel Korfu die 9th Annual Competition and Regulation European Summer School and Conference (CRESSE) zu aktuellen Fragen der Wettbewerbspolitik und Regulierung statt. Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc., präsentierten Im Rahmen der Konferenz die neuesten Ergebnisse ihrer Forschung zur Kartellrechts-Compliance. Die CRESSE-Konferenz ist eine herausragende Veranstaltung in den Bereichen Wettbewerbspolitik und Regulierung. (Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.) Die Professur VWL I schätzt sich daher glücklich, dass sie mit zwei Vorträgen an dieser selektiven Veranstaltung mitwirken durfte, bei der nur ein Drittel aller eingereichten Beiträge zur Präsentation akzeptiert wurden. In den Plenums-Sitzungen wurden weiterhin die neuesten Forschungsergebnisse zu Kartellen und anderen Wettbewerbsbeschränkungen von hochkarätigen Wissenschaftlern wie Michael Riordan, Luis Cabral, Frederic Jenny, Giancarlo Spagnolo, Patrick Rey, Yossi Spiegel, Martin Peitz und Volker Nocke vorgestellt.

 

Die von Herrn Paha und Herrn Herold vorgetragenen Arbeiten entstammen einem Forschungsprojekt zur Kartellrechts-Compliance, das sie derzeit gemeinsam mit Herrn Prof. Dr. Götz an der Professur VWL I durchführen. (Weitere Informationen finden Sie hier.) Dieses Projekt beinhaltet neben einer umfangreichen Umfrage zu Compliance-Maßnahmen großer Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch modelltheoretische Analysen. Letztere wurden auf der CRESSE-Konferenz vorgestellt. Dr. Paha referierte zum Thema „Cooperation and Compliance with Risk and Uncertainty about Law Enforcement“, während Herr Herold seine Arbeit "A Principal-Agent Model of Competition Law Compliance" vorstellte.

 

Competition and Innovation Summer School (CISS) 2014 in Turunç (Türkei)

Tim Brühn und Daniel Herold, wissenschaftliche Mitarbeiter der Professur VWL I, nahmen vom 26.05. bis 31.05.2014 an der Competition and Innovation Summer School in Turunç (Türkei) teil. Die Summer School wurde unter anderem von KU Leuven, DICE, ZEW und der Monopolkommission organisiert und gesponsert.

Das Konzept bestand aus zwei Strängen. Hochkarätige, internationale Wissenschaftler referierten zu Themen der Innovations- und Wettbewerbsökonomik und boten Workshops an. Referenten waren u.a. Ashish Arora, Cindy Lopes-Bento, Dirk Czarnitzki, Justus Haucap, Ali Hortaçsu, Tobias Klein, Andrew Toole, Bruno van Pottelsberghe und Reinhilde Veugelers.

Den zweiten Strang bildete die Präsentation eigener Forschung durch die teilnehmenden Nachwuchswissenschaftler/innen. Die Sessions wurden von den oben genannten Wissenschaftlern geleitet. Tim Brühn präsentierte sein aktuelles Forschungsprojekt "A Model of Identification in Two-Sided Markets", Daniel Herold seine Arbeit "A Principal-Agent Model of Competition Law Compliance".

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Dr. Paha diskutiert Forschungsergebnisse mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen

An der Professur VWL I wird derzeit von Prof. Dr. Georg Götz, Dr. Johannes Paha und Daniel Herold, M.Sc.  ein umfangreiches Projekt zur Erforschung der Maßnahmen durchgeführt, die Unternehmen im Rahmen ihrer kartellrechtlichen Compliance Management Systeme implementieren.. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier. Im Rahmen dieses Projekt wurden nahezu 90 große Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den diesbezüglich umgesetzten Maßnahmen befragt. Flankiert wird diese Umfrage durch weitere modelltheoretische Arbeiten von Herrn Herold und Herrn Dr. Paha.

Nach Beginn der Datenauswertungen Anfang Juni 2014 konnten nun erste Ergebnisse präsentiert und mit Wissenschaftlern weiterer Disziplinen diskutiert werden. So stellte Herr Dr. Paha die Forschungsfragen und Ergebnisse zunächst am 25.06. Mitarbeitern und Studierenden der Abteilung "Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung" (Prof. Dr. Knauff) der Justus-Liebig-Universität vor. Im Rahmen dieses Vortrags diskutierten die Teilnehmer z.B. die Bedeutung des Top Managements für den Erfolg kartellrechtlicher Compliance-Programme und deren Wirkungen auf die Reputation der Unternehmen.

Am 27.06. erfolgte eine Präsentation der Ergebnisse vor den Mitgliedern des jungen ZiF (Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld). Dort ist Herr Dr. Paha seit 2011 als Fellow assoziiert. Am ZiF wurden die Ergebnisse u.a. mit Soziologen, Rechtswissenschaftlern, Neurowissenschaftlern und Historikern diskutiert und in den Kontext der jeweiligen Disziplinen eingeordnet. Wegen des großen und lebhaften Interesses der Teilnehmer musste der für Präsentation und Diskurs angesetzte Zeitrahmen deutlich erweitert werden.

Das Forschungsprojekt zur Kartellrechts-Compliance befindet sich derzeit in einer entscheidenden Phase, da erste Ergebnisse sowohl der Umfragestudie als auch der begleitenden, modelltheoretischen Arbeiten vorliegen. Diese werden momentan mit Wissenschaftlern und auch Praktikern diskutiert und weiter verfeinert. Erste Veröffentlichungen dieser Ergebnisse sind im 2. Halbjahr 2014 geplant. Fragen zum Projekt beantwortet Ihnen das Team der Professur VWL I gerne unter der E-Mail Adresse compliance@wirtschaft.uni-giessen.de.

Seminar der Professur VWL I: Missbrauchen Google, Amazon und HRS ihre Marktstellung?

Missbrauchen Google, Amazon und HRS ihre Marktstellung?

Seminar zur ökonomischen Analyse vertikaler Beschränkungen insbesondere in der Internetökonomie


Ein Erfahrungsbericht

 

Im Sommersemester 2014 wurde durch die Professur VWL I (Prof. Dr. Georg Götz) ein Seminar zum Thema „vertikale Beschränkungen in der Internetökonomie“ angeboten. (Betreuung und Konzeption durch Dr. Johannes Paha, Tim Brühn und Daniel Herold).

Zur  Präsentation der schriftlichen Arbeiten am 6. und 7. Juni 2014 durften die Teilnehmer des Seminars auch Herrn Dr. Jungermann in Gießen begrüßen. Der Partner aus dem Frankfurter Büro der internationalen Rechtanwaltskanzlei Kaye Scholer zeigte durch seine langjährigen Erfahrungen im Bereich der Kartellrechtspraxis an zahlreichen Fällen die Risiken eines Kartellverstoßes sowie den Ablauf eines Wettbewerbsverfahrens auf. Neben der Problematik der richtigen Abgrenzung des relevanten Marktes ging Herr Dr. Jungermann auch auf die amerikanischen Rechtslage und das Strafrecht ein. Dabei thematisierte er besonders die Haftstrafen bei Kartellverstößen und die Gefahr der Auslieferung.

Im Vordergrund dieses integrierten Bachelor- und Masterseminars standen die ökonomischen Grundlagen und die rechtlichen Grundsätze von vertikalen Beschränkungen. Dieses Thema wird in der Wettbewerbspolitik derzeit intensiv diskutiert und wurde im Jahr 2013 auch in einem Hintergrundpapier des Bundeskartellamtes zu vertikalen Beschränkungen in der Internetökonomie behandelt. Die Seminarvorträge thematisierten vor allem die Besonderheiten, die durch die schnell wachsende Internetökonomie in vielen Bereichen der Wirtschaft auftreten. So ist zwar die wirtschaftliche Bedeutung des E-Commerce noch gering im Vergleich zum stationären Handeln, jedoch weist sie eine hohe Wachstumsrate auf und so sind bereits jetzt rund ein Drittel aller wirtschaftlichen Aktivitäten mit dem Internet verbunden.

Die Seminarteilnehmer befassten sich mit der Frage, ob und in welcher Hinsicht das Internet einen Einfluss auf den Wettbewerb hat. So stellte sich u.a. die Frage, welche Auswirkungen vertikale Beschränkungen (wie z.B. das Verbot des Absatzes im Internethandel) auf Preise, Absatzmengen und Servicequalität des Fachhandels haben. Dies gilt insbesondere vor dem der Hintergrund einer wachsenden Bedeutung des Online-Handels über Plattformen wie z.B. Amazon (sog. zweiseitige Märkte). Diese bieten Händlern eine Plattform für deren Verkäufe, stehen mit diesen Händlern durch ihr Eigengeschäft aber auch im Wettbewerb. Die Internetökonomie zeichnet sich dabei besonders durch eine höhere Innovationsdynamik, Schnelllebigkeit und durch das vermehrte Aufkommen von Skalen- und Verbundeffekten aus.  Außerdem ist ein steigender Wettbewerb sowie ein vereinfachter Preisvergleich durch die veränderten Transaktionskosten und die erhöhte Markttransparenz zu erwarten. Die Vermeidung von doppelten Gewinnaufschlägen oder der Schutz von Innovationen können positive Wirkungen auf die Preise und die Produktqualität haben. In diesem Zusammenhang stellt auch die veränderte Reichweite der Online-Händler die Wettbewerbsbehörden bei der Abgrenzung des relevanten Marktes vor neue Herausforderungen.

Im Rahmen des Seminars wurden typische Phänomene des Internethandels (z.B. Bestpreisklauseln und Doppelpreissysteme) im Hinblick auf ihre wettbewerblichen Wirkungen analysiert. Außerdem wurden die rechtlichen Grundlagen des Verbots vertikaler Beschränkungen erklärt und an Fallbeispielen dargestellt. Das Doppelpreissystem, bei dem Online-und Offline-Händlern unterschiedliche Einkaufspreise gewährten werden, stellt eine besondere Ausprägung des Internets dar. Interessant sind hierbei zweiseitige Märkte mit Plattformen wie Amazon und Ebay, welche sich mit der optimalen Preissetzung im Hinblick auf indirekte und direkte Netzwerkeffekte auseinander setzen müssen. Dabei hängt die Entscheidung von Konsumenten über die Wahl einer Plattform maßgeblich von der Entscheidung anderen Marktteilnehmer ab.

Diese ökonomische Analyse hat besondere Relevanz aufgrund der aktuellen Verfahren gegen Google, HRS und Amazon. Im Weiteren wurde auf die genannten Fälle ausführlich eingegangen und aufgezeigt, welche konkreten Vorwürfe zurzeit von der Europäischen Kommission und dem Bundeskartellamt erhoben werden. Diese wurden im Rahmen von ökonomischen Modellen und Konzepten dargestellt und die Auswirkungen auf die Internetökonomie gezeigt. Hierbei spielte besonders die Abschottungswirkungen von Bestpreisklauseln (HRS), Exklusivvereinbarungen (Google) und der Preisparitätsklausel (Amazon) sowohl auf den Down- und Upstream Wettbewerb eine wichtige Rolle.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Entwicklung des Internethandels deutliche Veränderungen für sämtliche Akteure auf dem Markt bewirkt. Für Konsumenten steht nun ein breiteres Feld an Informationen über Preis und Qualität eines Produktes zu verfügen. Außerdem entsteht durch die geringere Bedeutung von Landesgrenzen und Öffnungszeiten offenbar ein intensiverer Wettbewerb. So können Anbieter durch einen breitflächigen Internetzugang eine Vielzahl neuer Kunden erreichen und damit ihren Bekanntheitsgrad auf vor- oder nachgelagerten Unternehmen schnell erweitern. Dies sieht man besonders bei den behandelten Fallbeispielen HRS, Google und Amazon. Zwar bietet das Internet grds. die Möglichkeit eines schnellen Markteintritts, der geeignet ist, wettbewerbsbeschränkendem Verhalten entgegen zu wirken. Durch die hohe Bedeutung bereits bestehender Kundenbeziehungen (Netzwerkeffekte) kann ein solcher Markteintritt neuer Wettbewerber jedoch auch effektiv verhindert werden.

Folglich erhielten die Seminarteilnehmer durch die gegenseitige Diskussion ihrer Arbeiten einen vertieften Einblick in die aktuelle Thematik vertikaler Beschränkungen in der Internetökonomie. Dank des Vortrags und der Diskussionsbeiträge von Herrn Dr. Jungermann konnte so auch ein gutes Verständnis für die wettbewerbspolitische Praxis geschaffen werden.

Marieke Funck (Teilnehmerin des Seminars)

 

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von links nach rechts: Thomas Heyden, Peter Linß, Niklas Daniel, Fjodor Ehrlich, Johannes König, Johannes Mies, Niklas Schmeyer, Jens Fölsing, Björn Urke, Tom Beutelspacher, Heiko Sowadzki, Marieke Funck, Prof. Dr. Georg Götz, Vanessa Trägner, Dr. Johannes Paha*, Dr. Sebastian Jungermann, Tim Brühn*, Elena Sickel, Marina Löher, außerdem Daniel Herold*, Markus Weger und Tobias Wolkober
* wissenschaftliche Mitarbeiter an der Professur VWL I

 

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Dr. Sebastian Jungermann während seines Vortrags.

Fachkonferenz des AK Regulierung in Netzindustrien der Schmalenbach-Gesellschaft zum Thema „Konsistenter Regulierungsrahmen für die Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen“

Am 3.6.2014 fand eine Fachkonferenz des Arbeitskreises Regulierung in Netzindustrien der Schmalenbach-Gesellschaft zum Thema „Konsistenter Regulierungsrahmen für die Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen“ in den Räumen der Vattenfall GmbH in Berlin statt. Mehr als einhundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Regulierungsbehörden, regulierten Unternehmen, Beratungsgesellschaften und Universitäten diskutierten in drei Panels Fragen zum Verhältnis von Regulierung und Investitionen. Prof. Götz war als Mitglied des Arbeitskreises an der Organisation der Veranstaltung beteiligt und moderierte das Panel „Entflechtung in Netzindustrien – Ein Sektorvergleich“. Auf dem Panel waren vertreten: Peter Abegg, Senior Economist Regulatory Affairs, Deutsche Bahn AG, Stefan Hadré, Leiter Controlling BU Distribution, Vattenfall Europe Netzservice GmbH und Dr. Stefan Heng, Senior Economist, Deutsche Bank Research sowie Prof. Dr. Gert Brunekreeft, Jacobs University Bremen.

Interdisziplinäres Seminar zur Gesundheitsökonomie

Liebe Studierenden,

 

im kommenden Wintersemester findet wieder ein interdisziplinäres Seminar zur Gesundheitsökonomie statt. Sie können sich hierzu wie gewohnt im S3C anmelden.

 

Unter www.pharmakoökonomie.de können Sie sich auf den Lehre-Seiten einen Eindruck von den vergangenen Seminaren verschaffen und die Themenauswahl betrachten. Viele Themen werden im Wintersemester 2014/2015 wieder zur Verfügung stehen. Hinzu kommen aktuelle Themen sowie Ihre eigenen Vorschläge.


Das Seminar wird sowohl als Proseminar für Bachelor-Studierende als auch als Hauptseminar für Master-Studierende angeboten. 

 

Ihr VWL-I Team

Professur VWL I durch Herrn Dr. Paha beim 10. Competition Talk der BWB vertreten

Am 01. April 2014 veranstaltete die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ihren 10. Competition Talk. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Compliance & Kartellrecht Status quo - quo vadis?" Dieses Thema schließt an ein aktuelles Forschungsprojekt an, das Prof. Dr. Georg Götz, Daniel Herold und Dr. Johannes Paha derzeit an der Professur VWL I durchführen. Daher referierte Herr Dr. Paha während des 10. Competition Talk die Sicht der Forschung auf das Thema Kartellrechts-Compliance. Weitere Referenten waren Karin Mair (Deloitte) und Dr. Johannes Willheim (Willheim | Müller - Rechtsanwälte). Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf den Seiten der BWB hier.

Workshop in Industrial Organization für Doktorandinnen und Doktoranden aus Wien und Gießen

Im Rahmen seiner Gastprofessur am Institut für Volkswirtschaftspolitik und Industrieökonomik der Wirtschaftsuniversität Wien (SS 2013, WS 2013/14) hat Professor Götz im Februar 2014 mit dem Joint WU Wien-MAGKS-PhD-Workshop on Topics in Industrial Organization einen gemeinsamen Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden aus Wien und Gießen veranstaltet. Die Veranstaltung fand auf dem neuen Campus der WU in Wien statt.

 

Auszeichnung für besonderes Engagement in der Hochschullehre

Am 06.02.2014 wurde vom Vizepräsidenten für Studium und Lehre, Prof. Dr. Adriaan Dorresteijn, die vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zuerkannte Auszeichnung für besonderes Engagement in der Hochschullehre an Herrn Prof. Dr. Georg Götz und Herrn Christian Gissel sowie Herrn Prof. Franz Reimer vom Fachbereich Rechtswissenschaft und Herrn Dr. Holger Repp, Fachbereich Medizin, verliehen. 

 

 

 

Die Auszeichnung würdigt die besondere Lehrleistung im Projekt „Interdisziplinäre Pharmakoökonomie-Seminare“ im Zusammenhang mit dem Exzellenzpreis in der Lehre 2013 in der Kategorie „Projekt einer Arbeitsgruppe oder Organisationseinheit“.

Workshop im Rahmen der FTTH Conference 2014 in Stockholm

Im Rahmen der FTTH Conference 2014 in Stockholm hat die Professur VWL I gemeinsam mit Huawei und AnalysisMason den Workshop Regulatory and Economic Challenges of High-Speed Fixed Broadband Networks in Europe organisiert. Professor Götz hielt im Rahmen des Workshops einen Vortrag zum Thema Effective Regulation for the deployment of high-speed access networks in Europe. Die Vortragsunterlagen sind hier zu finden.

 

 

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Prof. Götz: Interview mit dem Saarländischen Rundfunk

Liebe Studierende,

hier finden Sie ein Interview, das der Saarländische Rundfunk (SR 2 KulturRadio) am 6.12.2013 mit Professor Götz  zum Thema Kartellbildung geführt hat.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Professur VWL 1