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Über den Forschungsverbund

Antidemokratische Haltungen entwickeln sich zu einem Kernproblem heutiger demokratisch verfasster Gesellschaften. Sie gehen in ihrer Virulenz und ihrem Gefährdungspotenzial weit über die noch vor zehn Jahren beklagten ‚unpolitischen‘ Haltungen hinaus und finden zudem zunehmend Anschluss an politische Organisationsformen, wie etwa Parteien, Bewegungen, Plattformen und soziale Medien. Antidemokratische Haltungen finden sich nicht nur in einem ideologischen Spektrum der Gesellschaft, sondern in unterschiedlichsten Gruppen und Milieus, beispielsweise im Rechtsextremismus wie bei religiösradikalen Strömungen. Antidemokratische Haltungen äußern sich jenseits der (Fundamental-)Kritik am politischen Herrschaftssystem heute insbesondere als Antipluralismus im sozialen, kulturellen und sozioökonomischen Sinne.


Die Hauptfragestellungen des beabsichtigten Forschungsverbundes lauten, (i) wie sich solche antidemokratischen Haltungen einerseits in Sozialisations- und Bildungsprozessen ausbilden und (ii) wie ihnen andererseits durch Sozialisations- und Bildungsprozesse begegnet werden kann. Hierbei gilt es erstens zwischen der Entstehung antidemokratischer Haltungen, zweitens deren Artikulation in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten und drittens den gesellschaftspolitischen Wirkungen dieser Haltungen zu differenzieren. Dabei spielt auch die soziale Ungleichheitsforschung sowie die Sozialpsychologie eine relevante Rolle, da die Herausbildung antidemokratischer Haltungen im Kontext der eigenen sozialen Situation und gesellschaftlichen Stellung zu reflektieren ist. Neben individuell psychologischen und biographischen Faktoren einerseits sowie äußeren gesellschaftspolitischen Faktoren andererseits spielen auch subjektiv empfundene und objektiv erfahrene Chancen zur Veränderung von Haltungen eine wichtige Rolle. Das aktuelle Bildungssystem trägt faktisch zur Re-/Produktion sozialer Ungleichheit bei. Welche Auswirkung auch diese Tatsache auf die Herausbildung antidemokratischer Haltungen hat, gilt es im Einzelnen zu untersuchen.


Das Forschungsanliegen stellt in den Mittelpunkt seines Programms das Konzept der „Haltung“. Damit sind nicht nur politische Einstellungen im engeren Sinne gemeint, sondern auch politische Kommunikationsformen und Diskurse sowie Formen der Selbstpräsentation in zunehmend digitalen Öffentlichkeiten. Zudem birgt der Begriff der „Haltung“ die Möglichkeit von Transformation und Veränderung und kommt somit in den Blick gesellschaftlichen, insbesondere auch pädagogischen und Bildungshandelns.


Der beabsichtigte Forschungsverbund hat eine genuin erziehungs-, bildungs- und sozialwissenschaftliche, interdisziplinäre Orientierung. Damit wird zum einen gewährleistet, dass Bildungs- und Sozialisationsprozesse, die zu antidemokratischen Haltungen führen, in ihrer Komplexität und ihren Wechselbeziehungen nachgezeichnet werden können, unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen und politischen Kontextes, innerhalb derer sie sich ausbilden. Zum anderen eröffnen sich hiermit Interventionsmöglichkeiten, die über die bislang zumeist angebotenen Beratungs- und Mediationsangebote hinausgehen.