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Arbeitsgebiete

Schwerpunkte in der Arbeit

In meinem Philologiestudium an den Universitäten Köln und Newcastle upon Tyne von WS 1966 bis WS 1972/3 – unterbrochen durch den 18monatigen Wehrdienst vom 03.10.66 bis 31.03.68 – interessierte ich mich vor allem für das Thema Sprache. Vor dem ersten philologischen Staatsexamen in Anglistik im WS 1972/3 war ich studentische Hilfskraft von Prof. Dr. E. Standop in Anglistik/Schwerpunkt Linguistik; daneben studierte ich Latein und Allgemeine Sprachwissenschaft. Unmittelbar nach dem Staatsexamen erhielt ich die Gelegenheit, am 1.4.73 die Stelle eines Neurolinguisten in der Abteilung Neurologie der RWTH Aachen unter der Leitung von Prof. Dr. K. Poeck anzutreten. Schwerpunkt der Arbeit waren die Diagnostik und Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen bei Hirnschädigung, die Entwicklung von Sprachtests sowie die aphasiologische Forschung. In der Abteilung Neurologie übte ich nicht nur eine regelmäßige Tätigkeit in der Poliklinik aus (Diagnose bei Patienten mit Verdacht auf Sprach- und Sprechstörungen), die Jahre von 1973 bis 1978 waren für mich vor allem Lehrjahre in der empirischen und interdisziplinären Forschungsmethodik und bedeuteten für mich den Einstieg in die internationale Forschungsszene. Ich verbrachte zwei Monate als Gastwissenschaftler an der Universität Cambridge⁄GB und wurde bereits 1974 in das Internationale Neuropsychologische Symposion aufgenommen, in dem ich bis heute als einer von 12 deutschen Wissenschaftlern Mitglied bin. In Aachen machte ich auch meine ersten Lehrerfahrungen. Ich unterrichtete im Rahmen des interdisziplinären neuropsychologischen Seminars sowie an der Logopädenschule, an deren Aufbau ich mitbeteiligt war.


Nach meiner Promotion, die von Prof. Dr. W. Bald und von Prof. Dr. H. Glinz betreut wurde (Thema der Dissertation: "Zur semantischen Struktur des subjektiven Lexikons"; Note: Magna cum Laude) war ich vom 1.4.79 bis 30.9.79 als Bildungsreferent (Lehrkraft) an einem Bildungshaus der Katholischen Kirche in Aachen beschäftigt, wo ich primär Jugendliche bis zu ca. 15 Jahren unterrichtete.


Nachdem ich während der gesamten Zeit in Aachen als externer Assoziierter an dem Kölner Forschungsprojekt zu den sprachlichen Universalien (UNITYP) beteiligt war, erhielt ich von Prof. Dr. H. Seiler die Möglichkeit, als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Institut für Sprachwissenschaft der Universität Köln zu wechseln, um unter seiner Leitung im Projekt mitzuarbeiten. Meine Aufgabe war es, aus neuro- und psycholinguistischer Sicht herauszufinden, was allen Sprachen der Welt gemeinsam ist, was sie also als menschliche Sprachen charakterisiert. In dieser Zeit wendete ich mich verstärkt der Spracherwerbsforschung zu. Im Institut für Sprachwissenschaft hielt ich Proseminare und Übungen ab und gab mit Prof. Seiler 1982 ein Buch zur sprachlichen Erfassung von Gegenständen heraus.


Am 1.1.1982 wechselte ich auf eine unbefristete Anstellung als Klinischer Linguist an die Abt. für Sprachstörungen der Rheinischen Landesklinik Bonn. An dieser von Prof. Dr. Leischner gegründeten Abteilung wurden überwiegend erwachsene Patienten mit Sprach- und Sprechstörungen aufgrund von Hirnschäden stationär behandelt. Angegliedert waren eine Abteilung, in der 36 Kinder mit schweren Sprachentwicklungsstörungen z.T. bis zu einem Jahr behandelt wurden, sowie eine Krankenhausschule für diese Kinder. Hier wendete ich mich vor allem Fragen der Therapieforschung zu. Ich leitete mehrere große Forschungsprojekte. In einem vom Bundesministerium für Forschung und Technologie geförderten Projekt entwickelte ich mit meinen MitarbeiterInnen als erster in Deutschland die computerunterstützte Sprachtherapie und führte in Kooperation mit einem biometrischen Zentrum eine zweijährige Evaluationsstudie durch, in der die Wirksamkeit unseres Verfahrens nachgewiesen wurde. Das Therapieprogramm Lingwa-re⁄STACH ist bis heute das gebräuchlichste Programm zur Sprachtherapie. Nach Abschluß dieses Projekts initiierte ich ein europäisches Forschungskooperationsprojekt mit dem Titel "The Evaluation of Technology in the Assessment and Rehabilitation of Brain-Damaged Patients", das von der Kommission der EU finanziert wurde und an dem ca. 40 Zentren aus 15 Ländern betei-ligt waren. Acht internationale Arbeitsgruppen entwickelten neuropsychologische Verfahren zur Diagnose und Therapie von Sprach-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeiststörungen. Das Ergebnis legten wir 1993 in einem Buch vor. Auf der Grundlage dieses Projekts entstanden weitere europäische Forschungsprojekte, an deren Leitung ich beteiligt war, so das ESCAPE-Projekt im 5. Rahmenprogramm der EU und das TIDE-PCAD-Projekt, zu dessen Konsortium ich gehörte. Seit etwa 1990 arbeite ich auch eng mit dem Kuratorium ZNS (Gründerin Frau Hannelore Kohl) unter dem Motto "Computer helfen heilen" zusammen. Das Kuratorium unterstützte mehrere meiner Forschungsprojekte zur Entwicklung von Therapieprogrammen für Opfer von Schädelhirnverletzungen. Durch meine internationalen Projekte entstanden enge bilaterale Forschungskooperationen mit Kollegen in den Niederlanden, Frankreich, England, Spanien, Portugal, Schweden, USA, Brasilien und Japan und Italien.


Am 3.2.1993 habilitierte ich im Fachbereich Sondererziehung und Rehabilitation der Universität Dortmund ("Lehrgebiet Sondererziehung und Rehabilitation der Sprachbehinderten unter besonderer Berücksichtigung der Linguistik und Neuropsychologie") und wendete mich dank der Anregungen und Unterstützung durch Prof. Dr. G. Dupuis verstärkt heilpädagogischen Fragestellungen zu. In Dortmund hielt ich an der rehabilitationswissenschaftlichen Fakultät eine Vorlesung zu den sprachlichen und neuropsychologischen Grundlagen der Sprachheilpädagogik


Mit Wirkung zum 1.4.1994 wurde ich zum Professor (C4) für Sprachbehindertenpädagogik an die Universität Leipzig berufen. Hier baute ich den Bereich Sprachbehindertenpädagogik komplett neu auf (Bibliothek, Studienordnung, Institutseinrichtung, etc). Da der Freistaat Sachsen nur ein Lehramtsstudium vorsah, habe ich mich in den letzten Jahren vor allem mit Fragen der Förderschule beschäftigt. So entstand eine gute Kooperation mit den Sprachheilschulen, dem staatlichen Lehrerseminar und dem regionalen Schulamt. Ich gewann einen Rektor und zwei stellvertretende RektorInnen als ständige Lehrbeauftragte. Unterstützt vom Kultusministerium hat meine MitarbeiterIn Dr. Steffi Tollkühn im Rahmen ihrer Doktorarbeit eine Screening-Untersuchung an allen 26.000 neu eingeschulten Kindern eines Jahrgangs in Sachsen durchgeführt, um zuverlässige Daten zur Auftretenshäufigkeit und Art von Sprachentwicklungsstörungen zu erheben (Ergebnis: ca. 16% aller Erstklässler an den Regelschulen weisen einen Förderbedarf auf). Neben dem grundständigen Studium boten wir auch einen viersemestrigen Weiterbildungsstudiengang an, in dem Lehrerinnen und Lehrer sich im Fach "Sprachbehindertenpädagogik" nachqualifizieren können. Gleichzeitig haben wir eine Serie von Forschungsprojekten durchgeführt, u.a. ging es im Rahmen des o.a. europäischen TIDE-Projekts um die Entwicklung einer computerbasierten Kommunikationshilfe für Menschen mit schweren Sprachstörungen.

Zum 01.08.2002 wurde ich als Professor für Heil- und Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Sprachheilpädagogik an die Justus-Liebig-Universität Gießen berufen. Auch hier besteht wieder die Aufgabe, diesen Lehrbereich völlig neu aufzubauen und zu gestalten. Drei Studiengänge werden angeboten: der Lehramtsstudiengang für zukünftige SprachheillehrerIn-nen, ein Magisterstudiengang und ein Diplomstudiengang. Mein Konzept für modulare Studiengänge (Incl. BA) befindet sich in der Diskussion. Im September führen wir in Kooperation mit dem Kuratorium ZNS eine große Tagung zum Jahr der Behinderten 2003 durch, auf der es um das Thema der familiären Krisenbewältigung geht, wenn Menschen durch Unfall, Geburtsschäden, Krankheit usw. geschädigt werden.