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Minimallektüre eines Studiums der Alten Sprachen

Auf der Basis mehrfacher Diskussionen über sinnvolle Lektürepensen im Griechischen und Lateinischen über das gesamte Studium hinweg haben wir in der Klassischen Philologie folgenden Text und Kanon erarbeitet. Dieser Text darf und soll verbreitet werden. Die hier genannten Texte stellen den ungefähren Erwartungshorizont bei den Abschlußprüfungen dar.

 

 

Minimallektüre eines Studiums der Alten Sprachen (=> Download als PDF) 

1.  Was unten unter (8) und (9) aufgelistet ist, sind ausschließlich originalsprachliche Lektüren und Lektüreumfänge.

2.  Lesen beginnt im ersten Semester. Alles hier folgende sind Leseleistungen, die parallel und komplementär zu den Übersetzungsanforderungen des Studiums zu erbringen sind. Sie sollen am Ende des Studiums nicht nur das kennen, was mehr oder weniger zufällig im Laufe von Kursen angeboten wurde; wenn das der Zweck des Studiums wäre, dann dürften wir überhaupt nur einen ganz engen Kanon von Klassikern in den Kursen behandeln. Die Kurse dienen zwei Zwecken:

a.  Sie sollen vermitteln, wie man grundsätzlich mit Texten umgeht.

b.  Sie sollen gerade auch einmal Texte behandeln, die man allein und ohne Anleitung eher nicht lesen würde.

c.  Das bedeutet aber, daß gerade elementare Lektüre von Ihnen selbst erbracht werden muß.

3.  Grundsätzlich gilt: Das Studium sollte dazu genutzt werden, möglichst viel auch auf Deutsch oder – noch besser – zweisprachig zu lesen. Man muß sich bewußt machen, daß Klassische Philologie in erster Linie ein Lese-Studium ist, wie alle Literaturwissenschaften. Für diese „sekundäre“ Lektüre empfiehlt sich dreierlei:

a.  Achten Sie auf möglichst viele Gesamtwerklektüren, das heißt: Wenn Sie ein Werk lesen, lesen Sie es, wenn es irgend geht, komplett; also etwa aus Vergils Aeneis nicht nur die Bücher 1-4, sondern alle.

b.  Verschaffen Sie sich einen Überblick über die gesamte von Ihnen studierte Literatur. Das kann man gut mithilfe der für beide Sprachen verfügbaren Reclamreihe (jeweils 5bändig) „Lateinische / Griechische Literatur in Auszügen“ machen.

c.  Lesen Sie immer! Setzen Sie kein Semester gänzlich aus. Lesen Sie jeden Tag, und wenn es nur 30 Minuten sind.

4.  Im Staatsexamen werden Sie nicht nur zu „Ihren“ Autoren befragt, sondern es wird immer auch Ihre allgemeine literaturhistorische Kompetenz überprüft. Außerdem spielt Ihre aktive Übersetzungskompetenz eine zentrale Rolle bei der Benotung.

5.  Lesen Sie schon im ersten Semester eine Literaturgeschichte, damit Sie wissen, in welchem Feld Ihre zukünftigen Lektüren operieren! Für die lateinische Literatur empfiehlt sich: Manfred Fuhrmann, Geschichte der römischen Literatur. Für die griechische Literatur empfiehlt sich: Martin Hose, Kleine griechische Literaturgeschichte.

6.  Die im folgenden genannten Umfänge sind Empfehlungen. Grundsätzlich sollten Sie immer anstreben, sich in Darstellungsweise und Stil eines Autors so eingelesen zu haben, daß Sie ihn von anderen unterscheiden können und Ihnen seine Übersetzung einigermaßen von der Hand geht, Sie also etwa ein zugehöriges Basisvokabular beherrschen. Übersetzen heißt dementsprechend immer auch: Vokabeln rausschreiben und lernen!!

7.  Die Entscheidung, welche Ausschnitte Sie originalsprachlich übersetzen wollen, ist Ihnen überlassen. Lesen Sie den jeweiligen Text oder das jeweilige Textcorpus erst ganz auf Deutsch (JA!) und entscheiden Sie dann, was genau Sie auf Latein lesen wollen.

8.   Griechische Autoren:

a.    Dichtung

i.     Homer, jeweils 2 Bücher aus Ilias und Odyssee

ii.    Tragödie: Je ein Drama des Sophokles und des Euripides

iii.    Komödie: Ein Drama des Aristophanes

iv.    Chorlyrik: Eine Pindar-Ode

v.     Epigramme: Jeweils 10 Epigramme aus jedem Buch der Anthologia Palatina

vi.    Spätere Epik: Ein Buch aus den Argonautika des Apollonios v. Rhodos oder aus den Dionysiaka des Nonnos v. Panopolis


b.    Prosa:

i.    Historiographie: Ein Buch Herodot oder Thukydides oder Xenophon

ii.    Roman: Longos, Daphnis und Chloe

iii.    Rhetorik: Eine längere Rede des Lysias oder des Demosthenes

iv.    Philosophie:

       1.  Einen Platon-Dialog

       2.  Die Kapitel 1-15 aus Aristoteles’ Poetik

v.    Kaiserzeitliche Literatur: Einen längeren Lukian-Dialog oder eines der vier Kleindialogcorpora Lukians

 

 

9.   Lateinische Autoren

a.   Dichtung

i.    Epos: 3 Bücher Vergil, Aeneis und  3 Bücher Ovid, Metamorphosen oder 2 Bücher Lucan, Bellum civile

ii.   Tragödie: 1 Seneca-Tragödie

iii.   Komödie: 1 Plautus-Kömödie

iv.   Lyrik: 2 Items aus: 1 Buch Horaz, Oden; Catull Polymetra; Prudentius, Peristephanon 

v.    Elegie: 1 Buch Ovid, Amores und 1 Buch Tibull oder Properz  

vi.   Spätere Epik: 1 Buch Statius, Thebais oder 1 Buch Claudian; alternativ Satire: 1 Buch Iuvenal 


b.   Prosa:

i.     Historiographie: Sallust, Coniuratio oder Bellum Iugurthinum;

      1 Buch Tacitus (Annalen oder Historien) und 1 Buch Livius

ii.    2 Bücher Apuleius

iii.   Rhetorik: Cicero-Reden im Umfang von ~ 60 OCT-Seiten (ca. 1 größere oder 3 kleinere)

iv.   Philosophie: 1 größeres philosophisches Werk Ciceros

v.    Briefliteratur: 2 Bücher Plinius-Briefe und 2 Bücher Seneca, Epistulae morales