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Forschung

Übersicht Forschungsprojekte + Kooperationen

DFG-Schwerpunktprogramm Transottomanica: Osteuropäisch-osmanisch-persische Mobilitätsdynamiken

DFG-Schwerpunktprogramm Transottomanica: Osteuropäisch-osmanisch-persische Mobilitätsdynamiken

SPP Transottomanica

Für ein neues Verständnis globalisierter europäischer und asiatischer Geschichte
Neues DFG-Schwerpunktprogramm „Transottomanica“ untersucht die Dynamik osteuropäisch-osmanisch-persischer Mobilität – Koordination durch die Universität Gießen
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Projektbeschreibung

Abstract Transottomanica: Osteuropäisch-osmanisch-persische Mobilitätsdynamiken
Gesellschaftliche und (trans)kulturelle Verflechtungen zwischen dem Moskauer Reich bzw. Petersburger Imperium, Polen-Litauen, dem Osmanischen Reich sowie Persien von der frühen Neuzeit bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts sind bisher nicht systematisch untersucht worden. Mit dem Augenmerk auf durch Mobilität entstandene „transosmanische“ Interaktionsfelder zwischen diesen Herrschaftsgebieten sollen im großräumigen Zusammenhang Phänomene erkennbar werden, die bisher in der Betrachtung einzelner Regionen oder nur bilateraler Beziehungen nicht in den Vordergrund getreten sind. Der auch methodisch neue Zugang verspricht, unser Verständnis globalisierter europäischer und asiatischer Geschichte im transkontinentalen Zusammenhang zu verändern. Zudem können wir mit dieser Fragestellung den wissenschaftlichen Austausch zwischen mehreren Wissenschaftsdisziplinen intensivieren, die bisher öfter parallele als gemeinsame Wege gegangen sind. Anstatt „eine“ Region zu konstruieren, rücken wir mehrere Handlungs- und Diskurszusammenhänge durch den gemeinsamen Zugriff über die Linse Mobilität ins Zentrum des Interesses. Unsere ‚post-regionalwissenschaftliche‘ Perspektive erlaubt dabei eine Orientierung an konkretisierten, durch das Erfahren, Imaginieren und Handeln von Menschen in jeweils thematisch definierten Kontexten konstituierten, nicht deckungsgleichen Räumen: Wir konzentrieren uns auf Vorgänge der Migration, der Wissenszirkulation, des Reisens, des Handels und der Mobilität ganzer Gesellschaften zwischen dem Zarenreich, Polen-Litauen, dem Osmanischen Reich und Persien in relationalen sozialen Räumen mit jeweils stark unterschiedlicher Reichweite. Da wir uns auf wissenschaftlich unentdecktem Terrain bewegen, betreiben wir mit den geplanten Forschungsschneisen vorerst Grundlagenforschung. Auf der Basis der Ergebnisse der ersten Phase sollen für eine zweite Phase Methodenwerkzeuge für ein neues Theoriedesign entwickelt werden, das den spezifischen Anforderungen unseres Forschungsgegenstandes Rechnung tragen soll. Der Untersuchungszeitraum des Schwerpunktprogramms beginnt im frühen 16. Jahrhundert, als sich das Osmanische Reich durch die Expansion im nördlichen und östlichen Afrika, den Eroberungen in Ostmitteleuropa und der Machtausdehnung im Nahen und Mittleren Osten zur überregionalen Drehscheibe „transosmanischer“ Interaktionszusammenhänge entwickelte. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde das ins Zentrum gerückte Gebiet jedoch in veränderte bzw. neue Kommunikations- und Handlungsräume integriert, als die europäischen Großmächte ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss zunehmend ausbauen konnten. Die Mobilitätsdynamiken- und Strukturen ließen transosmanische Raumkonfigurationen an Bedeutung verlieren und in zunehmend globale und nationalisierte Kontexte auf- und übergehen. Das Programm verfolgt diese Übergänge bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Project Description

Abstract Transottomanica: Eastern European-Ottoman-Persian Mobility Dynamics
Social and (trans)cultural ties between the Moscovite Tsardom and/or Petersburg Empire, Poland-Lithuania, the Ottoman Empire and Persia from the early modern period to the beginning of the twentieth century have so far not been the subject of systematic historical study. The historical societies of the above-mentioned regions developed relationships that evolved and interconnected over centuries. In the priority programme, we shall focus on the “trans-Ottoman” ties and communication practices which emerged as a consequence of mobility between these dominions and which until now have not been apparent in studies of individual regions or bilateral relations. This approach promises to change our understanding of globalised European and Asian history in a transcontinental context. Instead of constructing “one” new region, our “post-area studies” approach allows us to focus on several, different contexts and fields of social interaction with different spatial and social ranges unified by the lens of mobility: Reciprocal processes of migration, knowledge circulation (travelling concepts), travel, trade and mobility of entire societies between Muscovy and then the tsarist empire, Poland-Lithuania, the Ottoman Empire and Persia will be in our focus. Since we are exploring undiscovered terrain in the research for our project, we shall first carry out basic research which shall cast more light in the thicket of our planned research approaches. On the basis of the research findings of the initial phase, suitable methodical tools for a new theory design shall be developed for a possible second subsequent phase that shall take into account the specific requirements of our research subject. The investigation period of the priority programme shall begin in the early 16th century, when the Ottoman Empire developed into a cross-regional hub due to the expansion into northern and eastern Africa, the conquests in East Central Europe and to the extension of power into the Near and Middle East. During the course of the 19th century, however, this area was integrated into altered and/or new areas of communication and action because the major European powers were increasingly able expand their political and economic influence. Due to its mobility dynamics and structures, the trans-Ottoman spatial configuration lost significance and merged into increasing global and nationalised contexts. The priority programme shall investigate these transitions until the beginning of the 20th century.

*Ausschreibung

Ausschreibung (Information für die Wissenschaft Nr. 19 | 20. April 2016)
Das DFG-Schwerpunktprogramm „Transottomanica: Osteuropäisch-osmanisch-persische Mobilitätsdynamiken“ (SPP 1981) wurde vom Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im März 2016 für eine Laufzeit von sechs Jahren eingerichtet. Die Ausschreibung lädt ein zur Einreichung von Anträgen für die erste dreijährige Förderperiode.
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Veranstaltungen

 

Banner Transottomanica

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DFG-Projekt: Der Białowieża-Nationalpark. Mensch, Tier und Umwelt in der polnisch-weißrussischen Grenzregion

Verortung des Nationalparks

Verortung des Nationalparks
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Projektbeschreibung

Der Urwald von Białowieża befindet sich ungefähr gleich weit von Warschau und Minsk entfernt in einer jahrhundertealten polnisch-belarussischen Kontaktzone, in der nationale Festlegungen im Unterschied zu religiösen und sozialen erst sehr spät eine prägende Rolle zu spielen begannen. Es handelte sich hierbei um die Lebenswelt des polnischen Landadels, der jüdischen Händler und der weißrussischen und ukrainischen Bauern. Vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg begriffen sich die meisten Menschen dieser sozioökonomisch vernachlässigten Region  noch als „Hiesige“ ohne ethnische oder nationale Zuordnung. Obgleich sich die politischen Grenzen im Rahmen von Nationalstaatsbildungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrmals willkürlich verschoben und das Gebiet des Urwalds dadurch letztendlich zerschnitten wurde, blieb die Bevölkerung in ihrer traditionellen Lebensweise verhaftet. In dieser Hinsicht setzten erst die sowjetischen Deportationen, die nationalsozialistischen Vertreibungen und der Holocaust im Zuge des Zweiten Weltkrieges Zäsuren. Darüber hinaus war der Urwald einerseits Rückzugsort für seltene Tiere und Pflanzen, und andererseits Jagdgebiet polnischer Könige, russischer Zaren, sowjetischer Generalsekretäre und wohlhabender Touristen aus aller Welt sowie zeitweise Schauplatz extensiver Ressourcennutzung, vor allem von Holz. Symbolisch für Białowieża steht der Wisent, das größte, während des Ersten Weltkrieges beinahe ausgerottete Landsäugetier Europas. Einzigartig ist die Geschichte seiner Wiederaufzucht und Auswilderung.

Das Projekt setzt sich zum Ziel, eine kulturwissenschaftlichen Standards folgende Monographie über konkurrierende räumliche Konzepte zu dem 1932 in der Zweiten Polnischen Republik gegründeten und 1991 durch die Republik Belarus erweiterten Nationalpark vorzulegen, der sowjetischerseits seit 1957 als exklusiver Staatsforst diente. Im Vordergrund stehen Fragen der institutionellen und personellen Durchherrschung der Region unter verschiedenen politischen Ordnungen, vor allem im Hinblick auf den Umgang mit der Natur als Ressource und Reservat, sowie der Alltag der Bevölkerung und ihrer Konfrontation mit äußeren Faktoren und der vertrauten Lebenswelt. Angestrebt wird sowohl ein regional-mikrohistorischer als auch ein transnational-makrohistorischer Zugriff auf eine in den jeweiligen Erinnerungskulturen stets präsente Region vor dem Hintergrund der oftmals dramatischen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

 

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Das Wisent als Briefmarke

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Links

Dem „König des Urwalds“ auf der Spur. In: Gießener Anzeiger, 15.2.2014, S. 20. http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/dem-wisent-auf-der-spur--forschungsprojekt_13877125.htm

Forschungsprojekt Wisent. HR 4. 13.3.2014. http://www.hr-online.de/website/suche/home/mediaplayer.jsp?mkey=51115873&type=a&xtmc=wisent&xtcr=1

Wisent als Nationalsymbol. In: Gießener Allgemeine 129, 5.6.2014, S. 46

Spannende Reise ins unbekannte Polesien. In: Gießener Anzeiger, 6.6.2014, S. 35.

Wisent-Reservat und Unesco-Welterbe. In: Gießener Anzeiger, 21.4.2014, S. 16. http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/interdisziplinaerer-workshop-an-jlu-zu-nationalpark-auf-polnischem-und-weissrussischem-territorium_15213975.htm

 

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Veröffentlichungen

Bohn, Thomas: Hiesige und Wisente. Die Beloweschskaja Puschtscha als polnischer und weißrussischer Erinnerungsort. In: Bunte Flecken in Weißrussland. Erinnerungsorte von „Sarmatischen Landschaften“ und „Bloodlands“. Hrsg. v. Thomas M. Bohn, Rayk Einax, Julian Mühlbauer. Wiesbaden 2013 (Historische Belarus-Studien 1), S. 37-44.

Dalhouski, Aljaksandr: Belaveža: illjuzija vyratavannja. In: Rodnaja pryroda 4 (2015), S. 14-16.

Krzoska, Markus: Naturschutz in Polen seit der Frühen Neuzeit. Das Peispiel des Białowieża-Urwalds, in: Jahrbuch Polen 2015: Umwelt, Wiesbaden 2015, S. 117-127.

 

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Aktivitäten

Dritte Tagung Deutsche Polenforschung. Wissen, Verstehen, Übersetzen: Nachbarn im Dialog. Gießen, 20. bis 22. März 2014.

Sektion 1: Nachhaltigkeit und Naturschutz. Umweltbezogene Kooperation in Ostmitteleuropa

Leitung: Thomas Bohn (Gießen); Moderation: Henadz´ Sahanovič (Minsk)

1) Bohn, Thomas (Gießen): Zusammenarbeiten in der Peripherie? Der Nationalpark von Białowieża als polnisch-sowjetisches Projekt 1932-1991

2) Krzoska, Markus (Gießen): Machbarkeitsphantasien im Naturschutz. Deutsche und polnische Bemühungen zur Rettung und Rückzüchtung von Wisent, Ur und Wildpferd in der Zwischenkriegszeit

3) Kühne, Olaf (Saarbrücken): Nachhaltige Raumentwicklung in Polen? Aspekte des Übergangs der sozialistischen Moderne zu Postmoderne

4) Obertreis, Julia (Erlangen): Kommentar

 

Vortrag von Markus Krzoska:" Zucht- und Schutzmaßnahmen der Zwischenkriegszeit als Teil einer tierbezogenen Biopolitik. Deutsch-Polnische Aktivitäten rund um den Białowieża-Nationalpark."

Universität Kassel, Kolloquium  zur Geschichte der Frühen Neuzeit/ Neueren und Neuesten Geschichte (Prof. Dr. Anne-Charlott Trepp/ Prof. Dr. Winfried Speitkamp), Montag, 28. April 2014

 

Vortrag von Thomas Bohn: "Mitten in Europa? – Polen, Belarus, Ukraine."

23. Hungener Europawoche, Gesamtschule Hungen, 3. Juni 2014

 

Podiumsdiskussion zum Białowieża-Nationalpark, Białowieża, 4. September 2014

 

Bild 01: Podiumsdiskussion zum Białowieża-Nationalpark

Teilnehmer:

Prof. Dr. Małgorzata Krasińska (Instytut Biologii Ssaków PAN, Białowieża)

Dr. Zbigniew Krasiński (Veterinärmediziner, Białowieża)

Dr. Mirosław Stepaniuk (Direktor des Białowieża-Nationalparks)

Dr. Tomasz Samojlik (Instytut Biologii Ssaków PAN, Białowieża)

Piotr Bajko (Białowieża-Nationalpark)

Janusz Korbel (Umweltschützer und Landschaftsökologe, Białowieża)

 

Die Diskussion begann mit einer Einführung des Nationalparkdirektors zu Geschichte und Gegenwart von Białowieża. Mirosław Stepaniuk betonte, welche Entwicklungschancen eines sanften und nachhaltigen Tourismus der Nationalpark bietet, und hob die Möglichkeiten einer grenzüberschreitenden Kooperation mit Belarus hervor. Anschließend stand das Oberthema im Mittelpunkt, wie Reservat und Ressourcennutzung miteinander in Einklang gebracht werden können. Hingewiesen wurde dabei auf die massiven strukturellen Veränderungen in der Region seit 1945, insbesondere aber seit 1989 mit ihren Vor- und Nachteilen. Thematisiert wurde die Erfolgsgeschichte der Wisentzucht und –rettung in Białowieża, aber auch die bis heute andauernden vielfältigen Bedrohungen, etwa durch Krankheiten. Dem Umgang der ansässigen Bevölkerung mit dem Nationalpark war in historischer Perspektive eine weitere Frage gewidmet. Dabei wurde klar, dass der Park zum einen immer gute Möglichkeiten zur Arbeitsplatzfindung bot, die strengen ökologischen Auflagen vor dem Hintergrund tradierter Verhaltensweisen (Holzeinschlag, Mähen der Wiesen, Wilderei) oftmals aber nicht akzeptiert wurden und werden. Die traditionelle Landwirtschaft ist dagegen weitgehend verschwunden und durch eine immer stärker touristisch geprägte Infrastruktur ersetzt worden. Besonders aus den Beiträgen von Piotr Bajko, dem führenden Lokalhistoriker, konnte eine Reihe für das Projekt wichtiger Detailanregungen gewonnen werden, etwa zur Rolle der Grenze. Janusz Korbel führte einige Überlegungen zu den Problemen des polnischen Umweltschutzes insgesamt aus und stellte eine regionalspezifische Verbindung zu anderen Gegenden her. Mit dem Projektpartner Tomasz Samojlik konnte eine Verknüpfung zur älteren Geschichte Białowieżas, die im Rahmen des DFG-Projekts nicht an vorderster Stelle steht, erzielt werden.

 

Bild 02: Podiumsdiskussion zum Białowieża-Nationalpark

 

Die dreistündige Diskussion, die simultan übersetzt wurde, bot auch den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gruppe die Möglichkeit für konkrete Nachfragen.

Insgesamt ermöglichte der Workshop eine Verbesserung der Kontakte mit den Kollegen vor Ort und bot nehmen den beeindruckenden Bildern aus dem Nationalpark selbst die Chance zur Vertiefung des bisher gesammelten Wissens und eine Reihe neuer Anregungen vor allem zur regionalen Geschichte und zu naturwissenschaftlichen Anschlussprojekten.

Siehe dazu auch: Janusz Korbel: Krokodyl w Białowieży, in: Czasopis. Białoruski miesięcznik społeczno-kulturalny (Białystok) (2014), Nr. 10, S. 6.

 

Vortrag von Markus Krzoska: "Von Wisenten und Menschen. Überlegungen zu Biopolitik und Materialität im Kontext der Human-Animal-Studies."

 GWZO Leipzig (Prof. Dr. Frank Hadler/Dr. Arnold Bartetzky) Mittwoch, 3. Dezember 2014

 

Vortrag Markus Krzoska

Oberseminar Osteuropäische Geschichte der Universität Greifswald (Prof. Dr. Mathias Niendorf), 12. Januar 2015.

 

Vortrag von Markus Krzoska: "Human-Animal-Studies and rural societies. Changings in Cultural Studies."

Workshop „Arbeit – Liebe – Gewalt. Ländliche Gesellschaften in neuen Forschungsperspektiven“, GWZO Leipzig (PD Dr. Dietlind Hüchtker), 15. Januar 2015.

 

Kommentar von Markus Krzoska

Workshop „Tiere unserer Heimat. Auswirkungen der SED-Ideologie auf gesellschaftliche Mensch-Tier-Verhältnisse in der DDR“ an der TU Berlin (Prof. Dr. Dorothee Brantz), 6. Februar 2015.

 

Podiumsdiskussion mit Aliaksandr Dalhouski, Valery Drančuk, Kuzma Kozak und Thomas Bohn über „Der Urwald von Bialowieza im Zweiten Weltkrieg“

Geschichtswerkstatt Minsk, 27. März 2015

Geschichtswerkstatt Minsk
 

 

Vortrag von Aliaksandr Dalhouski  "Die Belavežskaja Pušča  als Wildnisphantasie und Vernichtungsstätte im Zweiten Weltkrieg"

Tagung „Belarus' und Deutschland“, Minsker Staatliche Linguistischen Universität, 10. April 2015

 

Vortrag von Thomas Bohn: "Der Nationalpark von Białowieża als polnischer und weißrussischer Erinnerungsor"

Oberseminar am Institut für Geschichte der TU Darmstadt (Prof. Dr. Ivo Engels ), 21. April 2015

 

Workshop: "Wisent-Reservat und UNESCO-Welterbe. Referenzen für den Białowieża-Nationalpark (Belavežskaja Pušča)"

Justus-Liebig-Universität Gießen, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen, 24./25. April 2015

Konferenz in Gießen
 

 

Als Alleinstellungsmerkmal für den Nationalpark von Białowieża (Belavežskaja Pušča) fungiert der Wisent, das größte, während des Ersten Weltkrieges nahezu ausgerottete Landsäugetier Europas. Historisch gesehen befindet sich der sogenannte Urwald in einer polnisch-belarussischen Kontaktzone, in der nationale Festlegungen spät eine prägende Rolle zu spielen begannen. Obgleich sich die politischen Grenzen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Rahmen von Staatsbildungen mehrmals willkürlich verschoben und das Waldgebiet dadurch zerschnitten wurde, blieb die Bevölkerung lange ihrer traditionellen Lebensweise treu. In dieser Hinsicht setzte erst der Zweite Weltkrieg mit den sowjetischen Deportationen, den nationalsozialistischen Vertreibungen und dem Holocaust Zäsuren. Als Biotop seltener Tiere und Pflanzen diente der Wald nicht nur als Jagdgebiet polnischer Könige, russischer Zaren und sowjetischer Generalsekretäre, sondern auch als Ressource für den Rohstoff Holz und als Eldorado für Naturschützer und Touristen.

Die Tagung setzt sich zum Ziel, die konkurrierenden Konzepte zu dem 1932 in der Zweiten Polnischen Republik gegründeten und 1991 um die Gebiete der Republik Belarus erweiterten Nationalpark im internationalen Zusammenhang zu betrachten und dabei Impulse der Human-Animal-Studies und der Landschaftswissenschaft heranzuziehen.

 

Fr., 24. April

14.00-15.30 Uhr

Einführung

Moderation: Markus Krzoska (Gießen)

Klaus Gestwa (Tübingen): Umweltgeschichte und Osteuropäische Geschichte: Beziehungen und Herausforderungen

Kommentar: Thomas Bohn (Gießen)

 

16.00-18.00 Uhr

Panel 1: Ressourcen

Moderation: Thomas Bohn (Gießen)

Aliaksandr Dalhouski (Gießen): Verteilungskämpfe im Wald von Białowieża (1939-1945)

Christian Lotz (Marburg): Internationale forstwissenschaftliche Kongresse und die „timber frontier“ in Europa (1870-1914)

Bianca Hoenig (Basel): Wem gehört die Tatra? Eigentumskonflikte im Tatranationalpark

Marius Mayer (Greifswald): Nationalparks als touristische Attraktionspunkte und deren ökonomische Bewertung

Kommentare: Julia Obertreis (Erlangen) und Veronika Wendland (Marburg)

 

Sa., 25. April

9.00-11.00 Uhr

Panel 2: Reservate

Moderation: Hans-Jürgen Bömelburg (Gießen)

Eunice Blavascunas (Maine): Never True Peasants, Not Now Proletariats: Refashioning the Local Population of Białowieża

Jan-Erik Steinkrüger (Bonn): Zwischen Landschaftsästhetik und Ressourcenschutz. Ursprünge des Nationalparkgedankens

Hans-Peter Ziemek (Gießen): Vom europäischen Randmeerlebensraum zum transnationalen  Politikprojekt – das Wattenmeer und seine Schutzgebiete

Felix Schürmann (Kassel): Wildern und Auswildern in Tansania: Das nachkoloniale Ostafrika als Experimentierfeld für Artenschutzverfahren

Kommentare: Mieke Roscher (Kassel) und Claudia Kraft (Siegen)

 

11.30-13.30 Uhr

Panel 3: Images

Moderation: Stefan Rohdewald (Gießen)

Andrea Rehling (Mainz): Białowieża im Kontext des UNESCO-Weltnaturerbes

Markus Krzoska (Gießen): Internationaler Wisent- und Wildpferdschutz und nationale Ideologie. Die polnische Sicht der Dinge

Raf de Bont (Maastricht): Extinct in the Wild: A Spatial History of Wisent Preservation

Anna-Katharina Wöbse (Bremen): Charismatische (Tier-)Ikonen in den internationalen Naturschutz-Kampagnen des 20.  Jahrhunderts

Kommentare: Frank Uekötter (Birmingham) und Bernhard Gißibl (Mainz)

 

 

Vortrag von Markus Krzoska: "If there is a Paradise, there also must be a Tree? Białowieża Forest as a Place of Environmental Protection and Natural Resources in the 20th Century: Considering the Example of Wood", Internationale Tagung “Historia środowiskowa Polski i Europy Środkowo-Wschodniej od średniowiecza do współczesności”, Krakau, 18.9.2015

 

Vortrag von Thomas Bohn und Aliasandr Dalhouski: "Der Wald von Białowieża als deutsche Wildnisphantasie im Zeitalter der Weltkriege"

The Fifth Internatonal Congress of Belarusian Studies, Kaunas, October, 2nd-4th, 2015

The Congress of Belarusian Studies, Kaunas, October 2nd-4th. 2015

Quelle: Istoriceskaja Pravda, 5.10.2015. http://www.istpravda.ru/bel/news/14677/

 

Vortrag von Aliaksandr Dalhouski:"Der Wald von Białowieża als deutsche Wildnisphantasie im Zeitalter der Weltkriege"

Deutsche Wochen, Minsk, 14.10.2015

 Plakat: Deutsche Wochen, Minsk

 

Vortrag Markus Krzoska: "Tiere und ihre Menschen. Kulturwissenschaftliche Überlegungen am Beispiel des Wisents"

Deutsch-Polnischer Workshop „Geschichte und Geschichten“, JGU Mainz/Standort Germersheim, 23.10.2015

 

Vortrag Markus Krzoska: "Mehr als Holz und wilde Tiere? Aspekte einer Umweltgeschichte des Białowieża-Nationalparks im 20. Jahrhundert"

LMU München, Oberseminar für Osteuropäische Geschichte, 9.11.2015

 

Workshop: "Wildnis und Welterbe. Naturschutz an der polnisch-weißrussischen Grenze"

Podiumsdiskussion mit Adam Bohdan (Białystok) und Dr. Georgij Kozul'ko (Kamenjuki)
Mit Beiträgen von PD Dr. Markus Krzoska und Dr. Aliaksandr Dalhouski
Moderation: Prof. Dr. Thomas Bohn
JLU, Philosophicum I, G 333
Di, 8. Dezember, 18-20 Uhr

Im letzten Jahr wurde das komplette Waldgebiet von Białowieża an der polnisch-weißrussischen Grenze zum Welterbe der UNESCO erklärt, in diesem Jahr hat die Republik Belarus den visafreien Grenzübertritt innerhalb der Bi-Nationalparks ermöglicht. Ein Vierteljahrhundert nach der im Wald von Białowieża erfolgten Auflösung der Sowjetunion gibt es jetzt eine Schleuse zwischen der Europäischen Union und der „letzten Diktatur“ Europas.

Als Alleinstellungsmerkmal für den Nationalpark von Białowieża fungiert immer noch der Wisent, das größte, während des Ersten Weltkrieges nahezu ausgerottete Landsäugetier Europas. Historisch gesehen befindet sich der  Urwald in einer polnisch-belarussischen Kontaktzone, in der nationale Festlegungen spät eine prägende Rolle zu spielen begannen. Obgleich sich die politischen Grenzen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts  mehrmals verschoben und das Waldgebiet dadurch zerschnitten wurde, blieb die Bevölkerung lange ihrer traditionellen Lebensweise treu. In dieser Hinsicht setzte erst der Zweite Weltkrieg mit den sowjetischen Deportationen, den nationalsozialistischen Vertreibungen und dem Holocaust Zäsuren. Als Biotop seltener Tiere und Pflanzen diente der Forst nicht nur als Jagdgebiet polnischer Könige, russischer Zaren und sowjetischer Generalsekretäre, sondern auch als Ressource für  Naturschützer und Touristen.

Die Veranstaltung setzt sich zum Ziel, die konkurrierenden Konzepte zu dem 1932 in der Zweiten Polnischen Republik gegründeten und 1991 um die Gebiete der Republik Belarus erweiterten Nationalpark im internationalen Zusammenhang zu betrachten und dabei aktuelle Probleme des Naturschutzes zu erörtern.

Plakat: Wildnis und Welterbe. Naturschutz an der polnisch-weißrussischen Grenze

 

Vortrag Thomas Bohn/Markus Krzoska "Der Białowieża-Nationalpark / Białowieża und Agency. Ein methodologischer Versuch"

Workshop "Ökosysteme, technische Artefakte, soziale Ordnungen" des SFB-Teilprojekts Versalzung und Bodendegration der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, 21.1.2016


Vortrag Markus Krzoska: "We Know Them All. Does it Make Sense to Create a Collective Biography of European Bison?"

im Rahmen der Tagung „Animal Biographies“, Universität Kassel 9.-11.3.2016, Tag des Vortrags: 10.3.2016

 

Vortrag von Thomas Bohn: "Generalsekretäre auf der Jagd . Wildnis und Naturschutz an der polnisch-weißrussischen Grenze"

Zweigstelle der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) an der Universität Bamberg, 11.5.2016

 

Vortrag von Thomas Bohn: "Wisent-Wildnis und Welterbe.. Der polnisch-weißrussische Nationalpark von Białowieża"

Graduiertenschule Ost- und Südosteuropastudien der LMU München und der Universität Regensburg; Ort: Siemens-Stiftung am Schloss Nymphenburg, München, 25.4.2017

 

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Sonderforschungsbereich/TRR 138: „Dynamiken der Sicherheit. Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive.“

Projektbeschreibung

Die Forscherinnen und Forscher der beiden Universitäten Marburg und Gießen sowie des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung widmen sich ab April 2014 im SFB/TRR 138 dem Thema „Dynamiken der Sicherheit. Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive“. Sie untersuchen, wie sich in der Geschichte Vorstellungen von Sicherheit entwickelten und wie diese in den politischen Prozess gelangten. Dabei geht es um die Darstellung und die Herstellung von Sicherheit – Vorgänge, die einander bedingen und deren Verhältnis in historisch unterschiedlichen Dynamiken und Prozessstrukturen erforscht werden soll. Diese dynamischen Prozesse fasst der SFB/TRR begrifflich als Versicherheitlichung.

Der SFB/TRR greift dabei Forschungsansätze der Politikwissenschaft, konkret das Modell der Securitization der Copenhagen School der Internationalen Beziehungen, auf und entwickelt diese in historischer Perspektive weiter. Somit führt der Forschungsverbund erstmalig eine umfassende Analyse der politischen Dynamiken durch, mit denen Versicherheitlichungsprozesse bzw. die ihnen entgegengesetzten Entsicherheitlichungsprozesse verbunden sind – einschließlich ihrer Ambivalenzen und Dialektiken.

Hierfür liegt dem SFB/TRR kein festes, statisches Verständnis von Sicherheit zugrunde. Vielmehr wird Sicherheit als im historischen Prozess veränderbar und variabel angesehen, als ein gesellschaftliches Konstrukt, das Gegenstand rivalisierender Deutungen und Interessen ist und das daher wie andere Grund- und Wertbegriffe der politisch-sozialen Sprache nur historisch fassbar wird. Aus diesem Ansatz folgt, dass sich die Analyse des Forschungsverbundes nicht auf einen Zeitabschnitt, etwa die im Rahmen der Sicherheitsforschung bislang im Vordergrund stehende jüngste Zeitgeschichte, konzentriert, sondern Epochengrenzen überschreitet, diese dadurch überprüft und ggf. auflöst. Ziel der gemeinsamen, interdisziplinären Forschungsarbeit des SFB/TRR 138 ist es, zunächst zu einem Analyseinstrumentarium und schließlich im Verlauf der zwölfjährigen Förderzeit zu einer Gesamttypologie der Dynamiken von Sicherheit in der Geschichte zu gelangen.

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Corpus Draculianum

     Herausgegeben von Thomas M. Bohn, Adrian Gheorghe, Christof Paulus und Albert Weber

     Harrassowitz Verlag Wiesbaden

     Verlagsanzeige:


Vlad Ţepeş Drăculea (1431-1476) ist eine der bekanntesten Gestalten aus dem spätmittelalterlichen Südosteuropa. Als Vorlage für Bram Stokers Vampirgrafen „Dracula“ erlangte er 1897 Weltberühmtheit. Seit dem Bestseller „In Search of Dracula“ von Raymond McNally und Radu Florescu wurde man 1972 auch auf die historische Figur aufmerksam: Demnach versuchte der Woiwode der Walachei nach orientalischem Vorbild eine autoritäre Herrschaft zu etablieren und einen Kreuzzug gegen das Osmanische Reich zu führen. Wegen seiner bevorzugten Hinrichtungsmethode erhielt er von Rumänen und Osmanen den Spitznamen „der Pfähler“. Westeuropäische Chronisten und Verleger von Gruselgeschichten sorgten unter dem Eindruck der Türkengefahr bis zum ausgehenden 17. Jahrhundert für die Verbreitung des Bildes eines grausamen Tyrannen.

Das Ziel der Quellensammlung besteht darin, die in insgesamt 17 europäischen und orientalischen Sprachen erhaltenen Briefe, Urkunden und Erzählungen zu Vlads Leben und Herrschaft durch kritische Edition, Übersetzung und Kommentar der Originale den wissenschaftlich Interessierten als Grundlage für Forschungsarbeiten als auch einem breiten Publikum zur Lektüre zur Verfügung zu stellen.

 

Geplant ist eine Veröffentlichung in drei Bänden:

Band 1: Briefe und Urkunden. Bearbeitet von Albert Weber, Adrian Gheorghe, Marian Coman. Ca. 450 S. (voraussichtlich Ende 2016)

Der erste Band enthält die dokumentarischen Quellen, die, anders als die narrativen, dem historischen Geschehen am nächsten standen: 31 Briefe und Urkunden aus der Kanzlei Vlads des Pfählers und über einhundert aus den Kanzleien anderer Monarchen oder als Briefe verfasste Zeugnisse von privaten Augenzeugen. Darin enthalten sind Beschreibungen des politischen Geschehens, Berichte über Feldzüge, über Strafaktionen Vlads sowie über seine außen- und innenpolitischen Konzeptionen, was den Briefen teilweise den Charakter von Ego-Dokumenten verleiht.

 

Band 2: Die Überlieferung aus West- und Südosteuropa und dem Moskauer Reich. Bearbeitet von Thomas Bohn, Adrian Gheorge, Christof Paulus und Albert Weber. Ca. 550 S. (voraussichtlich Ende 2019)

Der zweite Band gibt alle narrativen europäischen Quellen wieder. In einem ersten Kapitel kommen drei rumänische Chronisten zu Wort, die in Vlad vor allem einen Hüter der Gerechtigkeit sehen. Im zweiten Kapitel werden die Geschichten, Dichtungen und Berichte wiedergegeben, die infolge der Propagandakampagne des ungarischen Hofes verbreitet wurden. Um sich selbst zum ersten Verteidiger des katholischen Christentums stilisieren zu können, ließ der ungarische König Matthias Corvinus Schauergeschichten über Vlad verbreiten. Die sogenannten Deutschen Geschichten stellen dabei das wichtigste Zeugnis ihrer Zeit dar. Ihre Kolportage wurde von einflussreichen Historiographen und Literaten gewährleistet (über 80 Autoren). Das dritte Kapitel gehört der russischen Überlieferung: In der Forschung wird gemutmaßt, der Stoff sei durch Vermittlung eines russischen Diplomaten in das Moskauer Reich geraten und von einem Mönch in einem nordrussischen Kloster interpretiert worden. Vlads Konversion zum Katholizismus wird darin als Verrat an der Orthodoxie dargestellt, sein Autoritarismus aber als Ausdruck einer gerechten Herrschaft gewertet.

 

Band 3: Die Überlieferung aus dem Osmanischen Reich. Postbyzantinische und osmanische Autoren. Bearbeitet von Adrian Gheorghe und Albert Weber. Wiesbaden 2013. XLI, 419 S.

Inhaltsverzeichnis: http://www.harrassowitz-verlag.de/dzo/artikel/201/002/2422_201.pdf?t=1384508467

Der dritte Band enthält ausschließlich narrative Quellen: Mehmed II., der Eroberer Konstantinopels, führte 1462 eine Strafexpedition an, gegen die sich Vlad mit einigem Erfolg zur Wehr setzte. Die von Feldzugsteilnehmern, Hofhistoriographen und byzantinischen Chronisten verfassten Darstellungen zentrieren um die spektakulären Ereignisse. Für die Osmanen (28 Autoren) war Vlad ein verräterischer Rebell und Verbrecher, der vom übermächtigen Sultan vernichtend geschlagen wurde. Für die von den Osmanen beherrschten Griechen (6 Autoren) hingegen repräsentierte er einen Widerstandskämpfer, der im persönlichen Kampf das Heer des Sultans aufgerieben und zum Rückzug gezwungen haben soll.

 

Die Edition schließt eine wichtige Lücke in der Forschung, indem sie Quellen aus unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Kontexten zusammenführt und durch moderne Übersetzungen nutzbar macht. Es ist daher zu erwarten, dass es sich als historisches Lesebuch und konkurrenzloses Grundlagenwerk durchsetzt.

 

Das Projekt weist sich durch folgende Merkmale als innovativ aus:

  • Die Edition zielt auf Wiedergabe historischer Fakten, nicht auf mythisierende Fiktion, die bislang jede populärwissenschaftliche Biographie des Pfählers dominiert.
  • Dieser Fiktionalisierung steht das Konzept einer quellenorientierten Biographie gegenüber. Erstmals werden diese einem breiteren Publikum lesegerecht verfügbar gemacht. Eine direktere Verbindung zum historischen Geschehen, dessen hinterlassene Quellen nun aus erster Hand erfahrbar werden, wird somit ermöglicht. Die Edition dokumentiert mehr als zweieinhalb Jahrhunderte europäischer und orientalischer Dracula-Überlieferung und zeichnet somit die Entwicklung des Mythos’ nach.
  • Die edierten und übersetzten Texte weisen sich durch ihre Vollständigkeit aus – jede bis heute bekannte Quelle wird berücksichtigt sowie um weitere Texte ergänzt, die erstmals von den Bearbeitern der Edition entdeckt wurden.
  • Das wichtigste Merkmal der Edition ist die Interkulturalität: Die Quellen stammen aus dem katholischen und protestantischen Westeuropa, aus dem ostmitteleuropäischen Siebenbürgen („Transsilvanien“), aus der rumänischen Walachei, aus dem orthodoxen Russland und dem muslimisch-christlichen Osmanischen Reich. Osmanische und (post-)byzantinische Autoren kommen ebenso zu Wort wie deutsche Gelehrte und Schriftsteller, russische Mönche, rumänische Chronisten und sogar ein Papst.
  • Kaum eine andere Quellenedition enthält mitsamt Übersetzung Texte in insgesamt 76 Sprachen: Alttürkisch, Arabisch, Persisch, Griechisch, Latein, Italienisch, Spanisch, Englisch, Mittelhochdeutsch, Altfranzösisch, Polnisch, Tschechisch, Ungarisch, Rumänisch, Serbisch, Russisch, Altkirchenslawisch. Die Edition wird daher ein starkes internationales Interesse auf sich ziehen.
  • Das Projekt hat zwei unterschiedliche Zielgruppen: Für die interessierten Laien soll die mit Übersetzungen und Kommentaren angereicherte Edition als historisches Lesebuch dienen. Für die Experten sollen Kurzbiographien der einzelnen Autoren, Übersichten über das jeweilige Gesamtwerk, Einschätzungen des ideologischen Profils und Literaturhinweise Wege zu weiteren Forschungen ebnen.

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GiZo-Verbundprojekt

GiZO-Verbundprojekt "Kulturelle Prozesse und Identitätsdiskurse im östlichen Europa"

Die Osteuropäische Geschichte ist an dem Forschungsprojekt "Kulturelle Prozesse und Identitätsdiskurse im östlichen Europa" des Gießener Zentrums östliches Europa GiZO beteiligt. Das Teilprojekt von Prof. Hans-Jürgen Bömelburg trägt den Namen „Das Antemurale-Konzept in Europa: Zwischen militanter Exklusion nach außen und Integration nach Innen“.

Arbeitskreis "Das osmanische Europa"

Forschergruppe Gewaltgemeinschaften (abgeschlossen)

Landesexzellenzinitiative LOEWE - Schwerpunkt: Kulturtechniken und ihre Medialisierung (abgeschlossen)

Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl (abgeschlossen)

Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl (abgeschlossen)
Belarus, Ukraine, Russland, Litauen und Deutschland in vergleichender und beziehungsgeschichtlicher Perspektive (1986-2006) (in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V., der Europäischen Humanistischen Universität Vilnius/Minsk und der ukrainischen Nationaluniversität Kiewer-Mohyla Akademie; VW-Stiftung, 2008-2011).
Zeitungsartikel über die Ausstellung „25 Jahre nach Tschernobyl"
Dissertationen

Displaced Persons in Mittelhessen (abgeschlossen)

weitere Qualifizierungsprojekte

Kooperationen

Kooperationen

Kooperationen des Institus der Osteuropäischen Geschichte


Kooperationen der Ostmitteleuropäischen Geschichte

  • Herder-Institut Marburg
  • Deutsches Polen Institut Darmstadt
    Der Lehrstuhl für Ostmitteleuropäische Geschichte kooperiert mit dem Deutschen Polen-Institut in Fragen der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Polen im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit im Bundesland Hessen.
    Dabei beteiligt er sich unter anderem an den konzeptionellen Überlegungen zur Zukunft der Polenforschung in Deutschland und zu einem deutsch-polnischen Geschichtsbuch.

 

Kooperationen der Osteuropäischen Geschichte


Kooperationen der Südosteuropäischen Geschichte

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