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Artikelaktionen

Professor Dr. Carsten Gansel

Professor für neuere deutsche Literatur und Germanistische Literatur- und Mediendidaktik
Professor Dr. Carsten Gansel

 

Anschrift: Otto-Behaghel-Straße 10 B
Büro: Raum 208
35394 Gießen
Tel.: (+49) 0641 99-29145
Fax: (+49) 0641 99-29129
E-Mail:Carsten.Gansel@germanistik.uni-giessen.de



Weitere Homepage siehe unter: 

www.carsten-gansel.de

Mitgliedschaften und Aktivitäten
  • 1990 - 1994 Mitglied im Vorstand des Deutschen Germanistenverbandes.
  • Seit 2004 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption.
  • Im Mai 2005 Wahl in das P.E.N-Zentrum Deutschland.
  • Gutachter u.a. des DAAD, der DFG, der Alexander von Humboldt-Stiftung, der VW-Stiftung.
  • Mitglied in mehreren Auswahlkommissionen des DAAD.
  • Sprecher des Kuratoriums zur Verleihung des Uwe-Johnson-Preises.
  • Vorsitzender der Jury zur Verleihung des Uwe-Johnson-Preises sowie des Uwe-Johnson-Förderpreises (uwe-johnson-preis.de)
  • Januar 2005 - Dezember 2012 Leitung der Germanistischen Institutspartnerschaft zwischen den Germanistischen Instituten der Universität Gießen und der Universität Zielona Góra/ Polen
  • August 2008 - Dezember 2012 Leitung der Admoni-Doktorandenschule für die Germanistik in Polen (Universität Zielona Góra)
  • 2007 - August 2012 einer der zwei Gründungsdirektoren des Zentrums für deutschsprachige Gegenwartsliteratur und Medien (ZGM) an der Universität Zielona Góra/ Polen.
  • ab 2010 Leitung der Germanistischen Institutspartnerschaft zwischen den Germanistischen Instituten der Universität Gießen und der Universidad de la Habana/Cuba
  • 2011 Nominierung für den Diefenbaker Award (Canada)
  • ab 2012 Verantwortlich für die Kooperation und den Wissenschaftlichen Austausch mit der University of Calgary/Canada (gemeinsam mit Prof. Dr. Florentine Strzelczyk)
Mitherausgeber
Neuerscheinungen:

Carsten Gansel / Burkhard Meyer-Sickendiek (Hrsg.): Stile der Popliteratur. Versuch einer intermedialen Differenzierung. München: edition text+kritik 2018 (= neoAVANTGARDEN, Bd. 8).



Popmusik wird unterschieden in Genres wie z. B. Rock, Punk, Soul, Elektro, Hardrock, Jazz oder Hip-Hop. Doch mit dem Begriff Popliteratur ist alles gesagt. Oder könnte man versuchen, über Popliteratur zu sprechen, wie man es über Popmusik längst tut?

Wenn man Forschungsdiskussionen zur Popliteratur mit denjenigen zur Popmusik vergleicht, dann fällt auf, dass für die fiktionalen Texte eine präzise Klassifizierung in Subgattungen wie Pop, Punk, Jazz oder Hip-Hop fehlt. Popmusik hingegen lässt sich auf Grund spezifischer Soundpatterns und Rhythmen in solche Genres unterteilen. Vor diesem Hintergrund untersucht der neoAVANTGARDEN-Band 8, wie sich der Import musikalischer Stilrichtungen auf die Schreibverfahren jener Texte auswirkte, die als Popliteratur diese verschiedenen Musikrichtungen zum Gegenstand haben. Wie lassen sich musikalische Form und literarische Form theoretisch und vor allem analytisch verbinden? Welche Kategorien sind zu entwickeln, um der Beantwortung dieser Frage nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch auf formaler Ebene näherzukommen? Auf diese Weise unternimmt der Band den Versuch, erste Bausteine einer für Popliteratur wichtigen Theorie der Intermedialität zu entwickeln. Mit Beiträgen zu Autoren wie Rolf Dieter Brinkmann, Rainald Goetz, Benjamin von Stuckrad-Barre und Wolfgang Herrndorf.

Verlagsinformationen

 

Brigitte Reimann / Wolfgang Schreyer: Ich möchte so gern ein Held sein. Der Briefwechsel. Hrsg. von Carsten Gansel und Kristina Stella. Berlin: Leetspeak 2018.



"Carpe diem, intensiv leben, das muß ihr Wahlspruch sein. Weltoffen wirkt sie, schnell begeistert, risikofreudig; lebhaft und farbig will sie's gern haben (...) Don't fence me in! Man spürt, wie leicht sie dem Reiz des Neuen, der Freude am Wagnis erliegt. Ihr Hunger macht sie verletzlich, verführbar." So erinnert sich Wolfgang Schreyer fast 40 Jahre später an Brigitte Reimann. Als sie sich Mitte der 1950er Jahre kennenlernen, ist der sechs Jahre Ältere bereits literarisch erfolgreich. Fast über 20 Jahre, bis zum frühen Tod Brigitte Reimanns, führen beide einen intensiven, offenen und höchst persönlichen Briefwechsel. Diese Briefe sind daher nicht nur spannendes Zeitzeugnis, sondern ein ebenso anrührendes wie kurzweiliges Portrait zweier Künstlerpersönlichkeiten, die auch als Menschen beeindrucken.

"Wenigstens hat sie, also die Kunst, zumal die Literatur, immer etwas Aufsässiges, sie muß hinter die Erscheinungen sehen, an der Oberfläche kratzen und bloßlegen, was darunter ist, kurzum: Heilige Kühe schlachten." Brigitte Reimann an Wolfgang Schreyer 1967

"Wirkung ist immer da, wo Talent, Wissen und Charakter vereint sind. Also, schreib Dein Buch zuende!" Wolfgang Schreyer an Brigitte Reimann 1969

Der intensive Briefwechsel zweier so unterschiedlicher wie solidarischer Autoren, die vor dem Hintergrund krisenhafter Prozesse in Ost und West mit großer Zivilcourage zu ihren Positionen stehen. Sie verhandeln Fragen des literarischen Schaffens wie die Entwicklungen in Politik und Kultur und finden doch immer auch Zeit für die allerpersönlichsten Dinge.

Brigitte Reimann (1933-1973), deren Roman "Franziska Linkerhand" unvollendet blieb, erfuhr nach dessen postumer Veröffentlichung in Ost wie West eine begeisterte Rezeption. Ihre Tagebücher bezeichnete Marcel Reich-Ranicki als "eigenständigen Roman und das vielleicht wichtigste Stück DDR-Literatur überhaupt".

Wolfgang Schreyer (1927-2017) gehörte zu den erfolgreichsten Autoren der DDR (Gesamtauflage über 5 Mio.). Er war u. a. mit Stefan Heym befreundet, der nicht nur das erzählerische Vermögen schätzte, sondern auch die Zivilcourage und den beharrlichen Einsatz für die Schriftstellerkollegen.

Verlagsinformationen

 

Carsten Gansel: Meinst Du, die Russen wollen ...? Ein Moskauer Tagebuch. Neubrandenburg: mecklenbook 2018.




Es wird viel gestritten über Russland. Die Nation, die Russen, Wladimir Putin werden von der Politik und den Medien im Westen in der Regel verurteilt. Oft von Menschen, die noch nie in diesem Riesenland waren. Autor Carsten Gansel kennt Russland von zahlreichen Reisen. Er gewährt Einblicke in den Alltag, in das Denken und Fühlen der Russen sowie in politische und historische Zusammenhänge, die die Grundlage für eine differenzierte Debatte bieten können.

Link zum Bericht der Premiere im "Nordkurier"

 

Carsten Gansel / Manuel Maldonado-Alemán (Hrsg.): Literarische Inszenierungen von Geschichte. Formen der Erinnerung in der deutschsprachigen Literatur nach 1945 und 1989. Stuttgart/Weimar: J. B. Metzler 2018.

 


Die Beitragsautoren dieses Sammelbandes gehen der Frage nach, welche Rolle das Erinnern in der deutschsprachigen Literatur nach 1945 und sodann nach dem Umbruch des Jahres 1989 spielt. Dabei werden unterschiedliche Formen der literarischen Konfiguration von Erinnerung untersucht und das Verhältnis von Fakt und Fiktion diskutiert. In den Blick geraten unterschiedliche Poetologien, Schreibweisen und Konzepte beim Umgang mit Geschichte.

Verlagsinformationen

 

Heinrich Gerlach: Éclairs lointains. Percée à Stalingrad. Edition, postface et appareol critique par Carsten Gansel. Paris: 2017; Ders.: Doorbraak bij Stalingrad. Bezorg door en met een nawoord van Carsten Gansel. Amsterdam: 2017; Ders.: Breakout at Stalingrad. With Appendix by Carsten Gansel. Translated from German by Peter Lewis. London: Apollo an imprint of Head of Zeus 2018.


Uwe Johnson Preis 2016 – Jan Koneffke: "Ein Sonntagskind". Berlin: Edition Leetspeak 2017.

 

UJP2016

 

Im letzten Jahr wurde Jan Koneffke für seinen Roman Ein Sonntagskind mit dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: »Koneffke entwirft in seinem Roman ein deutsches Panorama, das vom Zweiten Weltkrieg über das Jahr 1989 bis in die Gegenwart führt. (...) Eng an die Perspektive der Vaterfigur gebunden, wird der Leser mit einem Geflecht von Schuld, Verdrängung, Selbstbetrug und Schweigen konfrontiert.« Nun ist in der Edition Leetspeak ein Band zur Preisverleihung erschienen, den wir Ihnen gerne ans Herz legen möchten; er enthält Carsten Gansels (Juryvorsitzender) Rede zur Eröffnung der Preisverleihung, die Laudatio auf den Preisträger von Peter Körte, Jan Koneffkes famose Dankesrede und ein Gespräch zwischen Gansel und Koneffke.

Verlagsinformationen

 

 

 

Heinrich Gerlach: Odyssee in Rot. Bericht einer Irrfahrt. Herausgegeben, mit einem Nachwort und dokumentarischem Material versehen von Carsten Gansel. Berlin: Galiani 2017.


 

Heinrich Gerlachs monumentales Werk über seine Zeit in sowjetischer Kriegsgefangenschaft und den Versuch des ‚Bundes Deutscher Offiziere‘, Hitler zu stürzen 

Von den über drei Millionen Wehrmachtssoldaten, die zwischen 1941 und 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft gerieten, starben mehr als eine Million. Heinrich Gerlach (Autor des in russischer Haft geschriebenen, erst kürzlich wiederentdeckten und gefeierten Romans Durchbruch bei Stalingrad) überlebte. 

Er war im Februar 1943 nach der Schlacht um Stalingrad in Kriegsgefangenschaft geraten, und war nach einiger Zeit in das Sonderlager Lunjowo gekommen, wo inzwischen von Hitler und den Nazis abgefallene kriegsgefangene Wehrmachtsoffiziere und die deutschen Exilkommunisten um Ulbricht, Pieck, Herrnstadt etc. zusammen gegen Nazideutschland paktieren sollten. Da die Offiziere aber nicht in der kommunistischen Bewegung ‚Nationalkomitee Freies Deutschland‘ mitarbeiten wollten, gründeten sie – unter der Führung des Generals von Seydlitz – eine eigene Gruppe: den Bund Deutscher Offiziere (BDO). Gerlach gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hatte, den in ihren Augen unsinnigen Krieg zu verkürzen und ihre einstigen Kameraden in der deutschen Wehrmacht zum Widerstand gegen Hitler oder zumindest zur Einstellung der Kampfhandlungen zu bewegen. Stalin hatte ihnen für den Fall des Gelingens zugesagt, sein Möglichstes zu tun, Deutschland als freies Land in den Grenzen von 1937 zu bewahren und den Fortbestand der Wehrmacht zu sichern. 

Gerlach arbeitete viel für die von Rudolf Herrnstadt geleitete Widerstandszeitung Freies Deutschland, seine Artikel ließen an Deutlichkeit und Entschlossenheit nichts zu wünschen übrig – sie beinhalteten Aussagen wie: „Hitler muss fallen, damit Deutschland lebe!“ Wann immer er dazu Zeit hatte, schrieb Gerlach im Lager an seinem Roman Durchbruch bei Stalingrad, der sein Stalingrad-Trauma und das dadurch ausgelöste Erweckungserlebnis, dass für Hitler zu kämpfen ein Irrweg sei, beschrieb. 

Freilich standen sich die früheren Wehrmachtsoffiziere und die Kommunisten mit großem Misstrauen gegenüber. Ulbricht etwa (der nach dem Krieg Staatsratsvorsitzender der DDR werden sollte) schrieb für den sowjetischen Geheimdienst einen Bericht mit einer geheimen Beurteilung zu Gerlach, die für diesen verheerende Folgen haben sollte: „Gerlach, Helmut (sic), Oberleutnant: Typischer Ic-Mann der Hitlerarmee. Talentvoll, aber unehrlich. Versucht durch Informationen an Sowjetstellen seine wirkliche Einstellung zu verdunkeln. Für Produktionsarbeit in der Sowjetunion.“ 

Daran änderte auch nichts, dass in Nazideutschland die Familien der ‚Verräter‘ des BDO in Sippenhaft kamen (so auch Gerlachs Familie), und gegen Einzelne von ihnen Prozesse vorbereitet bzw. geführt wurden (von Seydlitz wurde in Abwesenheit zum Tode verurteilt, Gerlachs Prozess kam bis Ende des Krieges über die Vorbereitungsphase nicht hinaus). 

Die Bemühungen des BDO blieben aber weitgehend erfolglos, die Alliierten zwangen Deutschland militärisch in die Knie. Die Mitglieder des BDO (und mit ihnen Gerlach) wurden für Russland wertlos, jetzt zeigte sich das wahre Gesicht der Sowjets.

Der russische Geheimdienst versuchte, die Gefangenen zu gegenseitigen Denunziationen zu bewegen und als Agenten zu werben. Wer – wie Gerlach – ablehnte, wurde in ‚richtige‘ Arbeitslager abtransportiert, eine lange Odyssee begann. Nachdem Gerlach erneut Anwerbungsversuche abgewiesen hatte, strengte man ein Verfahren wegen angeblicher Kriegsverbrechen gegen ihn an, es drohten 25 Lagerhaft. Bis zur Urteilsverkündigung blieb Gerlach standhaft, erst dann stimmte er der geheimdienstlichen Tätigkeit zu – zum Schein. Das Manuskript seines gut 600 Seiten starken Romans allerdings konfiszierte der Geheimdienst und es verschwand (bis zu seiner Wiederentdeckung und Veröffentlichung im Jahr 2016) in russischen Archiven; auch eine Miniaturabschrift, die ein Kamerad im doppelten Boden eines Koffers aus dem Land zu schmuggeln versuchte, wurde abgefangen. Im April 1950 kam Heinrich Gerlach endlich frei. 

Hier schließt die Handlung von Gerlachs ‚Bericht einer Irrfahrt‘

Carsten Gansel, der schon diesen Teil von Gerlachs Bericht mit Hilfe von Recherchematerial und Dokumenten aus russischen Archiven in seinem umfassenden Nachwort rekonstruiert, verfolgt Gerlachs Spur aber noch weiter. Auch hierzu fand er Dokumentenmaterial in zahlreichen Quellen, vor allem aber die im Deutschen Tagebucharchiv in Emmendingen gelagerten Nachkriegstagebücher Gerlachs, die hier erstmals ausgewertet werden. 

Sofort nach seiner Rückkehr nach Berlin setzt Gerlach sich in den Westteil der Stadt ab, von hier aus (er fühlt sich – wie Gansels Recherchen ergeben: zu Recht – verfolgt und bedroht) per Flugzeug in die BRD. Hier wird er aber keinesfalls hofiert oder gar als Widerstandsheld gegen Hitler empfangen – wie seine anderen alten Kameraden vom BDO ihm bald bedeuten, sind in der BRD viele der alten Eliten wieder in einflussreichen Positionen – und für sie sind deutsche Offiziere, die mit den Kommunisten paktierten, nichts anderes als Verräter. Die BDOler sind zahlreichen Anfeindung ausgesetzt; wie die Personen im Umfeld der „Roten Kapelle“ auch geraten sie in das Fadenkreuz des Bundesnachrichtendienstes und unter Verdacht der Spionage; gegen ein BDO-Mitglied, das in einem russischen Arbeitslager als Kapo fungierte, wird ein Prozess wegen „Kameradenschinderei“ angestrengt – der Angeklagte wird in erster Instanz rechtskräftig verurteilt. 

So bietet die vorliegende Edition nicht nur einen spannenden Beitrag zum Schicksal Heinrich Gerlachs im Besonderen und dem deutscher Kriegsgefangener im Allgemeinen – sie rollt auch ein bislang kaum beachtetes Kapitel der Widerstandes gegen die Hitlerdiktatur auf und unterzieht die deutsche Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg insgesamt einer ebenso fundierten wie kritischen Bewertung.

Verlagsinformationen

 

 

Carsten Gansel/ Norman Ächtler/ Birka Siwczyk (Hrsg.): Gotthold Ephraim Lessing im Kulturraum Schule - Aspekte der Wirkungsgeschichte im 19. Jahrhundert. Göttingen: V&R unipress 2017.

Gotthold Ephraim Lessing und sein Werk gehören seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Kanon der deutschsprachigen Literatur. Eine herausragende Rolle bei der Inthronisierung des Autors im literarischen Kanon und damit im kulturellen Gedächtnis haben die höheren Lehranstalten gespielt. Auch aufgrund der problematischen Quellenlage wurde der Rezeption und Vermittlung von Literatur im schulischen Kontext bislang aber nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt. Auf der Grundlage von bislang nur schwer zugänglichen schulspezifischen Textsorten wie Schulprogrammen befasst der Band sich nun erstmals in vergleichender Perspektive mit unterschiedlichen Aspekten der Behandlung von G. E. Lessing im Deutschunterricht der Höheren Lehranstalten.

Verlagsinformationen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hans Fallada: Kleiner Mann - was nun? Originalfassung. Mit einem Nachwort von Carsten Gansel. Berlin: Aufbau 2016.


Fallada CoverDer Weltbestseller erstmals so, wie Fallada ihn schrieb. 
 
Zu brisant, um so gedruckt zu werden: Von der Urfassung des Romans, der Hans Fallada am Vorabend der Machtergreifung der Nazis zum international gefeierten Erfolgsautor machte, wurde ein Viertel noch nie veröffentlicht. 

Der Verkäufer Johannes Pinneberg und seine Freundin Lämmchen erwarten ein Kind. Kurz entschlossen heiratet das Paar, auch wenn das Geld immer knapper wird. Trotz Weltwirtschaftskrise und erstarkender Nazis nimmt Lämmchen beherzt das Leben ihres verzweifelnden Mannes in die Hand. In dieser rekonstruierten Urfassung führt ihr gemeinsamer Weg noch tiefer ins zeitgenössische Berlin, ins Nachtleben und in die von den „Roaring Twenties“ geprägten Subkulturen. Die politischen Probleme der damaligen Zeit werden so plastisch wie in wenigen anderen Texten. 

Jetzt mit Charlie Chaplin, Robinson Crusoe, Goethe, Wilhelm Busch und dem Prinzen von Wales.

"Man hat das große Glück, ein Buch, das man glaubte schon zu kennen, noch mal lesen zu können, als wäre es neu.“ Volker Weidermann, Literarisches Quartett --

 

Verlagsinformationen

 

 

Heinrich Gerlach: Durchbruch bei Stalingrad. Hrsg. von Carsten Gansel. Berlin: Galiani 2016.

Gerlach-Stalingrad

Die 1949 vom russischen Geheimdienst konfiszierte und nun in russischen Archiven wiederaufgespürte Urfassung des großen Antikriegsromans. Gefunden, herausgegeben und mit einem dokumentarischen Anhang versehen von Carsten Gansel. Ein Buch, zurück aus 70 Jahren Kriegsgefangenschaft.

Heinrich Gerlachs großer Antikriegsroman: Direkt nach der Schlacht um Stalingrad im sowjetischen Kriegsgefangenenlager geschrieben, durch verschiedene Arbeitslager gerettet, aber letztendlich vom russischen Geheimdienst konfisziert – jetzt nach fast 70 Jahren erstmals veröffentlicht.

Dieses Buch hat eine der außergewöhnlichsten Publikationsgeschichten seit je: Heinrich Gerlach, als deutscher Offizier in der Schlacht um Stalingrad schwer verwundet, begann in sowjetischer Gefangenschaft einen Roman zu schreiben, der das Grauen von Stalingrad, die Sinnlosigkeit des Krieges, vor allem aber die seelische Wandlung eines deutschen Soldaten unter dem Eindruck des Erlebten ungeschminkt darstellen sollte. Zudem war er im Herbst 1943 Gründungsmitglied des Bunds Deutscher Offiziere, der aus der Kriegsgefangenschaft heraus zur Beendigung des sinnlosen Kampfes aufrief.
Gerlach rettete sein Manuskript durch viele Arbeitslager. 1949 aber entdeckte und beschlagnahmte der russische Geheimdienst den 600 Seiten starken Roman. Erst im Frühjahr 1950 war Gerlach wieder zurück in Deutschland – ohne den Roman. Sämtliche Versuche, ihn aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, scheiterten – bis Gerlach auf eine ungewöhnliche Idee kam. Unter Hypnose konnte er Teile des Buches wieder erinnern. 1957, mehr als ein Jahrzehnt nach seiner Gefangennahme, erschien das Buch unter dem Titel Die verratene Armee – und wurde zum Millionenseller.

Carsten Gansel ist nun in Moskauer Archiven ein sensationeller Fund gelungen: das von der Veröffentlichung stark abweichende Originalmanuskript von Gerlachs Durchbruch bei Stalingrad. Vom Herausgeber mit einem reichen dokumentarischen Anhang versehen, liegt es nach 70 Jahren hiermit zum ersten Mal gedruckt vor.

Link zum Hintergrundbericht Spiegel Online