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Bi- and multilingualism between conflict intensification and conflict resolution. Ethno-linguistic conflicts, language politics and contact situations in post-Soviet Ukraine and Russia

Gefördert von der VolkswagenStiftung (05/2016 – 12/2019) in der Intiative: Trilaterale Partnerschaften – Kooperationsvorhaben zwischen Wissenschaftler(inne)n aus der Ukraine, Russland und Deutschland

Dass es gemäß der verbreiteten Annahme der Kontaktlinguistik keinen Sprachkontakt ohne Sprachkonflikt gebe, trifft für die komplexe Sprachsituation im Vielvölkerreich Sowjetunion und seinen Nachfolgestaaten unbestritten zu. Realer Bi- und Multilingualismus, v.a. symmetrischer, ist bis heute nicht erreicht. Was also eigentlich zur Konfliktlösung beitragen soll – Multilingualismus als Mittel zur Interaktion – weitet sich im Rahmen der Sprachenpolitik mit ihren wechselnden Maßnahmen häufig zur Konfliktintensifikation aus. In welchem Maße sind Sprachkonflikte tatsächlich ausgeprägt und inwieweit sind sie – von unterschiedlichen Akteuren – konstruiert? Wie tragen welche Maßnahmen einerseits zur Konfliktintensivierung bei, andererseits zur Konfliktlösung? Welche Folgen ergeben sich dadurch für das heutige Management des Bi- und Multilingualismus? Diesen Fragen geht das Projekt am Beispiel mehrerer Sprachsituationen nach, die neben Unterschieden für einen Vergleich auch ausreichend Gemeinsamkeiten umfassen: Die Situation des Ukrainischen und Russischen in der Ukraine und des Tatarischen und Russischen in der Republik Tatarstan der Russischen Föderation sowie die trilinguale Situation unter Beteiligung des Russischen, Ukrainischen und Tatarischen auf der Krim. Diese Bi- und Multilingualismussituationen sind heute in Staaten eingebettet, die von (monolingualem) nation state-building bestimmt sind: die Ukraine genauso wie die Russische Föderation. Mechanismen, Probleme und Resultate der verschiedenen Sprachpolitiken im Vergleich lassen sich so besonders deutlich ablesen.


Kontakt:

Prof Dr. Monika Wingender

Justus-Liebig-Universität Gießen

Institut für Slavistik

Otto-Behaghel-Str. 10D, in 35394 Gießen

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