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Artikelaktionen

Lehre

Alle Informationen zur Lehre sind auch über Stud.IP abrufbar

 

Wir freuen uns sehr über ihr Interesse an der Arbeit in unserer Abteilung. Zusätzlich zu den Pflichtveranstaltungen bieten wir zahlreiche Wahlmöglichkeiten an, was die Seminare im Bachelor- oder auch im Master-Studiengang betrifft.

Falls Sie sich für die Forschung in unserer Abteilung interessieren, dann rennen Sie bei uns offene Türen ein! Kommen Sie einfach vorbei, oder schicken Sie eine Email an die unten angegebenen Betreuer.

Wahlmöglichkeiten für Seminare in der Allgemeinen Psychologie

 

Wir bieten im Wintersemester 16/17 im Bachelorstudiengang 2 Wahlpflichtmodule an:

 

  • Wahlpflichtmodul: Wahrnehmung und Handlung (Christoph Witzel)

Nähere Information und einen Ablaufplan des Seminars finden sie hier.

 

  • Wahlpflichtmodul: Wahrnehmung und Handlung (Katja Doerschner)

 Nähere Informationen und einen Ablaufplan des Seminars finden sie hier.

 

Im Masterstudiengang bieten wir das Profilmodul Psychophysik und Psychomotorik an:

 

  • Psychomotorik und Psychophysik (Matteo Valsecchi)

  Nähere Informationen und die groben Inhalte finden sie hier.

 

 

Themen für Bachelor- und Masterarbeiten

Abschlussarbeiten können in den folgenden Bereichen durchgeführt werden. Bei Interesse informieren Sie die jeweiligen Betreuer gerne ausführlich.


Interindividuelle Differenzen der Wahrnehmung und Sensomotorik (Jutta Billino)

Obwohl die Wahrnehmungspsychologie als klassisches Gebiet der allgemeinen Psychologie traditionsgemäß an Gesetzmäßigkeiten interessiert ist, setzt sich zunehmend die Einsicht durch, dass insbesondere Variation und Abweichungen wichtige Hinweise für ein umfassendes Verständnis der zugrunde liegenden neurobiologischen Prozesse geben können. Daher erforschen wir die systematische Modulation von Wahrnehmungsleistungen und sensomotorischen Integrationsleistungen. Insbesondere untersuchen wir dabei die visuelle Aufmerksamkeitslenkung und die Steuerung von Augenbewegungen. Bisherige Studien gliedern sich in drei Schwerpunkte:

  1. Funktionelle Veränderungen im gesunden Altersverlauf und im Rahmen neurologischer Erkrankungen
  2. Effekte von genetischen Polymorphismen, die die Neurotransmission modulieren
  3. Einflüsse emotionaler Kontextinformation

Repräsentative Publikationen:

Billino, J., Braun, D., Bremmer, F., & Gegenfurtner, K. (2011). Challenges to normal neural functioning provide insights into separability of motion processing mechanisms. Neuropsychologia, 49, 3151-3163. http://dx.doi.org/10.1016/j.neuropsychologia.2011.07.009

 

Billino, J., Bremmer, F., & Gegenfurtner K.R. (2008). Differential aging of motion processing mechanisms: Evidence against general perceptual decline. Vision Research, 48, 1254-1261. http://dx.doi.org/10.1016/j.visres.2008.02.014

 

Rösler, A., Ulrich, C., Billino, J., Sterzer, P., Weidauer, S., Bernhardt, T., Steinmetz, H., Frölich, L., & Kleinschmidt, A. (2005). Effects of arousing emotional scenes on the distribution of visuospatial attention: changes with aging and early subcortical vascular dementia. Journal of the Neurological Sciences, 229-230, 109-116. http://dx.doi.org/10.1016/j.jns.2004.11.007

 

Haptische Wahrnehmung und visuell-haptische Interaktionen (Knut Drewing)

Haptische Wahrnehmung ist ein aktiver Prozess, bei dem Menschen zielgerichtet Informationen aufnehmen. Wenn wir etwa erfühlen möchten, wie weich ein Objekt ist, müssen wir es zunächst in geeigneter Weise explorieren, so dass die Sensoren relevante Informationen aufnehmen. Wir untersuchen die Mechanismen der Kontrolle des Bewegungs-Wahrnehmungs-Regelkreises beim menschlichen Fühlen. Dabei gehen wir von der Hypothese aus, dass Menschen ihre Fühlbewegungen „optimal“ ausführen. Weiterhin untersuchen wir das Zusammenspiel von Fühlen und Sehen–anhand der „Größen-Gewichts-Täuschung“ sowie bei der Integration visueller und haptischer Signale zur Weichheit von Objekten.

Repräsentative Publikationen:

Drewing, K., & Ernst, M.O. (2006). Integration of force and position cues for shape perception through active touch. Brain Research 1078, 92-100.

Drewing, K., Ramisch, A., & Bayer, F. (2009). Haptic, visual and visuo-haptic softness judgments for objects with deformable surfaces. In World Haptics 2009, Third Joint EuroHaptics Conference and Symposium on Haptic Interfaces for Virtual Environment and Teleoperator Systems (pp. 640-645). IEEE: Piscataway, NJ.

Kaim, L. & Drewing, K. (2011). Exploratory strategies in haptic softness discrimination are tuned to achieve high levels of task performance. IEEE Transactions on Haptics, 4. 242-252.

 

Wahrnehmung und Handlung (Katja Fiehler)

Wir untersuchen die Planung zielgerichteter Augen- und Armbewegungen:
Die Ausführung einfacher, alltäglicher Bewegungen wie das Drücken eines Lichtschalters stellt eine komplexe Anforderung an unser Gehirn dar. So müssen nicht nur verschiedene Sinneseindrücke in ein kohärentes Bild zusammengeführt werden, sondern auch verschiedene räumliche Bezugssysteme in Einklang gebracht werden. Darüber hinaus wirken kognitive Prozesse auf die Planung von Bewegungen ein, wie Aufmerksamkeit oder Gedächtnis. Mögliche Themen für eine Abschlussarbeit sind:

1. Rubber Hand Illusion

Die rubber hand illusion beschreibt ein Phänomen, bei welchem eine künstliche Hand durch synchrone taktile Stimulation mit der eigenen Hand in das Körperschema integriert und als zum eigenen Körper zugehörig erlebt wird. Uns interessiert in diesem Kontext die Frage, wie Sehen und Fühlen interagieren und wie gut wir unsere Aufmerksamkeit auf verschiedene Tastempfindungen unseres Körpers richten können.

Botvinick, M. & Cohen, J. (1998). Rubber hand ‘feels’ touch that eyes see. Nature, 391, 756

Haggard, P., et al. (2003). Tactile perception, cortical representation and the bodily self. Current Biology 13(5): R170-R173.


2. Gedächtnis und Raumwahrnehmung des eigenen Körpers

Wie gut können wir unseren eigenen Körper im Raum lokalisieren und wie stabil ist diese Raumrepräsentation über die Zeit? Während die Forschung umfangreiche Erkenntnisse über die Lokalisation und das Gedächtnis von visuellen Informationen erzielt hat, wissen wir vergleichsweise wenig, wie propriozeptive und taktile Informationen des eignen Körpers verarbeitet und aufrechterhalten werden. Zur Untersuchung dieser Fragestellung nutzen wir Augen- und Zeigebewegungen, die zu Körperpositionen (z.B. Zeigefinger oder Arm) unmittelbar oder nach einem Gedächtnisintervall ausgeführt werden sollen.

Jones, S. A. H., Fiehler, K., & Henriques, D. Y. P. (2012). A task-dependent effect of memory and hand-target on proprioceptive localization. Neuropsychologia, 50(7), 1462-1470.

Groh, J. M., & Sparks, D. L. (1996). Saccades to somatosensory targets. I. Behavioral characteristics. Journal of Neurophysiology, 75(1), 412-427.

 

3. Aufmerksamkeit und Augenbewegungen

Augenbewegungen können einen Einblick in verschiedene Aufmerksamkeitseffekte geben. So werden sie zum Beispiel verzögert und ungenauer ausgeführt, wenn die Aufmerksamkeit zwischen Aufgaben geteilt werden soll. Zudem krümmen sie sich von dem Ort, auf welchen die Aufmerksamkeit gerichtet ist, weg. In diesem Projekt soll untersucht werden, wie gut Aufmerksamkeit gleichzeitig auf verschiedene Aufgaben verteilt werden kann und wie sich diese Prozesse über die Zeit verändern. Zudem ist bisher noch unerforscht, ob sich vergleichbare Effekte auch bei der Ausführung von Handbewegungen finden lassen, was für einen gemeinsamen Verarbeitungsprozess im Gehirn sprechen würde.

Moehler, T., & Fiehler, K. (2014). Effects of spatial congruency on saccade and visual discrimination performance in a dual-task paradigm.Vision Research,105, 100-111.

Van der Stigchel, S., Meeter, M., & Theeuwes, J. (2006). Eye movement trajectories and what they tell us. Neuroscience & Biobehavioral Reviews,30(5), 666-679.

 

4. Raumwahrnehmung in virtual reality

Objekte im Raum können in einem egozentrischen (im Bezug zum Betrachter) oder in einem allozentrischen (im Bezug zu anderen Objekten im Raum) Referenzrahmen repräsentiert werden. Welches Referenzsystem genutzt wird, hängt dabei von der Sinnesmodalität und der Aufgabe ab. Bisherige Untersuchungen wurden fast ausschließlich am Computermonitor durchgeführt, was deren Übertragbarkeit auf natürliche Situationen stark einschränkt. Die Oculus Rift erlaubt nun, Aufgaben im Labor deutlich realistischer zu gestalten und dadurch neue Fragestellungen zu bearbeiten. Uns interessiert dabei besonders, wie Zielreize für Bewegungen räumlich repräsentiert werden und von welchen Faktoren es abhängt, welche Referenzsysteme dafür genutzt werden.

Klinghammer, M., Blohm, G., & Fiehler, K. (2015). Contextual factors determine the use of allocentric information for reaching in a naturalistic scene. Journal of Vision, 15(13), 24-24.

Filimon, F. (2015). Are All Spatial Reference Frames Egocentric? Reinterpreting Evidence for Allocentric, Object-Centered, or World-Centered Reference Frames. Frontiers in Human Neuroscience, 9.

 

Shape and material perception (Roland Fleming)

 How does the brain work out the physical properties of objects?  One important source of information about what objects are made out of --- and how they respond to forces --- is their shape.  For example, soft materials rarely have hard corners, and rubbery materials can be bent.  We are trying to understand how 3D shape and material properties interact, by studying the perceptual organisation of 3D shape. This is a relatively new research area.  The proposed projects use a combination of computer graphics, geometry and perception experiments to work out how the brain estimates the properties of objects based on shape.  Possible research topics include:

  1. How do we work out when an object has been bent out of shape?  What parameters does the visual system use to represent "bendiness"?  Can the visual system estimate bendiness when other aspects of the shape are varied?
  2. How does the visual system work out if an objects is physically stable or likely to topple over?  Do all portions of the surface count equally, or are some features more important then others?

Representative Publications:

Barnett-Cowan M., Fleming R.W., Singh M. and HH. Bülthoff (2011) Perceived Object Stability Depends on Multisensory Estimates of Gravity. PLoS ONE 6(4): 1-5.

Roland W. Fleming, Daniel Holtmann-Rice, and Heinrich H. Bülthoff (2011).  Estimation of 3D shape from image orientations.  PNAS 108(51), 20438-20443. http://dx.doi.org/doi:10.1073/pnas.1114619109

 

Farbwahrnehmung (Karl Gegenfurtner & Christoph Witzel)

Eines der größten ungelösten Rätsel im Bereich des Farbensehens ist die Entstehung von sprachlichen Kategorien für unterschiedliche Farben (z.B. "rot"). Warum bestimmte Farbtöne zusammengefasst werden und andere nicht kann viele Gründe haben. Wir wollen der Frage nachgehen, ob diese Katgeorien durch das Auftreten von Farbkombinationen in unserer Umgebung bedingt sind, oder etwa durch fundamentale Verarbeitungsmechanismen im visuellen System.

Repräsentative Publikationen:

Gegenfurtner, K. R., Bloj, M., & Toscani, M. (2015). The many colours of ‘the dress’. Current Biology, 25(13), R543.

Witzel, C. & Gegenfurtner, K.R. (2011) Is there a lateralized category effect for color? Journal of Vision, 11(12):16. http://www.journalofvision.org/content/11/12/16

Olkkonen, M., Witzel, C., Hansen, T. & Gegenfurtner, K.R. (2010) Categorical color constancy for real surfaces. Journal of Vision, 10(9):16. http://www.journalofvision.org/10/9/16.

 

Eye movements shape peripheral vision (Matteo Valsecchi)

Our visual system overrepresents the central visual field relative to the peripheral visual field, moreover, sensitivity to different spatial frequencies and to color change when stimuli are viewed peripherally. Yet, we do not have the impression that objects change color, shape or size as we move our eyes. Some previous studies of ours have shown that visual uniformity in the case of stimulus size is maintained by a continous re-calibration process based on the predictions that take place as we move our eyes. Some visual attributes, such as perceived numerosity, do however show clear perceptual biases. Moreover, the general appearance of objects, e.g. their lightness, is biased towards the information that we gather in the fovea, so that peripheral appearance is to a certain extent the result of an extrapolation process.
Our future studies will be focused on both the extension of our understanding of perceptual re-calibration (e.g. how general, durable and fast is re-calibration?) and on the objective assessment of the subjective appearance of peripherally viewed stimuli. Further topics are related with the viewpoint-dependence of object visual attributes.
We use both gaze-contingent paradigms based on eye-movement recording to induce perceptual re-calibration and enforce specific viewpoints on objects, and image-manipulation techniques to simulate the appearance of peripherally viewed stimuli.

 

Related Publications:

Valsecchi, M., & Gegenfurtner, K.R. (2016). Dynamic Re-calibration of Perceived Size in Fovea and Periphery through Predictable Size Changes. Current Biology, 26, 59-63. Link

Valsecchi, M., Toscani, M., & Gegenfurtner, K.R. (2013). Perceived numerosity is reduced in peripheral vision. Journal of Vision, 13(13): 7. Link

Toscani, M., Valsecchi, M., & Gegenfurtner, K.R. (2013). Optimal sampling of visual information for lightness judgments. PNAS, 110 (27) 11163-11168. Link