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Berufsbild/Berufsaussichten

Auf Grund der relativ 'breit angelegten' Ausbildung lässt sich das Berufsbild der Geographen nicht so einfach definieren, wie das z.B. bei Juristen, Medizinern oder Chemikern möglich ist! 

Die Berufsaussichten der Bachelor-Absolventen zu beurteilen ist zurzeit noch schwierig, da der Bachelor-Grad in Deutschland noch relativ neu ist und der Arbeitsmarkt sich derzeit noch etabliert. Typische Arbeitsbereiche von Geographinnen und Geographen können daher vorerst nur aus den Erfahrungen von Absolventen der Diplomstudiengänge abgeleitet werden.

Hauptarbeitgeber für diese waren bisher einerseits die verschiedenen Ebenen des Öffentlichen Dienstes und andererseits eine große Bandbreite verschiedener Firmen der Privatwirtschaft (siehe Übersicht). Darüber hinaus gibt es zahlreiche Geographen, die in einem der nachfolgend aufgeführten Gebiete freiberuflich tätig sind. Schließlich gibt es als weiteres großes Tätigkeitsfeld natürlich auch die Lehre in den verschiedenen Schulformen.

Typische Berufsfelder und Aufgabenbereiche bei Tätigkeit im Öffentlichen Dienst

Bauleitplanung Naturschutz Hochschulen
Kreisplanung Umweltforschung/ -Umweltschutz Fremdenverkehr
Landesplanung Umweltverträglichkeitsprüfung Informationsbanken etc.
Regionalplanung Raumordnung Bibliotheken und Archive
Stadtplanung Wirtschaftsförderung Erwachsenenbildung
Verkehrsplanung Entwicklungsforschung Ver- und Entsorgung
Logistik Standortforschung Landschaftsplanung
Immobilienwirtschaft Entwicklungsplanung Öffentlichkeitsarbeit

In der privaten Wirtschaft bzw. als Selbstständige sind Geographen in Bereichen tätig wie z.B:

Atlas- / Schulbuchverlage Fernerkundung Marktforschung
Berufsbildung Fremdenverkehr / Touristik Marketing / Logistik
Consulting Funk und Fernsehen Mineralölwirtschaft
Entsorgungswirtschaft Freie Planungsbüros Öffentlichkeitsarbeit
Einzelhandel / Standortplanung Umweltverträglichkeitsprüfung Planungs- und Beratungsunternehmen
Großunternehmen (alle Branchen) (Handels)kammern / Verbände Presse
Fachverlage Lexikonverlage Informationsbanken

 

Zur konkreten Veranschaulichung dieser großen Bandbreite möglicher Tätigkeiten zeigt die folgende Tabelle einen typischen (aber nicht unbedingt repräsentativen) Querschnitt von Arbeitgebern und Positionen ehemaliger Gießener Geographiestudenten / -innen.

 

Arbeitgeber
Position / Tätigkeit
Stadtverwaltung Gießen Stadtplanung
Katasteramt der Stadt Gießen Öffentlichkeitsarbeit, Aus- und Fortbildung
Straßenbauamt der Stadt Gießen Bearbeitung von Naturschutzfragen
IHK Gießen Regionale Wirtschaftsförderung
Stadtverwaltung Siegen Leiter des Umweltamtes
Stadtverwaltung Gladbeck Umweltreferent
Stadt Limburg Verkehrsplanung
Regierungspräsident Gießen Standortplanung, Regionalplanung
Deutsche Bundesbahn Verkehrsplanung
Rhein-Main-Verbund Verkehrsplanung
VVG Verkehrsplanung
Geologisches Landesamt NRW Bodenkartierer
Landesanstalt für Ökologie, Landwirtschaft und Forst Spezialist für Geographische Informationssysteme
Hessische Landesregierung Wirtschaftsplanung
Freistaat Bayern Kratermuseum Nördlinger Ries Museumsdirektor
privates Planungsbüro digitale Kartenbearbeitung
privates Planungsbüro Planungsarbeiten, Gutachten
für Kommunen
INFAS Markt- / Meinungsforschung
private Softwarefirma Programmierer für GIS-Software
Tengelmann strategische Standortplanung
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit Auslandsmitarbeiter in Entwicklungshilfeprojekten
Kreditanstalt für Wiederaufbau Betreuung von Entwicklungshilfeprojekten
selbstständig Referent für Entwicklungszusammenarbeit
Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit freier Gutachter in Entwicklungshilfeprojekten
Konrad-Adenauer-Stiftung Leiter einer Ländervertretung in Ostafrika
ISI - Fraunhofer Institut Wirtschaftsforschung
Unternehmensberatung Geographische Informationssysteme
Marktforschungsunternehmen Projektmanager

 

Die Berufsaussichten für Geographen

Bachelor- und Diplom

Der Beruf des Geographen hat sich in den letzten Jahren sowohl bei Behörden, als auch in der Privatwirtschaft zunehmend durchgesetzt. In den letzten Jahren haben sich Geographinnen / Geographen in vielen der oben aufgelisteten Berufsfelder etabliert. Praxisnah ausgebildete Geographen haben auf dem Arbeitsmarkt also durchaus gute Chancen, auch wenn der Berufseinstieg nach dem Studium manchmal schwierig ist.

Besonders wichtig ist daher, den Arbeitsmarkt bereits während des Studiums genau zu beobachten und die Studienschwerpunkte nicht ausschließlich nach eigenen Neigungen zu wählen, sondern sich auch an der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren. Eine gute Vorbereitung auf die spätere berufliche Orientierung bietet die Bachelor- oder Diplomarbeit am Ende des Studiums. Häufig eröffnen Spezialkenntnisse, die während der Bearbeitung der Abschlussarbeit erworben werden, den beruflichen Einstieg in entsprechende Tätigkeitsfelder.

Die Erfahrung zeigt, dass die üblicherweise maßgeblichen Beurteilungskriterien - i.e. Abschlussnote und Studiendauer - für den Berufseinstieg von Geographen nur eine untergeordnete Bedeutung haben. Wichtiger ist vielmehr, was die Bewerber zum Zeitpunkt der Bewerbung bereits an Berufserfahrung und an praktisch-methodischen Kenntnissen vorweisen kann. Es ist daher ratsam, bereits während des Studiums soviel Berufserfahrung wie möglich zu sammeln und sich eine breite Palette handfester, methodischer Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen. Dies erfolgt üblicherweise durch Mitarbeit an institutsinternen Projekten und/oder durch Berufspraktika / Hospitationen / 'freie Mitarbeit' in Institutionen / Firmen der oben angeführten Bereiche des Öffentlichen Dienstes und der Privatwirtschaft. Eine sehr wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch die Abschlussarbeit. Erfahrungsgemäß sind es häufig vor allem die während der Abschlussarbeit erworbenen speziellen Kenntnisse und Fertigkeiten, die den späteren Berufseinstieg maßgeblich erleichtern.

Für detailliertere Informationen über die Berufsaussichten von Geographen sei auf die beim Westermann Verlag im Rahmen der Reihe 'Das Geographische Seminar" erschienene Publikation des Deutschen Verbandes für Angewandte Geographie (DVAG) "Geographen und ihr Markt" (Bestell-Nr. 16 0335, € 14,50) verwiesen sowie die jährlich erscheinenden Arbeitsmarktanalysen der Bundesanstalt für Arbeit (erhältlich bei den Arbeitsämtern).
Ausführliche Informationen über Berufsfelder, Einsatzmöglichkeiten und Berufschancen bietet der Deutsche Verband für Angewandte Geographie: http://www.geographie.de/dvag/

 

Lehramt

Da die Bundesländer Träger der meisten Schulen sind und damit faktisch weitgehend eine Art 'Stellenvergabemonopol' haben, hängen die Berufsaussichten für den Abschluss "Lehramt Erdkunde" weitgehend davon ab, in welchem Umfang die Länder frei werdende Lehrerstellen neu besetzen. Hier besteht gegenwärtig (und wohl auch noch in den nächsten paar Jahren) auf Grund der 'Pensionierungswelle' der jetzigen Lehrerschaft ein erheblicher Ersatzbedarf an Lehrern. Wie lange diese Nachfrage noch anhält, ist kaum verlässlich vorauszusagen und wird auch stark von den zukünftigen Finanzspielräumen der öffentlichen Haushalte abhängen.

Zusätzlich ist zu beachten, dass der Bedarf an Lehrern von Schulform zu Schulform sehr unterschiedlich ist und die Einstellungschancen darüber hinaus auch stark von der jeweiligen Fächerkombination abhängen. Das Fach Geographie gehört dabei gegenwärtig nicht unbedingt zu den besonders stark nachgefragten Fächern und sollte daher nach Möglichkeit mit einem 'Mangelfach' kombiniert werden.

In jedem Fall sollte man sich vor einer Entscheidung für einen Lehramtsstudiengang umfassend über die aktuellen Zahlen informieren und hierzu auch die entsprechenden Bedarfsprognosen der Bundesländer anfordern. Für Hessen liegt hierzu die vom Hessischen Kultusministerium 2000 erstellte Prognose zum Lehrerinnen- und Lehrerbedarf in Hessen ab 2000 vor. Diese kann beim Büro für Studienberatung der JLU Gießen bzw. direkt beim Hessischen Kultusministerium in Wiesbaden angefordert werden.