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Artikelaktionen

Hochschultagung

Der Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement veranstaltet regelmäßig eine Hochschultagung, auf der aktuelle Forschungsfragen präsentiert werden.

Tierwohl und Tiergesundheit

Begrüßung Herr Eder
Eröffnung durch Herrn Dekan Prof. Dr. Klaus Eder (Foto: Friese)
Begrüßung Herr Mukherjee
Grußwort durch Herrn Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee (Foto Friese)
Der Beitrag der Wissenschaft zu Tierwohl und Tiergesundheit stand im Mittelpunkt der Hochschultagung des Fachbereichs Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement (FB 09) am 8. Dezember 2017 in der Aula der Justus-Liebig-Universität. Prof. Dr. Klaus Eder, Dekan des FB 09, verwies in seiner Begrüßung der 220 Tagungsteilnehmer aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Beratung auf die öffentliche Kritik an der Nutztierhaltung und ihrer oftmals emotional überzeichneten öffentlichen Darstellung als Massentierhaltung. Unstrittig sei, so Eder, dass hohe Leistungen der landwirtschaftlichen Nutztiere bei ungünstigen Haltungsbedingungen das Tierwohl und die Tiergesundheit negativ beeinflussen können, weshalb der Fachbereich mit seinen Forschungsarbeiten Lösungsansätze erarbeitet. Herr Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität, unterstrich in seinem Grußwort die Notwendigkeit der kontroversen Diskussion zur Verbesserung des Tierwohls und zum Wohl des Menschen als Konsument.

Eingangs zeigte Herr Dr. Hans-Joachim Herrmann (LLH, Kompetenzzentrum Tierschutz) die widersprüchlichen Anforderungen der Gesellschaft an Tierwohl und Tiergesundheit auf. Herr Prof. Dr. Sven König (JLU, Professur für Tierzüchtung) stellte die Aufgaben der Tierzüchtung zur weiteren Verbesserung der Tiergesundheit heraus und sieht in der Kombination von Gesundheitsdaten mit Genotypisierungen ein wichtiges Zuchtinstrument zur Verbesserung des Gesundheitsstatus hochleistender Nutztiere. Frau Prof. Dr. Uta König von Borstel (JLU, Professur für Tierhaltung und Haltungsbiologie) zeigte auf der Basis von verhaltenspsychologischen Tests in der Tierhaltung, dass nicht die vom Menschen postulierten Tierwohlindikatoren eine artgerechte Nutztierhaltung bestimmen sollten, sondern vielmehr die aus dem Tierverhalten gewonnen Erkenntnisse. Für Prof. Dr. Axel Wehrend (JLU, Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie) sind die Fruchtbarkeitsleistungen der Milchkuhherden noch unbefriedigend, wofür sich in der Regel keine singuläre Ursache findet. Daher sind Faktorenanalysen erforderlich. Diese zeigen, dass neben Stoffwechselstörungen in Deutschland Hitzestress eine zunehmende Rolle spielt.

Prof. Dr. Wilhelm Windisch (TUM, Lehrstuhl für Tierernährung) setzte sich in seinem Vortrag mit der Effizienz der Transformation der Futter-Biomasse in Lebensmittel tierischer Herkunft auseinander. Hochwertige Futterkomponenten treten zunehmend in Lebensmittelkonkurrenz zu dem Menschen. Dies führt zu der Herausforderung, das jeweils effizienteste Transformationssystem (z.B. Milch vor Fleisch) zu nutzen und die Limitierung der Qualität der Futtermittel durch Zusatzstoffe (Aminosäuren, Vitamine) zu beheben. Prof. Dr. Klaus Eder (JLU, Professur für Tierernährung) zeigte auf, wie entzündungsähnliche Prozesse bei Nutztieren die Tiergesundheit beeinträchtigen und deren Leistung schwächen. Durch die Fütterung von Polyphenolen – z.B. durch eine Beimischung von Traubenester – können bei Ferkeln und Milchkühen diese Entzündungsprozesse unterdrückt werden.

Mit dem Thema Vermeidung von Tierversuchen befasste sich Prof. Dr. Jedlicka (JLU, FB Medizin, 3R-Zentrum) unter dem Aspekt durch Einsatz von Computermodellen notwendige Tierversuche zu reduzieren. Eine Simulation von einer großen Zahl der Parameterkombinationen im Computermodell führt zu einer Verringerung der Zahl nötiger Experimente am Tier. Dennoch sind derzeit in vitro und in vivo Versuche notwendig, um die Parameter der Computermodelle realitätsnah einzustellen. Aktuell tragen biologisch realistische Computermodelle der Nervenzellen im gesunden und geschädigten Gehirn zur Entwicklung von Ersatzmethoden bei und führen zur Reduktion von Tierversuchen.

Die Diskussionen zeigen, so Herr Dekan Eder in seinem Schlusswort, dass die Forschung vor weiteren Fragen zum besseren Verstehen des Tierwohls steht. Der Fachbereich 09 werde sich diesen Fragen auch in Zukunft widmen.

Verleihung Promotionspreis
Überreichung des Promotionspreises an Dr. Vincent Felde (mitte) durch Prodekan Prof. Dr. Lutz Breuer im Beisein von Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser (Vorstand Förderkreis) (Foto: Friese)
Anlässlich der Hochschultagung hat Herr Prodekan Prof. Dr. Lutz Breuer den diesjährigen Promotionspreis des Fachbereichs 09 für eine herausragende Leistung an Herrn Dr. agr. Vincent Felde verliehen. Der mit 1.000 Euro dotierte Promotionspreis wird vom Förderkreis Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement Gießen e.V. gestiftet.

Herr Dr. Felde hat an der Justus-Liebig-Universität Umwelt- und Ressourcenmanagement studiert und anschließend bei Herrn Prof. Dr. Felix-Henningsen im Fachgebiete Bodenkunde promoviert. In seiner Dissertationsschrift setzte sich Herr Felde mit biologischen Bodenkrusten in Sanddünenökosystemen mit Bezug auf hydrologische Prozesse auseinander. Unter dem Aspekt der zunehmenden weltweiten Wüstenbildung auf Grund des Klimawandels leistet die Arbeit von Herrn Felde einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Degradation in Trockengebieten.

Vergabe Deutschlandstipendium
Stipendiaten eines Deutschlandstipendiums am FB 09: (v. l.) Jenita M. Gnaneswaran, Lena Sames, Jens Lüttecke Greta Trietsch (Foto Friese)
Die Vergabekommission der Justus-Liebig-Universität konnte am Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement (FB 09) für das Studienjahr 2017/18 an vier Studierende ein Deutschlandstipendium vergeben. Herr Prodekan Prof. Dr. Lutz Breuer ehrte die Studierenden anlässlich der Hochschultagung. Mit diesem Stipendium erhalten besonders talentierte und engagierte Studierende eine finanzielle Absicherung, um sich auf herausragende Leistungen im Studium zu konzentrieren. Die Stipendiaten sind: Lena Sames (Master Nutztierwissenschaften), Jenita M. Gnaneswaran (Master Umweltwissenschaften), Jens Lüttecke (Bachelor Agrarwissenschaften) und Greta Trietsch (Master Nutzpflanzenwissenschaften).

 

Vorträge

 

Flyer mit Programm und Einladung (.pdf)