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AG Schistosomen

Unsere Arbeitsgruppe ist im Bereich der molekularen Parasitologie tätig und beschäftigt sich mit dem Wurmparasiten Schistosoma mansoni. Als Vertreter der parasitären Plattwürmer ist dieser Blutegel als Erreger der Bilharziose (Schistosomiasis) bekannt. Dies ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit von Mensch und Tier, deren Relevanz als Parasitose für den Menschen direkt hinter der Malaria anzusiedeln ist.

 

Schistosomen-Pärchen in der in-vitro-Kultur. Das Weibchen lebt in der Bauchfalte des Männchens, dem gynaecophoren Kanal, aus dem es nur teilweise herausragt (siehe Pfeil). Die kleinen Strukturen um das Pärchen herum sind Eier, die in vitro gelegt worden sind.
Schistosomen-Pärchen in der in-vitro-Kultur. Das Weibchen lebt in der Bauchfalte des Männchens, dem gynaecophoren Kanal, aus dem es nur teilweise herausragt (siehe Pfeil). Die kleinen Strukturen um das Pärchen herum sind Eier, die in vitro gelegt worden sind.

 

Neben seiner medizinischen Relevanz zeichnen sich Schistosomen durch zwei biologische Besonderheiten aus. Sie sind getrenntgeschlechtlich lebende Vertreter der Klasse der ansonsten überwiegend zwittrigen Trematoden (siehe Bild). Darüber hinaus weisen Schistosomen das nahezu einzigartige Phänomen der Männchen-induzierten sexuellen Reifung der Weibchen auf. Erst infolge eines dauerhaften Paarungskontaktes, der über Jahre bestehen kann, entwickeln sich die Reproduktionsorgane der Weibchen. Dieser Prozess ist eine Voraussetzung für die Eiproduktion, aber auch reversibel; trennt man Männchen von Weibchen, kehrt sich der Reifungsprozess um, und es kommt zur Degeneration der weiblichen Reproduktionsorgane und zum Stopp der Eiproduktion. Paart man getrennte Weibchen erneut mit Männchen, regenerieren sich die Reproduktionsorgane der Weibchen, und die Eiproduktion wird wieder aufgenommen.

Die Eiproduktion ist nicht nur für die Aufrechterhaltung des Lebenszyklus der Schistosomen essentiell, sondern auch ursächlich für die pathologischen Konsequenzen einer Bilharziose (Schistosomiasis). Nur ein Teil der Eier gelangt mit Ausscheidungsprodukten wie dem Faeces oder dem Urin ins Freie. Der andere Teil sammelt sich vorwiegend in inneren Organen von Patienten an - wie z.B. der Leber - und verursacht dort schwerwiegende Entzündungen. Dies kann schließlich zu einer Leberzirrhose führen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO1) leben weltweilt mehr als 600 Millionen Menschen in sogenannten Endemiegebieten, also dort wo man sich mit Schistosomen infizieren kann. Das betrifft große Teile Afrikas, Südamerikas und Asiens. Insgesamt sind über 240 Millionen Menschen infiziert und benötigen medizinische Behandlung. Es gibt nur ein gegen alle Schistosomenarten wirksames Medikament, Praziquantel. Einen Impfstoff gibt es bislang noch nicht.

 

1WHO (2014) Global Health Estimates and Fact Sheets. Available from:

http://www.who.int/healthinfo/global_burden_disease/en/

http://www.who.int/features/factfiles/schistosomiasis/facts/en/