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Ablauf einer Radioiodtherapie in unserer Klinik

Eine Woche vor der Therapie müssen schon verabreichte Medikamente, die die Hormonproduktion der Schilddrüse unterdrücken (Thyreostatika: zum Beispiel Felimazole, Carbimazol, Thyronorm-Saft, Thiamazol-haltige Salbe) oder speziell verabreichtes iodarmes Diätfutter abgesetzt werden, damit genügend radioaktives Jod von der Schilddrüse aufgenommen wird und ein aktueller Schilddrüsenhormonwert (T4-Wert), der Aussage über den aktuellen Grad der Schilddrüsenüberfunktion gibt, bestimmt werden kann.

Montags werden die Katzen stationär in unserer Klinik aufgenommen, um eine Blutuntersuchung (Blutbild, Blutchemie, Schilddrüsenhormonwerte) und eine Urinuntersuchung, sowie eine kardiologische Untersuchung (Blutdruckmessung, Röntgen Thorax, EKG, Echokardiographie) durchzuführen.

So wird zum einen die Narkosefähigkeit abgeklärt, als auch mögliche Folgen der Hyperthyreose (z.B. Verdickungen der Herzmuskulatur Leberwerterhöhungen) festgestellt. Desweiteren können mögliche weitere Erkrankungen, die gegen eine Radio-Jod-Therapie sprechen, festgestellt werden.

Mittwochs führen wir in einer Kurznarkose eine Schilddrüsen-Szintigraphie durch. Hierbei wird der Katze ein radioaktives Nuklid (Technetium 99m) verabreicht. Über die Anreicherung dieses Nuklids im Schilddrüsengewebe, erhalten wir Informationen über Funktion, Lage und Größe der Schilddrüse. Im Anschluss an die Szintigraphie beginnen wir mit der Radiojodtherapie. Radioaktives Jod wird in die Vene gegeben, reichert sich in der vergrößerten Schilddrüse an und zerstört das in direkter Umgebung liegende Gewebe. Die Anteile der Schilddrüse, die zu diesem Zeitpunkt keine Funktion haben, nehmen kaum Jod auf, werden daher nicht zerstört und können so ihre normale Funktion wiederaufnehmen. Die Dosis wird für jeden Patienten individuell anhand des aktuellen Schilddrüsenhormonwertes, der Ergebnisse der szintigraphischen Darstellung der Schilddrüse, der aktuellen Nierenwerte und der klinischen Symptome ermittelt.

Nach Verabreichung des radioaktiven Jods werden die Katzen auf einer speziellen Station in etwa raumhohen, 2 x 1 m großen, hellen Boxen mit Kratzbaum und gemütlichen Liegeplätzen gehalten. Für den Schutz unserer Mitarbeiter sind in den Zeiten des Aufenthalts auf dieser Station keine intensivmedizinischen Maßnahmen an den Katzen möglich (Reduktion der Strahlenexposition). Ein weiterer Grund für die ausführlichen Voruntersuchungen unserer Patienten, denn nur ein stabiler Patient erfährt bei uns eine Radiojodtherapie.

Nach der Therapie werden zweimalig Radioaktivitätsmessungen der Katze durchgeführt, anhand derer sich dann der Entlassungszeitpunkt berechnen lässt. Dies ist notwendig, um die Strahlenbelastung für den Besitzer unter dem vom Gesetzgeber vorgegeben Höchstwert zu halten. Der Entlassungszeitpunkt liegt meist bei 3-8 Tage nach der Therapie.

Kurz vor der Entlassung wird eine erneute Blutuntersuchung durchgeführt um den Schilddrüsenwert, die Organparameter (insbesondere die Nierenwerte) und das Blutbild zu kontrollieren.

Zuhause müssen die Katzen 4 Wochen nach Therapiebeginn in der Wohnung gehalten werden und Kontakt zu Schwangeren und Kindern unter 16 Jahren muss aufgrund der Reststrahlungsaktivität vermieden werden. Auch Personen, die nicht zu den genannten Risikogruppen gehören, sollten den engen Kontakt zu der Katze noch über 4 Wochen nach der Therapie auf 2 Stunden täglich begrenzen. Es gilt zu beachten, dass Speichel, Urin und Kot der Katze für diesen Zeitraum noch Restmengen an Strahlungsaktivität aufweisen. Von daher sollte in der Katzentoilette Klumpstreu zur Vermeidung von Staubentwicklung verwendet werden und nach Kontakt mit der Katze die Hände gewaschen werden.

Wir empfehlen im Anschluss an die Therapie weitere regelmäßige Blut- und Urinkontrollen bei uns oder Ihrem Haustierarzt im Abstand von 4 Wochen, 3 Monaten und schließlich halbjährig nach erfolgter Radiojodtherapie.

 

Die Kosten betragen inkl. Voruntersuchung und stationärem Aufenthalt ungefähr 1600 Euro zzgl. Mehrwertsteuer.