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Fachlich bravourös, menschlich vorbildlich

»Dankeschön«-Symposium für den Transplantationschirurgen Dr. »Fred« Stertmann

Gießen (if). Urlaub hatte er nicht selten in allerletzter Minute abgesagt. Selbst wenn nachts um zwei, drei oder vier Uhr das Telefon schellte: Wenn er gebraucht wurde, war er zur Stelle. Seine Kollegen konnten sich auf ihn verlassen. Noch Anfang der Woche konnte man den Chirurgen Dr. Wilhelm Alfred Stertmann im OP der Uniklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Transplantationschirurgie sehen: Für einen schwerstkranken Patienten war überraschend ein Spenderorgan angeboten worden. Diese 75. Lungentransplantation im Uniklinikum Gießen nahm Stertmann vor, ehe er am Samstag, am ersten Tag seines Ruhestandes, dann selbst im Mittelpunkt stand.

Als »besonderen Dank und in Würdigung der fachlich bravourösen, menschlich beispielhaften und immer dem Patienten zugewandten Leistungen« des passionierten Chirurgen-Kollegen hatten Klinikchef Prof. Winfried Padberg und der Leiter der Sektion »Thoraxchirurgie« im Uniklinikum, Prof. Johannes Bodner, zu einem Symposium mit Rückblicken auf »Drei Jahrzehnte Herz-, Lungen- und Transplantationschirurgie in Gießen« eingeladen. Im überfüllten Chirurgiehörsaal sammelten sich zahllose langjährige Weggefährten, Freunde, Kollegen, Professoren, Studenten. Stertmann – »Fred«, wie ihn Freunde kurz nennen dürfen – der, wie sich manche Gießener erinnern werden, lange die Herzschrittmacherambulanz geleitet hat, warb neben seiner vielseitigen Tätigkeit in der Universitätsklinik für Allgemeinmedizin in Schulen und Vereinen unermüdlich für die Organspende, wirkte selbst forschend in Lehre und Fortbildung und war als Transplantationsbeauftragter des Klinikums auch in das hessische Gremium in Wiesbaden berufen. 

Eigentlich, so bekannte im GAZ-Gespräch Stertmann – gebürtiger Westfale und 1972 von der ZVS nach Gießen geschickt –, habe er nach Münster wechseln wollen. Doch dann blieb er nach Abschluss des Studiums in Mittelhessen hängen: Als Medizinalassistent erlag er im damals neuen akademischen Lehrkrankenhaus Lich beim unvergessenen Prof. Andreas Bikfalvi der Faszination Chirurgie – insbesondere der Lungenchirurgie »mit ihren großen Schnitten«. Diese Anfänge, die schon früh Gießens überregionalen Ruf eines chirurgischen »Thoraxzentrums begründeten, rief Prof. Michael Hocke (ehemals Gießen) in Erinnerung. Heute ist es namentlich die hier angebotene innovative VATS-Technik – die videoassistierte minimal-invasive Thoraxchirurgie –, die unter Prof. Bodner Patienten aus ganz Deutschland nach Gießen führt. Wann immer es der Fall erlaubt, wird ohne große Öffnung des Brustkorbs erkranktes Lungengewebe schonend entfernt. 

Die positive Bilanz des heutigen »Lungenzentrums Gießen« erstattete Prof. Konstantin Mayer. Dass derzeit 50 Patienten zwischen Ruhrgebiet und Freiburg von hier aufden erlösenden Anruf »Wir haben ein Organ für Sie« warten, spreche für den exzellenten Ruf, den sich das Zentrum erworben habe. Daran habe nicht zuletzt auch die hervorragende Betreuung der Patienten ihren Anteil. Beim 2008 von Stertmann ins Leben gerufenen, deutschlandweit einmaligen, zunächst skeptisch beäugten »Gießener Transplantationsstammtisch« treffen sich bereits transplantierte Patienten mit darauf hoffenden Kranken zum Erfahrungsaustausch untereinander und mit ihren Ärtzen. Für Stertmann gab es beim »Jubiläumsstammtisch«, dem 25., Blumen und Ovationen mit der Bitte, doch auch künftig immer wieder einmal vorbeizusehen. 

Im Zusammenhang mit seinem Ausblick auf die künftige Entwicklung der Nierentransplantation im Zeichen der inzwischen »katastrophalen« Spendersituation dankte Nierenspezialist Prof. Rolf Weimer, der Sprecher des Transplantationszentrums Gießen, dem Neu-Ruheständler für seinen unermüdlichen Einsatz. »Es war eine hervorragende Zeit«, resümierte Stertmann selbst abschließend. Um sich dann Padberg zuzuwenden: »In deiner Klinik habe ich mich wohlgefühlt.« »Standing Ovations« – sehr lange und sehr herzlich.

 

(Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 04.03.2014)