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Öffentliche Gesundheit im Fokus

Prof. Exner (Bonn) beim Institutsjubiläum: Vorbeugung verstärken

Gießen (if). Chronische Erkrankungen nehmen zu, die Bevölkerung altert, die Bedrohung durch eingeschleppte Infektionskrankheiten wächst ebenso wie die Zahl antibiotikaresistenter Erreger. Die Auflösung des zentralen Bundesgesundheitsamtes vor 20 Jahren sei vor diesem Hintergrund bedauerlich, man solle über die Errichtung eines »Ministeriums für öffentliche Gesundheit« diskutieren: Das sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, Prof. Martin Exner, am Samstag in Gießen. Bei der Festveranstaltung zum 125-jährigen Jubiläum zweier Institute des Uniklinikums und der Justus-Liebig-Universität plädierte der Bonner nachdrücklich für eine stärkere Wiederverankerung des vorbeugenden Gesundheitsschutzes in die Universitätsmedizin. Einst sei Deutschland damit ein Vorbild gewesen, etwa für die USA – heute existiere nur noch an 7 der 32 deutschen Medizinfakultäten das Fach Hygiene in Forschung und Lehre. 

Die Glückwünsche der Universität zum Jubiläum des heutigen Instituts für Hygiene und Umweltmedizin sowie des Instituts für Medizinische Mikrobiologie überbrachte Vizepräsident Professor Adriaan Dorresteijn. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz würdigte in ihrem Grußwort die Verdienste des Gießener Ehrenbürgers Georg Gaffky. Die Stadt der sprichwörtlichen »Schlammbeiser« – Männern, die Fäkalien aus den mittelalterlichen Gässchen kehrten – verdanke ihre erste Kanalisation der Initiative des Typhus-Spezialisten und Robert-Koch-Schülers, der 1888 aus Berlin auf den neu eingerichteten Gießener Lehrstuhl berufen wurde. Als heutige »universitäre Entwicklungshelfer« bei städtischen Problemen dankte die OB Prof. Thomas Eikmann und seinen Mitarbeitern namentlich für ihren Einsatz in der Herderschule. 

Auf frühe Gießener Wurzeln des Fachs Hygiene ging Eikmann in seiner Retrospektive ein. Sie reichen zurück bis in Liebigs Labor, wo Max Pettenkofer, Nestor der »experimentellen Hygiene« und späterer Begründer des ersten deutschen Hygieneinstituts an der Münchner Universität, acht Jahre lang arbeitete. Pettenkofer erlag allerdings einem grundlegenden Irrtum: Er befand, Seuchen seien keineswegs auf Krankheitserreger zurückzuführen, sondern auf »schädliche Ausdünstungen«. Zum »Beweis« unternahm er einen heroischen, glücklicherweise erfolglos verlaufenen Selbstversuch.

Um Identifizierung sowie Ausschaltung krankmachender Keime kreist heute die Arbeit im Institut für Medizinische Mikrobiologie, das 1970 als eigenständige Einrichtung unter Prof. Wellensieck begründet wurde. »Erleben Sie, wie Bakterien sichtbar gemacht werden, lernen Sie die Vielfalt der Erreger kennen, beobachten Sie lebendige Bakterien« forderte der heutige Institutsdirektor Prof. Trinad Chakraborty die Besucher beim »Tag der Offenen Tür« auf. 

Wer der Einladung ins Biomedizinische Forschungszentrum Seltersberg in der Schubertstraße folgte, erhielt in den Labors faszinierende Einblicke in die Welt der Mikroben: Nicht wir beherbergen sie, sondern die unsichtbaren »Untermieter« besiedeln uns, sobald wir das »Licht der Welt« erblicken. Und sie sind dann, gefährlich oder nicht, zahlenmäßig zehnmal so häufig wie alle unsere Körperzellen zusammen. 

 
Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 04.11.13