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Von Beckenboden bis Enddarm

Beim Seniorenprogramm »Medizin aktuell« kam mit Obstipation ein Tabuthema zur Sprache

Gießen (if). Allabendlich klagt der Brautvater vor den Nachrichten auf dem Bildschirm sein Leid: Bauchgrimmen, ausgerechnet jetzt, wie peinlich. Doch tröstlicherweise gibt es, so erfährt man dann, eine Pille, die den überaktiven Darm unverzüglich beruhigt. Der Hochzeit steht nichts mehr im Weg. In der Realität stellt sich ungleich häufiger das gegenteilige Problem. Doch: Wenn scheinbar nichts mehr gehen will, was dann? Das tabubesetzte, buchstäblich quälende Thema kam im Hörsaal der Anatomie im Aulweg bei der ersten Seniorenvorlesung »Medizin Aktuell« des Sommersemesters sozusagen als Fortsetzung des letzten Vortrags des Wintersemesters zur Sprache, als Prof. Florian Wagenlehner über Beckenbodenschwäche und Inkontinenz aus urologischer Sicht berichtet hatte. Von Prof. Henning Stürz eingeführt, ging Privatdozent Dr. Rolf Weinel, Leiter der Sektion »Koloproktologie« in der Chirurgischen Universitätsklinik, nun aus der Perspektive des Spezialisten auf das Thema »Erkrankungen und Funktionsstörungen des Enddarms« ein. 


Vom Muskeltraining als pysiotherapeutischer Methode der »Beckenbodenkräftigung« bis zu speziellen chirurgischen Eingriffen zur Erleichterung von erworbenen, anatomisch bedingten Entleerungsstörungen reichte die breite Skala der Möglichkeiten, die der Proktologe schilderte, um sowohl Inkontinenz als auch Obstipationen günstig zu beeinflussen. Über die stark beworbene, indes unterschiedlich bewertete Technik des »Biofeedback« kann der Betroffene die willkürliche Aktivierung der Beckenbodenmuskulatur zu deren Kräftigung erlernen, mit Kollagenunterspritzungen und »Schließmuskel-Reparatur« nach frischen Muskeldefekten der chirurgisch tätige Proktologe die Passage des Darminhalts und dessen Entleerung erleichtern. Dazwischen liegt das weite Feld der höchst kritisch betrachteten Abführmittel, für die enorme Summen ausgegeben werden. In der Regel wird bei Verstopfung zuerst danach gegriffen, ehe man endlich ärztlichen Rat sucht. 


Genügend trinken, ballaststoffreiche Kost bevorzugen, lauten meist erste gute Ratschläge, dazu genügend Bewegung. Frauen sind übrigens wesentlich stärker von Obstipation gequält als Männer, die Häufigkeit wächst mit dem Lebensalter: Jeder Dritte über Sechzig fühlt sich davon betroffen.


Dass das Problem eine deutliche psychische Dimension hat, stellen Betroffene häufig aus eigenen Erfahrung fest: Hakt man in der Familiengeschichte nach, stellt sich heraus, dass es sich oft schon vor Jahrzehnten beim Säugling angedeutet hatte. Und was hat es mit dem häufig erwähnten, bei hartnäckigen Verstopfungen hilfreichen »Flohsamen« auf sich, fragten einige Hörer. Hier, so verriet Dr. Weinel, profitiert der Mensch von Erfahrungen beim Tier. Bei hochgezüchteten, für Koliken anfälligen Pferden wurde der Samen des indischen Spitzwegerichs schon lange mit Erfolg eingesetzt. Warum sollte ein Löffel jeden Morgen, mit Wasser aufgegossen, nicht auch beim Menschen wirken?


Bei der nächsten Vorlesung des Seniorenprogramms am Dienstag, 10. Juni, steht wieder ein spannendes Thema auf dem Programm: Dr. Ulrike Bauer wird auf Gedächtnistraining als vorbeugende und therapeutische Maßnahme bei altersbedingtem Verlust von Denk-, Lern- und Erinnerungsfähigkeit sprechen. »Mit kognitiven Reserven fit ins Alter – Demenzprävention und Gedächtnistraining« lautet ihr Thema.