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»Ion Torrent« für noch gezieltere Krebstherapie

Uniklinikum: Im Pathologischen Institut bricht eine neue Ära der Tumordiagnostik an

Gießen (if). Über den schwarzen Talaren imposante steife Halskrausen: Ein halbes Dutzend spitzbärtiger Amsterdamer Chirurgen und Barbiere beugt sich bei einer Sektion über ihr Objekt. Rembrandt hat den Stadtphysikus Dr. Tulip auf der Suche nach der Krankheitsursache gemalt: Pathologie des 17. Jahrhunderts. Schauplatzwechsel: Ein unauffälliger, mikrowellenähnlicher Kasten im Souterrain eines betagten Backsteintrakts in der Langhansstraße. Pathologie des 21. Jahrhunderts: »Ion Torrent Personal Genome Machine 1« – eine Sequenziermaschine der jüngsten Generation – ist aus den USA , 80 000 Euro teuer, seit vorigen Sommer hier im Einsatz. Neben Berlin und Freiburg ist das Uniklinikum Gießen seither das einzige Krankenhaus Deutschlands, das heute schon hochinnovative molekulare Krebsdiagnostik anbieten kann. Davon profitieren – neben den Patienten der Häuser im Umland, die mit dem Uniklinikum zusammenarbeiten – auch Gießener Forschungsvorhaben.

Tumor ist, das weiß inzwischen bekanntlich auch der Laie, eben nicht gleich Tumor, ebenso wie Mensch nicht gleich Mensch ist. Kein Wunder, dass Medikamente bei scheinbar gleichem Krankheitsbild also auch nicht bei jedem Patienten gleich ansprechen.

»Namentlich bei Krebserkrankungen sind wir jetzt beispielsweise in der Lage, schneller und exakter über unsere Suche nach charakteristischen Mutanten im Genom herauszufinden, ob es ein bereits verfügbares Medikament gibt«, erläutert Prof. Stefan Gattenlöhner, der vor rund zwei Jahren als Nachfolger von Professor Andreas Schultz aus Würzburg nach Gießen kam. Prof. Andreas Bräuninger, der aus Münster ans Gießener Institut für Pathologie wechselte: »Im Gegensatz zu früheren Methoden können wir rund tausendmal mehr Gene oder Genabschnitte untersuchen.« Für die Ärzte bedeutet es, dass sie ihre Behandlungsstrategien noch zielgenauer auf den jeweiligen Tumor des Patienten ausrichten können. Die Vision von der »personalisierten Medizin«, die sozusagen »maßgeschneidert« gleichzeitig schonender und effizienter ist, ist mit der jetzt verfügbaren hochinnovativen molekularen Diagnostik bereits dabei, in die klinische Realität einzuziehen.

Daneben läuft der Routinebetrieb des Pathologischen Instituts inklusive der Wahrnehmung der Aufgaben in der Lehre unverändert weiter. Noch immer sind jährlich rund 150 Sektionen zu bewältigen.

    

Mutation identifiziert

Namentlich als Dienstleister – wenn der Gynäkologe beispielsweise bei der Brustkrebsoperation zur Entscheidung über das weitere Vorgehens wissen will, ob ein »Sentinel«, ein »Wächter-Lymphknoten«, bereits befallen oder noch krebsfrei ist, ist das Team um Prof. Gattenlöhner um höchstmögliche Schnelligkeit bemüht.

Ein Ergebnis seiner Arbeit hat das Team im Gebäude an der Langhansstraße vor Kurzem mit besonderer Befriedigung erfüllt: Bei zwei krebskranken Kindern in Freiburg, bei denen konventionelle Therapien chancenlos erschienen, wurden die Professoren Gattenlöhner und Bräuninger fündig. Über eine mit der neuen apparativen Ausstattung mögliche »Cancer Panel chip«-Analyse, bei der alle bekannten therapeutisch relevanten Mutationen untersucht wurden, konnte jeweils eine Mutation identifiziert werden, die jetzt noch weitere Behandlungsoptionen eröffnet.