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Mit menschlichem Feingefühl

Christoffer Krug und Philipp Stieger stellen Band 2 des Mediziner-Magazins »in weiß« vor

Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, für einen menschlichen Umgang zwischen Arzt und Patient zu stehen: Christoffer Krug und Philipp Stieger. Beide als praktizierende Ärzte tätig, engagieren sie sich für die Integration von selbstreflexivem Denken und kreativem Arbeiten im Rahmen des Medizinstudiums. Nun erscheint der zweite Band des Magazins »in weiß«, das Prosa, Lyrik und weitere künstlerische Gattungen miteinander vereint und das Ziel verfolgt, »Arzt zu sein und Mensch zu bleiben«. Das ist nämlich eines der Ziele des Instituts für Geschichte der Medizin der JLU. 

Wie betrachtet ein Arzt seinen Patienten? Wer Medizin studiert, wird vom ersten Semester an abgehärtet. Was für Außenstehende eklig aussieht, sich seltsam anfühlt oder unangenehm riecht, soll für einen Mediziner selbstverständlich werden und keine Hemmungen hervorrufen. Objektiv betrachtet der Arzt den Patienten, um nach der ausführlichen Anamnese eine Diagnose zu stellen. 

Oft wird dabei der Mensch ausgeblendet. Es muss einen Weg geben, wie man den Untersuchungsgegenstand objektiv betrachten kann, ohne den Menschen und seine Gefühle außer Acht zu lassen, dachten sich Stieger und Krug, die neben ihrem Arztberuf beide in der Lehre tätig sind. Mit der Unterstützung des Studiendekanats und des Institut eigenen Fördervereins haben sie 2012 das Magazin gegründet. »Hier ermöglichen wir den Studenten neue Blickwinkel auf ihr Fach«, betont Dr. Michael Knipper, Fachbereichskoordinator des Instituts. Neben historischen und kulturwissenschaftlichen Zugängen in den Bereich der Medizin geht es im Lehrangebot darum, persönliche Erfahrungen aufzuarbeiten. So kann statt einer Hausarbeit ein Comic gezeichnet, statt eines Referates Kurzprosa entstehen. »in weiß« versammelt eine Auswahl von Beiträgen, die größtenteils im Rahmen von Seminaren entstanden sind, zusätzlich gibt es Gastautoren von anderen Universitäten. Maite Jimenez-Siebert von der Uni Marburg zum Beispiel. In einer Text-Bild-Kombination »Schwimmen lernen« erzählt sie die Geschichte von der Studentin Emma, die in ihrer Famulatur auf einen jungen, schwer zugänglichen Patienten stößt. Mit menschlichem Feingefühl nähert sich die Medizinstudentin dem Kind an, wirft dabei ihren Status als, wie sie es ausdrückt, »typischen Krankenhausmediziner« über Bord und wird eine Vertrauensperson für ihn. In schwarz-weißen, gekonnt gezeichneten Bildern mit viel Gespür für den emotionalen Ausdruck der Figuren, schildert die Autorin hier eine Situation, die ohne Einfühlungsvermögen für die Medizinstudentin vielleicht negativ verlaufen wäre. Am Ende stirbt der kleine Patient, doch die Studentin Emma hat für einen angenehmen Rahmen gesorgt, in dem er zur Ruhe finden kann. Der Titel »Schwimmen lernen« ist eine Metapher für das Hineinfinden in den Arztalltag und dient in der Geschichte als Hoffnungsanker für den jungen Patienten.

Bei der Release-Feier geht es darum, das neue Heft vorzustellen, Studiendekan Kreuder hebt die Begeisterung hervor, die ein solcher Perspektivwechsel bewirkt. Nach Einführungsworten von Stieger und Krug, die dazu auffordern, »Medizin als Kunst« zu begreifen, tritt Elephant Toilet auf – das Medizinerkabarett ist ein Paradebeispiel für die Zusammenführung von Medizin und Kunst. Zur Musik von Tante Doktor, einer Band aus Ärzten und Medizinstudenten, kann man sich schließlich ausgewählte Werke aus dem »in weiß«-Kreis ansehen. Darunter auch der filmische Erfahrungsbericht von Medizinstudenten, die ihr Auslandssemester im etwas anderen Praxisalltag Uruguays absolvierten und eine Fotoausstellung des Studenten Alexander Glanz.    

 

(Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 09.12.2013)