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Rhön AG soll mehr investieren

Neujahrsempfang von Klinikum und Fachbereich – Seeger erinnert an Konzern-Versprechen

Gießen (si). Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg erwartet nach Angaben seines Ärztlichen Geschäftsführers Prof. Werner Seeger von der Rhön-Klinikum AG erhebliche neue Investitionen an beiden Standorten. Das Unternehmen habe sich nach dem Verkauf eines Großteils seiner Kliniken und Versorgungszentren an Fresenius im Herbst zum UKGM bekannt und versprochen, hier »Spitzenmedizin« für den neuen Klinikumsverbund anzubieten. Nun müsse Rhön tatsächlich »Geld in die Hand nehmen«, sagte Seeger am Freitagabend beim gemeinsamen Neujahrsempfang des Gießener Uniklinikums und des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität. 

Rhön hat mit dem Verkauf der Kliniken rund drei Milliarden Euro erlöst, von denen etwa zwei Drittel an die Aktionäre ausgeschüttet bzw. Aktien zurückgekauft werden sollen. Darauf spielte Seeger in seiner Rede an. Beim Bekenntnis der »neuen Rhön AG« zur Wissenschaftsmedizin »geht einem das Herz auf. Das muss ein reales Etikett sein, kein Etikettenschwindel«, sagte der Lungenforscher.

Das UKGM biete schon jetzt herausragende medizinische Qualität. Ziel müsse es sein, die mittelhessische Universitätsmedizin nach Berlin und München auf Platz drei in Deutschland zu führen. Das sei auch realistisch. Notwendig sei unter anderem eine abgestimmte Schwerpunktbildung zwischen Gießen und Marburg (auch bei den Berufungen). Zu all dem brauche das Haus die Unterstützung des Landes Hessen. Das müsse seinen fünfprozentigen Anteil am Uniklinikum nutzen und Verantwortung übernehmen, sagte er.

Nach seiner Einschätzung steht das vor acht Jahren privatisierte Klinikum inzwischen ökonomisch viel besser da, als in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. In diesem Jahr sei im operativen Geschäft ein ausgeglichenes Betriebsergebnis möglich – trotz Abschreibungen und Zinsbelastungen in Höhe von 40 Millionen Euro. Demgegenüber beende beispielsweise das Uniklinikum Frankfurt das Jahr mit etwa 20 Millionen Euro Verlust, obwohl es »bei Null« starte. Unter Berücksichtigung von Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) liege das UKGM bundesweit an der Spitze.

Vor Seeger hatte schon JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee auf eine Passage im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-grünen Landesregierung verwiesen, in dem diese sich dazu bekennt, »Mittelhessen als Medizin- und Gesundheitsregion zu stärken«. Dies stimme optimistisch, sagte Mukherjee. Darüber hinaus forderte er das Land zu stärkeren finanziellen Hilfen für die Hochschulmedizin auf. Dem Fachbereich, dem das Präsidium in letzten Jahr eine Haushaltssperre auferlegt hatte – die inzwischen in eine Bewirtschaftungsauflage abgemildert worden ist –, sicherte der Präsident die weitere Unterstützung der Hochschulleitung zu.

Für das Land, das in den letzten Jahren beim Festakt entweder mit der Wissenschaftsministerin oder dem Staatssekretär vertreten war, sprach jetzt Ministerdirigentin Irene Bauerfeind-Roßmann. Sie lobte die Rhön AG bzw. das UKGM für die Investitionen am Klinikum. Die Hochschulmedizin in Mittelhessen »macht Freude«, sagte sie.

Das UKGM war mit dem Geschäftsführungsvorsitzenden Martin Menger vertreten. In seinem sehr ausführlichen Grußwort widersprach er unter anderem »Spekulationen«, dass sich Rhön mittelfristig auch vom hiesigen Universitätsklinikum trennen werde. Er sei sicher, dass die »neue Rhön länger Bestand haben« werde, sagte er. 2013 sei »sehr ereignisreich« gewesen, aber – auch im Verhältnis zum Land – »wesentlich ruhiger und angenehmer« als das Jahr zuvor.

Beim Festakt vor zwölf Monaten hatten die Beteiligten unter dem Eindruck der kurz zuvor ausgehandelten Vereinbarung zur Zukunft des Hochschulmedizin in Mittelhessen noch Aufbruchstimmung verbreitet. Jetzt gebe es gute Chancen für einen Neuanfang, hieß es damals von allen Seiten. Diese Erklärung spielte am Freitag keine Rolle mehr. Nur Medizin-Dekan Prof. Trinad Chakraborty ging knapp darauf ein. Er erinnerte daran, dass die Vereinbarung in weiten Teilen immer noch nicht umgesetzt, ja nicht einmal unterzeichnet sei.

 

(Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 10.02.2014)