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Beste Putztechnik umstritten

Tagung zum Thema Mundhygiene – Trotz hoher Motivation beim Zähneputzen bleiben Erfolge oft aus

Gießen (rk). Obwohl Zahnärzte ihre Patienten mit viel Engagement zu gründlichem Zähneputzen und dem Gebrauch von Zahnseide motivieren, bleibt die Mundhygiene ihrer Patienten meist hinter den Anforderungen zurück. Wie sich die Mundhygiene verbessern lässt, war das Thema der Tagung »Mundhygieneförderung über die Lebensspanne – Eine interdisziplinäre Herausforderung«, die am Freitag und Samstag an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) stattfand. 

Veranstalter der Tagung war der Arbeitskreis Psychologie und Psychosomatik in der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. »Wir bringen hier neue Erkenntnisse aus der Psychologie des Gesundheitsverhaltens und aus der Zahnmedizin zusammen«, so die Tagungspräsidentin Prof. Renate Deinzer. Bei der Förderung der Mundhygiene ginge es nicht nur um die Vermittlung bestimmter Techniken, sondern auch darum, die Motivation der Patienten zu fördern und ihr Verhalten dauerhaft zu verändern. Auf der Tagung stellten die Referenten aus Zahnmedizin und Psychologie die besonderen Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen in der Mundhygieneförderung heraus und diskutierten, wie der Erfolg der Mundhygieneförderung verbessert werden kann. 

Generell scheinen Zahnarztpatienten motiviert zu sein. Über 80 Prozent der Erwachsenen putzen zwei Mal am Tag im Durchschnitt 165 Sekunden lang ihre Zähne. Dennoch leiden immer noch viele an Erkrankungen, die mit mangelnder Mundhygiene assoziiert sind wie etwa Karies, Parodontitis und Zahnfleischentzündungen. 

Dies legt für die Gießener Diplompsycholgin Daniela Harnacke den Schluss nahe, dass sie zwar genug Motivation, nicht aber die Fähigkeiten besitzen, ihre Zähne von Plaque zu befreien. In ihrem Vortrag machte sie auf Ergebnisse von Studien aufmerksam, die ergaben, dass Erwachsene eher mäßig bis schlecht putzen – auch dann, wenn sie instruiert werden, so gründliche wie möglich zu putzen. Häufig werden beim Putzen Zähne und ganze Flächen immer wieder vergessen, eher unsystematisch geputzt und selten Zahnseide benutzt. Auch hinsichtlich der Putztechnik herrsche oft Unsicherheit bei den Patienten. »Welche Putztechnik einer anderen überlegen ist, konnte bis heute nicht geklärt werden«, sagte Harnacke, die sich seit einigen Jahren in der dentalpsychologischen Forschung engagiert. Bei der Förderung häuslicher Mundhygiene seien motivationale Faktoren und die Vermittlung von Fertigkeiten zu beachten – immer unter Berücksichtigung psychologischer und bewegungswissenschaftlicher Aspekte. 

Elektrische Zahnbürsten beispielsweise sind aufgrund ihrer Handhabung nicht immer die beste Lösung für motorisch eingeschränkte Patienten, wie etwa Senioren. Hier seien gegebenenfalls manuelle Zahnbürsten einzusetzen. Da der Zahnarztbesuch bei vielen Patienten ohnehin schon mit viel Scham- und Schuldgefühlen behaftet ist, sei es zudem wichtig, die Patienten auf ihre Erfolge aufmerksam zu machen, um ihre Selbstwirksamkeit zu fördern. »Loben Sie Ihre Patienten auch ruhig mal!«, riet sie den Zuhörern. 

»Kinder, die nicht sehen, wie ihre Eltern sich die Zähne putzen, haben Schwierigkeiten, eine gute Mundhygiene über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten«, so Prof. Klaus Pieper. Der Direktor der Abteilung Kinderzahnheilkunde am Marburger Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde betonte in seinem Vortrag an der JLU, dass das elterliche Vorbildverhalten eine zentrale Rolle für die Zahngesundheit von Kindern spiele. Karieserfahrungen seien »immer noch stark von dem sozioökonomischen Status der Familie abhängig«. 

So ging aus Untersuchungen hervor, dass bei Kindern aus Familien mit wenig Betreuung der Kariesbefall mindestens doppelt so hoch sei, wie bei Kindern, die elterliche Unterstützung bekommen. Programme zur Intensivzahnpflege für Eltern, aber auch für die Kinder selbst, wie etwa durch die »Zahnfeen« in Kindergärten und Schulen, seien daher sehr wichtig, da sie nachweislich zu einer deutlichen Karieshemmung führen. 


(Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 10.02.2014)