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Jagd nach neuen »Biomarkern«

»Kerckhoff-Herzforschungsinstitut an der Justus Liebig-Universität« offiziell eingeweiht

Gießen (if). Dieser Tage ist in Barcelona der Kongress der Europäischen Herzspezialisten zu Ende gegangen. Zu den heißesten Themen gehörte die Nachricht von der Identifizierung eines neuen »Biomarkers«. Die jeweilige Höhe eines bestimmten Fetthormons im Blut erlaubt bereits Hinweise auf Schädigungen des Herzmuskels, noch ehe sie bisher in dieser Deutlichkeit erkennbar waren. Die Fahndung nach solchen als »Frühwarner«, die in der Kardiologie namentlich bei Minderdurchblutungen des Herzens fungieren können, steht im Arbeitsprogramm des neuen »Kerckhoff-Herzforschungsinstitutes an der Justus-Liebig-Universität Gießen e.V.« an prominenter Stelle.
Als »gemeinnützige GmbH« aus der Ende 2012 vertraglich vereinbarten Kooperation der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim und dem Uniklinikum Gießen sowie dem Gießener Fachbereich Medizin hervorgegangen, will die neue Einrichtung die kardiovaskuläre Forschung in Mittelhessen intensivieren, konzentrieren und durch »standortübergreifende« Kooperation fördern. Das junge Institut, das unter Leitung von Prof. Christian Hamm steht, verfügt mit seiner computergestützten »Biobank«, dem europaweit wohl größten Register von Plasma-, Blut- und Gewebeproben von mittlerweile rund 9000 Herzpatienten, über die Voraussetzungen einer exzellenten »translationalen« – das heißt direkt am jeweiligen Patienten orientierten – Forschung.

Vielfältige Synergien erwartet

Bei einer kleinen »inoffiziellen« Einweihungsfeier gab es nach Grußworten und Glückwünschen jetzt Gelegenheit, die neugeschaffene Forschungseinrichtung in Augenschein zu nehmen. In kaum einjähriger Bauzeit sind im mit rund 1,9 Millionen Euro gründlich renovierten vierten Obergeschoss der »Physiologie« im Aulweg 129 auf einer Gesamtfläche von rund 800 Quadratmetern Seminar- , Verwaltungs- und Umkleideräume sowie neue Labors entstanden. Hier gehen die in Gießen angesiedelten drei Arbeitsgruppen neben der Fahndung nach neuen Biomarkern Fragen der vaskulären Biologie sowie der kardialen Mikrozirkulation und Signaltransduktion nach. Eine vierte Arbeitsgruppe befasst sich parallel dazu in Bad Nauheim im Groedel-Institut an der Kerckhoff-Klinik mit Umbauprozessen des Herzens, wie sie sich nach Herzerkrankungen einstellen können.
Die im neuen Institut realisierte Konzentration der bisherigen Gießener Herzforschung, die sich – zuvor in fünf Labors über das gesamte Kliniksgelände verstreut – teilweise noch in den Souterrains denkmalgeschützter Gebäude abspielte, wird angesichts der jetzt verfügbaren räumlichen Möglichkeiten nicht nur zu Synergien bei der Nutzung der experimentellen Infrastruktur führen, sondern auch den wissenschaftlichen Austausch im Sinne einer Patienten nahen Forschung fördern, zeigte sich Prof. Adriaan Dorresteijn in seinem Grußwort auch namens des Unipräsidenten überzeugt. Sowohl der Uni-Vizepräsident als auch Medizin-Dekan Prof. Trinad Chakraborty würdigten in diesem Zusammenhang die maßgeblichen Verdienste von Prof. Hamm, der eine wichtige Voraussetzung für die neue Entwicklung geschaffen habe. Eine weitere Stärkung der Forschungskapazität dürfte die sowohl von Vizepräsident als auch Dekan erwähnte, in Vorbereitung befindlich Ausschreibung einer weiteren JLU-Professur im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung bedeuten.
»Für Gießener und Bad Nauheimer Patienten ist dieser Tag ein besonderer Tag«, erklärte Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz in ihren Glückwünschen, und Ulrich Jung, kaufmännischer Kerckhoff-Geschäftsführer, hob dankend die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Städten hervor. Unter den Gästen, die Laborchef Dr. Christian Troidl durch die neuen Labors führte, sah man eine ganze Reihe bekannter Persönlichkeiten – unter ihnen den Präsidenten der Von-Behring-Röntgenstiftung, Bundesminister a. D. Friedrich Bohl, Staatssekretär a. D. Prof. Joachim-Felix Leonhard sowie Professoren der Universitäten Marburg und Frankfurt.

 

(Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 11.9.14)