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Seeger warnt vor Stillstand am Klinikum

Neujahrsempfang von Fachbereich Medizin und UKGM – Streit von Land und Rhön im Blickpunkt

Gießen (si). Der Streit um die millionenschweren Forderungen des Rhön-Konzers, der vom Land Geld für das Uniklinikum Gießen und Marburg haben möchte, belastet nach Einschätzung des Ärztlichen Geschäftsführers Professor Werner Seeger zunehmend die weitere Entwicklung des gesamten Klinikums. »Wir brauchen dringend eine Lösung, weil der Konflikt die Investitionen und Baumaßnahmen blockiert«, sagte Seeger am Freitagabend beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Fachbereich Medizin der Universität und UKGM. Die für Februar angesetzten Gespräche müssten einen Erfolg bringen, betonte der Lungenforscher, allerdings ohne genau zu sagen, wie die Lösung aussehen könnte.
Bei dem Streit geht es (wie ausführlich berichtet) um die Frage, für welche Leistungen am Klinikum das Land aufkommen muss und für welche das Klinikum selbst. Unbestritten sind Forschung und Lehre einschließlich der Medizinerausbildung komplett Landessache. Die Krankenversorgung muss das Klinikum bezahlen, das dazu Geld von den Krankenkassen erhält. Die »Trennungsrechnung« will klären, wer jeweils zuständig. In der Praxis ist das allerdings oft nur schwer und manchmal gar nicht möglich. Dies bekräftigte am Freitag auch Seeger noch einmal – der im übrigen als beamteter Professor und Geschäftsführungsmitglied des UKGM den Interessenkonflikt zwischen Staat und Unternehmen »in persona« symbolisiert.
Seeger erinnerte daran, dass das Uniklinikum Gießen vom Land Hessen seit den 90er Jahren kaum noch Geld bekommen und die Rhön AG mit ihren Investitionen von insgesamt 600 Millionen Euro am UKGM den Standort Gießen »gerettet« habe. Das Uniklinikum in Frankfurt dagegen habe in den vergangenen zwei Jahrzehnten vom Land mehr als eine Milliarde Euro erhalten. Zwar habe die Rhön AG auf öffentliche Baumittel für das UKGM verzichtet. Unbestritten gelte diese Erklärung für die ersten Jahre nach der Privatisierung. »Aber jetzt schreiben wir das Jahr 2017«, sagte Seeger.
Er sprach im Übrigen klar aus, dass Rhön dem Standort Gießen mitnichten ein Klinikum »geschenkt«, sondern dem UKGM Kredite für Bau und Ausstattung gewährt habe, die es nun abbezahlen müsse. Zinsen, Tilgung und Abschreibung summierten sich jährlich auf 40 Millionen Euro. Dass unterm Strich dennoch eine »schwarze Null« übrig bleibe, sei »eine gigantische Leistung. Es ist eigentlich ein Wunder«, meinte Seeger.
Dekan Professor Wolfgang Weidner hatte die geladenen Gäste aus Universität und Medizin, Politik, Wirtschaft und Verwaltung erstmals zum Jahresempfang im Hörsaal des neuen Medizinischen Lehrzentrums (vormals Alte Chirurgie) begrüßt. Auch er ging auf die Probleme des Rhön-Land-Konflikts ein. Unter anderem forderte er, dass der Fachbereich Medizin an den Verhandlungen beteiligt werden müsse. Darüber hinaus erinnerte er an die vielen Erfolge und Leistungen der Gießener Hochschulmedizin im vergangenen Jahr. Das Grußwort der Universität überbrachte Kanzlerin Susanne Kraus in Vertretung von Präsident Mukherjee, der wegen eines wichtigen Auslandstermins verhindert war. Sie bekräftigte die These des Präsidiums, dass die Forderungen von Rhön durchaus umstritten seien. Es müsse ein »Gesamtpaket« geschnürt werden, möglicherweise werde dazu wie schon 2010/11 ein Schlichtungsverfahren notwendig.
               
Kein Landesvertreter anwesend
               
Der UKGM-Geschäftsführungsvorsitzende Gunter Weiß erläuterte im Wesentlichen die Position der Rhön AG, dass die Forderungen an das Land voll und ganz berechtigt seien. Darüber hinaus lobte er die Leistungsbilanz des Klinikums, die sich beispielsweise in weiter steigenden Patientenzahlen widerspiegele, und das »funktionierende Netzwerk« mit niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern in der Region.
Rhön-Vorstandsvorsitzender Martin Siebert musste auf seine Rede verzichten, er war auf der Fahrt von Bad Neustadt nach Gießen im Schnee steckengeblieben. Das Land hatte gleich vorweg auf einen offiziellen Vertreter verzichtet. Im vergangenen Jahr hatte noch der Ministerpräsident gesprochen, diesmal erschien nicht einmal die dritte Führungsebene.
Den Festvortrag hielt Helge Braun, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und CDU-Bundestagsabgeordneter. Er sprach über Medizin im Spannungsfeld von Allokation (Zuteilung) und Innovation. Sein Fazit: »Wir können nicht in Deutschland glücklich leben, wenn wir nicht auch Verantwortung für die Welt übernehmen.«

 

(Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 16.01.17)