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Forschung für drei weitere Jahre gesichert 

Staatssekretär Braun übergibt Förderbescheid – Kampf gegen multiresistente Keime

Gießen (ck). »Wir können das Buch der Infektionskrankheiten schließen«, prophezeite 1969 der Militärarzt William Stewart. Seinerzeit hatten bakterielle Infektionen ihren Schrecken verloren, waren zunächst durch Penicillin und dann durch Antibiotika aus anderen Substanzklassen gut behandelbar geworden. Doch schon damals teilten nur wenige Experten Stewarts Euphorie. Und sie sollten recht behalten: Denn trotz bester medizinischer Versorgung sterben heute in Europa pro Jahr mehr als 25 000 Menschen an Krankenhausinfektionen mit resistenten Bakterien. Und dabei spielt es keine Rolle, ob die Infektion ambulant oder im Krankenhaus erfolgt ist. Zudem können resistente Bakterien den Menschen auch über tierische oder pflanzliche Lebensmittel erreichen. Um solche Antibiotika-Unempfindlichkeiten bei Darmbakterien – wie beispielsweise Escherichia coli und Salmonella enterica – geht es im bundesweiten Forschungsverbund »Reset«. Teams von Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachrichtungen sowie von unterschiedlichen Hochschulen arbeiten seit drei Jahren erfolgreich daran, neue Erkenntnisse zur Epidemiologie, Molekulargenetik und Pharmakologie zu gewinnen. Daran beteiligt ist auch ein Team aus Gießen, dessen Antrag zum Fortgang des Reset-Teilprojekts mit dem Namen »Molekulare Epidemiologie multiresistenter, ESBL-produzierender, Gram-negativer Enterobacteriaceae« soeben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bewilligt und für weitere drei Jahre mit knapp 300 000 Euro Forschungsgeldern ausgestattet wurde. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Helge Braun überreichte gestern die Urkunde an den Dekan des Fachbereichs Medizin, Prof. Trinad Chakraborty, sowie Dr. Can Imirzalioglu, ebenfalls vom Zentrum für Medizinische Mikrobiologie und Virologie der JLU. Braun hob die Bedeutung des Projekts hervor. »Resistente Bakterien verbreiten sich zunehmend und gefährden die Gesundheit.« In welchem Umfang der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zur Verbreitung resistenter Stämme beitrage, sei bislang unklar, da es an Informationen und Daten fehle. Deshalb unterstütze das Ministerium die Infektionsforschung wie hier in Gießen. Aus diesen Ergebnissen sowie denen der anderen Gruppen soll eine Strategie entwickelt werden, resistente Bakterien künftig besser kontrollieren zu können.

Laut Chakraborty verfolgt der Reset-Verbund den Ansatz »One Health – eine Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt« und führt Forscher verschiedener Disziplinen zusammen. Das Projekt stärke damit den Schwerpunkt »Infektion und Entzündung« des Fachbereichs Medizin, sondern passe auch hervorragend zum Gesamtkonzept »Lebenswissenschaften« der Universität.

Zur Arbeit der Gießener Projektgruppe sagte Imirzalioglu, dass hier mithilfe neuer Sequenzierungstechniken die molekulare Epidemiologie von multiresistenten Bakterien untersucht werde. Die Erreger stammten vom Menschen und von Tieren sowie aus der Umwelt. Ziel sei die Identifizierung bzw. Verifizierung der Verbreitungs-Ökologie der ESBL-Resistenz tragenden Bakterien.

 

Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 18.11.2013