Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Willkommen!

Artikelaktionen

»Man kann immer noch etwas tun«

Welthirntumortag 2013: Gießener Experten zu Diagnostik und Behandlung von Hirnmetastasen

Gießen (if). Da ist die 35-Jährige: Jung und fit hat sie »ihren« Brustkrebs überstanden. Chemo, OP, Bestrahlung liegen hinter ihr. Nun plötzlich, seit ein paar Wochen, dieses elende Kopfweh. Auch mit Schmerztabletten verschwindet es nicht. Und da ist der 75-Jährige, der bis jetzt glücklich ein Melanom – tückischen schwarzen Krebs – überstanden hat. Plötzlich: Gangstörungen und Schwindel. Wenn in dem Zusammenhang die Diagnose »Metastase« fällt, steht die bange Frage im Raum: »Ist jetzt alles verloren, ist alles vorbei?«.

»Das ist nicht so. Auch bei Metastasen im Zentralnervensystem kann man immer noch etwas tun«, versichert Prof. Eberhard Uhl, Anfang vorigen Jahres neu berufener Direktor der neurochirurgischen Universitätsklinik Gießen. Während im Foyer des Kliniksneubaus unter dem Motto »Neurochirurgie zum Anfassen« Tumorzellen besichtigt werden konnten und am Beispiel einer Kokosnuss das Vorgehen bei Schädeloperationen demonstriert wurde, ging es aus Anlass des »Welthirntumortages 2013« im Seminarraum um Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten von Gehirnmetastasen: Krebszellen, die sich beispielsweise von einem Lungenkrebs, einem Mamma-Karzinom oder von einem Melanom »auf Wanderschaft« begeben. Im Gehirn eingenistet, fordern sie Raum.

7000 Menschen erkranken bei uns alljährlich neu an einem bösartigen Hirntumor – beispielsweise einem Glioblastom –, der im Zentralnervensystem direkt entstanden ist. Darüber hinaus muss die Diagnose »Hirnmetastase« schätzungsweise weitere 50 000-mal gestellt werden. Und diese Zahl ist – offensichtlich den Therapieerfolgen bei den »Primärtumoren« geschuldet – seit einiger Zeit noch im Wachsen begriffen. 

»Unser Ziel muss es sein«, dass sich diese Patienten besser fühlen, ihre Beschwerden gelindert werden, ihre Lebensqualität steigt«, so Uhl. Schon mit dem anfänglichen Einsatz von Cortison lassen sich oft erstaunliche Erfolge innerhalb kurzer Zeit erzielen – allerdings sind diese Erfolge in der Regel zeitlich begrenzt. Doch auch danach noch gibt es Möglichkeiten, sie hängen allerdings jeweils vom Einzelfall ab. Uhl: »Informationen über neurochirurgische Behandlungsmöglichkeiten sollten in jedem Fall eingeholt werden«.

»Bei Hirntumoren bricht für die Betroffenen oft eine Welt zusammen«, bestätigte auch die Strahlentherapeutin Prof. Rita-Engenhart Cabilic, den Neurochirurgen. »Aber man kann viel erreichen«. Allerdings sollte dies nie im »Alleingang«, sondern in Absprache mit anderen Fächern geschehen.

Ehe Prof. Till Acker und Oberarzt Dr. Marco Stein auf Forschungsperspektiven eingingen, schnitt Dr. Angelika Wirbatz, Oberärztin der Neurologischen Uniklinik, das Problem der Krampfanfälle an: Symptome einer Epilepsie treten bei etwa 20 von 100 Patienten mit Hirnmetastasen auf, oft sind sie überhaupt erste Hinweise darauf, wobei zuweilen der »Primärtumor« trotz aller diagnostischen Techniken nicht identifiziert werden kann.

Die Referenten gingen verständnisvoll auf Fragen ein, die oft eigener Betroffenheit entspringen mochten. Was dabei die Zukunft der millionenteuren, sozusagen im »Winterschlaf« befindlichen Partikelbestrahlungsanlage in Marburg angeht (siehe auch nebenstehende Meldung), von der man sich verbesserte Erfolge bei der Therapie bestimmter Gehirntumore erhofft: Es waren die Gießener Physiker, die zusammen mit Kollegen in Darmstadt entscheidende Beiträge für die Entwicklung dieses innovativen Verfahrens leisteten. Heute können Gießener Patienten, bei denen man sich davon Erfolge verspricht, nach Heidelberg überwiesen werden.

 

Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 22.06.2013