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Gefühle sichtbar machen und verstehen

Die Universitäts-Psychologie hat einen neuen Magnetresonanztomografen – Vielfältige Forschung

Gießen (si). Angst vor Spinnen, die Erregung beim Küssen, Tiefenentspannung während der Yoga-Übung – so unterschiedlich diese Gefühle und Empfindungen sind, sie alle hinterlassen Spuren im Gehirn; »Fingerabdrücke«, die man sichtbar machen kann, und zwar mit bildgebenden Verfahren. An der Justus-Liebig-Universität nutzen Psychologen dafür schon seit 13 Jahren einen Magnetresonanztomografen (MRT). Er steht im BION, dem Bender Institut of Neuroimaging. Es war beim Start im Jahre 2000 die europaweit erste wissenschaftliche Einrichtung, die über ein solches Großgerät allein für die psychologische Forschung verfügte. Jetzt hat das BION einen neuen Forschungsscanner erhalten, und er ist wiederum der modernste seiner Art. 

Der »3-Tesla-Magnetresonanztomograf« verfügt über eine doppelt so hohe magnetische Feldstärke wie sein Vorgänger – 60 000-mal so stark wie das natürliche Magnetfeld auf der Erde. Er arbeitet nicht nur schneller, sondern kann auch deutlich bessere Bilder liefern; in Details, die sich bislang gar nicht beobachten ließen. Am Montagmorgen wurde er bei einer Feier in dem Forschungsinstitut, das in einem Anbau im Philosophikum I untergebracht ist, offiziell übernommen. 

Die Anschaffungskosten belaufen sich auf rund 2,4 Millionen Euro. Knapp die Hälfte (1,1 Mio.) trägt die Deutsche Forschungsgemeinschaft. 500 000 Euro steuert das hessischen Wissenschaftsministerium aus seinem Innovations- und Strukturentwicklungsfonds bei. Der Rest kommt aus Sondermitteln der Justus-Liebig-Universität. Staatssekretär Ingmar Jung und JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee sprachen beim Festakt von einer großen und wichtigen Investition, die wissenschaftliches Arbeiten auf höchstem internationalen Niveau ermögliche und sichere. Dekan Prof. Markus Knauff unterstrich die Bedeutung für das experimentelle und neurowissenschaftliche Profil des Fachbereichs und des Fachs Psychologie, das schon jetzt zu den forschungsstärksten unten den Psychologie-Instituten in Deutschland zählt (Platz 3 von 74 bundesweit Einrichtungen im DFG-Förderatlas). 

Genutzt wird der neue MRT von Arbeitsgruppen nicht nur aus dem Fachbereich, sondern auch von Wissenschaftlern aus anderen Fächern der Universität (etwa Medizin) und auch aus anderen Hochschulen, darunter die TH Mittelhessen und die Universität Marburg. Das sagte Prof. Rudolf Stark, Geschäftsführender Direktor des BION, der vor geladenen Gästen die Geschichte des von Prof. Dieter Vaitl gegründeten Bender Instituts skizzierte.

Die mit der funktionellen Kernspintomografie gewonnen Erkenntnisse dienten der Grundlagenforschung, seien aber auch anwendungsbezogen, sagte Stark. Zum Beispiel führten Einsichten in die »Dynamik emotionalen Lernens« zu einem besseren Verständnis von Angststörungen und damit zu verbesserten therapeutischen Maßnahmen. Konkret untersucht eine Arbeitsgruppe etwa die Frage, welche Hirnareale an der Planung und Ausführung von Hand- und Augenbewegungen beteiligt sind und wie sich unterschiedliche Aufmerksamkeit auswirkt. Andere Wissenschaftler wollen in Kürze nach hirnphysiologischen Hinweisen fahnden, die für die Behandlung einer Spinnenphobie interessant sein könnten. Sie prüfen unter anderem, ob Patienten besser mit einer einzelnen Spinne oder mit verschiedenen Exemplaren konfrontativ behandelt werden sollten. 

 
(Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 25.6.13)