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Neue Therapie für schwerstkranke Lungenpatienten

Gießener Forschern gelingt Behandlungserfolg – Neuer Wirkstoff kann körpereigene Enzyme repariere

Gießen (pm). Therapiedurchbruch für Patienten mit schweren Lungenerkrankungen: In der aktuellen Ausgabe des »New England Journal of Medicine« (NEJM), der weltweit bekanntesten Medizinzeitschrift, berichten Gießener Lungenforscher gleich in zwei Artikeln über einen neuen Behandlungserfolg. Erstmalig ist es gelungen, mit dem neuen Medikament Riociguat sowohl bei Patienten mit chronischen Lungenembolien als auch bei Betroffenen mit Lungenhochdruck einen positiven Therapieeffekt zu erzielen. 

Der neue Wirkstoff stellt die gestörte Funktion körpereigener Enzyme wieder her und verbessert so die Funktion der Lunge. Der neue Erfolg der Lungenforscher ist keine Ausnahme: Unter der Leitung von Prof. Ardeschir Ghofrani und Prof. Friedrich Grimminger von der Justus-Liebig Universität (JLU) hat sich über die letzten Jahre in Gießen ein Schwerpunktzentrum zur Erforschung und Behandlung von Lungenerkrankungen entwickelt, das zu den größten und produktivsten weltweit zählt. Untersucht werden unter anderem Störungen bei der Atmung und bei der Durchblutung, die zu einer verminderten Sauerstoffaufnahme führen. Dieses Phänomen findet sich bei Patienten, die unter einem Bluthochdruck in der Lunge, (Pulmonale Hypertonie) leiden. 

Bei dieser Gruppe von Erkrankungen kommt es zu einer krankhaften Engstellung der Blutgefäße in der Lunge, es fließen weniger rote Blutkörperchen an den sauerstoffreichen Lungenbläschen vorbei, Sauerstoffarmut ist die Folge. In den aktuell vorgestellten Studien zeigte Riociguat als erstes Medikament in diesem Indikationsgebiet Wirksamkeit in zwei unterschiedlichen Erkrankungsformen, der chronischen thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) sowie bei Patienten mit dem isolierten Lungenhochdruck, der sogenannten Pulmonalarteriellen Hypertonie (PAH). Darüber hinaus könnte Riociguat aber auch breitenmedizinisch relevant werden, da Studien bei Patienten mit Lungenhochdruck bei Herzinsuffizienz, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Lungenfibrose in Planung sind. Nicht zuletzt planen die Gießener Forscher, die Wirksamkeit in Tibet, Kirgistan und Südamerika auch bei Patienten zu untersuchen, die permanent in großen Höhen leben und die zu einem relevanten Anteil an Lungenhochdruck leiden. 

Aufgrund seines einzigartigen Wirkmechanismus der »intelligenten Gefäßweitstellung« führt das Medikament Riociguat insbesondere in erkrankten Gefäßen zur Wiederherstellung der Funktion. Der gesamte Weg, von der Erforschung in Grundlagenlabors bis hin zur klinischen Anwendung, wurde dabei von den Gießener Forschern koordiniert. »Es besteht berechtigte Hoffnung, dass dieser neue Therapieansatz schnell bei unseren Patienten auch außerhalb von Studien ankommt, nachdem die Amerikanische Zulassungsbehörde FDA aufgrund der überzeugenden Ergebnisse ein beschleunigtes Zulassungsverfahren eingeleitet hat«, kommentiert Ardeschir Ghofrani, Leiter beider globaler Studien. »Forschung ist immer auch internationaler Wettbewerb. Der Erfolg wird definiert durch Berichte in Top-Wissenschaftsjournalen wie dem ›New England Journal of Medicine‹.« 

 

(Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 26.07.13)