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Appell zu »Vertrauen und Verlässlichkeit«

Wolfgang Weidner ist der erste hauptamtliche Dekan des Fachbereichs Medizin an der JLU

Gießen (srs). Stürmische Zeiten hat der Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität in den vergangenen Jahren hinter sich. Und stürmische Zeiten stehen bevor – spätestens, wenn ab 2020 landesweit die Schuldenbremse greift und auch an den hessischen Hochschulen der Kampf um knappe Mittel einsetzt. Um dafür gewappnet zu sein und vor dem Hintergrund arbeitsaufwendiger Kooperationen mit dem Uni-Klinikum sowie mit der medizinischen Fakultät der Uni Marburg steht dem Gießener Fachbereich erstmals ein hauptamtlicher Dekan vor. Prof. Dr. Wolfgang Weidner bekleidet die Rolle seit 1. Oktober. Zu »Vertrauen und Verlässlichkeit« rief während eines feierlichen Empfangs Uni-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee auf – und ließ durchblicken, dass es in den vergangenen Jahren zu Differenzen mit dem medizinischen Fachbereich gekommen war.


Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), hob Mukherjee in einem Grußwort hervor, sei bundesweit der drittgrößte universitätsmedizinische Standort. »Irgendwann sollte es auch der drittstärkste Standort sein. Davon sind wir aber meilenweit entfernt.« Mukherjee erinnerte an die finanzielle Schieflage des Uni-Klinikums in den Jahren 2012 und 2013. »Die schwierige Situation ist noch nicht zu Ende«, sagte er. Das jährliche Budget des Gießener Fachbereichs Medizin liege zwischen 65 und 70 Millionen Euro. Die Finanzierung gelte es nun »auf eine verlässliche, nachhaltige Grundlage zu stellen«, forderte er.


Bedauerlich sei gleichzeitig ein Rückgang in der Einwerbung von Drittmitteln. Gießen zähle aktuell nicht mehr zu den Top 20 der Medizinstandorte. »Marburg aber schon. So schnell können sich Dinge ändern.« Es sei dringend geboten, die Kooperation mit dem Fachbereich Medizin in Marburg zu intensivieren. In deutlichen Worten wandte sich Mukherjee gegen Konkurrenzdenken zu Marburg. Noch immer stelle er »Eifersüchteleien« fest. Beide Fachbereiche müssten sich als »füreinander geborgt« verstehen.


Der Uni-Präsident ließ in seiner Rede durchblicken, dass es in der jüngeren Vergangenheit zwischen Präsidium und Dekanat auch gekracht hatte. So monierte er, dass während Verhandlungen zur Novellierung des Hochschulgesetzes die medizinischen Dekane aus Gießen, Marburg und Frankfurt gemeinsam beim Land für eine Stärkung der Dekanate zulasten des jeweiligen Uni-Präsidiums eingetreten waren. Den neuen hauptamtlichen Dekan Weidner – zuvor 22 Jahre lang Leiter der Urologischen Klinik in Gießen – bezeichnete Mukherjee als »Idealbesetzung«.


Der seit 1. Oktober amtierende, für drei Jahre gewählte Dekan sieht als Schwerpunkte seiner Arbeit die Verstärkung »exzellenter Forschung«, eine »Verbesserung der Finanzsituation« sowie die Zusammenarbeit mit Partnern wie der Uni Marburg, der Technischen Hochschule Mittelhessen und der Kerckhoff-Klinik an. Tatsächlich sei man bei der Einwerbung von Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft »zurückgefallen«, räumte Weidner ein, der zwischen 2006 und 2009 das Dekanat des Fachbereichs Medizin bereits in nebenamtlicher Funktion geleitet hatte. Allerdings habe man auch Mittel aus dem Programm LOEWE erhalten. An Präsident Mukherjee gerichtet bat der 68-jährige Urologe um Vertrauen: »Sie müssen uns das Lenkrad des Fachbereichs überlassen.«


Einen Rückgang in klinischen Studien bemängelte in einem Grußwort der Ärztliche Geschäftsführer der UKGM GmbH, Prof. Dr. Werner Seeger. »Da haben wir uns selbst aus dem Rennen genommen«, sagte er. Doch klinische Studien seien wesentlich für die Einwerbung von Drittmitteln. Komplex gestalte sich derweil die sogenannte »Trennungsrechnung« – das heißt die Verteilung der Finanzen zwischen Gießen und Marburg möglichst so, wie sie verursacht werden. »Das erweist sich in der Realität als nicht so einfach. Seit 2010 ist hier keine Einigung gelungen.« Das UKGM müsse jährlich 40 Millionen Euro an Zinsen und Abschreibungen leisten, wies Seeger auf eine finanzielle Bürde hin und äußerte die Notwendigkeit von mehr Landesmitteln. Der Fachbereich Medizin in Gießen erhalte knapp 70 Millionen Euro. »Der Fachbereich in Hannover zum Beispiel erhält trotz weniger Studenten 120 Millionen Euro pro Jahr.« Vom Land nahm am Mittwoch übrigens kein Vertreter an dem feierlichen Empfang teil.


Der scheidende Dekan Prof. Dr. Trinad Chakraborty hob hervor, der Fachbereich habe mit einer Reihe von Bauten wie dem Science Tower und dem Biomedizinischen Forschungszentrum sowie mit 30 neu berufenen Professuren in den vergangenen sechs Jahren einen enormen Wandel erfahren. Nun wolle er sich wieder mehr der Forschung im Labor – und im Besonderen seiner Familie – widmen.


Neuer Forschungsdekan ist Prof. Dr. Till Acker. Er ist Nachfolger für Prof. Dr. Reinhard Schnettler. Das Amt des Studiendekans bekleidet weiterhin Prof. Dr. Joachim Kreuder.

 

(Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 29.10.15)