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Medizinsenioren

Sodbrennen – und nun?

Gießen (if) Man hat »schwer zu schlucken«, hat einen »Kloß im Hals« oder es »stößt einem etwas auf«. Wenn der Volksmund ein gesundheitliches Problem in sein Repertoire übernimmt, ist es in der Regel weit verbreitet. Beispielsweise das Sodbrennen. In den kommenden vier, fünf Wochen beginnt seine Hochsaison. Der überstrapazierte Sphincter – der Verschluss zwischen Speiseröhre und Mageneingang – streikt. Statt im Verdauungstrakt weiter zu wandern, legt der sauere Speisebrei im Magen sozusagen den Rückwärtsgang ein. Nicht abwärts geht es, sondern aufwärts zurück in die Speiseröhre. Folge ist nicht kulinarisches Wohlbehagen, sondern Aufstoßen und ein widerlicher Geschmack im Mund. 

Auf keinen Fall zu kalt, aber auch nicht zu heiß, nicht zu scharf, nicht zu üppig, nicht zu fett und nicht zu süß sollten daher die geplanten Festmenüs sein, schärfte bei der ersten »Seniorenvorlesung« des Wintersemester Prof. Elke Roeb ihren Hörern ein. Die Leiterin des Schwerpunktes Gastroenterologie im Uniklinikum ist für die »Medizinsenioren« keine Unbekannte. Dreimal schon gastierte sie mit Themen aus ihrem Fachgebiet in der von den Professoren Hans-Joachim Oehmke und Dieter Ringleb vor über drei Jahrzehnten begründeten und nach wie vor beliebten Vorlesungsreihe. 

Diesmal ging es um die Speiseröhre, um Schluckstörungen, ihre Erkennung und Behandlung. Wie Zahlen aus USA belegen, scheinen sie namentlich bei älteren Menschen im Zunehmen begriffen. In den westlichen Industrieländern spricht man von zehn bis zwanzig Prozent Betroffener. Dagegen ist das Ulcus, das Magengeschwür, erstaunlicherweise seltener geworden. 

    

Zu viel Magensäure

 GERD heißt das Sodbrennen in der Medizinersprache – die Refluxkrankheit, die durch überschüssige Magensäure bedingt, vielfach nachts und unbemerkt auftretend, bis zur chronischen Kehlkopfenzündung führen und letztlich am Beginn einer Tumorerkrankung stehen kann. Bei einer Magenspiegelung zeigt sich die Schleimhaut, die den Ösophagus – die Speiseröhre – auskleidet, in unterschiedlichem Ausmaß geschädigt. Diese Defekte können über chronische Kehlkopfentzündungen zu Verengungen der Speiseröhre und in ungünstigen Fällen bis zu deren bösartigen Veränderungen führen. Rauchen und Übergewicht, Alkohol, scharf Gewürztes, aber auch Medikamente können dieses Risiko erhöhen. 

    

Alter ist ein Risikofaktor

Einer dieser Risikofaktor ist das Alter. Die Muskeln, die den Schluckakt bis zu 2000-mal in 24 Stunden begleiten, sind altersbedingt sozusagen »ausgeleiert«, die Speichelproduktion eingeschränkt. Man hüstelt und verschluckt sich leichter, weil beim Schluckakt der Verschluss zwischen Luftröhre und Speiseröhre nicht mehr richtig funktioniert.

Wie nun drosselt man die überschüssige Magensäure? Die Antwort ist ein Zungenbrecher: »Protonenpumpenhemmer«. Medikamente, deren Bezeichnungen mit »... prazol« enden, legen sozusagen die Säureproduktion lahm. Sie gelten zwar ihrer relativ wenigen Nebenwirkungen wegen als Standardtherapie. »Aber sie werden vielfach zu niedrig dosiert«, merkte die Magen-Darmspezialistin an.    

 

Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 30.11.13