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Medizingeschichte - wozu?

Warum beschäftigt man sich mit Medizingeschichte?

Medizin und biomedizinische Wissenschaften spielen in unserer heutigen Welt eine zentrale Rolle. Dies betrifft nicht nur den unmittelbaren Umgang mit dem menschlichen Körper, sondern auch die Sphären von Politik, Kultur und Ökonomie. Als Medizinhistoriker sind wir zunächst daran interessiert herauszufinden, auf welche Weise unser aktuelles Verständnis von Gesundheit, Krankheit, Leben und Tod entstanden ist. Insbesondere stellen wir uns die Frage, wie es zur enormen Autorität der Naturwissenschaften in allen Fragen des menschlichen Lebens gekommen ist.

Die Medizingeschichte nutzt darüber hinaus die Geschichte als Medium, um zum Nachdenken über ganz grundsätzliche Fragen zur Struktur und Zielsetzung auch aktueller medizinischer Tätigkeit anzuregen. Als Medizinhistoriker untersuchen und illustrieren wir in Lehre und Forschung, dass Theorien, Handlungsweisen und Institutionen aus der Medizin der Gegenwart, die oft als selbstverständlich, quasi naturgegeben betrachtet werden, gar nicht so selbstverständlich sind: Wie wollen wir eigentlich leben? Möglichst lange? Möglichst fit für den Augenblick? Oder einfach zufrieden? Welche Rolle spielt hierbei der Medizin? Wie wünschen sich Menschen aus anderen Zeiten und Kulturen eigentlich einen "guten Tod"? Wie verändern neue naturwissenschaftliche Kenntnisse und technische Möglichkeiten unseren Blick auf den menschlichen Körper? Welche Konsequenzen hat das für Zielsetzungen in der Medizin, auch für Ressourcenzuteilungen im Gesundheitswesen? Die Antworten auf diese Fragen sind einem kontinuierlichen Wandel unterworfen und sehr stark geprägt vom jeweiligen historischen Kontext. Auch die Antworten der aktuellen Medizin auf diese Fragen sind keineswegs endgültig, sondern vorläufig.

Durch die Beschäftigung mit diesen Fragen, und durch die Konfrontation mit der Geschichtlichkeit auch von aktuellem Wissen in der Medizin kann die Medizingeschichte zu einer systematischen Selbstreflexion in der Medizin beitragen.

Volker Roelcke, Juni 2003