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Historie

Diese Zusammenstellung hat das Ziel, die im Dezember 1961 beginnende Historie dem Betrachter nachvollziehbar und authentisch nahe zu bringen mit Hilfe belegender Dokumente. Besonders ausführlich werden darin die "Gründerjahre" (1970-1977), die "Umgestaltungsjahre" (1991-1994) und die darauf folgenden Jahre des "Internet-Booms" behandelt, weil während dieser Zeit noch heute relevante Strukturen des HRZ und der JLU entstanden sind.

Zentrale Datenverarbeitung an der JLU Gießen, Historie von Dez.1961 bis 1998

 Im Folgenden ist die Geschichte der zentralen Datenverarbeitung an der Justus-Liebig-Universität Gießen auf drei Ebenen dargestellt. Auf dieser Ebene 1 befindet sich eine Zusammenfassung, die dem Leser einen Überblick verschaffen soll. Von hier aus gelangt man in die vertiefenden Darstellungen der einzelnen Zeitabschnitte von Ebene 2, aus der heraus ausgewählte Dokumente der Ebene 3 erreichbar werden. Um das Aufsuchen von Stichworten zu ermöglichen, gibt es von wichtigen Dokumenten auszugsweise Abschriften, die in Ebene 2 kursiv geschrieben und buchstabengetreu (also auch mit Fehlern) wiedergegeben sind.


Die Geschichte der (zentralen) Datenverarbeitung an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen beginnt im Dezember 1961 mit dem Kauf einer Rechenmaschine vom Typ Z23 bei der Hersfelder Firma ZUSE KG. Im Laufe der Entwicklung gibt es für die Einrichtung "Zentrale Datenverarbeitung an der JLU Gießen" vier Namen und unterschiedliche Organisationsformen:

Elektronische Rechenanlage (ER)
(Dezember 1961 bis Mai 1970)

Die Einrichtung Elektronische Rechenanlage ist im Zeughaus (Landgraf-Philipp-Platz 2-4) untergebracht. Sie stellt für die Universität viele Jahre lang Programme und Rechenzeit der Z23 zur Verfügung. Mit der Inbetriebnahme des Großrechners CD3300 im Mai 1970 beginnt ein neues Zeitalter für die zentrale Datenverarbeitung an der JLU.

Rechenzentrum (RZ)
(Mai 1970 bis November 1972)

Rechenzentrum heißt nun die zentrale Einrichtung, die mit der Lieferung der CD3300 im Strahlenzentrum (Leihgesterner Weg 217) einen neuen Standort erhält. Die alte Anlage Z23 ist ebenfalls dort untergebracht. Sie muss bis November 1971 weiterlaufen wegen noch nicht umgestellter Programme. Auf Initiative von Prof. Dr. S. Filippi wird am 02.11.1972 das Rechenzentrum in die Organisationsform wissenschaftliches Zentrum überführt.

Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV)
(November 1972 bis Juni 1975)

Das Rechenzentrum hat nun den Namen Zentrum für Datenverarbeitung. Während seiner raschen Entwicklung werden in kurzer Zeit die wesentlichen Merkmale des heutigen Hochschulrechenzentrums geprägt. Die Organisationsform Zentrum erweist sich jedoch zunehmend als unzweckmäßig. Daher ist der JLU die Vorgabe der Landesregierung höchst willkommen, die Rechenzentren aller hessischen Hochschulen in ständige technische Betriebseinheiten umzuwandeln.

Hochschulrechenzentrum (HRZ)
(ab Juni 1975)

Am 02.06.1975 ist der Wechsel vollzogen, und das Zentrum für Datenverarbeitung verbleibt als leere Hülle ohne anerkannten wissenschaftlichen Nachlass. Die Einrichtung der neuen Form heißt nun Hochschulrechenzentrum. Nach dem Hessischen Universitätsgesetz setzt der Präsident der JLU den Direktor des HRZ ein. Er leitet verantwortlich den Rechenbetrieb und führt die laufenden Geschäfte.

  • Die hohe Zeit mit der CD3300
    (Juni 1975 bis Dezember 1976)

    Die eingesetzten HRZ-Software-Entwicklungen für die Datenverarbeitung im Dialog beschleunigen den Durchsatz von Stapelaufträgen (Jobs) an der CD3300 erheblich. Die gestiegenen Anforderungen machen längere Einschaltzeiten erforderlich. Die CD3300 wird wöchentlich von Montag 6 Uhr bis Samstag 6 Uhr dreischichtig betrieben. Der Bedarf für eine neue leistungsfähigere zentrale Rechenanlage stellt sich früher ein als erwartet.

    Im Hinblick auf eine Ersatzbeschaffung ist Ende 1976 ein weiterer Ausbau der CD3300 nicht vorgesehen. Sie muss noch solange Dienst tun, bis ein Großrechner der nächsten Generation beschafft und in Betrieb genommen ist.

  • Beschaffung eines neuen Großrechners
    (Januar 1977 bis Dezember 1978)

    Der Großrechner Cyber 174 geht am 02.11.1978 in Betrieb. Die Gründerzeit und die Jahre der CD3300 an der JLU sind damit zu Ende. Der Umzug in den Neubau und die Erweiterung des Datennetzes sind die nächsten Herausforderungen für die inzwischen 24-köpfige HRZ-Belegschaft.

  • Umzug in den Neubau, AEG-Terminalnetz
    (Januar 1979 bis Dezember 1980)

    Unter der Leitung von Falko Fock erfolgt zügig der Umzug in den Neubau. Nach seiner Erstausstattung wird die Installation des AEG-Terminalnetzes vorangetrieben und abgeschlossen. Mit der Einführung "intelligenter Dialogterminals" (hier vom Typ AEG-T52) kommt eine grundsätzlich neue Qualität und Funktion in das Terminalnetz und in die DV-Landschaft. Speicher- und Rechenkapazität vor Ort bringen dem Anwender erstmals Unabhängigkeit vom Zentralsystem verbunden mit der Möglichkeit des Austausches von Dateien mit dem Zentralrechner.

  • Zeit der Konsolidierung, AEG-Terminalnetz bremst Fortschritt
    (Januar 1981 bis Dezember 1982)

    Die in 1981 eintretende Konsolidierungsphase ist nur von kurzer Dauer. Anlässlich der 375-Jahr-Feier der JLU richtet das HRZ einen "Tag der offenen Tür" aus, auch um den bislang erreichten Stand der Öffentlichkeit zu präsentieren.

    Durch die Abhängigkeit der Software des AEG-Terminalnetzes von dem Betriebssystem des Zentralrechners muss auf AEG-Seite zeitnah nachgebessert werden, wenn neue Betriebssystemversionen auf der Cyber 174 eingesetzt werden sollen. Dazu sieht sich AEG im Jahre 1982 nicht in der Lage.

  • Ablösung des AEG-Terminalnetzes, Mikrocomputer im Kommen
    (Januar 1983 bis Dezember 1984)

    1983 wird das AEG-Terminalnetz durch ein von Zielrechnern unabhängiges Netz mit intelligenter Leitungsvermittlung abgelöst. Damit werden grundsätzlich neue Möglichkeiten eröffnet, wie der Zugang zu anderen Zielrechnern und zum Datex-P-Netz der damaligen Deutschen Bundespost.

    Die gestiegene Leistungsfähigkeit der Mikrocomputer und ihre zunehmende dezentrale Nutzung innerhalb der JLU bringen dem HRZ eine neue Aufgabe, "Mikros" in die vorhandene DV-Landschaft zu integrieren. Das Jahr 1984 geht zu Ende. Die Mikrocomputer stehen an Hessens Hochschulen kurz vor ihrem Durchbruch.

  • Erstes Computer-Investitionsprogramm in Hessen, Cyber 180-860 unter NOS und NOS/VE
    (Januar 1985 bis Dezember 1986)

    Das vom HRZ umgesetzte erste Computer-Investitionsprogramm (CIP) für Hessens Hochschulen verhilft den Mikrocomputern auch an der JLU zum Durchbruch. 1985 werden insgesamt 109 Mikros beschafft und aufgestellt - die meisten für die Lehre. Kommunikationsprogramme machen sie dialogfähig mit dem Zentralsystem, dessen nunmehr überfällige Erweiterung im Februar 1986 vollzogen wird mit fast vierfacher Leistungssteigerung.

    Im Dezember begeht das HRZ sein 25-jähriges Jubiläum. 25 Jahre Datenverarbeitung an der Justus-Liebig-Universität Gießen ist der Titel des Rückblicks, den der "Mann der Stunde Null" und langjährige Leiter Dr. J. Hammerschick zu diesem Anlass fertigt.

Damit ist ein aus kompetenter Sicht geschriebenes Dokument entstanden, das diese Geschichte der zentralen Datenverarbeitung an der Justus-Liebig-Universität Gießen bis hierhin hervorragend ergänzt und bereichert und darüber hinaus einen realistischen Ausblick vermittelt.

Die darin vorgenommenen Voraussagen und Einschätzungen für die nächsten Jahre trafen weitgehend zu und entwickelten sich real mit rasanter Geschwindigkeit. Im Mai 1987 hatte die Cyber 180-860 bereits Zugang zum Rechnernetz EARN/BITNET. Damit bekamen Netznutzer der JLU erstmals die Möglichkeit via elektronischer Post weltweit mit anderen Netzanwendern zu kommunizieren.

Über das sich einige Jahre danach durchsetzende INTERNET und dem späteren Siegeszug des zugehörigen Informationssystems World-Wide-Web wurde dem HRZ ein Feld eröffnet, dessen weltweit wirksame Innovationskraft auch die JLU erfasste und sie bis heute in Forschung, Lehre und Verwaltung modernisierte.

Verfolgen Sie nun selbst wie sich die Entwicklung der zentralen Datenverarbeitung an der JLU nach 25 Jahren im Einzelnen fortsetzt beginnend mit den ereignisreichen Jahren 1987/1988.

  • Ausbau vorhandener Bereiche, Zugang zum Rechnernetz EARN/BITNET und zu TELEX/TELETEX
    (Januar 1987 bis Dezember 1988)

    Neben dem Ausbau der Bereiche Mikrocomputer, Cyber 180-860 mit den beiden Betriebssystemen und Terminalnetz Gießen-Marburg werden zwei grundsätzlich neue Anwendungen erschlossen: Der Zugang zum weltweiten Rechnernetz EARN/BITNET und ein mit elektronischer Post erreichbarer zentraler TELEX/TELETEX-Anschluss für die JLU.

  • Personal Computer und Workstations, neue Netzwerke, weltweite elektronische Post, Computer-Viren
    (Januar 1989 bis Dezember 1990)

    Die Jahre 1989 und 1990 bringen der JLU riesige Fortschritte für die Bereiche Mikrocomputer, Großrechner, lokale und weltweite Netzwerke. Erstmalig werden am HRZ UNIX-Workstations zur Benutzung frei gegeben, die Perspektive WAP-Programme für die JLU eröffnet und alte Zöpfe (Betriebssystem NOS) abgeschnitten. Insgesamt wird damit der nach innen und außen gerichtete HRZ-Service für die JLU wesentlich verbessert.

  • Schnelle Netze, dezentrale UNIX-Rechner, X.400-Mail, Internet, Gopher, erster Supercomputer
    (Januar 1991 bis Dezember 1992)

    In den Jahren 1991 und 1992 vollzieht sich an vielen Hochschulrechenzentren Deutschlands eine Entwicklung, die durch den Ausbau leistungsfähiger Netze und die Abkehr von zentralen Allzweckrechnern hin zur Dezentralisierung und Spezialisierung von Rechenleistung gekennzeichnet ist. Auch das HRZ und die JLU müssen diesem Wandel aus wirtschaftlichen Gründen folgen.

  • Verteilte Systemkomponenten, Abschaltung der Cyber 960
    (Januar 1993 bis Dezember 1994)

    Es ist kein Zufall, dass die JLU und die Gesellschaft für Informatik (GI) im September 1993 eine Tagung Verteilte Systeme: Organisation und Betrieb ausrichten. Erkenntnisse zu diesem Thema werden zur Dezentralisierung der DV-Landschaft innerhalb der JLU dringend benötigt, um den anhaltenden und künftigen Umgestaltungsprozess sinnvoll steuern zu können.

  • Rasantes Wachstum des Systems, neuer Supercomputer
    (Januar 1995 bis Dezember 1996)

    Bedingt durch die dezentrale Struktur und die daraus erwachsenden Ansprüche der Benutzer entwickelt sich die DV-Landschaft innerhalb der JLU mit rasanter Geschwindigkeit. Die Verfügbarkeit von PCs, elektronischer Post und hoher Rechenleistung ist zunehmend gefragt. Dies führt zu anhaltenden Beschaffungen von immer leistungsfähigeren Rechnern. Der neue Supercomputer hat beispielsweise die dreifache Leistung seines Vorgängers.

  • Sicherheit in Netzen, Spam, Firewall, Freemailer
    (Januar 1997 bis Dezember 1998)

    Das System entwickelt sich zügig weiter. Neue Komponenten (wie etwa Wählanschlüsse ans Netz) kommen hinzu, überflüssige und kostspielige Systemanteile müssen weichen. So geht mit der Abschaltung der CDC-Maschine hamster eine Ära zu Ende, die 1970 mit der Inbetriebnahme des Rechners CD3300 der Control Data Corporation (CDC) begann. Diese Firma war damals führend auf dem Gebiet der für die Wissenschaft eingesetzten Großrechner.

Für die Beschreibung der weiterhin interessanten Entwicklung ab 1999 wird sich sicher zu gegebenem Anlass (Dez.2011: 50 Jahre zentrale Datenverarbeitung an der JLU) ein weiterer Autor, HRZ-Mitarbeiter und Zeitzeuge finden. Das Archiv der HRZ-News wird ihn dabei unterstützen.


Dieter Wolff / HRZ der JLU / 26.10.2007

P.S.: Persönliche Anmerkung des Autors

Bis hierhin sind 445 Monate (Dez.1961-Dez.1998) Historie der zentralen Datenverarbeitung an der JLU beschrieben. Dies zu einer Zeit, in der sich der Autor mit 445 Dienstmonaten am HRZ (Okt.1970-Okt.2007) nur noch wenige Tage vor seinem Ruhestand befindet - ein schöner und zugleich notwendiger Anlass die Aufzeichnungen zu beenden.