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Artikelaktionen

Politische Bildung (Arbeitsgruppe)

Die Arbeitsgruppe Politische Bildung freut sich über Interesse an einer Mitarbeit. Senden Sie dazu bitte eine E-Mail an die Arbeitsgruppenleitung unter Angabe Ihrer inhaltlichen Interessenschwerpunkte.

 

Mission Statement

Politische Bildung im erweiterten Sinne der civic education gewinnt ihr Profil aus allen Angeboten für politisches Lernen und Lehren und bezieht ökonomische, gesellschafts- und sozialwissenschaftliche sowie rechtliche Fragen ein. Politische Bildung wird so als transdisziplinäre Aufgabe verstanden, die schulisch und außerschulisch organisiert sein kann. Es geht mithin auch um Prozesse und Strukturen Politischer Sozialisation, in und außerhalb von Bildungsinstitutionen, sowie um Optionen und Möglichkeiten des professionellen Lernens und des Lehrens von Politik, um gesellschaftliche Teilhabe zu unterstützen und Mündigkeit zu fördern. Civic education umfasst in institutionellen Bildungsangeboten (Kindergarten, Schule, Hochschule) sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende Aspekte. In außerschulischen Kontexten sind zivilgesellschaftliche Bildungsangebote an unterschiedliche Träger (Kirchen, Gewerkschaften, freie Träger etc.) gebunden, die zwischen Dienstleistungs- und professionellem Lernangebot changieren. In allen Angeboten Politischer Bildung sind spezifische Standards (Beutelsbacher Konsens), Fach- und Methodenkenntnisse nötig.

 

Zielgruppe

Die Arbeitsgruppe wendet sich an jene Forschende und Nachwuchsforschende, die sich mit Fragen der politischen Bildung im genannten Sinn befassen. Mitglieder der Arbeitsgruppe finden hier Unterstützung und Beratung.

 

Aktuelle Veranstaltungen

05.7.2018:

PD Dr. Stefan Applis (Universität Erlangen-Nürnberg): Fragen globaler Gerechtigkeit – Eine interdisziplinäre Dateninterpretation (Workshop)

Ort und Uhrzeit: Geoatelier in der Geographiedidaktik (Raum 06), Karl-Glöckner-Str. 21G, Justus-Liebig-Universität Gießen,  14-18 Uhr

Die Grundlage des Workshops bildet das DFG-Projekt „Glokalisierte Lebenswelten: Rekonstruktion von Modi ethischen Urteilens“ aus der Geographiedidaktik (Förderzeitraum 07/2015-06/2018). Gegenstand dieser Studie ist eine Unterrichtseinheit zur Förderung der ethischen Urteilskompetenz im Rahmen globaler Herausforderungen. Das empirische Datenmaterial besteht aus der Videographie der Interventionen sowie Prä- und Post-Gruppendiskussionen, das gegenwärtig mittels dokumentarischer Methode von Seiten der Antragssteller analysiert wird.

Der Workshop besteht aus zwei Teilen: Im ersten Part wird die Zielsetzung und Konzeption der Studie im Rahmen eines Vortrags präsentiert und eine Einführung in die dokumentarische Methode gegeben (ohne jedoch Ergebnisse der vorliegenden Interpretationen darzulegen). Im zweiten Abschnitt werden ausgewählte Videosequenzen und Transkripte in interdisziplinären Kleingruppen interpretiert. Diese Interpretationen werden mittels Audiogerät aufgezeichnet. Im Nachgang des Workshops soll daraus eine gemeinsame Publikation entstehen.

Der Workshop wird unterstützt durch PD Dr. Stefan Applis (Universität Erlangen-Nürnberg), der ausgewiesener Experte sowohl im Bereich Ethik als auch im Bereich der dokumentarischen Methode ist.

20.6.2018:

Prof. Dr. Tim Engartner (Goethe-Universität Frankfurt): Pluralismus in der sozialwissenschaftlichen Bildung

Ort und Uhrzeit: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 101, 18.00 - 19.30 Uhr

Pluralismus kann im Kontext sozialwissenschaftlicher Bildung nur im Zusammenspiel der verschiedenen sozialwissenschaftlichen Teildisziplinen gewahrt werden, d. h. die Legitimität konkurrierender Ideen, alternativer methodologischer Zugänge und unterschiedlicher disziplinärer Interpretationen muss anerkannt werden. Welches aber sind die Vorzüge einer von Pluralismus geprägten sozialwissenschaftlichen Bildung? Worin liegen die Risiken monistischer Deutungsmuster? Weshalb droht der pluralistische Charakter sozialwissenschaftlicher Bildung verloren zu gehen, wenn die Trias der vormals gleichberechtigten Disziplinen Politik, Ökonomie und Soziologie innerhalb der sozialwissenschaftlichen Integrationsfächer »Politik und Wirtschaft«, »Gemeinschaftskunde«, »Sozialwissenschaften« etc. in Richtung eine Partikularfachs »Wirtschaft« verschoben wird? Und warum birgt die ausschließlich wirtschaftswissenschaftliche Fundierung ökonomischer Bildung die Gefahr von Monoperspektivität – und damit von Monismus?

Diese und benachbarte Fragen sollen hier Antworten erfahren. Denn die Prinzipien des Pluralismus zu verkennen, hieße nicht nur, die Berufsethik sozialwissenschaftlicher Bildner/innen zu missachten, sondern auch, der sozialwissenschaftlichen Theorien-, Paradigmen- und Wertevielfalt den Boden zu entziehen.

16.5.2018:

Elia Scaramuzza (Universität Mainz): Normativität als Problem und als Lösung. Zur Dialektik Politischer Bildung

Ort und Uhrzeit: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 101, 16.00 - 18.00 Uhr

Politische Bildung ist auch mit Fragen nach ihren Normen und Maßstäben verbunden. Damit verknüpft ist das Problem, dass normative Setzungen indoktrinierend wirken können und damit nicht nur dem Überwältigungsverbot des Beutelsbacher Konsens widersprechen. Dies zeigt sich beispielhaft an der gegenwärtigen Diskussion um die Kritische Politische Bildung – auch einseitig als „Heppenheimer Dissens“ bezeichnet –, in dessen Zentrum u.a. die Frage nach den normativen Voraussetzungen und Ansprüchen von Politischer Bildung steht. Der Vortrag rekonstruiert und diskutiert ausgewählte Bezugnahmen auf Normativität in der Politischen Bildung. Sichtbar werden so Bedingungen und Möglichkeiten von Normativität in einer (kritischen) Politischen Bildung.

02.5.2018:

Prof. Dr. Wolfgang Sander (Justus-Liebig-Universität Gießen): Bildung. Ein kulturelles Erbe für die Weltgesellschaft. Buchvorstellung und Diskussion

Ort und Uhrzeit: Evangelische Studierendengemeinde (ESG) Gießen, Henselstraße 7, 35390 Gießen, 19:00 Uhr

Vor mehr als 200 Jahren machte Wilhelm von Humboldt mit seiner Theorie der Bildung Furore. Ist Bildung deshalb ein aus der Mode gekommenes Relikt der deutschen Geistesgeschichte? Ganz im Gegenteil: Wolfgang Sander zeigt, dass die Idee der Bildung ein kulturelles Erbe der Menschheit ist, dessen Wurzeln weit hinter Humboldt zurückreichen, in Europa wie auch in anderen kulturellen Kontexten. Eben deshalb ist Bildung als Leitidee für Erziehung und Schule heute, in Zeiten einer sich entwickelnden Weltgesellschaft mit ihrer Vielfalt und ihren Konflikten, von größter Aktualität. Was heißt das heute, in Zeiten der Globalisierung und der Entwicklung zu einer Weltgesellschaft mit ihrer kulturellen Vielfalt, ihren Konflikten und Problemen? Kann Bildung angesichts der unterschiedlichen Kulturen und Religionen sowie der Spannungen zwischen ihnen ein verbindendes Element sein? Sander zeigt an Beispielen aus der europäischen Geschichte und aus anderen Kulturkreisen, wie dem Islam, dem Konfuzianismus und den indischen Religionen, dass die Idee der Bildung keine deutsche oder europäische Besonderheit ist. Bildung ist ein kulturelles Erbe der Menschheit. Als universales Konzept bleibt Bildung aber in einer kulturell und religiös vielfältigen Welt nur dann keine abstrakte Leerformel, wenn sie aus der Sicht des kulturell je Eigenen verstanden wird. Aus europäischer Sicht bezieht sich Sander auf die christliche Tradition, um Bildung für unsere Zeit neu zu begründen. Von dieser Perspektive aus diskutiert er, wie Bildung in Spannungen zwischen Zweckfreiheit und Nützlichkeit oder zwischen gesellschaftlicher Integration des Einzelnen und Ermutigung zur Freiheit zu verstehen ist und was es bedeuten kann, gebildet zu sein.

Die Veranstaltung findet als Kooperation der GGS-AG Politische Bildung (Justus-Liebig-Universität Gießen) und der Evangelischen Studierendengemeinde Gießen statt, unterstützt von der Thalia Universitätsbuchhandlung Gießen.

 

25.1.2018:

Kick-Off-Veranstaltung der GGS-Arbeitsgruppe Politische Bildung (Forschungskolloquium) 

Ort und Uhrzeit: Alexander-von-Humboldt-Haus, 14.00 - 19.00 Uhr

Im Rahmen dieses Forschungskolloquiums stellen die Mitglieder der Arbeitsgruppe ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte zur Diskussion. Interessierte sind herzlich willkommen und melden sich bitte vorab mit einer E-Mail an die Arbeitsgruppenleitung an.

 

Forschungskolloquium Poster

16.1.2018: 

 

 

May Jehle (Goethe-Universität Frankfurt):  Dimensionen der Bildung und Erziehung im politischen Unterricht. Fallstudien anhand von Videoaufzeichnungen aus Ost- und West-Berlin 1978-1985.

Ort und Uhrzeit: Alter Steinbacher Weg 44, Raum 102, 14.00-16.00 Uhr

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen Fallstudien aus einem Dissertationsprojekt zur Analyse und Interpretation historischer Videoaufzeichnungen aus dem Staatsbürgerkunde- und Politikunterricht in der DDR und der Bundesrepublik. Begriffliche Unterscheidungen zwischen erzieherischen Intentionen und bildenden Ansprüchen bilden dabei den heuristischen Rahmen der Analysen der jeweiligen Intentionen dieser Unterrichtsfächer sowie der dokumentierten Unterrichtspraxis. Illustriert wird dieses Vorgehen vor allem anhand von Unterrichtsausschnitten aus dem Staatsbürgerkundeunterricht der DDR, um schließlich in einem Vergleich mit Beispielen aus dem West-Berliner Politikunterricht Möglichkeiten und Grenzen der Ansprüche an politischen Unterricht zu diskutieren.