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Artikelaktionen

Soziale Ungleichheit und Geschlecht

Mission Statement

Soziale Ungleichheit, bezogen auf Geschlecht, soziale Herkunft, Ethnizität, Religion, Behinderung, Alter, sexuelle Identität u.a., beschreibt ein zentrales Problemfeld moderner demokratischer Gesellschaften. Trotz des Gleichheitsversprechens, das in der Französischen Revolution gegeben und seitdem immer wieder emphatisch bekräftigt wurde, sind moderne Gesellschaften durch eine sich stets (aktuell nachweislich) auch verstärkende Reproduktion sozialer Ungleichheit gekennzeichnet. Nach Einkommen, Bildungsstand, Herkunftsmilieus, nach ökonomischem, sozialem und kulturellem Kapital, sind die Partizipationschancen ungerecht verteilt. Pädagogische, politische, juristische und ökonomische Strategien sollten in Demokratien maßgeblich zur Reduzierung von Ungleichheiten beitragen; Konzepte der Heterogenität sind in den vergangenen Jahren dafür prominent geworden.

Gerade das Geschlechterverhältnis ist ein besonders aussagekräftiges Beispiel für eine zentrale Ungleichheitsdimension, die bis heute in den Tiefenstrukturen moderner Gesellschaften verankert ist, an der Oberfläche jedoch seltener als (noch) relevant wahrgenommen wird. Am Themenfeld Gender wird deutlich, wie subtil und für die Subjekte selbst meist nicht unmittelbar erkennbar Ungleichheit produziert und aufrechterhalten wird. Dennoch haben in jüngster Zeit auch sexistische und Gender-Studies-kritische Diskurse (wieder) stark zugenommen, wodurch Geschlechterungleichheiten heute schärfer als noch vor wenigen Jahren hervortreten. Fast scheint es so, als wären die subtilen Ungleichheiten gegenüber den offenen auf dem Rückzug. Gleichzeitig verschränkt sich die Dimension Geschlecht systematisch mit anderen Ungleichheitsdimensionen. Das Konzept der Intersektionalität ist eine der möglichen konzeptionellen Antworten zur Erfassung dieser komplexen (sich gegenseitig relativierenden und/oder verstärkenden) Zusammenhänge.

 

Aktuelle Veranstaltungen

 

1. November 2017,
18 Uhr

VORTRAG "Herstellung von Demokratie auch für Frauen“ - Helge Pross zum 90. Geburtstag"

 

Am 14. Juli 1927 wird Helge Agnes Nyssen in Düsseldorf geboren. Sie stirbt mit nur 57 Jahren im Oktober 1984. Nach Assistenzzeit und Habilitation in Frankfurt am Main wird Pross 1965 Professorin für Soziologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen; hier entstehen einige der großen empirischen Studien (zu den Bildungschancen von Mädchen, der Erfahrung mit dem § 218, der Lebensrealität von „Hausfrauen“). Pross´ höchst erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit, die auch medial große Resonanz findet, erzeugt an der JLU allerdings fast unerträgliche Arbeitsbedingungen; dankbar wechselt Pross deshalb 1976 auf eine Soziologie-Professur an der noch jungen Gesamthochschule Siegen, an der Pross bis zu ihrem frühen Tod forscht und lehrt.

Trotz ihrer Herkunft aus der Kritischen Theorie reüssiert Pross vor allem als Empirikerin, die sich intensiv den damals noch kaum erkundeten Lebensrealitäten von Frauen widmet. Zu den bis heute anhaltenden Kämpfen um das Verhältnis von Wissenschaft und Politik in den gesellschaftskritischen Sozialwissenschaften im Allgemeinen und den Gender Studies im Besonderen hat Pross uns einiges zu sagen: Obgleich sie eine ihrer Aufgaben darin sieht, den Schwachen eine wissenschaftliche Stimme zu geben, wendet sich Pross entschieden gegen die Aufhebung der Trennung zwischen Wissenschaft als Beruf und Politik als Beruf.

 

Barbara Holland-Cunz, Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Geschlecht, berichtet von ihrer noch laufenden Forschungsarbeit über Leben und Werk einer der Begründerinnen der deutschsprachigen Gender Studies.


27. Oktober 2017,

16-19 Uhr

WORKSHOP

Am 27. Oktober 2017 (16-19 Uhr) findet in Kooperation mit der GGS-Sektion "Soziale Ungleichheit und Geschlecht" ein Workshop zum Thema "Ökonomisierung der Wissenschaft" statt. Der Workshop startet mit einem Vortrag von Dr. Kristina Binner (JKU Linz) und Dr. Lena Weber (Uni Paderborn) und schließt mit einem Worldcafé um die Themen zu vertiefen. Es ist keine Anmeldung nötig!

 

Unternehmerische Universitäten im Wohlfahrtsstaat: Wissenschaftliche Arbeiten, prekäre Beschäftigung und Geschlechterungleichheit. Fallbeispiele aus Deutschland und Europa
Seit einigen Jahren wird der Wissenschafts- und Hochschulbereich in Deutschland, wie auch in anderen europäischen Ländern, reformiert. Dieser Prozess ist angelehnt an den internationalen Restrukturierungsprozess des öffentlichen Sektors entlang der Leitlinien des New Public Management (NPM), der seit den 1980er Jahren angestoßen wurde. Bezogen auf die Wissenschaft zeigt sich dieser Prozess der Ökonomisierung beispielsweise in einer Absenkung der Grundfinanzierung von Universitäten und in der Einführung von Exzellenzwettbewerben, in deren Rahmen Gelder leistungs- und konkurrenzorientiert vergeben werden. Die Entwicklung zu einer sogenannten „unternehmerischen Hochschule“ ist insbesondere für den wissenschaftlichen Mittelbau, je nach Land, mit einer verstärkten oder gerade einsetzenden Prekarisierung der Beschäftigungssituation verbunden. In unserem Beitrag möchten wir diese gegenwärtigen Veränderungen im Wissenschafts- und Hochschulsystem analysieren. Wie werden die Arbeits- und Karrieremuster durch den Umbau der Universitäten verändert? Welche Auswirkungen können wir auf Geschlechterungleichheiten feststellen? Dabei werfen wir einen Blick über den deutschen Tellerrand hinaus und betrachten auch Einzelfälle wissenschaftlicher Karriereverläufe in England und Österreich.


Der Flyer zur Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden.


 

LEKTÜREKREIS

Wenn ihr mitlesen und -diskutieren möchtet oder euch den Lektürekreis einfach mal anschauen möchtet, seid ihr sehr herzlich willkommen. Bitte wendet euch doch kurz per Mail an , wenn ihr dabei sein möchtet. 

 

Derzeit lesen wir: 

* Silke van Dyk/Tilman Reitz (2017): „Projektförmige Polis und akademische Prekarität im universitären Feudalsystem“, in: Soziologie, 46(1), S. 62-73.

* Heather Fraser/Nik Taylor (2016): „The University Goes to Market: The Infiltration of Neoliberalism“ und „Looking Ahead, Strategies for Resistance and Change“, in: dies. (Hrsg.): Neoliberalization, Universites and the Public Intellectual. Species, Gender and Class and the Production of Knowledge. London: Palgrave, S. 1-21 und 109-131.

 

 

SEKTIONSTREFFEN

Alle Interessierten sind herzlich zu unseren Treffen eingeladen! Wenn Sie teilnehmen möchten und noch kein Sektionsmitglied sind oder Fragen zur Sektionsarbeit haben, wenden Sie sich bitte an Herrn Dominik Wagner.