Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Artikelaktionen

Vorträge

Hier erhalten Sie eine Übersicht über die Vortragsthemen.

V1 - Prof. Dr. Julia Kosinár - Professionalisierungstypen und Lehrerhabitus: Präzisierung aktueller Entwicklungsaufgaben für die Lehrer(aus)bildung

Wann 25.09.2018
von 16:45 bis 18:00
Wo Gießen, Philosophikum I
Name Prof. Dr. Julia Kosinár
Termin übernehmen vCal
iCal

Wie professionalisieren sich (angehende) Lehrpersonen? Worin unterscheiden sich Entwicklungsverläufe und welche Schlussfolgerungen ergeben sich hieraus für die Lehrkräftebildung? In den Bildungswissenschaften, in Hochschulen und Ausbildungsinstitutionen der Zweiten Phase sind dies in den letzten Jahren vermehrt diskutierte Fragen. Die Referentin nähert sich diesen über eine berufsbiografische Prozesstheorie an, die im Entwicklungsaufgabenkonzept (Keller-Schneider & Hericks 2011) und in der Theorie des Erfahrungslernens (Combe 2015) wurzelt und in einem Professionalisierungsmodell (Kosinár 2014) konkretisiert wird.

Aus empirischer Sicht ermöglichen v. a. fallbasierte, im Längsschnitt angelegte Studien, Zusammenhänge zwischen den Voraussetzungen des Individuums, Kontextfaktoren und Prozessverläufen herauszuarbeiten. Die rekonstruktive Professionalisierungsforschung bietet hier bereits einige wegweisende Befunde an. Im Vortrag stellt Julia Kosinár ihre Typologien aus Studien mit deutschen Referendarinnen und Referendaren sowie Schweizer Studierenden vor und bezieht diese auf verschiedene Kategorien wie: Zusammenarbeit mit der Praxislehrperson, den Umgang mit Ungewissheit(en), mit der Bewertungssituation im Vorbereitungsdienst oder in der Arbeitsbündnisgestaltung mit Schülerinnen und Schülern. Fallbeispiele verdeutlichen, dass das Einlassen auf berufliche Anforderungen der Ausgangspunkt von Entwicklung ist und dass bestimmte Orientierungen einen professionellen Habitus (Helsper 2018) verhindern. Hieraus ergeben sich Konsequenzen auf konzeptueller und lehrerbildnerischer Ebene, die an ausgewählten Beispielen skizziert werden.


Zur Person

Prof. Dr. Julia Kosinár, Professorin für Professionsentwicklung an der FH Nordwestschweiz

URL: https://www.fhnw.ch/de/personen/julia-kosinar


V2 - Prof. Dr. Fabian Dietrich - Professionalisierung durch Krisenbearbeitung

Wann 26.09.2018
von 09:00 bis 10:30
Wo Gießen, Philosophikum I
Name Prof. Dr. Fabian Dietrich
Termin übernehmen vCal
iCal

Der Einstieg in den Lehrerberuf scheint durch zumindest vorübergehende, z. T. tiefgreifende Verunsicherungen angehender Lehrerinnen und Lehrer geprägt zu sein. Darauf verweisen tradierte Klagen über kritikwürdige Ausbildungsbedingungen, ungerechte oder willkürliche Bewertungen, zu hohe Anforderungen und zeitliche Überlastungen genauso wie die rückblickende Kritik über eine mangelhafte, weil zu theoretische Vorbereitung auf den Einstieg in die Handlungspraxis im Rahmen der ersten Ausbildungsphase.

Diese Kritik an der Institutionalisierung der Ausbildung wird im Vortrag zunächst als Ausdrucksgestalt einer spezifischen Krisenhaftigkeit gedeutet, die sich im in der zweiten Ausbildungsphase verorteten handelnden Einstieg in den Lehrerberuf begründet. Diese Krisenhaftigkeit wird als strukturell unhintergehbar, also auch nicht organisational etwa durch bessere Ausbildungsbedingungen vermeidbar und – mit Blick auf das Ziel einer nachhaltigen Lehrerbildung – als notwendig gedeutet.

Auf der Basis eines dieser Überlegung zugrundeliegenden „entdramatisierten Krisenbegriffs“ (Hericks 2006, S. 79ff.) werden Formen und Möglichkeitsräume einer Thematisierung und Bearbeitung diskutiert, mithilfe derer diese Krisenhaftigkeit im Sinne einer nachhaltigen Professionalisierung produktiv gewendet werden könnte.


Zur Person

Prof. Dr. Fabian Dietrich, Professur für Erziehungswissenschaft im Schwerpunkt Bildungssystementwicklung und Bildungspolitik, Ruhr-Universität Bochum

URL: http://ife.rub.de/institut/personen/node/1215


 

 

V3 - Dr. Julia Weber - "Nachhaltigkeit durch Motivation stärken". Selbstmanagement mit dem Zürcher Ressourcen Modell

Wann 26.09.2018
von 10:45 bis 12:15
Wo Gießen, Philosophikum I
Name Dr. Julia Weber
Termin übernehmen vCal
iCal

Motivation ist eine entscheidende Komponente für die nachhaltige Umsetzung von Vorhaben. Der Vortrag gibt eine Einführung in die aktuellen Forschung in der Motivationspsychologie anhand der neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnisse zum menschlichen Lernen und Handeln. Eine wichtige Basis bilden hierbei die Erkenntnisse und Befunde der Zwei-System-Theorien - die Unterscheidung eines expliziten und impliziten Systems. Eine weitere Basis und Theorie des Vortrags bildet das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM), welches vor über 25 Jahren am Pädagogischen Institut der Universität Zürich entwickelt wurde. Ein wichtiger Bestandteil des ZRM bildet ein neu entwickelter Zieltyp, die sogenannten Motto-Ziele. Bei den Motto-Zielen handelt es sich um einen Zieltyp, der auf der Haltungsebene gebildet wird und u. a. Motivation, Zielbindung und Selbstwirksamkeit erhöht. Motto-Ziele können im Sinne des Selbstmanagements zu allen Themen des menschlichen Lebens gebildet werden und auch für die Entwicklung einer pädagogischen Haltung und deren Nachhaltigkeit ein wichtiges Fundament darstellen.  


Zur Person

Dr. Julia Weber, Dr. in Psychologie und Diplompädagogin, zertifizierte ZRM-Trainerin, ZRM-Ausbildungstrainerin, Autorin und Geschäftsführerin am Institut für Selbstmanagement und Motivation Zürich ISMZ. 

 

 

V4 - Prof. Dr. Peter Euler - Zur Notwendigkeit dezidiert pädagogischer Theorie für die Praxis der Lehrkräfte in Zeiten überbordender und die pädagogische Arbeit gefährdender Aufgabenzuschreibungen

Wann 28.09.2018
von 09:40 bis 11:10
Wo Gießen, Philosophikum I
Name Prof. Dr. Peter Euler
Termin übernehmen vCal
iCal

Die ausufernden Aufgabenzuschreibungen an die Schule respektive an die Lehrkräfte - angesichts politisch und gesellschaftlich ungelöster Probleme - gefährden die Substanz pädagogischer Arbeit, wo sie sie nicht schon unterminieren. Diese Tendenz wird verstärkt durch sogenannte Bildungsreformen, die immer weniger pädagogisch ausgerichtet sind, sondern auf Theorien basieren, die effiziente und steigende Kompetenzentwicklung zu versprechen scheinen.

In diesen Kontext gehört auch die überall aufkeimende Regression des Lehrberufs zum Coach, verstärkt auch im Kontext einer als unumgänglich und fortschrittlich deklarierten durchgreifenden, aber problemblinden Digitalisierungseuphorie.

Für eine angemessene und verantwortliche Ausbildung zum Lehrberuf ist daher die Re-Orientierung auf die substanziellen pädagogischen Aufgaben erforderlich. Die allerdings gilt es durch kritische und selbstkritische Bearbeitung mit den offensichtlich(en) auch selbstgemachten Problemen der Schulpraxis zu konfrontieren. Die Kritik an falschen Reformen ist kein Argument gegen eine überfällige kritische Re-Vision der Schule.

Von größter Bedeutung einer pädagogischen Re-Orientierung von Bildung und einer entsprechenden Ausbildung der Lehrkräfte ist dabei die sogenannte Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Sie verlangt, die reale „nicht-nachhaltige Entwicklung“, die zu existenzgefährdenden globalen Krisen führt, zu erkennen und entsprechend ins Zentrum pädagogischer Bildungsarbeit zu stellen.


Zur Person

Prof. Dr. Peter Euler, Professor für Allgemeine Pädagogik mit dem Schwerpunkt der Pädagogik der Natur- und Umweltwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt