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GOL-Tagung: Reflexivität in der Lehrerbildung

Rund 200 Expertinnen und Experten tauschen sich bei Konferenz der Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL) aus

PM Nr. 63 • 10. April 2019


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Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Corinne Wyss (Pädagogische Hochschule Zürich) bei der Tagung der Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL) zum Thema Reflexivität in der Lehrerbildung. Foto: Malte Werner
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Die Lehrerbildung hat einen besonderen Stellenwert an der Universität Gießen. Foto: Malte Werner
Der gesellschaftliche und kulturelle Wandel stellt an Lehrkräfte immer wieder neue berufliche Anforderungen. Um diesen Anforderungen in der Interaktion mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, dem Kollegium sowie anderen professionellen Akteuren gerecht zu werden, ist es notwendig, dass eine Lehrkraft ihr eigenes Denken und Handeln kritisch-analytisch hinterfragt und weiterentwickelt. Diese sogenannte Reflexivität steht nicht nur im Mittelpunkt des Professionalisierungskonzepts der Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL). Sie war auch Kernthema der von der GOL vom 8. bis zum 9. April 2019 an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) durchgeführten Tagung „Reflexivität in allen Phasen der Lehrerbildung – theoretische und empirische Zugänge“.

Mit der Konferenz hatte die GOL zum Austausch darüber eingeladen, wie die Entwicklung von Reflexivität über alle Phasen der Lehrerbildung hinweg gefördert werden kann. Dabei setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwei Tage lang in verschiedenen Formaten kritisch und konstruktiv mit dem Kernkonzept der Reflexivität auseinander.

Nachdem GOL-Sprecher Prof. Dr. Ludwig Stecher die Tagung eröffnet hatte, verwies Prof. Dr. Ingrid Miethe, Dekanin des Fachbereichs 03 – Sozial- und Kulturwissenschaften, in ihrem Grußwort auf den hohen Stellenwert der Lehrerbildung an der JLU: Knapp ein Viertel aller Studierenden ist in einem Lehramtsstudium eingeschrieben. Sie unterstrich dabei auch den Beitrag, den die GOL für die hohe Qualität des Lehramtsstudiums leistet. Andreas Lenz, Präsident der Hessischen Lehrkäfteakademie, wies in seinem Grußwort auf die Erfolge der hessischen Lehrerbildung hin. Er betonte, dass eine gute Lehrerbildung eine Daueraufgabe sei, die ein stetes Bemühen und eine stete Kooperation aller beteiligten Akteure der verschiedenen Lehrerbildungsphasen erfordere. Dies hob auch Marie Reinhardt hervor, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Geschäftsführerin des Zentrums für Lehrerbildung (ZfL) der JLU begrüßte.

Prof. Dr. Corinne Wyss von der Pädagogischen Hochschule Zürich stellte in ihrem Eröffnungsvortrag Möglichkeiten und Grenzen der Förderung von Reflexionsprozessen in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen anhand von empirischen Ergebnissen vor und zeigte, wie sich die Reflexionspraxis von angehenden Lehrpersonen gestalten lässt. Prof. Dr. Thomas Häcker von der Universität Rostock bezog sich in einer weiteren Keynote auf die Frage, „wie es gelingen kann, dem Paradigma des ‚reflexiven Praktikers‘ gegenüber eine pragmatisch-realistische Haltung einzunehmen, die sich zwischen Mystifizierung einerseits und Trivialisierung von Reflexivität andererseits positioniert.“

Die Konferenz versammelte in rund 80 Vorträgen, Symposien und Workshops sowohl theoretisch-konzeptionelle als auch empirische Beiträge, die sich entweder auf einzelne Phasen der Lehrerbildung bezogen oder phasenübergreifend angelegt waren. Ein Abstractband, der alle Beiträge umfasst, ist über die Projekt-Homepage verfügbar.

Die Gießener Offensive Lehrerbildung ist ein Strukturentwicklungsprojekt der Justus-Liebig- Universität Gießen, das der Sicherung und Entwicklung der Qualität der Lehrerbildung dient und im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aufgelegten Förderlinie „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von 2016 bis 2023 mit rund elf Millionen Euro unterstützt wird.

 




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