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Artikelaktionen

Workshops

Die Workshops finden am Montag, den 08.04.2019, von 16.30 - 18.00 Uhr statt.

W1: Reflexion von Lernergebnissen als Qualitätskriterien für institutionelle Bildung

Wann 08.04.2019
von 16:30 bis 18:00
Wo Wird noch bekannt gegeben
Name Prof. Dr. Edith Braun
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Edith Braun, Katharina Nesseler, Steffen Brand (alle JLU Gießen)

Lernergebnisse werden zunehmend als Qualitätskriterium für institutionelles Lernen verstanden, und zwar sowohl in der Schule als auch in der Hochschule. Die Bedeutung, Lernergebnisse über die Lebensspanne hinweg zu betrachten und über verschiedene Bildungssysteme zu verknüpfen, wird unter anderem durch den Europäischen Qualifikationsrahmen für Lebenslanges Lernen unterstrichen. Dort wird die Förderung von fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Kompetenzen in allen Bildungsphasen festgeschrieben.

Dieser Workshop hat das Ziel Anlässe zu geben über die eigene Lehrtätigkeit zu reflektieren. Die Teilnehmenden werden eingeladen, nach einer Einführung zu theoretischen und empirischen Forschungsergebnissen, in kurzen Übungen über die eigene Lehre zu reflektieren und die eigene Erfahrung mit Forschungsergebnissen zu vergleichen. So wird die Möglichkeit zur reflexiven Auseinandersetzung mit kompetenzorientierter Lehre gegeben, und mögliche Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Bildungssystemen (Universität, Schule) diskutiert.
Der Workshop richtet sich an Lehrer*innen, Lehrende aus allen Bildungsstufen (Primar- bis tertiäre, quartäre Bildung), sowie Personen aus der Bildungsadministration.

Literatur

Europäisches Parlament (2008): Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR). Online abrufbar unter: https://ec.europa.eu/ploteus/sites/eac-eqf/files/leaflet_de.pdf. 

W2: "Wer bin ich und wenn ja wie viele?" Rollenklärung von Mentor*innen durch Reflexion initiieren

Wann 08.04.2019
von 16:30 bis 18:00
Wo Wird noch bekannt gegeben
Name Stephanie Brombach
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Stephanie Brombach, Kirsten Greiten (beide JLU Gießen), N. N.

Mentor*innen spielen eine zentrale Rolle in der Lehrerbildung. In der ersten und zweiten Phase begleiten sie die Studierenden in den schulpraktischen Studien und Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV) als Expert*innen vor Ort in der Schule und begleiten den Prozess zur Klärung der neuen Rolle als Lehrkraft (vgl. Oettler 2009).
Die vierteilige Veranstaltungsreihe "Mentor*innen qualifizieren" der Gießener Offensive für Lehrerbildung hat das Ziel, durch geschaffene Reflexionsanlässe Mentor*innen in ihrer Rolle als Unterstützer*in (vgl. Hennissen et al. 2008) zu stärken. Dies ist nur möglich, wenn sich die Mentor*innen ihren Aufgaben bewusst sind und ihr eigenes Handeln als Lehrkraft allgemein und als Mentor*in speziell kritisch hinterfragen.
Im Workshop soll der Reflexionsprozess der Mentor*innen bezüglich ihrer Rolle vorgestellt und diskutiert werden. Hierbei liegt der besondere Fokus auf der Arbeit mit "Rollenkarten", die als wiederkehrendes Element, den Reflexionsprozess der Mentor*innen bezüglich ihrer Rolle anregen sollen. Im Workshop wird die Arbeit mit den Rollenkarten als Übung eingesetzt.
Mentor*innen, eine universitäre Praktikumsbeauftragte und die Leiterin der Veranstaltungsreihe gestalten den Workshop, sodass verschiedene Erfahrungen sowohl vom Rollenverständnis allgemein und aus der Arbeit mit den Karten speziell diskutiert werden können.

Literatur

Hennissen, Paul; Crasborn, Frank; Brouwer, Niels; Korthagen, Fred; Bergen, Theo (2008): Mapping mentor teachers' roles in mentoring dialogues. In: Educational Research Review 3, S. 168 -186.
Oettler, Jörg (2009): Rolle und Selbstverständnis der Mentoren in den Schulpraktischen Studien. Entwicklung einer Qualifikationsmaßnahme zur wissenschaftlichen Begleitung von Lehramtsstudenten. Zugl.: Leipzig, Univ., Diss., 2009. Norderstedt: Books on Demand.

W3: AUSGEBUCHT! Förderung von Reflexivität in der Studieneingangsphase. Anregungen für hochschuldidaktische Praxis

Wann 08.04.2019
von 16:30 bis 18:00
Wo Wird noch bekannt gegeben
Name Mandy Geisler
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Mandy Geisler (JLU Gießen), Marina Böhner-Walber (Universität Bielefeld), Jantje Witt (Universität Bielefeld)

Reflexivität ist ein zentrales Element für universitäre Bildungsprozesse, da zu vermittelndes Theoriewissen an vorhandene subjektive Theorien und Überzeugungen der Studierenden rückgekoppelt und darüber hinaus mit der antizipierten Praxisrelevanz verknüpft werden muss. Dies ist für alle pädagogischen Studiengänge gleichermaßen eine zentrale Herausforderung und ein wesentlicher Aspekt bei der Entwicklung pädagogischer Professionalität. Daher wird Reflexionskompetenz immer wieder von Studierenden gefordert, so z.B. in Hausarbeiten, Praxisberichten, Portfolios etc. Was genau unter Reflexion verstanden wird und wie die Qualität dieser gemessen wird, bleibt oftmals diffus und ist auch im Ergebnis zumeist unbefriedigend.
Im Workshop werden wir uns zunächst einer Klärung des Reflexionsbegriffs widmen und unsere unterschiedlichen methodischen Zugänge exemplarisch vorstellen. Anschließend werden wir mit dem Auditorium (selbst-)kritisch der Frage nachgehen: "Ist Reflexion lehrbar?" Im Workshop werden hochschuldidaktische Ansätze an zwei Hochschulstandorten (Bielefeld und Gießen) vorgestellt, welche zum Ziel haben, die Reflexionskompetenz von Studierenden aus pädagogischen Studienfächern (auch Lehramtsstudierende) in der ersten Studienphase aktiv zu fördern. Hierfür wird nicht nur auf methodische Zugänge fokussiert, sondern auch auf positive Einstellungen der Studierende für reflexive Prozesse. Durch den Vergleich der unterschiedlichen Erfahrungen, möchten wir im Workshop gemeinsam die Gelingensbedingungen und Widerstände herausarbeiten, wenn es darum geht, Studierende in der Studieneingangsphase aktiv an die Bedeutung von Reflexionskompetenz heranzuführen.

Literatur

Helsper, W. (2002). Wissen, Können, Nicht-Wissen-Können: Wissensformen des Lehrers und Konsequenzen für die Lehrerbildung. In G. Breidenstein, W. Helsper & C. Kötter-König (Hg.), Die Zukunft der Lehrerbildung. Eine Streitschrift. (S. 67-86). Opladen: Leske und Budrich.
Hericks, U. (2006): Professionalisierung als Entwicklungsaufgabe. Rekonstruktionen zur Berufseingangsphase von Lehrerinnen und Lehrern. Wiesbaden: Springer Verlag
Koller, H.-C. (2014). Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft. 7., Auflage. Stuttgart.
Kruse, Otto (2017). Kritisches Denken und argumentieren. Eine Einführung für Studierende. Verlag Huter & Roth: Konstanz.
Leonhard, T., Nagel, N., Rihm, T. , Strittmatter-Haubold, V., Wengert-Richter, P. (2010). Zur Entwicklung von Reflexionskompetenz bei Lehramtsstudierenden. In: Gehrmann, A., Hericks, U., Lüders, M. (Hg.), Bildungsstandards und Kompetenzmodelle. Beiträge zu einer aktuellen Diskussion über Schule, Lehrerbildung und Unterricht. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Maschke, S. (2013). Habitus unter Spannung - Bildungsmomente im Übergang. Beltz Juventa Verlag: Weinheim, Basel.

W4: AUSGEBUCHT! Materialerstellung für Hochschullehre & Lehrerfortbildung zur reflexiven Professionalisierung

Wann 08.04.2019
von 16:30 bis 18:00
Wo Wird noch bekannt gegeben
Name Martin Heinrich
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Martin Heinrich (Wissenschaftliche Einrichtung Oberstufen-Kolleg (Versuchsschule des Landes NRW)), Wolfgang Vogelsaenger (Schulleiter a.D.), Frank Holzamer (Hessische Lehrkräfteakademie), Volker Schwier (Universität Bielefeld), Lilian Streblow (Universität Bielefeld), Julia Schweitzer (Universität Bielefeld), Nicole Valdorf (Universität Bielefeld)

Didaktische Materialien für die Schule sind spätestens seit dem Orbis sensualium pictus des Comenius (1698) mit der aufwändigen Bildgestaltung Bestandteil der Schulbuchforschung (Matthes & Schütze 2016). Demgegenüber sind systematische Reflexionen über Materialien der Hochschullehre und der Lehrerfortbildung rar und werden erst langsam auch empirisch in den Blick genommen (Heinrich 2018). Hierbei zeigen sich besondere, bislang selten reflektierte erwachsenendidaktische Herausforderungen (Demmer et al. 2017). Dies scheint umso bemerkenswerter als man auch bei Lehrerfortbildner*innen und Hochschullehrer*innen vom Expertenstatus ausgehen müsste (Bromme 1992), aber die eigene (Hochschul-)Didaktik im Diskurs selten thematisiert wird. Es bleibt unklar, ob es sich hier um schwerlich verbalisierbares Professionswissen (Neuweg 2015) oder um weitgehende Unreflektiertheit handelt. 

Im Rahmen der gemeinsamen Qualitätsoffensive Lehrerbildung von Bund und Ländern (QLB) sind Universitätsstandorte dazu aufgefordert, die Ergebnisse ihrer Forschungs- und Entwicklungsprojekte (FuE-Projekte) zur Lehrer(fort-)bildung zu dokumentieren und die didaktischen Prämissen zu explizieren.
Im Bielefelder QLB-Projekt Biprofessional (FKZ 01JA1608) sollen Materialien in der open-access-Fachzeitschrift „Herausforderung Lehrer_innenbildung“ und in einem Portal zur Lehrerbildung (PortaBLe) als Open-Educational-Ressources in „Materialwerkstätten“ erarbeitet, reflektiert und anschließend verfügbar gemacht werden. Die Gestaltung der Materialwerkstätten erwies sich als anspruchsvolle Aufgabe. Im Workshop möchten wir Beispiele und den Stand der konzeptionellen Überlegungen vorstellen (Heinrich & Streblow 2018) und aus unterschiedlichen Perspektiven (Schulleitung, Lehrerfortbildung, Lehrer im Hochschuldienst) kommentieren. Die Einschätzungen der Workshop-Teilnehmenden aufgreifend soll dabei die reflexiv-professionalisierende Zusammenarbeit materialbezogen, exemplarisch und gemeinsam erprobt werden.

Literatur

Comenius, Johann Amos (1698 [1658]): Orbis sensualium pictus: Hoc est: Omnium fundamentalium in mondo rerum, & in vitâ actionum, Pictura & Nomenclatura. - Editio auctior et emendatior, cum Titulorum juxtà atq[ue] Vocabulorum Indice. Noribergae: Endter. [https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/comenius1698]
Bromme, R. (1992). Der Lehrer als Experte. Zur Psychologie des professionellen Wissens. Bern u.a.: Huber.
Demmer, C., Heinrich, M. & Lübeck, A. (2017). Rollenklärung als zentrale Professionalisierungsherausforderung im Berufsfeld Schule angesichts von Inklusion. Zur gegenstandsorientierten Konzeption einer Lehrerfortbildung am Beispiel von Schulbegleitungen. DDS - Die Deutsche Schule, 109(1), 28-42.
Heinrich, M. (2018). Voll von der Rolle? Lehrer(fort-)bildung für die professionelle Rollenfindung. HLZ - Zeitschrift der GEW-Hessen für Erziehung, Bildung und Forschung. 71(7/8), 10-11.
Heinrich, M. & Streblow, L. (2018): Diskurspraktische und hochschuldidaktische Überlegungen zur Konzeption der Materialwerkstätten für PortaBLe - eine Handreichung. Unveröffentlichtes Manuskript: Univ. Bielefeld, Stand 30.08.2018.
Herausforderung Lehrer_innenbildung. Zeitschrift für Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ) (2018 f.). Open access unter: http://www.herausforderung-lehrerinnenbildung.de
Matthes, E. & Schütze, S. (Hrsg.) (2016): Schulbücher auf dem Prüfstand. Textbooks under Scrutiny. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Neuweg, G.-H. (2015). Das Schweigen der Könner. Gesammelte Schriften zum impliziten Wissen. Münster: Waxmann.

W5: Aktionsforschung - Herangehensweisen zur Erforschung des eigenen Unterrichts

Wann 08.04.2019
von 16:30 bis 18:00
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Name Katharina Hombach
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Katharina Hombach (JLU Gießen), Bianka Kaufmann (JLU Gießen), Tatjana Moor-Freber (Kurt Schumacher Schule Karben), Susanne Nissen (Berufliche Schulen Biedenkopf)

Aktionsforschung bzw. Lehrerforschung bezeichnet eine Forschungsweise, in der Lehrkräfte eigene aktuelle berufliche Situationen systematisch untersuchen, mit dem Ziel diese zu verbessern (vgl. Altrichter & Feindt, 2004; McKernan, 1988; Elliott, 1981). Dabei nimmt die Reflexion einen hohen Stellenwert ein, da sich Phasen der Aktion und Reflexion im Aktionsforschungsprozess alternierend abwechseln (vgl. Altrichter & Feindt 2004). Aktionsforschung unterstützt somit den Erwerb einer Kompetenz zur „Forschung im Kontext der Praxis“, die einen „reflektierenden Praktiker“ (Schön, 1983) auszeichnet (vgl. Altrichter et al., 2010).
Unter einer Schulentwicklungsperspektive kann Aktionsforschung mit Lehrkräften als Bottom-Up-Ansatz zur Schul- und Unterrichtsentwicklung verstanden werden, da sie Lehrkräfte als Betroffene zu Beteiligten macht (vgl. Altrichter & Posch, 2007). Indem die Lehrkräfte eine für sie bedeutsame Fragestellung aus der eigenen Schulpraxis bearbeiten wird eine Akzeptanz der Forschung und Forschungsergebnisse durch unmittelbaren Praxisbezug und Anwendbarkeit hergestellt.
Der Workshop wird von Wissenschaftler*innen und Lehrkräfte gemeinsam durchgeführt. Ziel ist es, den Teilnehmenden Anregungen und Impulse zur Entwicklung eigener Forschungsfragen und deren Umsetzung zu geben. Nach einem kurzen Input zur Aktionsforschung stellen zwei Lehrkräfte ihre bereits durchgeführten Projekte und Erfahrungen im Forschungsprozess vor. Im Anschluss daran werden gemeinsam mit den Workshopteilnehmenden Ideen für Lehrerforschungsprojekte entwickelt und exemplarisch in Kleingruppen der Ablauf eines Forschungsprozesses geplant und diskutiert. Die Teilnehmenden haben dabei auch die Möglichkeit eigene Forschungsideen einzubringen. Den Abschluss bildet eine gemeinsame Reflexion über die Chancen und Grenzen von Aktionsforschung.

Literatur

Altrichter, H., Aichner, W., Soukup-Altrichter, K. & Welte, H. (2010): PraktikerInnen als ForscherInnen. Forschung und Entwicklung durch Aktionsforschung. In: Friebertshäuser, B., Langer, A. & Prengel, A. (Hg.): Handbuch Qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft. 3., vollständig überarbeitete Auflage. Weinheim, München: Juventa, S. 803-818.
Altrichter, H. & Feindt, A. (2004): Zehn Fragen zur LehrerInnenforschung. In: Rahm, S. & Schratz, M. (Hg.): LehrerInnenforschung. Theorie braucht Praxis. Braucht Praxis Theorie? Innsbruck: Studienverlag, S. 84-101.
Altrichter, H. & Posch, P. (2007): Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht. Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsevaluation durch Aktionsforschung. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Elliott, J. (1981): Action research: A framework for self-evaluation in schools. Schools Council Programme 2, Teacher-Pupil Interaction and the Quality of Learning (TPIQL) Working Paper 1, Norwich: University of East Anglia.
McKernan, J. (1988): Teacher as researcher: paradigm and practice. In: Contemporary Education LIX (3), S. 154-158.
Schön, D. A. (1983): The Reflective Practitioner. How Professionals Think in Action. New York: Basic books.

W6: Förderung einer reflexiven Haltung durch Forschendes Studieren?

Wann 08.04.2019
von 16:30 bis 18:00
Wo Wird noch bekannt gegeben
Name Dr. Silvia Thünemann
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Dr. Silvia Thünemann, Selin Arusoglu, Sabrina Tietjen (alle Universität Bremen)

Der Aufbau einer reflexiven Haltung gilt in der reflexiven Lehrer*innenbildung als zentral für die pädagogische Professionalität. Zukünftige Lehrkräfte sollen lernen, ihren Blick auf Praxissituationen zu schärfen, eigene und fremde Handlungsentwürfe kritisch zu hinterfragen und Alternativen zu entwickeln (vergl. Idel/Schütz 2017:201). Doch Reflexivität geschieht nicht per se, sie muss bereits in der Ausbildung eingeübt werden. Dieses geschieht an vielen Standorten mit Konzepten des Forschenden Studierens.

In der Bremer Forschungswerkstatt Erziehungswissenschaft wird in verschiedenen Entwicklungsprojekten Forschendes Studieren curricular implementiert und didaktisiert:
Im Projekt „Forschungswerkstatt integriert", ein Teilprojekt der Bremer Qualitätsoffensive Lehrerbildung „Schnittstellen gestalten“, wird u.a. ein Online-Kursangebot zu ausgewählten Methoden der empirischen Sozialforschung entwickelt. Im Kurs unterstützen multimedial aufbereitete und interaktiv nutzbare Tools den systematischen Aufbau von Reflexivität im Sinne des Reflective Practitioner (vgl. Schoen 1983).
Das Projekt „GOresearch - Forschende Haltung und Forschungskompetenz im erziehungswissenschaftlichen Lehramtsstudium (Gymnasium / Oberschule)“ zielt auf die Entwicklung hochschuldidaktischer Angebote zum Forschenden Studieren entlang der Module des betreffenden Studienganges. Diese Angebote enthalten auch Aufforderungen zur Reflexion eigener Forschungsaktivitäten.
Im Workshop führen wir einleitend in das zugrunde liegende Verständnis von Reflexivität ein und stellen ausgewählte hochschuldidaktische Entwicklungen aus beiden Projekten vor.
In der Arbeitsphase beleuchten wir reflexive Schreibvignetten von Studierenden dahingehend, wie Studierende diese Aufforderungen zur Reflexivität bearbeiten und ob Anzeichen einer gewissen Reflexionstiefe vorliegen. Abschließend diskutieren wir mit den Teilnehmer*innen, welche Aufforderungen über eine Reflexion zu welchen Professionalisierungszielen führen können.

Literatur

Idel, Till-Sebastian/Schütz, Anna (2017): Praktiken der Reflexion in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Praxistheoretische Überlegungen zur Routinisierung professioneller Reflexivität am Beispiel studentischer Portfolioarbeit. In: Berndt, Constanze/Häcker, Thomas/Leonhard, Tobias (Hrsg.): Reflexive LehrerInnenbildung revisited - Konzepte, Befunde, Perspektiven und Rahmungen. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt, S. 201-21.

Schön, Donald A. (1983): The reflective practitioner. [New York]: Basic Books (how professionals think in action).

W7: Reflexion gemeinsam gestalten: Das ePortfolio der TU Darmstadt und des Studienseminars Darmstadt

Wann 08.04.2019
von 16:30 bis 18:00
Wo Wird noch bekannt gegeben
Name Christine Preuß
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OStR. i.H. Christine Preuß (TU Darmstadt), Dr. Franziska Conrad (Studienseminar Darmstadt für Gymnasien), Dr. Mara Löw (TU Darmstadt)

Das Lehramtsstudium an der TU Darmstadt sieht mehrere aufeinander aufbauende Praxisphasen mit schulischen wie auch außerschulischen Praxiseinsätzen vor, die dazu dienen u.a. theoretische Studieninhalte und praktische Unterrichtserfahrung zu verknüpfen, sowie das Berufs- und Handlungsfeld im Hinblick auf zentrale Anforderungen und die persönliche Eignung zu reflektieren.
Mit dem neuen Praxisphasenkonzept ist es gelungen eine Verbindung zur zweiten Phase der Lehrerbildung in Darmstadt zu schaffen: Die Kooperation mit dem Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien in Darmstadt ist insofern erfolgreich, als dass neben gemeinsamen Workshops auch das universitäre praxisphasenbegleitende ePortfolio zukünftig in der zweiten Phase der Ausbildung kohärent weitergeführt werden wird. Ermöglicht wird dies technisch durch die Nutzung der gemeinsamen mahara Plattform.

Im Workshop wird daher zunächst die gemeinsame Zielsetzung der Portfolioarbeit vorgestellt. In beiden Ausbildungsphasen soll die professionelle Reflexionskompetenz der Studierenden bzw. Referendare gefördert werden. Als zusätzliches Reflexionsinstrument wird die Portfolioarbeit durch die Kollegiale Fallberatung ergänzt. Dabei tauschen sich die Studierenden in moderierten Kleingruppen über erste Praxiserfahrungen aus. An den kollegialen Gruppen nehmen fallweise auch Referendarinnen und Referendare teil.

Im Workshop wird zunächst das Konzept der ePortfolioarbeit in der Universität und im Studienseminar vorgestellt. Auf einer sich anschließenden Podiumsdiskussion berichten sowohl Studienseminarvertretungen als auch Hochschuldozierende, Studierende und Referendare von ihren Erfahrungen mit dem ePortfolio und geben Einblick in Aufgabenstellungen und Portfolioprodukte. Daran anschließend soll die Diskussion für die Teilnehmer_innen des Workshops geöffnet werden, um Gelingensbedingungen eines phasenverbindenden Instruments wie das Portfolio bzw. die gemeinsame kollegiale Beratungen zu diskutieren.

Literatur

Borsch, F. & Imhof, M. (2006). Lerntagebücher in der universitären Lehre. In: M. Imhof (Hrsg.), Portfolio und Reflexives Schreiben in der Lehrerausbildung (S. 57-59). Tönning: Der Andere Verlag.

Bosse, D. (2009). E-Portfolio in der Lehrerbildung. https://www.uni-kassel.de/einrichtungen/fileadmin/datas/einrichtungen/scl/Forum_ ProLehre_2009/E_Learning_Projekte.pdf.
Bräuer, G. (1998). Schreibend lernen. Grundlagen einer theoretischen und praktischen Schreibpädagogik. Innsbruck: Studienverlag.

Bräuer, G. (2000). Schreiben als reflexive Praxis. Tagebuch, Arbeitsjournal, Portfolio. Freiburg: Filibach.
Dewey, J. (1951). Wie wir denken. Eine Untersuchung über die Beziehung des reflek- tiven Denkens zum Prozeß der Erziehung. Zürich: Morgartenverlag.

Eigler, G. (2006). Textproduzieren als Wissensnutzungs- und Wissenserwerbsstrategie. In: H. Mandl & H. F. Friedrich (Hrsg.), Handbuch Lernstrategien (S. 187-205). Göttingen: Hogrefe.

Korthagen, F. & Vasalos, A. (2005). Levels in reflection: Core reflection as a means to enhance professional growth. Teachers and Teaching: Theory and practice, 11, 47–71

Kreuter, V. & Wernet, A. (2007). Lehrerbildung als Identitätsproblem: Fallstudien zu Problemen der subjektiven Selbstverortung von ReferendarInnen. Abschlussbericht für das Zentrum für Lehrerbildung der Universität Potsdam. https://www.iew.phil.uni-hannover.de/fileadmin/erziehungswissenschaft/ Arbeitsbereiche/ APaed/GD_Abschlussbericht_LAK.pdf. Zugegriffen: 28. September 2018.

Maher, M. & Gerbic, P. (2009). E-portfolios as a Pedagogical Device in Primary Teacher Education: The AUT University Experience. Australian Journal of Teacher Education, 34(5), 43-53.

Nückles, M., Renkl, A. & Fries, S. (2005). Wechselseitiges Kommentieren und Bewerten von Lernprotokollen in einem Blended Learning Arrangement. Unterrichtswissenschaft 33/3, 227-243.
Paulson, F. L., Paulson, P. R. & Meyer, C. A. (1991). What makes a portfolio a portfolio. Educational leadership, 48/5, 60-63.

Petras, A. & Hänssig, A. (2006). Schreibanlässe für Portfolio in den Schulpraktischen Studien. In: M. Imhof (Hrsg.), Portfolio und Reflexives Schreiben in der Lehrerausbildung (S. 57-59). Tönning: Der Andere Verlag.

Renkl, A., Nückles, M., Schwonke, R. Berthold, K. & Hauser, S. (2004). Lerntagebücher als Medium selbstgesteuerten Lernens: Theoretischer Hintergrund, empirische Befunde, praktische Entwicklungen. In: M. Wosnitza, A. Frey & R. S. Jäger (Hrsg.), Lernprozess, Lernumgebung und Lerndiagnostik.
Wissenschaftliche Beiträge zum Lernen im 21. Jahrhundert (S. 101-116). Landau: Verlag Empirische Pädagogik.

Ritzhaupt, A. D., Singh, O., Seyferth, T. & Dedrick, R. F. (2008). Development of the Electronic Portfolio Student Perspective Instrument: An ePortfolio Integration Initiative. Journal of Computing in Higher Education, 19(2), 47-70.
http://www.aritzhaupt.com/eprofessional/papers/2008/RitzhauptSinghSeyferthDedrick.pdf. Zugegriffen: 28. September 2018.

Robichaux, R. R. & Guarino, A. J. (2012). The Impact of Implementing a Portfolio Assessment System on Pre-Service Teachers’Daily Teaching Reflections on Improvement, Performance and Professionalism. Creative Education, 3(3), 290-292.

Schön, D. A. (1983). The reflective practitioner. How professionals think in action. Lon- don: Temple Smith.

Tietze, K.-O. (2008). Kollegiale Beratung. Problemlösungen gemeinsam entwickeln. 3. Aufl. Reinbek: Rowohlt.

Wagner, L. & Richter, J. (2006). Das Praktikumsbegleitende Studienportfolio – selbstreflektiertes Lernen im Schulpraktikum. In: M. Imhof (Hrsg.), Portfolio und Reflexives Schreiben in der Lehrerausbildung (S. 21-27). Tönning: Der Andere Verlag.

W8: FIN³ - Fit in Inklusion: Anregen von Reflexionsprozessen im Kontext inklusiven Unterrichts

Wann 08.04.2019
von 16:30 bis 18:00
Wo Wird noch bekannt gegeben
Name Reinhilde Stöppler
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Reinhilde Stöppler, Melanie Knaup (beide JLU Gießen)

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich mit der 2009 ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention zur Schaffung eines inklusiven Bildungssystems auf allen Ebenen verpflichtet. Das Recht auf gemeinsamen Unterricht aller Kinder evoziert ein verändertes intra- und interdisziplinäres Kollegium, das Zusammenarbeiten in multiprofessionellen Teams sowie die Notwendigkeit adäquater didaktisch-methodischer Modelle. Bereits innerhalb der Lehramtsausbildung sollten sich Studierende aller Lehrämter auf die sich rapide verändernde Schullandschaft vorbereiten und sich selbst und ihre Ausbildung hinsichtlich dieser neuen Anforderungen reflektieren.
Das Projekt FIN³ - Fit in Inklusion bietet für Studierende aller Lehramtsstudiengänge (Lehramt an Grundschulen, Lehramt an Haupt- und Realschulen, Lehramt an Gymnasien, Lehramt an Förderschulen) die Möglichkeit, sich kooperativ in fachwissenschaftliche und fachdidaktische Handlungsfelder einzuarbeiten und dabei in einen reflexiven Austausch über die Weiterentwicklung inklusiver pädagogischer Modelle zu kommen.
In dem angebotenen kollaborativen Workshop (gestaltet von Lehramtsstudierenden und Mitarbeiter_innen des Instituts für Förderpädagogik und Inklusive Bildung) analysieren und reflektieren die Teilnehmer_innen in Kleingruppen allgemeindidaktische und didaktische Modelle inklusiver Pädagogik sowie spezielle methodische Umsetzungsmöglichkeiten des inklusiven Unterrichts (Formen des Offenen Lernens, z. B. Projekt- und Werkstattarbeiten, Stationenlernen, Binnendifferenzierung, etc.). Durch die Simulation der verschiedenen Förderschwerpunkte sowie Möglichkeiten des pädagogischen Umgangs, erfahren die Teilnehmer_innen sehr eindrücklich, mit welchen Barrieren Schüler_innen mit Behinderung im Unterricht umgehen müssen. Das Hineinfühlen in diese Situation erhöht die Empathie und Sensibilität im Umgang mit Schüler_innen mit einer Behinderung, um so weitere Reflexionsprozesse anzuregen.

Literatur

Biewer, G. (2009): Grundlagen der Heilpädagogik und Inklusiven Pädagogik. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Hedderich, I.; Biewer, G.; Hollenweger, J.; Markowetz, R. (Hg.) (2016): Handbuch Inklusion und Sonderpädagogik. Bad Heilbrunn: Klinkhadt.

Schwab, S.; Gebhardt, M.; Ederer-Fick, E.; Gasteiger-Klicpera, B. (Hg.) (2013): Theorien, Konzepte und Anwendungsfelder der inklusiven Pädagogik. Wien: Facultas.

Textor, A. (2015): Einführung in die Inklusionspädagogik. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

W9: Reflexion durch Supervision? – Empirische Einsichten in die Praxis der Supervision von Lehrkräften

Wann 08.04.2019
von 16:30 bis 18:00
Wo Wird noch bekannt gegeben
Name Christoph Leser
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Christoph Leser (Goethe-Universität Frankfurt), Stefan Kunzmann (Elisabeth-Gymnasium, Mannheim)

In strukturtheoretischer Perspektive gilt pädagogisches Handeln grundsätzlich als nicht-standardisierbar und ist daher auf beständige Reflexion angewiesen (vgl. Oevermann 1996). Insbesondere für das Lehrerhandeln lassen sich professionstypische Antinomien beschreiben, die, weil sie nicht auflösbar sind, reflexiv gehandhabt werden müssen (vgl. Helsper 1996). Reflexionsarbeit ist damit nicht nur der ersten und zweiten Phase der Lehrerbildung zuzuordnen, sondern muss auch und gerade in der dritten Phase der berufsbegleitenden Fort- und Weiterbildung kontinuierlich stattfinden. Dabei ist Reflexion zu verstehen als „Hermeneutik einer pädagogischen Wirklichkeit“ (Henningsen 1969, S.55). Erst aus der Einsicht in jene Wirklichkeit, deren Fallstruktur immer auch auf ihre Geschichtlichkeit, ihr „So-und-nicht-anders-Gewordensein“ (vgl. Weber 1904, S. 46) verweist, können auf die Zukunft gerichtete Handlungsentwürfe entwickelt werden.
Supervision ist ein Ort institutioneller und in sich professionalisierter Praxis der Reflexion (vgl. Göhlich 2011). Im Zentrum des Workshops steht die gemeinsame objektiv-hermeneutische Interpretation ausgewählter Sequenzen aus Protokollen (transkribierte Audioaufnahmen) von Supervisionen mit Lehrkräften. Anhand des Datenmaterials soll die Frage diskutiert werden, ob und inwiefern die Praxisform Supervision eine auf verstehende Deutung der eigenen Praxis gerichtete Reflexion anstoßen und produktiv gestalten kann. Dabei sollen Gelingensbedingungen und Scheiternsrisiken in den Blick genommen und Konsequenzen für die Professionalisierung der „Reflexionsunterstützung“ (Göhlich 2011) formuliert werden. 

Literatur

Göhlich, Michael (2011): Reflexionsarbeit als pädagogisches Handlungsfeld. Zur Professionalisierung der Reflexion und zur Expansion von Reflexionsprofessionellen in Supervision, Coaching und Organisationsberatung. In: Pädagogische Professionalität. Weinheim [u.a.]: Beltz, S. 138 -152.
Helsper, Werner (1996): Lehrerprofessionalität als antinomische Handlungsstruktur. In: Arno Combe (Hg.): Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft, 1230), S. 64 -102.
Henningsen, Jürgen (1969): Peter stört. Analyse einer pädagogischen Situation. In: Andreas Flitner (Hg.): Einführung in pädagogisches Sehen und Denken. München: Piper (Erziehung in Wissenschaft und Praxis, 3), S. 51 -71.
Oevermann, Ulrich (1996): Theoretische Skizze einer revidierten Theorie professionalisierten Handelns. In: Arno Combe (Hg.): Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft, 1230), S. 70 -182.
Weber, Max (1904): Die "Objektivität" sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis. In: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik 19 (1904), S. 22 -87.